Aberglaube: Vogel

Schon gewusst…?

Die politische Organisation der Wikinger gleicht am ehesten einem demokratischen System.
In Island tagte vor über 1000 Jahren zudem das „Thingvellir“, das als eines der ältesten Parlamente der Welt gilt.

  • Heilchen Vögelheiden,


    ich hab hier was von Vögeln gelesen, also dachte ich mir, ich such mal um Buch die Passage über das Gevögel äh Geflügel...


    Vogel


    Den Vögeln kommt eine große volkskundliche Bedeutung zu, wohl nicht so groß als den Säugetieren, doch viel größer als den Fischen und Insekten1). Sie werden daher ziemlich genau nach Arten unterschieden, wie die Unmenge Vögelnamen zeigt2). Hier kann nur eine Übersicht geboten werden, wobei im allgemeinen die Einzelheiten unter den verschiedenen Vögeln zu suchen sind.


    Vogel als Omina


    Besonders die Eule, Elster, Krähe, Taube, Wigglen, der Kuckuck und Rabe sowie unter den Hausv.n der Hahn und die Henne (s.d.) geben Todesvorzeichen3). Zuweilen tritt ein ungenannter Vogel in derselben Weise wie die bekannteren auf, z.B. fliegt ein Vogel ins Haus, so bedeutet es einen Sterbefall4). Pickt ein Vogel ans Fenster, bedeutet es dasselbe oder einen Brief5). Die ominöse Bedeutung des Adler-Schlangenkampfes ist wohl nur antik (Küster Schlange 127 ff.). Aus dem Fluge der Vogel weissagt man6), z.B. der rechtsfliegende ist gewöhnlich ein Glückszeichen, auch der Überflug ist bedeutsam. Bei dieser Art Auslegung, die die alten Römer besonders pflegten, kommt die Art des Vogels sowie die Weise, Anzahl und der Ort des Erscheinens in Betracht. Die Anzahl Vogel, die man am Hochzeitstage sieht, bestimmt die Anzahl Kinder (Fogel Pennsylvania 70 Nr. 232). Paarweis fliegende Vogel sind glücklich und umgekehrt (ZfdMyth. 2, 418). Wem ein Vogel zufliegt, hat Glück (Dähnhardt Volkst. 1, 98 Nr. 29). Besonders in der Form des Angangs (s.d.) waren solche Deutungen dem klassischen Altertum und dem Mittelalter bekannt7). Auch der Gesang bzw. Geschrei ließ sich deuten8). Auf vielerlei Weise fand man in dem Erscheinen der Vogel Orakel und Omina9), z.B. kommen fremde Vogel ins Land, so kommen auch fremde Völker, d.h. Krieger10). Bei der Schiffahrt ließen verschiedene Völker Vogel los, um ihre Fahrt nach deren Flug zu richten (Liebrecht Zur Volksk. 405). Besuch erwartet man, wenn der Stubenv. flattert (John Erzgebirge 33); ein toter Vogel am Wege bedeutet Unglück (Reiser Allgäu 2, 427 Nr. 15); fliegen Vogel dicht über eine Frau, während sie Windeln wäscht, so steht ihr eine Krankheit bevor (ZfdMyth. 2, 418 Nr. 8); kommen Vogel auf das Fenstergesims, so erwartet man eine Hungersnot (SAVk. 8, 269 Nr. 29); verschmähen Vogel den vom Sämann ausgestreuten Samen, so bedeutet es baldigen Tod und umgekehrt (mündlich, Uster, Zürich).


    Auch das Wetter zeigen die Vogel an: Fliegen sie hoch oder kommen sie früh im Frühling, so wird das Wetter schön sein, ein fliegender Vogel im Frühling ist auch eine gute Vorbedeutung11). Schmiert sich ein Vogel die Federn mit Fett, setzt er sich aufs Fenstergesims und ruft, mausert er früh oder schreien und baden sich die Vogel, kommt gewöhnlich Regen12).



    Verschiedene Bräuche haben Bezug auf Vogel


    1. Die Saat schützt man gegen Vogeldurch Besegnungen und Zauberformeln oder dadurch, daß man während des Aussäens drei Körner unter die Zunge legt und sie später da, wo man den Acker betreten hat, hinlegt oder dadurch, daß man die Vogel zu dem Acker eines anderen hinschickt13).


    2. Eine Vogelscheuche wird oft gebraucht, Vogel von der Saat fernzuhalten14), ob sie eine tiefere Bedeutung (apotropäisch, fetischistisch, wachstumfördernd) hat, bleibt unsicher.


    3. Bei einem Todesfall verhängt man den Käfig (s.d.) oder trägt den Vogel in ein anderes Zimmer15).


    4. Am hl. Abend und auch sonst füttert man die Vögel16).


    5. Vogelfang: Eine Art Knoblauch liefert ein Mittel, Vögel so unsinnig zu machen, daß man sie mit Händen fängt; dasselbe bewirkt man auch, »wenn man ihnen Salz auf den Schwanz schüttet«17). Erstickte Vogel durfte man nicht essen18). Über Vogelfang haben etliche geschrieben19).


    6. Schon in heidnischen Zeiten ließ das belagernde Heer Vögel Feuer in die Stadt tragen20).



    Einzelheiten: Vögel schützen sich gegen den bösen Blick (antik, vgl. Seligmann 1, 217); martert man junge Vogel, so hat man kein Glück (Wuttke 118 § 156); ist ein Vogel in der Kirche während des Segens, so ist ein Verbrecher anwesend (John Erzgebirge 36); sehen Vögel in ein Milchgefäß, so nimmt die Milch ab (Seligmann 1, 123); Vogelweihe an Ostern (Franz Benediktionen 1, 582. 585. 589); das Kleine lernt schön singen, wenn ihm Vogelfutter gegeben wird (John Erzgebirge 57).


    Vögel sind oft als Seelen aufgefaßt21); es wird ihnen daher geopfert22). Diese Seelenv. kommen vereinzelt u. in Schwärmen vor, und welche Form des Glaubens die ältere ist, mag dahingestellt bleiben; die wilde Jagd besteht zuweilen aus Vögeln, besonders Zugv.n (s.d.). Geister erscheinen in Vogelgestalt (s.v.gestaltig; gänsefüßig). In einigen Sagen folgen dem Leichnam Vogel23). Mit dem Seelenv. verwandt ist das Freilassen von gefangenen Vögeln, auch wenn ein Mensch im Sterben liegt24).



    Volksliteratur25).


    Märchen und Sagen berichten oft von der Verwandlung in Vogel26). Bei der Königswahl der Vogel wird der Zaunkönig (s.d.) zum König. Die Fabel27) ist als äsopisch bezeugt, doch nicht überliefert. Alt ist die Fabel von den in einem Netze gefangenen Vögeln, die dem Vogelsteller so lange entlaufen, bis sie zu zanken anfangen (Liebrecht Zur Volksk. 114). In den Märchen und Sagen zeigen sich die Vogel besonders als Berater, Helfer, Warner und Wegweiser28). Doch scheint der Vogel in einer verbreiteten Sage, die von einer Empfehlung von Bibernell als Pestmittel erzählt, an die Stelle einer anderen Figur getreten zu sein29). Vogelhannes heißt ein schlesisches Gespenst30). Sagen erzählen von ungeheuer großen und von unheimlichen Vögeln31). Oft verkünden Vogel Unglück32). Vögel bringen Feuer zu den Menschen (Sébillot Folk-Lore 3, 156). Im Mittelalter erzählte man von den Kämpfen unter den Vögeln (Meyer Abergl. 79). Beliebt war einst das Thema der Vogelparlamente und im Volksliede die Vogelhochzeit (s.d.). Früher erzählte man von dem Baume, worauf Vogel paarweis wuchsen33) und von dem fabelhaften Alter, das einige Vogel, z.B. Krähe, Rabe (s.d.), Schneegans erreichen sollten.



    In der Volksmedizin spielen die Vögel eine bedeutende Rolle34), da sie wohl z.T. an Stelle blutigen Opfers treten. Dabei sind die meist vertretenen Vögel die gezüchteten (Huhn, Gans, Taube, Ente usw.) und die an das Haus gebundenen (Schwalbe). Raubv. kommen auch vor, doch fehlen die Meeresv. fast ganz. Nur gelegentlich werden fremde, ausländische Vogel verschrieben. Die volksmedizinischen Anschauungen betreffs Vogel darf man nach Magnus (Die Volksmedizin Abh. z. Gesch. d. Med. H. 15, 1905) einteilen: 1) der Benutzung wirklicher Erfahrungen kommt wenig Bedeutung zu, 2) der Analogieschluß ist der Grundsatz der umfangreichsten Gruppe, 3) Übertragung von Krankheiten auf Vogel läßt sich gelegentlich nachweisen, 4) religiöse Anschauungen erkennt man in den Vogelomina, 5) astrologischen und zahlenmäßigen Beziehungen begegnet man meist in der orientalischen Volksmedizin, 6) Farbensymbolik ist nur nebensächlich.



    Lexikon: Vogel, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Vogelnest


    Einzelnes findet man unter den verschiedenen Vögeln1). Die Schutzkraft eines Vogelnests gegen Blitz ist wohl eine Erinnerung an das Schwalbennest (s.d.)2). Der Glaube, daß ein Vogelnest Glück und Wohlstand bringt, ist bei Wilhelm von Auvergne bezeugt, und diese Stelle hat man irrtümlicherweise, wie Zachariae beweist, in Beziehung zu Deut. 22, 6 gebracht3). Auch dieses Stück Aberglauben darf man wohl in eine Reihe mit dem glückbringenden Schwalbennest (s.d.) bringen.


    Allgemeine Vorschriften und abergläubische Bemerkungen, die keinen Bezug auf einen bestimmten Vogel haben, kommen seltener vor. Findet man ein Vogelnest und spricht davon, so zerstören es die Schlangen4), oder so entstehen in den Eiern Ameisen, die die Eier zerstören. Schnauft man in ein Vogelnest, so verlassen es die Vögel oder werden die Eier faul5). Ein gesottenes Vogelnest ist ein Mittel für Verstopfung des Harnes6). Ein Vogelnest macht unsichtbar7).



    Lexikon: Vogelnest, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Heilchen Vögelheiden,




    ich hab hier was von Vögeln gelesen, also dachte ich mir, ich such mal um Buch die Passage über das Gevögel äh Geflügel...

    :hh: Eulenvogel,
    ich habe da so eine :idea: ! Ich habe mir gedacht, dass du in dem anderen Vogelthread die Eule vorstellst. Schließlich wird ihr eine ganz besondere Bedeutung zugeschrieben; heute meine ich mal die spirituelle :wolfi: Wer könnte das besser als ein euluminatischer Wolf :topanim:
    :gimme5: komm, sei kein Wolf, schlag ein :vikinghammer:


    :winkewinke:

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -