Opferung - Wo, wie und was?

Schon gewusst…?

Folkwang (altnord. Fólkvangr – „Volksfeld“) ist in der nordischen Mythologie einer der Götterpaläste in Asgard und Wohnsitz der Göttin Freya. Hier befindet sich der Saal Sessrumnir, der neben Walhall einen der beiden großen Säle bildet, in welche die gefallenen Helden nach ihrem Tod Einzug halten.

  • Ist eigentlich einfach, zu opfern. Machst Du ein Trankopfer, schüttest Du das Getränk, das Du opfern willst ( oder sollst) entweder einfach auf den Boden, den Opferstein, den Du Dir ausgesucht oder hingelegt hast, einen Baumstumpf, den Du als Altar gewählt und vielleicht geschmückt hast, und gut.
    Du kannst das Getränk auch in einer Schale oder so hinstellen, darfst aber dann nicht vergessen, das Gefäß wieder wegzuholen, es soll ja kein Müll in der Botanik herumliegen, das wäre eines Opfers an die Götter unwürdig.
    Machst Du ein Speiseopfer, analog dazu, ein paar Früchte kannst Du einfach so hinlegen, irgendwelche Tierchen holen die sich schon. Oder halt auf einem Teller/ Schüssel, wie auch immer, und das Gefäß später wieder holen.
    Rauchopfergehen auch, da wird entweder nur geräuchert, oder es wird ein Speiseopfer verbrannt. Dabei sollte man natürlich auf den Brandschutz achten, und nicht gerade ein Essen samt Plastikteller ins Feuer schmeißen......
    Soweit zum rein mechanischen Vorgang des Opferns.
    Das spirituelle ist dann was sehr persönliches, das kann still passieren, oder man ruft die Wesenheiten, denen man opfert, laut an, man kann dabei seine Anliegen vorbringen oder auch nur aus Zuneigung zu den Wesenheiten opfern. Man kann am Opferplatz noch Andacht halten oder gleich nach der Opferung wieder gehen, den Möglichkeiten sind da keine Grenzen gesetzt. Weder wem man opfert, noch was, noch wie...
    Lediglich irgendwas, was in der Natur nix zu suchen hat, das ist auch als Opfer nicht unbedingt hilfreich, also eine Coladose in den Busch zu schmeißen, ist kein Opfer. :dudu:
    Tieropfer, Blutopfer usw wären ein Kapitel für sich und sind ethisch zu hinterfragen...............

  • Ich möchte es mal anders ausformulieren.


    Für mich sind Opfer eine Energiefrage. Für mich muss also Energie von mir im Opfer sein. Beispiele sind selbstgebackenes Brot oder auch mein lieblingsbier. Unpassend wäre das misslungene Brot oder das 08/15 Bier. Mir geht es immer um den „Wert“ des Gutes im psychologischen Sinn. Vereinfacht: Nur das, was ich einem guten Freund als Geschenk mit Geste überreichen würde, lohnt als Opfer.


    Hinzu kommt, dass dieser gute Freund sehr mit der Natur verbunden ist. So jemandem würde man nicht voller stolz ein Stück Brot geben, dass aus Chemiemehl vom Discounter hergestellt ist. Und man würde so jemandem nichts geben, was schlecht für die Natur ist.


    Als Nächstes kommen die wichtigen Werte der Kraft und Männlichkeit bzw. Weiblichkeit. Auch diese Werte wollen reflektiert werden.

    "A sane and normal society is one in which people habitually disagree, because general agreement is relatively rare outside the sphere of instinctive human qualities." C.G. Jung

    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

  • @Matze :goodpost:


    Natürlich, das kommt hinzu. Danke für die Ergänzung! :thumbup:
    Dass ein Opfer für einen selbst einen Wert darstellen und von Herzen kommen sollte, hatte ich eigentlich als selbstverständlich gesehen, daher wahrscheinlich vergessen, zu erwähnen.
    Klar opfert man nichts, was man sowieso los werden wollte, das würde ein Opfer ad absurdum führen.

  • Traditionell wäre es übrigens auch nur einen Teil der Speise auf dem Altar zu lassen, zu Verbrennen o.ä. und den Rest selbst zu Essen. Ein Speiseopfer war eigentlich weniger ein Füttern der Götter als vielmehr ein Gastmahl mit ihnen. ^^

  • Und dann? Das ist nämlich für mich immer noch die große Frage

    Dann? Dann isses Abfall. Die Empfänger des Opfers haben sich über Nacht alles rausgezogen, das sie haben wollen.


    Glaubst du nicht?
    Dann probier doch mal am nächsten Tag von den Resten deiner (ernstgemeinten) Opfergaben... <X

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Hehe, erinnert mich an meine ersten Versuche :D Als ich hier eingezogen bin gab es unheimlich viele Fruchtfliegen, was sich zum Glück nach 1-2 Monaten gegeben hat. Die scheiß Viecher haben sich in allem ertränkt was offen im Glas war. An die Opfergaben sind sie aber erst nach nem Tag ran, an meine normalen Getränke, selbst die selben, direkt^^ Schon lustig irgendwie^^

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • Und dann? Das ist nämlich für mich immer noch die große Frage


    Verbrennen, vergraben, versenken, an (heilige) Tiere verfüttern. Oder nach einer Weile selber essen. ^^
    Letzteres wird im fernen Osten an Hausaltären praktiziert, vielleicht ist das aufgekommen, weil es kein Herdfeuer mehr gibt? ?(

  • p.s. Ok, scheint im Osten traditionell so gemacht zu werden.



    Zitat von Ernst Lokowandt

    Das zweite Element einer etwas formelleren Shinto-Zeremonie, das Speiseopfer, fällt je nach Schrein-Rang und je nach Anlass unterschiedlich aus, enthält aber regelmäßig Reis, Sake, Fisch, diverse Gemüse, Obst, Salz und Wasser. Die Götter haben einen recht menschlichen Geschmack. Die Opfergaben werden einzeln auf Tellern, Schälchen usw. aufgetragen und auf einem Altar am hinteren Rand der Gebetshalle aufgestellt. Nach Abschluss der Zeremonie werden sie wieder abgetragen und, wenn die Feier vorüber ist, von den Auftraggebern, bei regelmäßigen Schreinzeremonien von den Priestern gegessen.


    Dieses abschließende Mahl, bei dem die Gottheit als Anwesend gedacht wird, bei dem also Menschen und Götter gemeinsam essen und trinken, dient der Herstellung von Gemeinschaft, der Kommunikation zwischen Menschen und Göttern.


    Jetzt wo ich nochmal die folgenden Abschnitte über das Gebet lese, überrascht es mich wiedermal aufs neue, wie ähnlich Shinto und europäisches Heidentum eigentlich sind. :eek:

  • Samhain rückt näher ich finde wir sollten die Ahnen zu Tisch bitten wie eh je den sie gehören zu uns und an unseren Speisen teil haben lassen. Man kann trotz dem in Kostümen Feiern und Süßigkeiten Sammeln. Denn das eine schließt das andere nicht aus.

  • Wenn ich opfere, dann gehe ich in den Wald und lege an geeigneter Stelle etwas nieder. Natürlich etwas das für mich auch wert hat, bzw. in das ich Energie gesteckt habe.
    Gemüse oder Obst aus eigenem Anbau. Ein Schluck Met, aber nicht den aus dem Supermarkt, sondern welcher von einem Imker hier in der Nähe. Da kostet der Liter auch ein paar Euro mehr.
    Oder aber, wenn ich nichts aus eigenen Anbau habe, dann aus einem Hofladen, wo ich weiß wie und wo die Dinge angebaut werden.


    Zu Samhain (ist zwar nicht germanisch, aber ich mag dieses Fest) habe ich den Tisch auf meinem Balkon gedeckt, Apfel, selbst gebackenes Brot und Nüsse serviert. Dazu Wasser und Met. Dann habe ich eine Kerze entzündet um die Ahnen einzuladen.
    Am nächsten Tag geht so was dann über den Balkon. Da ist ein schönes Fleckchen Natur (deshalb liebe ich es hier zu wohnen), wo sich allerhand Tiere tummeln. Von Hasen und Eichörnchen bis zu Krähen, Elstern und vielen anderen Vögeln.
    Die freuen sich und bekommen öfter von mir kleine Gaben zwischendurch.
    Auch so was erfreut die Götter denke ich.