Buchrezension: Die Abenteuer des Röde Orm

Schon gewusst…?

Asgard (altnordisch Ásgarðr „Heim der Asen“) ist sowohl nach der Edda des Snorri Sturluson als auch nach der Lieder-Edda der Wohnort des Göttergeschlechts der Asen. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist Asgard mit Midgard verbunden.

  • Heilchen heidnische Bücherwürmer,


    heute will ich Euch mal einen Roman vorstellen. Einen der sowohl lustig, als auch unterhaltsam, als auch lehrreich ist.


    "Die Abenteuer des Röde Orm" von Frans G. Bengtsson


    Zitat

    Wie eine nordische Saga beginnt und endet, höchst stilvoll, diese Wikingergeschichte. Was dazwischen liegt, ist aber alles andere als feierlich, sondern spannend und vergnüglich zu lesen. Mit Speeren, Äxten und Menschenleben geht man allerdings sorglos um, Hauptsache, die eß-, trink- und liebesfreudigen Helden haben ihren Spaß! Die Geschichte beginnt so: Orm, Mutters Jüngster, verzärtelt und hypochondrisch, wird von plündernden Nachbar-Wikingern verschleppt. Das Schiff, auf dem die Nordmänner zu ihrem alljährlichen Raubzug gen Spanien fahren, kapern die Mauren. Leider sehen sich die Wikinger eines Tages genötigt, einen ihrer maurischen Widersacher zu erschlagen, und müssen deshalb - nicht ohne Hinterlassung aufrichtiger Entschuldigungen an den Kalifen von Cordova - fliehen ...


    So der Klapptext...


    Das Buch erschien im Original in Zwei Bänden bereits 1941 und 1945 in Schweden und seit 1951 in einer bis heute unveränderten und sehr guten Übersetzung.


    Eigentlich ein Unterhaltungsroman, aber später komme ich noch auf die Besonderheiten dieses Romans zurück, als erstes mal ein bisschen was zur Handlung.


    Die Handlung erzählt die Lebensgeschichte des Bauernsohns Röde Orm aus Schonen gegen Ende des zehnten Jahrhunderts, die Zeit lässt sich mehr oder weniger genau festlegen, da Röde im Laufe seiner Abenteuer sowohl Harald Blauzahn trifft und sich Sven Gabelbart zum Feind macht.


    Das Gesamtwerk ist in vier Bücher unterteilt (ich will nicht zu viel über die Handlung erzählen um Euch den Lesespaß nicht zu verderben)


    Buch Eins


    Der junge Orm erschlägt bei einem Angriff von drei Wikingerschiffen die sich auf Beutefahrt gemacht haben und ihren Proviant mit Orms Schafen auffüllen wollen einen Krieger. Kurzerhand zieht ihm der Häuptling der Wikinger eins über, da man ja Ersatz am Ruder braucht.


    Orm wird in die Mannschaft aufgenommen und sein Schiffskameraden denken er hat viel Glück/bring Glück - Glück und Unglück und wer welche Art von Glück hat, das angeborenes Glück noch über der Gunst der Götter steht zieht sich durch den gesamten Roman und ist eine der Grundfesten von Orms Weltbild.


    Man plündert und segelt gen Westeuropa, erlebt das eine oder andere Abenteuer, dann geraden Orm und seine Freunde in Osmanisch Gefangenschaft, bringen es von Sklaven zu ausgewählten Kämpfern des andalusischen Kalifen. Hier merkt man zum ersten mal den pragmatischen Umgang Orms mit Religion - der Kalif verlangt Allah zu verehren - und da der Kalif der Boss ist, tut man es halt - und irgendwie hat das ja einem Glück gebracht. Durch lustige Verwirrungen und weil man einen alten Freund zu rächen hat - und das mehr bedeutet als das Wort des Kaligen, gelangt man schließlich über Irland, den Hof von König Harald und das Meer zurück nach Hause - nur hat Orm es sich mit König Harald verdorben und sich auch noch in eine seiner Verwandten verguckt...


    Buch Zwei


    Orm plündert in England, bekommt einen Priester, kassiert Danegeld, findet das Mädchen wieder - hat viel Glück und auch der Priester, Bruder Willibald , bringt ihm Glück - und da das Mädchen nun Mündel eines Bischofs ist muss der arme Orm sich taufen lassen - aber da Jesus ihm ja Glück zu bringen scheint, macht er das, nimmt Bruder Willibald und Ylva mit nach Schonen - nur der gute Sven Gabelbart mag Orm und Priester nicht, also zieht man nach Norden, nach Småland.


    Buch Drei


    Immer noch spannend, Abenteuer in Småland, ein großes Thing neue Freunde und Feinde - nun wird es aber neben der Unterhaltung auch für unserer kritischen Augen interessant - gerade in Buch Drei können wir sehen mit was für einfachen oder auch hinterhältigen Mitteln Orm und Willibald Freunde und Nachbarn bekehren - bzw. wie die Nachbarn sich freiwillig bekehren lassen, da man ja sieht, das Christus Orm viel Glück gebracht hat.


    Buch Vier


    Das Jahr 1000 ist gekommen, die Welt ging nicht unter Christus kam nicht wieder, der Hof wächst und gedeiht, Orms Kinder auch, man hat Spaß mit den Heiden aus der Nachbarschaft und hat bei den Rus einen Schatz zu gewinnen, man trifft alte Freunde und rechnet mit alten Feinden ab. Ich will auch hier nicht zu viel verraten, aber Orm hat wieder viel Glück...


    Schließlich altert man in Würde und erzählt bei starkem Bier von den Abenteuern der vielen Lebensjahre - zwischen Anfang Buch Eins und Ende Buch Vier müssen etwa 30-40 Jahre liegen.


    Alles in allem sehr spannend und wirklich gut und vor allem Lustig geschrieben.


    Aber gerade in Buch zwei und drei erfährt man, wie sich der Ottonormalwikinger hat freiwillig oder auch nur ein kleinen wenig unfreiwillig hat taufen lassen (manche sogar mehrmals, wegen Taufgeschenk, Bestechung, weil er gerade besoffen war oder weil es ein so schönes weißes Hemd gab).


    Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, neu kostet es 9,95 Euro und ich habe die Anschaffung nicht bereut - Unterhaltung, bei der man noch was lernt und einige Dinge danach besser versteht - Stichwort Christianisierung.


    :rulez: Heilchen, ich fang jetzt ein neues Buch an... :rulez:

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

    Einmal editiert, zuletzt von Firnwulf ()

  • Jau. Einer der wenigen "Historischen Romane", die diesen Titel verdient haben und nebenbei mächtig Laune beim Lesen machen.


    Urteil: :thumbup:

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Hab das Buch selbst auch gelesen und hier stehen. Sehr empfehlenswert, ich drück den Buzzer und schicke es direkt ins Finale

  • [offtopic] @Helsger
    Schön, dich mal wieder zu lesen... :)[/offtopic]

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Röde Orm is genial !

    Eins der besten Bücher der Welt!!!

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.


  • Hört sich gut an :thumbup:.. werde es mir auf die Liste setzten..


    Bin aktuell an einem anderen Thema dran.. vor gut 1w angefangen.. ist sehr spannend.. „Die Hoch-Magie“ christlich-jüdischen Ursprungs.. und nebenbei noch „Gschinn-Magie“ islamischen Ursprungs..


    Habe mir auch noch zusätzlich gestern das Buch geholt „Die kosmische 6“ vom Autor Axel Klitzke.. Hochinteressant..


    … ich habe viel zum tun demnächst ;)

  • Ich habs von einem Freund (kein Heide!) geschenkt bekommen, kannte es vorher noch nicht.

    Den vorangegangenen positiven Bewertungen kann ich mich nur anschließen.

    Hab schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen.


    P.S. Teile des Buches wurden auch in einem bekannten älteren Wikingerfilm verarbeitet. Mir fällt nur gerade der genaue Titel nicht ein.