"...so wahr mir Gott helfe"

Schon gewusst…?

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  • Hurra, ich habe bald einen neuen Job. Aber für die Beförderung muss ich einen neuen Schwur leisten, der da endet mit "so wahr mir Gott helfe".
    Bisher habe ich diese Zeile immer streichen lassen, denn ändern darf man sie laut Beamtengesetz nicht.
    Nun geistert mir seit einiger Zeit im Kopf herum, ihn doch zu sprechen, und zwar mit voller Hingabe und mit allen Gedanken an Njörd.
    Was meint Ihr dazu, ist das sinnvoll, obwohl doch der ursprüngliche Sinn etwas ganz anderes beinhaltet hatte?


    Dieser Spruch hat karrieretechnisch keinerlei Auswirkung, moralisch jedoch sehrwohl.


    Kann ich die Götter (oder vielmehr meinen Gott) damit ehren oder ist das ganze Vorhaben sinnlos, weil ja eh kein Aussenstehender weiss, wen ich im Herzen meine und den Spruch wahrscheinlich falsch versteht?


    Was würdet Ihr tun?

    "Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer." Sokrates

  • Grüß dich,


    Zitat

    ?Kann ich die Götter (oder vielmehr meinen Gott) damit ehren oder ist das ganze Vorhaben sinnlos, weil ja eh kein Aussenstehender weiss, wen ich im Herzen meine und den Spruch wahrscheinlich falsch versteht?


    Wenn es aus diesem Grund sinnlos wäre, würde das bedeuten, dass all das, was wir aus Überzeugung zu unseren Göttern machen, nicht zwischen uns (Individuum und Gottheit), sondern durch die Aufmerksamkeit anderer Menschen bestimmt wird.


    Insofern meine klare Antwort: Wenn du Njörd problemlos einsetzen kannst, dann tu das.

  • Tja Ravena, das geht dann leider auch nur gedanklich. An dem Spruch, der protokolliert wird, ist leider nix aenderbar.
    Deshalb ja mein Dilemma.

    "Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer." Sokrates

  • Nun geistert mir seit einiger Zeit im Kopf herum, ihn doch zu sprechen, und zwar mit voller Hingabe und mit allen Gedanken an Njörd.
    Was meint Ihr dazu, ist das sinnvoll, obwohl doch der ursprüngliche Sinn etwas ganz anderes beinhaltet hatte?

    Nun gibst du dem einen anderen Sinn und zwar so einen, der sowohl dir, als auch den Göttern und insbesondere Njörd einen Sinn gibt!
    Sprechen und dabei anders denken und fühlen, das hat viel mehr Gewicht, bzw. das wir wirklich meinen, das ist das was zum Wirken kommt und auch wirkt und nicht das was wir nur als Worte formen und sagen. Das ist spürbar und für die Götter sowieso!


    Kann ich die Götter (oder vielmehr meinen Gott) damit ehren oder ist das ganze Vorhaben sinnlos, weil ja eh kein Aussenstehender weiss, wen ich im Herzen meine und den Spruch wahrscheinlich falsch versteht?

    Natürlich kannst du die Götter und/oder deinen Gott damit ehren!
    Er kennt die Umstände und versteht deine Situation. Sprich doch sonst vorher mit ihm darüber und alles wird gut sein :)

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Vielen Dank Ihr Lieben. Das gibt mir die noetige Unterstuetzung. So werde ich meinen Eid diesmal leisten. Dass ich diese Stelle bekommen habe verdanke ich eh den Goettern, aber das ist eine ganz eigene Story.....

    "Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer." Sokrates

  • ass ich diese Stelle bekommen habe verdanke ich eh den Goettern

    Siehts du, dann wussten sie doch das du in diese Situation geraten und sie zu ihren Ehren retten wirst :)

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Das Wort "Gott" stammt von der Neutrum Plural Form eines germanischen Wortes und bezeichnet insofern so etwas wie "das Göttliche" ohne nähere Spezifizierung, die aber mit einer konkreten personalen Gottheit verbunden werden kann, ähnlich wie das hebräische "Elohim" (wörtl. "die Herren/Herrscher/Waltenden") in der Bibel.


    Mal abgesehen davon dass ich also nicht verstehen kann was man als Germane für ein Problem mit der Bezeichnung hat, sollte ich noch darauf hinweisen dass heidnische Vereine nicht nur blöd sind, wie das offenbar so manche hier im Forum sehen:



    Link:
    Religiöse
    Beteuerungsformel für den Eid eines ehrenamtlichen Richters - Die
    große Halle - Eldaring e.V. Asatru - gelebtes germanisches Heidentum




    Also, (wie so oft) kein Grund zu klagen...

  • Mal abgesehen davon dass ich also nicht verstehen kann was man als Germane für ein Problem mit der Bezeichnung hat, sollte ich noch darauf hinweisen dass heidnische Vereine nicht nur blöd sind, wie das offenbar so manche hier im Forum sehen:


    Na wieder auf Krawall gebürstet... Wir halten doch keine Vereine für blöd... Nur manche Mitglieder...


    By the way, hast Du im ER-Forum nicht Hausverbot?


    Übrigen haben wir das hier schon mal...


    Religiöse Beteuerungsformel für den Eid eines ehrenamtlichen Richters

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Mal abgesehen davon dass ich also nicht verstehen kann was man als Germane für ein Problem mit der Bezeichnung hat

    Weil und du schreibst es hier auch selbst:

    Das Wort "Gott" stammt von der Neutrum Plural Form eines germanischen Wortes und bezeichnet insofern so etwas wie "das Göttliche" ohne nähere Spezifizierung, die aber mit einer konkreten personalen Gottheit verbunden werden kann,

    Das ist der Knackpunkt. Das Gelöbnis wurde mit christilichen Aspekten aufgestellt, ebenso wie beim Schwur vor dem Gericht (dafür spricht schon die Bibel, bzw. das auf die Bibel schwören). Mit dem Wissen, dass hier eine konkret gemeinte Gottheit/Gott gemeint ist, ist die Eingangsfrage durchaus berechtigt zur Überlegung wie damit umzugehen ist, wenn man sich dem Christengott eben nicht verbunden fühlt!


    Die Eldaring-Formel ist bekannt und darüber hinaus, dass sie nur für deren Vereinsmitglieder gilt. Ich glaube nicht, dass Wanderin nur wegen des Gelöbnisses beitreten will. Jedenfalls beinhaltet das nicht ihre Frage!

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Zitat

    Das Gelöbnis wurde mit christilichen Aspekten aufgestellt, ebenso wie beim Schwur vor dem Gericht (dafür spricht schon die Bibel, bzw. das auf die Bibel schwören).


    Ws bedeutet denn "mit christlichen Aspekten"? Und hat es etwas damit zu tun wie man es heute versteht?
    Außerdem ist das, ob Bibel oder nicht, kein christlicher Ritus. Nach dem Evangelium sollen Christen nämlich nicht schwören (na gut, konkrete Verbote haben Christen eigentlich überhaupt keine - aber sehr, sehr deutliche Richtlinien).


    Zitat

    Mit dem Wissen, dass hier eine konkret gemeinte Gottheit/Gott gemeint ist, ist die Eingangsfrage durchaus berechtigt zur Überlegung wie damit umzugehen ist, wenn man sich dem Christengott eben nicht verbunden fühlt!


    Gemeint ist immer nur das, was die betreffende Person sagt ;) Und "den" Christengott gibt es eh nicht. Die Christen haben "Gott" nicht gepachtet (schon gar nicht unter der germanischen Bezeichnung die wir so munter dafür verwenden), vielmehr steht ihr Gott unter dem Anspruch, der Gott aller Völker, also auch Juden und Heiden, zu sein. Aber das führt jetzt zu weit...


    Zitat

    Die Eldaring-Formel ist bekannt und darüber hinaus, dass sie nur für deren Vereinsmitglieder gilt.


    Ach ja, stimmt, für religiöse Sonderrechte braucht man eine religiöse Gemeinschaft. Es spricht aber nichts dagegen dass sie auch von anderen Gemeinschaften verwendet wird, schließlich dürfen das bei der klassischen auch nicht nur eine.


    Die Grundfrage haben wir aber trotzdem geklärt, hoffe ich.
    :)

  • Außerdem ist das, ob Bibel oder nicht, kein christlicher Ritus. Nach dem Evangelium sollen Christen nämlich nicht schwören (na gut, konkrete Verbote haben Christen eigentlich überhaupt keine - aber sehr, sehr deutliche Richtlinien).


    Ach so, du sollst nicht lügen, töten, stehlen, andere Götter neben mir haben sind also nur "Richtlinien"...


    Das heißt die Zehn Gebote ist ein Übersetzungsfehler - es sollte heißen, die Zhen Richtlinien, die ihr befolgen könnt oder auch nicht... Mir doch egal, ich bin der Herr Dein vielleicht Gott und ob Du an mich glaubst ist mir eh scheiß egal - so langsam macht das Christentum Sinn für mich...

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Naja streng genommen ist "nicht sollen" ja nicht gleich "nicht dürfen".... :D




    Wahrscheinlich wie so oft Fragen von Übersetzung und Interpretation ^^
    (Warum mochte ich gleich nochmal keine Buchreligionen...? Achja :P )

  • Ws bedeutet denn "mit christlichen Aspekten"? Und hat es etwas damit zu tun wie man es heute versteht?

    Wer ist man?
    Als Heide denken oder können wir uns einen anderen Gott/Götter denken.
    Gemeint ist aber dennoch der Gott an den die Christen glauben und den SIE anbeten.

    Außerdem ist das, ob Bibel oder nicht, kein christlicher Ritus.

    Weihnachten, Ostara und so vieles andere auch nicht; dennoch wird es in einem christlich ausgerichtetem Land auch als christlich dargestellt.

    Gemeint ist immer nur das, was die betreffende Person sagt

    In dem Fall eher, was sie denkt. Darum geht es ja auch, dass nicht einfach der Begriff Gott abgewandelt werden darf und auch kein Wort wie "mein" zum Beispiel zugefügt werden darf.
    Würde Wanderin nun sagen "ich schwöre bei den Göttern", dann hätte sie ein Problem! Das hebt deine Aussage, dass "Ws bedeutet denn "mit christlichen Aspekten"? Und hat es etwas damit zu tun wie man es heute versteht?", damit auf.

    Und "den" Christengott gibt es eh nicht.

    Das ist wohl ein eigenes Thema. Die einen glauben nicht mal an seine Existenz und die es doch machen, reihen ihn nicht in die Asen- und Wanengeschlechter ein usw. Das der Gott der Christen DER Gott aller ist..... kann man drüber philosophieren.

    Es spricht aber nichts dagegen dass sie auch von anderen Gemeinschaften verwendet wird, schließlich dürfen das bei der klassischen auch nicht nur eine.

    Da bestehen allgemeingültige rechtliche Gesetze, währen der ER für sein eigenes gesorgt hat

    Zitat

    Diese Festlegung gilt nicht für "das Heidentum", sie gilt nur für den Eldaring. Jeder andere Verein kann eigene Formeln festlegen.

    Dazu hatten/haben wir ja diesen Thread
    Religiöse Beteuerungsformel für den Eid eines ehrenamtlichen Richters

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Mal btw wäre ich dafür, dass man die Formel "so wahr mit Gott helfe" in "bei allem was mir heilig ist" ändert.
    Das hat für alle denselben Stellenwert. Selbst für Atheisten.

    Einmal editiert, zuletzt von Ulfberth ()

  • Die Geschichte mit dem ehrenamtlichen Richter kenne ich. Es ist allerdings voellig egal, wer die Formulierung nutzen darf oder nicht. Schoen fuer die Schoeffen.
    Ich muss mich allerdings nach dem Beamtengesetz bzw. Beamtenrechtsrahmengesetz richten. Und da heisst es: sag es so wie wir es vorformuliert haben oder lass es weg." Etwas anderes macht den Eid im schlimmsten Fall ungueltig.


    Also brauchen wir uns an der Stelle ueber Formulierungen und Auslegungen gar nicht streiten, erst recht nicht ueber diverse Vereine.


    Obwohl mir der Vorschlag von Ulfberth richtig gut gefaellt.

    "Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer." Sokrates

  • Hallo Wanderin,


    das ist eine vertrackte Situation, in der Du Dich da befindest. Die Formel "...so wahr mir Gott helfe." ist nun einmal christlich geprägt und bezieht sich einzig und allein auf den Christengott. Ich kann Dir nicht sagen, ob unsere Götter beleidigt sind oder ob sie Dich verstehen wenn Du die Formel sprichst, aber Du solltest bedenken, dass Du Dich für andere klar hörbar zum Christengott bekennst, da niemand außer Dir weiß, dass Du Njörd meinst.
    Aus diesem Grund kann ich Dir nur raten: Lass die Formel weg und sprich Deinen Eid ohne Gottesformel aus. Danke Njörd und den anderen Göttern lieber nach dem feierlichen Eid.


    Im Übrigen finde ich es schade, dass es von der offiziellen Eidformel nur zwei Varianten gibt und nicht einfach die betreffende Person gefragt wird, ob Gottesformel ja oder nein und wenn ja, welche Gottheit. Wäre mit Sicherheit auch unter dem Gesichtspunkt interessant, dass ja der Islam ein Teil Deutschlands ist (wie Frau Merkel ja kürzlich sagte).


    Ach, lieber Efeukrone, im Alten Testament steht im 3. Buch Mose Kapitel 19 Vers 12 "Und ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, dass du den Namen deines Gottes entweihest". Damit ist gemeint, das Juden (das Alte Testament ist jüdisch!) und später durch Nichtaufhebung durch Jesus auch die Christen keinen Meineid im Namen Gottes ablegen, aber sehr wohl wahre Aussagen oder Taten im Namen Gottes beeiden dürfen.

    Wir sind nicht nur verantwortlich, für das was wir tun,
    sondern auch für das, was wir nicht tun.
    - Molière -

  • Zitat

    Ach, lieber Efeukrone, im Alten Testament steht im 3. Buch Mose Kapitel 19 Vers 12 "Und ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, dass du den Namen deines Gottes entweihest". Damit ist gemeint, das Juden (das Alte Testament ist jüdisch!) und später durch Nichtaufhebung durch Jesus auch die Christen keinen Meineid im Namen Gottes ablegen, aber sehr wohl wahre Aussagen oder Taten im Namen Gottes beeiden dürfen.


    Seufz... mal wieder...Heiden erzählen mir aufgrund von Bibelzitaten was über Christentum...


    Mt 5,33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch
    schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen.


    34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht! Weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;


    35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt;


    36 noch sollst du bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen.


    37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber darüber hinausgeht, ist vom Übeln.

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