Realsozialismus

Schon gewusst…?

Der Vegvísir (isländisch für Wegweiser) ist ein Symbol, das aus der isländischen Zaubertradition der Galdrastafir stammt. Als Symbol findet er sich mit einer konkreten Darstellung im Huld Manuskript aus dem 19. Jahrhundert. Dort heißt es: „Wenn jenes Symbol geführt wird, soll der Träger weder bei Sturm noch Wind verloren gehen, selbst wenn der vor ihm liegende Weg unbekannt ist“.

  • Um mal auf das ursprüngliche Thema zurückzuführen, weg von dem Kleingrabenkrieg, was, wann genau geschah.
    Inhalt der Diskussion an sich ist doch ob die Idee des Kommunismus als Grundkonzept gut ist. Da finde ich das Konzept, wenn man sich zuerst NUR die Theorie anschaut, zuerst einmal gut.
    Wie bereits erwähnt, war das ursprüngliche Ziel des Marximus die Klassen der Gesellschaft aufzulösen. So weit, so demokratisch (Brüderlichkeit, Gleichheit).
    Wie bereits Jennyfer erläutert hat, funktionert der Kommunismus nur, wenn die ganze Welt mitzieht. Weil eben Kommunismus nach der Revolution nicht zu erreichen war, wurde der Realsozialismus eingeführt. Finde ich wichtig festzustellen, weil damit das Beispiel der UdSSr NICHT das Scheitern des Kommunismus aufzeigt.
    Außerdem wird mir hier zu linear gedacht. Russland hat in einer Phase großer politischer Umbrüche zwei Weltkriege überstanden und danach noch den Kalten Krieg lange fortgeführt, bis es einknickte. Da war durchgehen Mangelverwaltung angesagt. Da kommen so viele Einflussfaktoren zusammen. Man kann da schwerlich sagen, dass da nur die Planwirtschaft und das politische System Schuld war.
    Ich möchte hier gar nicht auf die ganzen Greueltaten der UdSSr eingehen. Es ist mir durchaus bewusst, dass ein ziemlich beschissens System war und viel falsch lief. Als Parallelbeispiel kann man aber die Weimarer Republik heranziehen. Die war Prototyp der deutschen Demokratie und ging auch fatal in die Hose. Zum einen wurden da munter politische Gegner getötet und die beschissen wirtschaftliche Lage führte doch letztlich zur Radikalisierung und der Machtübernahme der NSDAP.
    Abstrakt formuliert waren es der äußerer Druck der das System zur Totalisierung führte...

  • Gregor Gysi hat kürzlich im Sommerinterview etwas gesagt, was ich gerne unterstreichen will. Es hat bisher genau drei Versuche des demokratischen Sozialismus gegeben:


    1. Die Pariser Kommune 1871
    2. Die CSSR 1968
    3. Die Unidad Popular in Chile 1973


    Alle drei Versuche sind durch Militärgewalt zerstört worden, ohne, daß sie ihre eventuelle Funktionalität wirklich zeigen hätten können. Es bleibt am Ende nur zu vermuten, daß es so fatal nicht hätte enden können, warum nämlich hätte es sonst für die Gegenseite Gewalt gebraucht?


    Zur Sowjetunion:


    Es ist legitim, KPdSU bzw. Bolschewiki und ihr Selbstverständnis als Partei der Avantgarde abzulehnen, auch in der historischen Diskussion. Fakt ist jedoch, daß die sog. "soziale Revolution" und die Kerenski-Regierung vom Februar den Krieg weitergeführt hat (und auch weiterhin weitergeführt hätte, wäre die Revolution nicht gekommen), die alten Machtstrukturen während ihrer "Ära" quasi unberührt gelassen hätte ("Kompromiss" der konstitutionellen Monarchie bei den Voraussetzungen und Kräfteverhältnissen zugunsten des Zaren und unter Berücksichtigung der Erfahrung von 1905 geradezu lächerlich) und das alles vollkommen entgegen den Forderungen der streikenden Arbeiter_Innen (Ulfberth: die es sehr wohl gegeben hat!). "Brot und Frieden" war die Losung und die Bolschewiki waren nun einmal die einzige politische Kraft, die diese Forderung ernsthaft vertreten hat. Vor allem Frieden. Daß während des Bürgerkrieges dann urplötzlich Truppen des Zaren zusammen mit polnischen und deutschen Truppen gegen die Rote Armee kämpfen konnte ist ein Treppenwitz der Geschichte. Aber ein erwähnenswerter, weil er prägnant zusammenfasst, was damals passiert ist. Ähnlich übrigens, wie französische und deutsche Truppen Paris bombardiert haben 1871...
    Ja, Lenin und Trotzki waren auch "Blutsäufer", wenn man sie so nennen will, ja sie haben sich auch geirrt und ja, sie sind gescheitert. Aber: sie haben die Grausamkeiten nicht aus nekrophiler oder sadistischer Lust heraus getrieben sondern, weil sie die Chance gesehen haben, "eine Bresche zu schlagen", die proletarische Revolution zu verwirklichen. Ihr Ziel war die freie Assoziation freier Individuen - im Gegensatz zur Idee des Faschismus bzw. Nationalsozialismus, der einfach einen elitären, völkischen Isolationsgedanken verfolgt hat, der alles auszurotten gedachte, was diesem Gedanken nicht Schritt halten konnte. Dazwischen besteht nun einmal ein Unterschied.


    Ich für meinen Teil muß leider gestehen, daß ich resigniert habe was die Utopie betrifft. Ich liebe Ernst Bloch nachwievor, aber nicht mehr, weil mich das Prinzip Hoffnung treibt, sondern weil es irgendwie tröstlich wirkt. Der Kommunismus ist in meinen Augen vor allem deshalb nicht realisierbar, weil ihn sowohl seine Befürworter als auch seine Feinde in viel zu engen, dogmatischen Förmchen denken. Eine große Idee darf nicht engstirnig gedacht werden, sonst scheitert sie eben.

  • Kleiner gedanklicher Einwurf:


    Aber: sie haben die Grausamkeiten nicht aus nekrophiler oder sadistischer Lust heraus getrieben sondern, weil sie die Chance gesehen haben, "eine Bresche zu schlagen", die proletarische Revolution zu verwirklichen. Ihr Ziel war die freie Assoziation freier Individuen - im Gegensatz zur Idee des Faschismus bzw. Nationalsozialismus, der einfach einen elitären, völkischen Isolationsgedanken verfolgt hat, der alles auszurotten gedachte, was diesem Gedanken nicht Schritt halten konnte. Dazwischen besteht nun einmal ein Unterschied.


    Massenmord bleibt Massenmord und Mord bleibt Mord. EGAL aus welchen Beweggründen.

  • Ja, Lenin und Trotzki waren auch "Blutsäufer", wenn man sie so nennen will, ja sie haben sich auch geirrt und ja, sie sind gescheitert. Aber: sie haben die Grausamkeiten nicht aus nekrophiler oder sadistischer Lust heraus getrieben sondern, weil sie die Chance gesehen haben, "eine Bresche zu schlagen", die proletarische Revolution zu verwirklichen. Ihr Ziel war die freie Assoziation freier Individuen - im Gegensatz zur Idee des Faschismus bzw. Nationalsozialismus, der einfach einen elitären, völkischen Isolationsgedanken verfolgt hat, der alles auszurotten gedachte, was diesem Gedanken nicht Schritt halten konnte. Dazwischen besteht nun einmal ein Unterschied.


    Entschuldigung, aber ich glaube, meinen Vorfahren und den Großvätern der heutigen Generation, die erst vor kurzem diesem ach-so-guten Sozialismus entkommen ist, war vollkommen scheißegal, für welche schönen humanistischen Zwecke man sie tötete, beraubte oder nach Arbeitslager ("Gulag") verschickte.


    :zensiert: :zensiert: :zensiert:

    Lichtgeboren, zu Licht erkoren
    Wir kommen aus langer, dunkler Nacht,
    Wir kommen von weiten, irren Wegen,
    Wir wollen heimwärts, dem Licht entgegen.
    Aus Suchens Mühen und Kämpfens Wacht,
    Aus Darbens Not und Sehnens Macht,
    Wir tragen im Herzen in treuer Hut
    Den letzten Funken heiliger Glut.

    Waldteufel - Lichtkreuzweihe

  • Ein "Kamerad" hätte ein ganz anderes Feld aufgemacht, wie ich es ja schon angedeutet habe. Wer einfach der Vernichtung Willen tötet und diese Vernichtungswut argumentativ vertritt braucht seine Grenze gezogen. Aber selbst da halte ich es für klüger, sachlich zu bleiben und die Schläge oberhalb der Gürtellinie zu verteilen.


    Daß es während der der 72 Jahre, in denen die SU bestand, Widerstand gegeben hat, von Anfang an, das habe weder ich noch jemand anders bestritten. Niemand hat das. Und ich habe auch mit keinem Wort die Partei der Bolschewiki ergriffen. Ich will aber auch nicht diese Guido Knopp Version der Revolution übernehmen, die mir die Oktoberrevolution als einen Putsch verkaufen will. Und ich verstehe eure Logik nicht. Ihr seid doch sonst alle so individualistisch orientiert. Wie SIegendesLicht z.B., die mit der Rechnung daher kommt, warum sie denn verzichten sollte auf ihren 1000 € Urlaub in den Alpen (was von ihr, wie schon mehrfach darauf geantwortet wurde, auch niemand von ihr verlangt). Warum also sollten sich andere Leute dann um ihre Vorfahren scheren? Jeder ist schließlich sich selbst der Nächste, nicht? Und weiter - zumindest mit Ulfberths Vokabular: Was sind das für naive Vorstellungen, in denen Leute Freiheit, Wohlstand und Sicherheit erwarten, ohne, daß die Vermögensverhältnisse zugunsten der Mehrheit verändert werden? Und wer ist so naiv und glaubt, daß das auf freiwilliger Basis läuft? Und wer ist so naiv und glaubt, daß es bis heute auch nur eine einzige für die Mehrheit günstige Veränderung gegeben hätte, wenn es nicht immer wieder gewaltsame Verwerfungen gegeben hätte?
    Ihr genießt alle die Früchte der französischen Revolution, beklagt aber, daß es dafür einen Kampf bedurfte, der seine Opfer gefordert hat. Mir wäre es auch tausendmal lieber gewesen, es hätte die vielen Toten nicht gegeben und der König Louis XVI. hätte es nicht soweit kommen lassen und hätte seinen Sessel von alleine geräumt und eine freie, egalitäre und brüderliche Bewegung ohne Gewalt machen lassen, dann wäre ein grausamer Massenmord in der Geschichte weniger gewesen und - so denke ich jedenfalls - einige daran anschließende hätte es auch nicht gegeben. Das gleiche gilt für Russland. Die wirklich grausamen Schlachtereien gab es bei Revolutionen nämlich immer erst dann, wenn die noch kleinere Minderheit (meist die besitzende) sich mit Gewalt gegen die Forderung der größeren Minderheit gewehrt hat. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Russland haben - das sei noch erwähnt - erst begonnen, als eine friedliche Demonstration für eben Frieden und Brot von einer Reiterstaffel niedergemäht wurde.
    Und klar war die Oktoberrevolution kein spontaner "Aufstand" sondern eben der Beginn einer Revolution.


    [irony]Ich schließe mich dann mal Ulfberth seiner Methode an und diskutiere fortan nicht mehr mit Menschen, die Karl Popper zitieren und offensichtlich ihren Narren an Friedrich August von Hayek und Guido Knopp gefressen haben[/irony]


    Und zu SiegendesLicht noch persönlich:
    Niemand wurde aus humanistischen Gründen ins Gulag verschleppt. Niemand im Forum hat das je behauptet, warum sagst Du es also? Sind das einfach nur antikommunistische Reflexe (Kommunismus -> wat? Gulag?)? Niemand hat die Arbeitslager beweihräuchert, niemand hat hier behauptet, daß der Sozialismus in der UdSSR es wert gewesen ist, so bezeichnet zu werden.


    und desweiteren allgemein:
    Arbeitslager waren, anders als beim NS, nie expliziter Teil der sozialistischen Idee. Daraus, daß es sie gab, sollten die linken Bewegungen der Welt lernen, sie sollte allerdings auch nicht die Augen vor der Realität verschließen, die da ist, daß es gewisse Sachzwänge in der Realität gibt, die man anerkennen muß. Im Falle der Revolution in Russland war das eben, daß es ohne das Gewehr nicht gegangen ist, im Fall heutiger Bewegungen wie z.B. SYRIZA ist es, daß man mit dem Kopf durch die Wand wenig erreicht. Tsipras wird jetzt als Verräter an irgendeiner Idee hingestellt von Teilen der eigenen Mannschaft, obwohl er nichts weiter getan hat, als einzusehen, daß es für den Moment nichts bringt, bis zum Erschöpfungstod gegen die nich nicht ganz abrissreife Wand der Troika anzurennen. Er wartet lieber und hofft, daß ab dem Herbst Spanien, Portugal und Irland wählen, daß sie links wählen und dann hat er nicht mehr einer gegen alle sondern eben vier gegen wieviel? - weiß man nicht, weil man in diesem Fall auch nicht weiß, wie sich Italien und Frankreich weiter verhalten usw.

  • Daher heißt es ja auch BürgerKRIEG. Hätten die Roten nicht gesiegt, dann die Weißen. Und die Greu die die den Menscvhen antaten überstieg den unbestrittenen greul der "roten" um längen.


    Tatsächlich? Nun, so weit ich weiß haben die Roten alle Greueltaten die sie begingen den Zaristen angehangen. Der Sieger schreibt halt die Geschichte.


    Dazu schrieb ich oben schon was UND... Ohne den Krieg konnten kräfte und Ressiourcen auch besser eingesetzt werden um das Leben für alle "besser" zu machen... Wirfst du der Führung also vor sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu richten? Klingt IMO nach Demokratie


    Die Führung der sogenannten Arbeiterklasse hat nie vorgehabt das Leben der Bevölkerung zu verbessern. Ich kann mich auch dunkel entsinnen, das selbst der gepriesene Lenin davon ausging alle Feinde der Revolution zu beseitigen. Und Stalin war einfach nur ein perverser Massenmörder der schon Millionen Menschen ermorden ließ als der Östereicher noch garnicht an der Macht war.


    Danke, ich verzichte auf solche Revolutionen.


    im Gegensatz zur Idee des Faschismus bzw. Nationalsozialismus, der einfach einen elitären, völkischen Isolationsgedanken verfolgt hat, der alles auszurotten gedachte, was diesem Gedanken nicht Schritt halten konnte. Dazwischen besteht nun einmal ein Unterschied.


    Sowas könnte man schon fast als Geschichtsverfälschung bezeichnen. Der Kommunismus hat sich selbst das Internationale auf die Brust geschrieben, soweit richtig, aber wer nicht mitmachte wurde planmäßig ermordet. Er wurde planmäßig ermordet, weil es so geplant war, das Widerstand zur Revulotion tödlich erstickt wird. Wo ist da der Unterschied zum Nationalsozialismus ?


    Er wartet lieber und hofft, daß ab dem Herbst Spanien, Portugal und Irland wählen, daß sie links wählen und dann hat er nicht mehr einer gegen alle sondern eben vier gegen wieviel? - weiß man nicht, weil man in diesem Fall auch nicht weiß, wie sich Italien und Frankreich weiter verhalten usw.


    Dann müßte Deutschland wohl die EU verlassen. :) Wer bezahlt dann die EU ?


    Mein bescheidener Senf zum Realsozialismus wird von mir jeden Morgen die Toilette runtergespült. Was ich will ist ein sozial gesteuerter Kapitalismus, auch soziale Marktwirtschaft genannt.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

  • @wulfila:


    Zitat

    Tatsächlich? Nun, so weit ich weiß haben die Roten alle Greueltaten die sie begingen den Zaristen angehangen. Der Sieger schreibt halt die Geschichte.


    Attention! Gebetsmühlenartige Wiederholung! Über die "Geschichtsschreibung der Sieger" wurde auch gesprochen und sich eindeutig von der stalinistischen Regimeverbrechen distanziert. Dazu gehört eben auch die Geschichtsfälschung. Ebenso die stalinstische Doktrin vom "Sozialismus im eigenen Land", von den sog. "Volksverrätern" usw., Schauprozesse, wir brauchen darüber ja überhaupt nicht reden. Das, was von Dir zitiert wurde war von mir auch nicht auf diese Verbrechen gemünzt sondern auf die grundsätzliche IDEE der kommunistischen Bewegung.


    Ich habe ja auch schon die drei Versuche des demokratischen Sozialismus erwähnt (von Gregor Gysi im Sommerinterview aufs Tableau geladen:


    1. Die Pariser Kommune


    2. Der Prager Frühling


    3. Unidad Popular in Chile



    Das waren alles drei demokratische Versuche, demokratischen Sozialismus zu erreichen. Alle drei wurden leider mit Waffengwalt niedergeworfen, einmal von den Truppen des Deutschen Reiches und Frankreichs (da ging es dann plötzlich wieder zusammen), einmal von den Truppen des "Warschauer Paktes" und einmal vom Chilenischen Militär unter Zuhilfenahme diverser Geheimdienste, in die auch diverse italienische und deutsche Faschisten aus alter Zeit beteiligt war. Das, was dort versucht wurde ist Deiner Idee des sozial gesteuerten Kapitalismus soweit nicht weg, Uwe :) vielleicht ein Stück weniger Kapitalismus, ein bisschen mehr sozial, aber über die Details läßt sich ja diskutieren.


    Über andere Dinge, die in Rußland, China, Kambodscha, Nordkorea usw. unternommen wurden, kann man Doktorarbeiten füllen, gescheitert sind sie jedoch alle, in manchen Beispielen (wie z.B. in Nordkorea stinkt der Fisch schon vom Kopfe her...) .Ahnliches gilt für die in meinen Augen auch, aber anders, gescheiterten Versuche in Vietnam und auf Kuba.




    P.S.:


    Ich glaube im übrigen nicht, daß was Gräueltaten betrifft ein auf den Bürgerkrieg folgendes zaristisches Regime diesbezüglich schlimmer gewesen wäre. Die stalinistische Sowjetunion war und ist eines der schlimmsten Beispiele, wie eine großartige Idee auf lange Zeit hinweg mit Verbrechen, Tod und Elend verbunden wird.
    Was - aber das gehört ins Reich der Spekulation - wohl im Nachhinein besser war, ist, daß zum einen die deutlich verbesserten Aufstiegschancen der späteren Sowjetunion und zum anderen, daß es solche Sozialstaatserrungenschaften in den westlichen Demokratien ohne die Blocksiutation wohl nie gegeben hätte. Das läßt sich ein kleines bisschen sogar historisch "nachweisen", wenn man sich die systematische demontage der Sozialsysteme in weiten Teilen der westlichen Welt inkl. der USA ansieht. Eine rühmliche Ausnahme dabei ist glücklicherweise Norwegen :)

  • Das, was dort versucht wurde ist Deiner Idee des sozial gesteuerten Kapitalismus soweit nicht weg, Uwe vielleicht ein Stück weniger Kapitalismus, ein bisschen mehr sozial, aber über die Details läßt sich ja diskutieren.


    Gut, dann sind wir uns in diesem Fall einig. :)
    Dennoch bleibe ich dabei, Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialsmus, sind die gleiche Art von Gleichschaltungssystemen und müssen zwangsweise im Dreck enden, weil wenn nicht von Anfang an, so doch kurz danach, nur noch Verbrecher die Fäden ziehen.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

  • Zitat

    Gut, dann sind wir uns in diesem Fall einig.


    Dennoch bleibe ich dabei, Sozialismus, Kommunismus und
    Nationalsozialsmus, sind die gleiche Art von Gleichschaltungssystemen
    und müssen zwangsweise im Dreck enden, weil wenn nicht von Anfang an, so
    doch kurz danach, nur noch Verbrecher die Fäden ziehen.



    Ach Wulfila, das ist schon große Gedankenakrobatik ;) aber ich durchbreche jetzt mal den Kreis und werfe die Gebetsmühle nicht noch mal an.

  • Ich habe heute eine neue persönliche Richtlinie hinzugefügt: Diskutiere nicht mit Linken.


    :dafür:
    Nach durchlesen dieses Threads soeben auch für mich übernommen.
    Die Vorstellung die manche hier von "Gleichheit" haben ist wirklich unglaublich.


    Wenn jeder gleich sein soll, dann soll jeder auch gleich viel leisten.
    Fleiß und Disziplin führen eine Gesellschaft zum Erfolg, nicht Gleichschaltung und Grundeinkommen.

    "Wandel und Wechsel liebt, wer lebt - das Spiel drum kann ich nicht sparen.“
    - Das Rheingold, Wotan

  • Und die Kommunisten in China und Nordkorea sind die grössten Menschenfreunde unter der Sonne und Ausbeutung und Ungerechtigkeit gibt es dort natürlich überhaupt nicht...


    Seit wann sind denn in China und Nordkorea Kommunisten an der Macht? Hab ich die Revolution verpasst?

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Wer ist denn dort sonst an der Macht?


    Auf jeden Fall nicht, Arbeiter, Angestellte und Bauern...


    Die meisten Menschen haben leider ein falsches Bild vom Kommunismus. Gerade durch den Stalinismus, die UDSSR, den Maoismus und eine Vielzahl von Ländern und Gruppierungen die sich die letzten 70 Jahre als Kommunisten bezeichnet haben oder bezeichnet wurden.


    Dazu noch die Angst der Kapitalisten, vor dem Kommunismus - dem jeder durchgeknallte Möchtegernroter in die Hände spielt :-D


    Nordkorea lässt sich einfach beantworten:


    Chuch’e-Ideologie – Wikipedia


    Aber letztlich hat Nordkorea wohl das, was der Kommunismus seit seinen Anfangstagen bekämpfen will - eine Ständegesellschaft.


    China wird komplizierter und lässt sich nicht in wenigen Worten erklären - die neueren chinesischen Ansätze sind zwar nicht verkehrt, aber in China liegen macht und Produktionsmittel in zu wenigen Händen um wirklich von Kommunismus sprechen zu können.

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Ich persönlich halte den Kommunismus für die perfekte Staatsform, aber weil der Mensch so ist, wie er nun einmal veranlagt ist, kann und wird sie nie wie in der Theorie funktionieren und der Versuch, das Volk zu seinem Glück zu zwingen wird immer in einem Blutbad enden.


    Aber trotzdem, wenn es in der Praxis so funktionieren würde, wie es die Theorie vorsieht, eine super Sache.

  • Aber letztlich hat Nordkorea wohl das, was der Kommunismus seit seinen Anfangstagen bekämpfen will - eine Ständegesellschaft.


    Ist das nicht auch der Grund, weshalb der Kommunismus niemals funktionieren wird?
    Nicht umsonst ist die Ständegesellschaft sogar (teilweise) in den Religionen verankert. Selbst bei vielen Tieren finden man eine feste Rangordnung.
    Der Versuch, diese Ständegesellschaft, die es schon immer gegeben hat, zu beseitigen, wird auf Dauer immer schief gehen. Das einzig (Richtige), was wir tun können, ist, diese Stände aufzuweichen. Also dafür zu sorgen, dass auch Kinder von Armen Eltern irgendwann mal ganz oben stehen können. Zu einem gewissen Teil haben wir das heute schon, aber es gibt nach wie vor noch viel zu tun.

  • Mein Opa hat immer eine passende Geschichte aus seiner Jugend erzählt.


    Jeder hatte seine Arbeit in der Planwirtschaft zu leisten, besaß aber auch ein kleines Stück eigenes Land.
    Während der offiziellen Arbeit wurde sich ausgeruht, war ja für Andere und auf dem eigenen Stück wurde anschließend geschuftet, weil man das da erwirtschaftete selber behalten durfte.

  • :walhallo: !


    Um weitere Offtopics (-und Accountlöschungen) zu vermeiden, -hier ein Thread, in den man zum oben genannten Thema frisch drauflosposten kann... :) !


    Das, was ich zumindest positiv am Sozialismus fand, war, dass die Religionen aus dem öffentlichen Leben verdrängt und damit ausschließlich zur Privatsache wurden... :thumbup: ! (Da das nicht unbedingt mein historisches Spezialgebiet ist, steht es euch hiermit frei, mich für diese Aussage zu bashen... ;) )



    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Das Einzige was mir zu diesem Thema auffällt ist: Leute die den Realsozialismus erlebt haben, sind froh dass er weg ist.
    Leute, die den Realsozialismus NICHT mitbekommen haben, sehnen ihn sich herbei.
    Diese beiden gruppen müsste man mal zusammenbringen, damit die "Jungen" mal den Kopf klar bekommen.
    Klappt in Amerika ganz gut, wo es Programme gibt, in denen man radikale Skinheads mit noch lebenden Juden zusammenbringt, die ihnen mal erzählen wie toll "ihr" Führer wirklich war.

  • So, dann wieder hier:


    Das Einzige was mir zu diesem Thema auffällt ist: Leute die den Realsozialismus erlebt haben, sind froh dass er weg ist.
    Leute, die den Realsozialismus NICHT mitbekommen haben, sehnen ihn sich herbei.
    Diese beiden gruppen müsste man mal zusammenbringen, damit die "Jungen" mal den Kopf klar bekommen.
    Klappt in Amerika ganz gut, wo es Programme gibt, in denen man radikale Skinheads mit noch lebenden Juden zusammenbringt, die ihnen mal erzählen wie toll "ihr" Führer wirklich war.