Realsozialismus

Schon gewusst…?

Im „Wikinger Museum Haithabu“ kann man ein Wikinger-Dorf besuchen, das so authentisch nachgebaut ist, dass man glaubt, man wäre mit einer Zeitmaschine angereist

Zur Seite des Museums geht es hier entlang: Wikinger Museum Haithabu

  • will man ein kind aus einer arbeiterfamilie wirklich dafür bestrafen, wenn es es endlich schafft, sich aus dem "ich bin in der 30. generation finanzielle unterschicht" hochzuarbeiten und sich ein gutes einkommen zu erwirtschaften? ("vermögensabgabe" u.a.)

    Dein Kommentar illustriert ironischerweise perfekt das Hauptargument des Sozialismus.

    Warum ist den eine Familie trotz Arbeit für 30 Generationen finanzielle Unterschicht?

    Sind den 30 Generationen faul oder zu dumm um besseres für sich zu erarbeiten?

    Und wenn ja, warum betrifft das mehr als 90 % der Menschheit und nicht nur die 10% die tatsächlich faul und dumm sind?


    Oder liegt es nicht doch eher daran, dass die Spielregeln unserer Gesellschaftsordnung darauf ausgelegt sind den kleinen Mann möglichst klein zu halten?


    Und wie sind die reichen nun reich geworden?

    Lass uns doch mal einen Blick auf unsere Geschichte werfen...


    Im sechsten Jahrhundert führte eine Klimakatastrophe, begleitet von einer oder mehreren Seuchen zu einem Bevölkerungseinbruch der mit den großen Pestausbrüchen im späten Mittelalter vergleichbar ist.


    Die gesellschaftlichen Eliten, die sowohl über erhebliche Vorräte als auch die Soldaten verfügen sich nötigenfalls Weitere "anzueignen", gingen aus dieser Krise annähern unbeschadet hervor während der Rest der Gesellschaft förmlich kollabierte.

    Das Land, dass vor der Krise von den Dorfgemeinschaften üblicherweise gemeinschaftlich genutzten wurde, nahmen nun eben diese Eliten in Besitz.

    "Es gehört ja schließlich noch niemandem..."

    Und plötzlich gehört das Land das zuvor ganze Dörfer ernährt hat einem einzigen.

    In seiner Großzügigkeit gibt er aber Teile davon an seine Untergebenen "als Gegenleistung für gute Dienste".

    Natürlich ist Landbesitz ein bedeutender Machtfaktor. Folglich halten die Familien eng daran fest.

    Aber es gibt immer auch zweite Söhne.

    Und so gibt es nach nur wenigen Generationen wieder jene die Land Besitzen und jene die darauf arbeiten.

    Noch ein paar Generationen später klafft die Schere so weit auseinander, dass ein großer Teil einer Generation von der eigenen Hände Arbeit kaum mehr genug zum Leben hat.


    Gepaart mit einer Kultur die bereits vor dem Kollaps über einen ausgeprägten Kriegs- und Plünderungskultur hat sowie weiteren soziologischen Aspekten (wie der Verknappung des Heiratsmarktes durch Mehrfachheirat) bildet dieses eine der treibenden Kräfte hinter dem, was wir heute abstrakt "die Wikingerzeit" nennen.


    Vergleichen wir diese Dynamik doch mal mit der Situation nach den großen Pestwellen.

    Oder dem Kollaps der Bronzezeit.

    Oder im kleineren mit dem Bankencrash von 2007.


    Das Problem sind nicht diejenigen, die das Glück haben gesellschaftlich aufsteigen zu können.

    Das Problem ist ein System das einen gesellschaftlichen Aufstieg nötig macht und nötig hält.


    Für jeden Euro den jemand Besitzt, für den er selber nicht gearbeitet hat, sei es nun durch Erbschaft, Mieteinnahme, Einkünfte aus der Lohnarbeit anderer oder Sklaverei, hat jemand gearbeitet ohne einen Lohn zu erhalten der seiner Leistungen angemessen wäre.


    Der Markt, oder um Marx zu bedienen "das Kapital" entspricht in seinem Verhalten einer Naturgewalt wie z.b. dem Wetter.

    Als solches besitzt der Markt weder Intelligenz noch Moral.

    Kapital strebt einzig und allein nach Selbstvermehrung.

    Dem Markt also als solches regulatorische Eigenschaften und somit sowohl Intelligenz als auch Moral zuzuschreiben ist bereits in sich ein naturalistische Fehlschluss.


    Das Problem ist nicht grundsätzlich das Geld oder der Markt.

    Das Problem ist die Ungleichheit der Machtverhältnisse und Grundversorgung der Allgemeinheit.

    Es stört mich nicht weniger zu haben als mein Nachbar.

    Es stört mich, dass Menschen aus Notlagen in Arbeitsverhältnisse gezwungen werden bei denen sie in Flaschen pissen müssen während der Mann der die Früchte ihrer Arbeit für sich abgeschöpft als Einzelperson das Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Staates an "Privatvermögen" anhäuft.

    Das Vermögen steht in keinem Verhältnis zur von der Einzelperson erbrachten Leistungen.


    Der Grundgedanke der Marktwirtschaft ist der Austausch von Waren und Dienstleistungen unter Gleichberechtigten.

    Wenn aber eine Seite nicht die Möglichkeit besitzt abzulehnen während die andere Seite aktiv dazu beiträgt diese Zwangslage aufrechtzuerhalten ist dieser Gedanke nichts als Augenwischerei.

  • Das es nicht klappt in den Breiten oder in der Menge ist das nur wenige so Leben wollen wie in einem Kloster. Denn da hat Marx seine Idee mit dem Sozialismus her.

    Sowie sein Freund Engels der das ein bisschen weiter Entwickelt hat mit Marx.

    Ja da Menschen im ganzen ich will haben was geht mich der andere an Denken.

    Gibt es diese Ungleichmäßigkeit.

  • Das es nicht klappt in den Breiten oder in der Menge ist das nur wenige so Leben wollen wie in einem Kloster. Denn da hat Marx seine Idee mit dem Sozialismus her.

    Sowie sein Freund Engels der das ein bisschen weiter Entwickelt hat mit Marx.

    Ja da Menschen im ganzen ich will haben was geht mich der andere an Denken.

    Gibt es diese Ungleichmäßigkeit.

    Richtig.


    Ich erinnere mich noch perfekt an die Worte der beste Freundin meiner Mutter: "Jetzt [nach der Wiedervereinigung] kann man sich wenigstens was kaufen für sein Geld." Dass ihr Mann unfreiwillig mehrere Stellen nach der Wende hatte, sich mehrmals umschulen musste und am Ende doch auch monatelang arbeitslos war, das schien sie irgendwie auszuklammern. Sie war ja Erzieherin und hatte dementsprechend immer Arbeit. (Sie ist ein toller Mensch, ich meine das gar nicht böse und die DDR und vor allem SED will ja keiner zurück. )


    Aber das war tatsächlich eines der vielen Defizite der DDR: man bot den Menschen keine Alternative zum Materialismus. Gerade nach dem Krieg wurden Glück und Freiheit ja verständlicherweise an dem gemessen, was man besaß. Zwar ist es nun nicht so, dass man überhaupt nichts hatte im Osten, aber eben nicht so in Hülle und Fülle wie man das heute gewohnt ist. Leider versäumte die SED es, den BürgerInnen den Minimalismus schmackhaft zu machen. Die Bonzen sollen sich ja selbst die Zähne mit Westzahnpasta geputzt haben. Wasser predigen und Wein trinken...


    Aber das lag am SED-Regime. Das braucht nicht inhärent am Sozialismus zu liegen. Minimalismus und soziale Marktwirtschaft sind ja Dinge, für die sich doch einige stark machen.

  • Es stört mich nicht weniger zu haben als mein Nachbar.

    Es stört mich, dass Menschen aus Notlagen in Arbeitsverhältnisse gezwungen werden bei denen sie in Flaschen pissen müssen während der Mann der die Früchte ihrer Arbeit für sich abgeschöpft als Einzelperson das Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Staates an "Privatvermögen" anhäuft.

    Das Vermögen steht in keinem Verhältnis zur von der Einzelperson erbrachten Leistungen.

    Genauso sehe ich das auch. In Diskussionen bezüglich Sozialismus sehe ich mich oftmals dieser Argumentation ausgesetzt: "Uns geht es doch gut."

    Ja uns bzw. mir geht es auch gut. Wenn ich in der Vergangenheit zur Wahlurne gegangen bin, dann nicht weil ich mir vorgestellt habe, die Wagenknecht würde nun Kanzlerin, den Sozialismus wieder einführen und ich bezöge nun als Milliardär eine Villa in Augsburg... Nein, ich bin zufrieden mit meinem Einkommen, mit meinen 45m2 und mir ist es Schnuppe, wie viel der Herr Nachbar oder gar die Frau Kollegin verdient. Aber meine Rente ist mir nicht Schnuppe. Auch die Entlohnung von Lehr- und Pflegepersonal ist mir nicht Schnuppe. Und dass Menschen in Deutschland ausgebeutet werden, wie das letztes Jahr nach Aufdeckung in der Tönnies-Fleischfabrik ans Licht kam, ist mir auch nicht egal. Ich bin als Mensch ein soziales Wesen und auch wenn ich persönlich kein Hans Dampf in allen Gassen bin, so sind mir meine Mitmenschen, wie anonym auch, nicht egal. Denn was anderen Menschen widerfährt, das kann auch mir widerfahren. Aber gut, wenn man natürlich einer Weltanschauung anhängt, bei denen die Menschen von vornherein ohnehin nicht alle die gleichen Rechte haben, dann kann einem das ja egal sein. Solchen Menschen wünsche ich allerdings, dass sie selbst mal erfahren, wie das dann ist, ausgebeutet und abgehängt zu sein.



    rosa elefant Dein Kommentar ist ja wirklich unter aller Sau. Du solltest dich schämen.

  • Sind den 30 Generationen faul oder zu dumm um besseres für sich zu erarbeiten?

    Das hat mMn nichts mit Faulheit, sondern mit einem Teufelskreislauf zu tun...


    Wer beispielsweise in zerrütteten Familienverhältnissen aufwächst, vll zudem in einem bildungsfernen Umfeld und vll auch Alkoholismus und/oder Gewalt den Alltag prägen, kann schwer ausbrechen...


    Natürlich gibt es "resiliente" Menschen, die da rauskommen... Aber wie oft kommt das vor?

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • ...

    Die Bonzen sollen sich ja selbst die Zähne mit Westzahnpasta geputzt haben. Wasser predigen und Wein trinken...


    Aber das lag am SED-Regime. Das braucht nicht inhärent am Sozialismus zu liegen. ...

    Eigentlich schon oder kennst du einen sozialistisch/kommunistischen Staat (jetzt oder in der Vergangenheit) in dem die Parteibonzen nicht wie die Maden im Speck leben aber dem niederem Volk diese krankhafte und gescheiterte Idee aufzwingen? Gibt es überhaupt einen kommunistischen Staat, der seine Bürger nicht unterdrückt?


    Für mich ist jeder, der real mit diesem kranken System des Sozialismus/Kommunismus liebäugelt, total irre und hat jeden Bezug zu seinem Leben verloren. Pfui deife!

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Eigentlich schon oder kennst du einen sozialistisch/kommunistischen Staat (jetzt oder in der Vergangenheit) in dem die Parteibonzen nicht wie die Maden im Speck leben aber dem niederem Volk diese krankhafte und gescheiterte Idee aufzwingen? Gibt es überhaupt einen kommunistischen Staat, der seine Bürger nicht unterdrückt?


    Für mich ist jeder, der real mit diesem kranken System des Sozialismus/Kommunismus liebäugelt, total irre und hat jeden Bezug zu seinem Leben verloren. Pfui deife!

    Es hat noch nie einen kommunistischen Staat gegeben und die Parteibonzen lebten nicht nach dem Spzialismus/Kommunismus. Man kann da der Idee des Sozialismus' nicht die Schuld geben, dass er falsch ausgelegt und missbraucht wird. Das ist eine etwas simplistische Auslegung.

  • Ich bin ein Beispiel dafür, der erste Akademiker seit Generationen. Und ich musste hart dafür arbeiten und war willens, das zu tun.

    Mit Verlaub, aber deine obigen Kommentare beweisen leider, dass Vernunft und Intelligenz nicht zwangsläufig dasselbe sind.


    Und weil Du jetzt Akademiker bist, bist du besser als deine Vorfahren, die "nur" Arbeiter und Angestellte waren?


    Ein Staat kann nicht nur aus Akademikern bestehen, das ist dir doch hoffentlich klar? Es geht vor allem auch um die Würdigung von Arbeitern und kleinen Angestellten. Um ein Haus zu bauen bedarf es nicht nur eines Architekten, sondern auch der Arbeiter.

  • Tartar Das ist nicht so bekannt, aber an den Montagsdemonstrationen in der ausgehenden DDR haben sich auch überzeugte Sozialisten und Kommunisten beteiligt, eben weil das, was die SED so unter Sozialismus verstanden hatte, eben kaum etwas mit den Ideen von Marx oder Engels zu tun hatte. Der Sozialismus und Kommunismus sollte ja gerade dazu führen, dass es einem größeren Teil der Bevölkerung besser gehe. Kommunismus in dem Sinne hat es bisher nicht gegeben, nur Realsozialismus und Staatskapitalismus und beide lehne ich ab. Das Kind mit dem Badewasser weg zu schütten halte ich für voreilig, da die Sozialisten auch sehr viel Gutes geleistet haben und leisten.

  • Ich sehe es bei mir nur Häuptlinge und die Sekretärin ist Reinigungskraft Adjutant in Personalunion.

    Wenn sie in den Urlaub geht machen wir auch Urlaub.

  • Und weil Du jetzt Akademiker bist, bist du besser als deine Vorfahren, die "nur" Arbeiter und Angestellte waren?

    Nö, ich lebe nur besser ärmer an Finanzsorgen.


    Es geht vor allem auch um die Würdigung von Arbeitern und kleinen Angestellten.

    Und wo sollen die ohne Fabrikbesitzer und Unternehmensgründer arbeiten? In Opas Garten?

  • Ein Hochschulabschluss ist nicht besser, als eine Ausbildung. Die Schwerpunkte liegen nur woanders.


    Das Problem ist, dass das einige einfach noch nicht verstehen, weil noch zu viel Klassendenken vorherrscht. Das wird sich in dieser Generation alleine nicht aendern lassen.


    Staendig diese Gegenfragen rosa elefant Es geht dort um die Wuerdigung. Sind die Menschen deswegen weniger Wert, nur weil sie (noch) kein Land/whatever besitzen? Nein. Werden die Angestellten so bezahlt, dass sie sich dadurch in naechster Zeit Besitz leisten koennten? Nein, das waere ja zukuenftige Konkurrenz.


    Aber auch ein Thema ueber dass es sich nicht lohnt zu reden.

  • Tatsächlich in der Regel ausschließlich zu faul.

    Das mag vielleicht für deine Familie stimmen, da maaße ich mir kein Urteil an.

    Was die Gesammtheit der Bevölkerung angeht liegst du trotzdem falsch.

    Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung mehr als genug Beispiele für fleißige Leute geben die schlichtweg nicht ihrer Leistung angemessen bezahlt werden.

    Sieh dir alleine mal an was in der Kranken- und Altenpflege geleistet wird.

    Nicht nur an Zeit und Mühe, sondern auch an gesammtgeselschaftlichem Mehrwert.


    Oder ein ehemaliger Arbeitskollege von mir.

    Gelernter Industriebuchbinder. Musste trotzdem zusätzlich zu seiner regulären Arbeit noch eine weitere Halbtagstelle arbeiten, während seine Frau neben der Kindererziehung ebenfalls Halbtags gearbeitet hat, damit das Geld mit viel hin und her gerechne bis zum Ende des Monats reicht.


    Diesen Menschen Faulheit vorzuwerfen ist nicht nur ungerecht, sondern es zeugt von einem grundsätzlichen Mangel an Verständnis für das eigentliche Problem.

    Ich bin ein Beispiel dafür, der erste Akademiker seit Generationen. Und ich musste hart dafür arbeiten und war willens, das zu tun.


    Wie genau unterstützt das jetzt im Detail dein Argument?


    Ich bin auch der "Großverdiener" in meiner Familie.

    Mir ist das auch nicht geschenkt worden.

    Ich hätte z.B. gerne Archäologie studiert. Das war aber Finanziell für mich einfach nicht möglich.

    Die Sicherung meines Lebensunterhalts war zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben einfach wichtiger.

    Alleine der Fakt das ich zu dieser Entscheidung gezwungen war beweist doch bereits das das System nicht Funktioniert.

    Wenn jeder die gleichen Chancen hätte müsste niemand eine solche Entscheidung treffen.


    Und wo sollen die ohne Fabrikbesitzer und Unternehmensgründer arbeiten?

    Es spricht doch nichts dagegen das sie in den von ihnen gegründeten Unternehmen arbeiten.

    Auch nicht dagegen das sie ihre Einlagen, und von mir aus auch ein bisschen was oben drauf, wieder heraus bekommen.

    Aber das können sie auch für ein normales Buchhaltergehalt tun.

    Die Gewinne die erwirtschaftet werden könnten dann allen die dazu beigetragen haben zu gute kommen und würden nicht nur die ungezügelte Gier einer Einzelperson befriedigen.