Christengott im Polytheismus

Schon gewusst…?

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  • Darauf zu verweisen, dass JHWE mal ein Gott unter vielen war, löst das Problem auch nicht so wirklich, weil er zu dem Zeitpunkt eben noch nicht der Gott des Judentums/Christentums/Islams wahr. Sprich wenn man diese "antike Form" JHWEs anbetet, betet man genau genommen nicht den Christlichen Gott an, weshalb man dann auch nicht mit seinen Verwandten verbunden ist, und sich das ganze demnach sparen kann.


    Treffer.


    Mit solchen Diskussionen habe ich persönlich immer ein spezielles Problem, wenn irgendwelche Heiden über "den" Christengott meinen. Ich frage mich dann immer: Wer ist gemeint?


    Götter wie man sie im Heidentum kennt, gibt es im Christentum in Form zahlreicher Engel, Heiliger ... die spielen aber eine Randrolle bis hin zu überhaupt keiner, weil das Christentum einen ganz anderen Ansatz zum Göttlichen verfolgt und alles was irgendwie völlig göttlich sein könnte vollständig durch den Christus ersetzbar ist. Dass das der einzige mögliche Vergleich ist, scheint in der Neuzeit bei der Diskussion mit dem Heidentum so nach 300 Jahren endlich mal angekommen zu sein :)


    Der Christus ist aber nicht "anbetbar", sondern nur "lebbar" - Problem der Anbetung gelöst ;)
    Wenn man den Christus zu einem anbetbaren Gott neben vielen anderen macht, landet man eher bei einem Abklatsch eines antiken Sonnengottes und nimmt der ganzen Spiritualität ihre Grundlage. Ja ich weiß dass das auch viele Christen so ähnlich gemacht haben, ist trotzdem nicht besonders sinnvoll.


    Juden und Muslime gehen den entgegengesetzten Weg, indem sie den Schöpfergott ihrer Mythologie, El, zum einzigen (mächtigen und anbetungswürdigen) Gott machen, teils auch durch Vermischung und Gleichsetzung mit anderen Göttern (Habul, Jahwe), von diesem Gottesbild ging auch der Vorläufer des Christentums aus.
    An dem Punkt wo dieses Gottesbild (bzw was im Christentum davon übrig ist) auf das germanische Heidentum trifft, sitzt an dieser Stelle nun aber eher ein griechischer Zeus mit Rauschebart, Himmelsthron und Blitz in der Hand, den man mit der Bibel zwangsverheiratet hat. Muss jeder Heide selbst wissen ob und wie er den in seinen Polytheismus anbetet. Ich empfehle, einfach beim alten Zeus zu bleiben.

  • Weil der Christus kein Gott im Sinne eines persönlichen Überwesens ist, das durch Bitten, Verehren oder Blozen beeinflusst werden könnte, sondern sich in einem Menschen verkörpert. Das ist überhaupt die ganze Grundlage des christlichen Glaubens. Der historische Christus (Jesus von Nazareth) bekräftigt das oft genug, dass man zwar zu Gott in Form eines väterlichen Wesens beten kann und soll, ihn selbst aber in allem zum Vorbild haben.
    Deswegen ist es auch völlig sinnlos, sich zu fragen, ob man zu Christus beten soll oder nicht, sondern es ist wie bei Buddha: Man wird zwangsläufig immer zu sich selbst beten und darüber vergessen, dass der wirkliche Weg zu Gott oder zur Erlösung auf andere Weise zu finden ist.


    Nachtrag: In der Zeit der Christianisierung fassten die Germanen und Wikinger Kristus als einen mächtigen Kampf- und Sonnengott auf, den sie problemlos neben ihre anderen Götter stellten (was ja bekannt ist). So interessant diese Vermischung ist, damit haben sie aber genau den Fehler begangen den ich oben beschrieben habe ;) Am Ende bleibt dann von dem Christus der Bibel nichts mehr übrig und man hat da so einen schnauzbärtigen Hochmittelalter-König mit Sonnenkranz auf dem Thron, der dem irdischen König das Schwert in die Hand gibt. Wenn man das mag, kein Problem.

  • Ja, das wird vor allem in den judenchristlichen Evangelien sehr breit ausformuliert.
    Der Einfachheit zitiere ich mal den Dogmatiker Wilfried Härle, damit wir diese Diskussion abkürzen können und jetzt nicht ewig alles über das Christentum vollspämmen:



    Sachsenblick: Trinitätslehre in 90 Sekunden


    So, wer in Zukunft über "den Christengott" spricht, bitte an Härle deutlich machen, worauf er sich da bezieht ;)


    Und ansonsten dürfte ja klar sein, dass Christen überhaupt nicht beanspruchen, einen eigenen Gott zu haben, sondern dass ihr Gott kein anderer ist als der der übrigen Welt.

  • Der historische Christus (Jesus von Nazareth) bekräftigt das oft genug, dass man zwar zu Gott in Form eines väterlichen Wesens beten kann und soll, ihn selbst aber in allem zum Vorbild haben.


    Historischer Christus?


    Gibt es irgend einen Beweis, das es den jemals gegeben hat?

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • @Efeukrone


    Wenn aber Jesus nicht anbetbar ist, sondern "nur" eine Vorbildfunktion hat, ist die Sonderstellung, die ihm die Religion verleiht, objektiv nicht nachzuvollziehen. Denn man kann hingehen und alle möglichen Gestalten als Vorbilder leben - egal ob Jesus, Jeanne d'Arc, Widukind oder Aragorn. Gestalten aus Geschichte und Geschichten, die dessen würdig sind, gibt es genug.


    Ich sehe also das Alleinstellungsmerkmal bei Jesus nicht.

  • Ich sehe also das Alleinstellungsmerkmal bei Jesus nicht.


    Nach Christlicher Auffassung ist er der Messias, der den neuen Bund zwischen Menschen und Gott schließt.
    Der Alte Bund besteht in Verschiedenen Regeln, an die sich Gott und Menschen halten sollen.
    Er beginnt mit der Zusicherung Gottes nach der Sintflut nie mehr alles Leben auslöschen zu wollen, und hat seinen Höhepunkt bei Mose und den Zehn Geboten. Eigentlich könnte man von mehreren Bünden sprechen, aus christlicher Sicht werden sie aber zusammengefasst.
    Im neuen Bund gilt nun das, was Jesus (also Gott in Form eines Menschen) verkündet hat.
    Nächstenliebe, Vergebung der Sünden, ewiges Leben etc.


    Eigentlich kann man Jesus ruhig anbeten, weil es sich dabei ohnehin um eine Form Gottes handelt, allerdings wird Jesus so von Gott, also dem "Gesamtbild" differenziert, was das Trinitätsdogma von 325 im Prinzip untergräbt.
    Man geht damit eigentlich automatisch in die Richtig des Arianismus, der Jesus als Halbgott an Gottes Seite stellt (und deshalb bei den Heiden sehr beliebt wahr).
    Eigentlich macht das auch mehr Sinn, wenn man sich die Letzten Worte von Jesus anguckt, die zuerst in Verzweiflung an Gott gerichtet sind, aber naja..Christen halt ^^

  • Das weiß ich, Ulfberth. Mir ging es aber darum, was Efeu vorhin meinte, dass er im Grunde nicht anbetbar, sondern nur lebbar ist. Es gibt viele Vorbilder, und alle sind letztlich nicht anbet-, sondern nur lebbar, sonst wäre die Vorbildfunktion fürn Popo. Aus objektiver Sicht gibt es also nichts, was Jesus von Jeanne d'Arc, Widukind oder Aragorn unterscheidet. Nur dass um diese niemand eine Religion gegründet hat.

  • Hä? Wenn du das weißt, dann hast du doch den Unterschied Zwischen Jesus und den anderen Vorbildern:
    Sie sind nicht Gott :D



    Wenn man so will ist Jesus das Vorbild der Vorbilder ^^



    Edit: Unkehrschluss: also nein, wenn man kein Christ ist, unterscheidet sich Jesus nicht von anderen Vorbildern.
    Allerdings würde ich Jesus dann auch nicht unbedingt als Vorbild ansehen :P

  • Hä? Wenn du das weißt, dann hast du doch den unterschied Zwischen Jesus und den anderen Vorbildern:
    Sie sind nicht Gott :D



    Wenn man so will ist Jesus das Vorbild der Vorbilder ^^


    Ich sprach von einer objektiven Begründung. ;) Und schließe gleich noch die Frage an, ob es dann nicht genau so Sinn macht, andere Vorbilder auch zu vergöttlichen und ebenfalls eine Religion drum zu gründen.

  • andere Vorbilder auch zu vergöttlichen und ebenfalls eine Religion drum zu gründen.



    Ja klar, hat man ja auch mit Buddha gemacht.
    Oder im Ahnenkult (Walhall)


    Die Vorbildfunktion muss halt nur überzeugend genug sein. Bzw du musst Anhänger finden, die an eine Vergöttlichung glauben ^^


    Edit: Oder im Shinto bspw Takeda-Schrein – Wikipedia

  • Auch das ist mir klar. Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Ich halte es für unsinnig, sich auf ein einzelnes Vorbild derart zu versteifen. Es gibt eine Menge würdiger Vorbilder in Geschichte und Fiktion, und keine zwei gleichen sich in der Art und Verteilung ihrer herausragenden Charaktereigenschaften. Eine einzige Person zu vergöttlichen, schließt dadurch alle anderen aus, weil sonst müssten wir sie alle zu gottgleichen Wesen erheben. Und es widerspricht schlicht der Realität, eine einzelne Person als Nonplusultra zu verstehen.

  • @ Kisa


    Ähm, du weißt schon, dass es sich bei dem Christentum um einen Monotheismus handelt, oder? :D
    Die definieren sich dadurch, dass sie alles andere herabwürdigen...

  • Ich glaube, Efeu und ich betrachten die Diskussion gerade mehr von der philosophischen Seite. Ich jedenfalls. Wenn man nicht mehr in der Lage ist, auch von seiner Religion mal einen Schritt zurückzutreten, sich nach den Seiten umzuschauen und sich ein paar Fragen zu stellen, dann gute Nacht.

  • Nein, du wolltest wissen, warum jemand objektiv Betrachtet besonderen Vorbildcharakter haben sollte. Die Frage kann man nicht objektiv beantworten, weil Werte, also auch Glaubensstätze subjektiv sind.
    Jesus hat besonderen Vorbildcharakter, weil er Gott ist, bzw dafür gehalten wird. Das ist die objektivste mögliche Antwort.
    Wenn man sagt das lass ich nicht gelten, dann ist die Frage sinnlos, weil du halt nach einem subjektiven Wert gefragt hast.
    Wenn du Jesus nicht als Gott empfindest/nicht an den Christlichen Gott glaubst, ist deine subjektive Wertegewichtung eine andere und Jesus hat eben keine besondere Vorbildstellung. Deshalb gibt es ja Christen und Nicht-Christen auf der Welt.
    Ich weiß jetzt gerade nicht, worauf du hinaus willst :D

  • Nein, du wolltest wissen, warum jemand objektiv Betrachtet besonderen Vorbildcharakter haben sollte. Die Frage kann man nicht objektiv beantworten, weil Werte, also auch Glaubensstätze subjektiv sind.


    Richtig, aber wenn man das weiterdenkt, dann haben wir irgendwann ein Heer von Messiasen... Massianern... Messianten :ugly: , die alle für irgendjemanden Gott sind, und lauter Menschen schauen nur zu jeweils einem einzigen Idol auf und versuchen ihm ähnlich zu sein, und all das andere Gute, was auch Vorbildcharakter haben könnte, wird mehr oder weniger ignoriert, nicht weil man es nicht anerkennt, sondern weil man zu sehr damit beschäftigt ist, sein jeweiliges eines Idol zu idolisieren. Das ist irgendwie so... wenig zielführend.


    Jesus hat besonderen Vorbildcharakter, weil er Gott ist, bzw dafür gehalten wird. Das ist die objektivste mögliche Antwort.


    Nein, er wird für Gott gehalten wegen der Dinge, die Vorbildcharakter haben. Sein Vorbildcharakter wird für so groß gehalten, dass man sagt, der ist wie Gott.
    Oder, @Efeukrone ?

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