Wie wichtig ist gutes Wetter?

Schon gewusst…?

Der Vegvísir (isländisch für Wegweiser) ist ein Symbol, das aus der isländischen Zaubertradition der Galdrastafir stammt. Als Symbol findet er sich mit einer konkreten Darstellung im Huld Manuskript aus dem 19. Jahrhundert. Dort heißt es: „Wenn jenes Symbol geführt wird, soll der Träger weder bei Sturm noch Wind verloren gehen, selbst wenn der vor ihm liegende Weg unbekannt ist“.

  • Wie wichtig ist gutes Wetter und was ist gutes Wetter?

    2015 fand auf dem Hohen Meißner scheinbar ein Kupalo-Fest statt:


    Das Zitat habe ich aus dem Slawen Unterforum und mir gehts eigentlich nur um den "Wetterbericht" ab ca. min 7. Er erzählt da im Prinzip dasselbe, was viele Heiden nach Festen erzählen: obwohl halt Regen angesagt war oder die Wolken schon da waren, gabs dann gutes Wetter und alle haben sich gefreut. [Hier speziell gibt er dann noch ein zwei Analysen, wie man halt diese Kraft aufgebaut hat. Das ist etwas anders als bei den germanischen Heiden, die sagen einfach, Thor war heute guter Laune oder so. Er kommt etwas mehr von der esoterischen Seite, aber dieser Aspekt oder Unterschied interessiert mich eigentlich hier nicht.]


    Meine Frage ist halt, wie wichtig ist das gute Wetter, warum sind wir so scharf darauf, dass uns diese Gunst erwiesen wird? Ja klar, ich find es jetzt auch nicht so toll, wenn ich total durchgeregnet werde, keine Frage. Gäb es ein Gefühl der Enttäuschung, wenn es dauerhaft regnet am Blot? Würde man glauben, die Kraft nicht aufgebaut zu haben (im Sinne des Films) oder dass man Thor nicht rumgekriegt hat?


    Was für Gedanken und Gefühle stehen dahinter?

  • Durch Sonnenlicht entwickelt sich im Körper Vitamin D und das macht uns :)


    Natürlich wusste man das damals noch nicht, doch sicherlich wird man gemerkt haben, dass die Sonne einem gut tut. Wenn die Sonne scheint, sagen wir ja auch, die Sonne lacht. Und da ist was dran, wegen eben dieses Vitamins D.


    Des Weiteren stammen unsere Bräuche ja aus der Zeit, als wir eine Agrarkultur waren. Gutes Wetter bedeutet gute Ernte :) (mit 'gut' meine ich das richtige Maß an Regen und Sonne).


    Wenn's während eines Blót regnen würde, wäre das zwar nicht so schön wir Sonnenschein, aber Regen ist ja an und für sich nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Wäre tatsächlich interessant herauszufinden, wie die Germanen das gehandhabt haben. Ob sie Mitsommer an einem bestimmten Tag gefeiert haben, egal ob Regen oder Sonne, oder ob sie doch einen schönen Tag abgewartet hätten? Heidnische Kalender mit festen Daten kenne ich bisher nur von Griechen und Römern. Ich meine, ich weiß, dass die Germanen auch ihre festen Daten gehabt haben werden, aber es ist doch ein Unterschied, ob ich um die Sommersonnenwende feiere oder ob ich die Sommersonnenwende genau am 21. oder 24. Juni feiere.

  • Durch Sonnenlicht entwickelt sich im Körper Vitamin D und das macht uns


    Natürlich wusste man das damals noch nicht, doch sicherlich wird man gemerkt haben, dass die Sonne einem gut tut. Wenn die Sonne scheint, sagen wir ja auch, die Sonne lacht. Und da ist was dran, wegen eben dieses Vitamins D.


    Nein, da war man ganz dumm. Für Frauen galt das Ideal einer weißarmigen Schönen, extrem ungesund. [Für mich sind ungesunde Schönheitsideale immer der Hinweis, dass die Menschen früher halt auch nur dumm waren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als wir. Illusionen jede Menge im Kopf.]


    Aber Du hast natürlich recht, ein gefeierter Tag wird durch schönes Wetter richtig schön. Ich hab da selbst auch keine festgelegte Meinung, mir fiel das halt nur auf. Vielleicht auch wegen des Schlenkers im Film zur "Kraft, die man aufbaut".

  • Jaja, verstehe mich nicht falsch, ich behaupte nicht, dass die Leutchen in der Sonne badeten, wie unsereins :)


    Das mit dem weißen Schönheitsideal war doch auch ein wenig, weil man so zeigte, dass man Geld hatte und nicht auf dem Feld zu arbeiten brauchte...

  • Gäb es ein Gefühl der Enttäuschung, wenn es dauerhaft regnet am Blot?


    Aus meiner Sicht: NEIN!


    Würde man glauben, die Kraft nicht aufgebaut zu haben (im Sinne des Films) oder dass man Thor nicht rumgekriegt hat?


    Keineswegs, ich würde eher denken, dass er halt mitgefeiert hat! :D


    Man sollte das Wetter so nehmen wie es kommt, ändern kann man es ja eh nicht. Also klar, es gibt (individuell bzw. in der Gruppe abzusprechende) Grenzen: Wenn jemandem bei über 30 Grad der Hitzekollaps droht oder es wirklich schlimm regnet (die Art, wo man innerhalb von 1 Minute wie aus dem Wasser gezogen ist) macht das keinen Spaß mehr und sollte vielleicht vertagt werden, bevor noch einer weint. ;)


    Aber solange es in einem Rahmen bleibt, den die Beteiligten für die angedachte Dauer des Blóts ertragen können, ggf. mit Humor, finde ich können gerade Heiden kleinere wettermäßige Unpässlichkeiten ruhig auch mal aushalten.


    Für mich ist das Erleben der Elemente sowieso Spiritualität und Lebensfreude pur. Gestern Abend war ich auf dem Heimweg vom Einkaufen, als ein Regen losging als würde man unter der voll aufgedrehten Dusche stehen, ohne Witz. Ich musste mir dauernd das Wasser aus den Augen wischen um was zu sehen, nützte aber nichts, weil sie sofort wieder vollgeregnet waren. :ugly: Der Weg dauert höchstens 5 Minuten, aber als ich zu Hause ankam, waren meine Klamotten und Haare als hätte ich gerade ein Bad im Bach genommen.


    Und wisst ihr was? Ich fand's toll! Hab im Gehen immer wieder nach oben geguckt und mir ins Gesicht regnen lassen.


    Mit ner Freundin bin ich mal nachts herzhaft lachend durchs Gewitter gerannt. Wir waren auf dem Heimweg von ner Tour um die Häuser, in Kleidchen und mit unpraktischen Schuhen... Egal, Schuhe aus und losgesprintet! Und über uns der Donnerer. Toll war's!


    Immer nur Sonnenschein ist doch sowas von öde. Das Convenient-Produkt unter den Wetterlagen. :P Außerdem hat das für manche auch wieder seine Nachteile. Einigen ist es zu heiß, andere müssen sich sofort einschmieren um nicht zu verbrennen (ich z.B.). Ist also auch nicht perfekt. Aber wie schon gesagt: Im Rahmen des Vertetbaren nehm ich's wie es kommt.

  • Also ich bin der Meinung das gutes Wetter Ansichtssache ist.
    Der eine mag es warm und sonnig und der andere nicht. Ich fühle mich zum Beispiel bei ca.18° sehr wohl und brauch auch keine knalle Sonne.


    Ich bin selbst auch nicht hitze- und sonnenbeständig. Von daher flüchte ich im Sommer eh gern nach drinnen. Das war natürlich nicht immer so. Ich trau mich halt deshalb auch nicht so ganz, meine Regenliebe gegen die begeisterten Berichte von gutem Wetter beim Blot zu setzen, wäre unfair.


    Für mich ist das Erleben der Elemente sowieso Spiritualität und Lebensfreude pur.


    Genau das was Du erzählt hast, das hab ich auch gedacht. Eigentlich nach jedem Gutwetterbericht, aber halt gemischt mit meinem Sonnenwetterproblem. Für mich ist eigentlich theoretisch klar, dass der Landmann, der Bauer klare definierte Wetterinteressen haben muss. Aber der Bloter? Ich weiß es nicht.


    Dieses "wir bauen Kraft auf durch Kreistänze" ist für mich völlig nachvollziehbar und bei Dürre oder zuviel Regen für die Felder würde ich freiwillig mittanzen. Mein Hirn kann nur nicht entscheiden, wie ich das Blot einordne. Vielleicht hab ich auch nur heute meinen heidnischen Meckertag. ^^

  • Für mich ist eigentlich theoretisch klar, dass der Landmann, der Bauer klare definierte Wetterinteressen haben muss. Aber der Bloter? Ich weiß es nicht.


    Meiner Meinung nach hängts ganz davon ab, was ich mit dem Blot bezwecke. Man muss ja nicht gleich Bauer sein, auch ein Kleingärtner oder ein Dackelzüchter möchte vielleicht im Frühjahr Freys Segen erbitten, und da käme ein kurzer Regenschauer nicht ganz unpassend. Hat ja auch was mit Fruchtbarkeit zu tun.


    Und ein Blot für Thor unter fast schwarzen Wolken mit Blitzen, die über den Himmel jagen während der Donner wie Kanonenschüsse knallt, das gabs im Sommer vor drei Jahren. Nach einigen Stunden hats zwar auch angefangen zu regnen aber davor war es einfach nur...ich kann es nicht beschreiben. Man hätte dabei sein müssen.

  • Ich verorte solche Aussagen offen gestanden in der selben Richtung wie Redewendungen in der Art von "Petrus meint's gut mit uns" wenn's bei der Grillparty nicht regnet.


    Das gelingt mir nicht. Ich höre sie gleich wie die Berichte von Christen, wenn sie auf Straßeneinsatz sind und Jesus auf ihr Gebet hin den Regen nicht hat fallen lassen, damit sie weiter die Leutz missionieren können. In meinen Ohren wird beide Male bewusst ein religiöser Kontext erzeugt. Die flotten Sprüche dahingegen bei einer Grillparty meint halt keiner ernst.


    Das meine ich in beiden Fällen, sowohl bei Christen wie Heiden, nicht negativ. Mein Problem ist einfach die Frage, wie ich diese Erwartungserhaltung bei einem Blot zu Ehren der Naturgötter in mein Denken einordnen soll, denn im Grunde teile ich sie nicht.

  • Also ich bin weder für das eine Extrem noch für das Andere. Ein paar Wolken stören mich garantiert nicht. Sollte es aber den ganzen Tag schiffen wie sau, hat Donar garantiert nichts dagegen wenn wir das Blot verschieben. Krank nützen wir ihm nichts. Sollte es mitten im Blot anfangen zu regnen, ziehen wir es halt durch.
    Kälte kann mich von keinem Blot abhalten. Ich fahre auch noch bei 15 Grad minus Motorrad, da können mich 25 Grad minus mit Bahn und Bus auch nicht abschrecken.
    Schnee im Wald ist doch was feines. Ich möchte mal wieder einen richtigen Hammerwinter. Also Donnerer laß jucken ^^


    Donars Segen mit euch


    Uwe

  • Kommt immer ein wenig drauf an. Also Thor nicht rumgekriegt zu haben fände ich ja nicht wild, der ist noch bärtiger als ich und nicht mein Typ :D


    Aber ohne Flachs, ich denke die Götter nehmen einen nicht nur durch Rituale wahr, deshalb ist das auch immer etwas das man mit für sich tut. Wenn ich da jetzt robuste Leute bei hab darf das auch durchgehend regnen, das juckt mich nicht. Wenn Kinder oder empfindlichere Leite bei sind find ich's schwieriger. Mir persönlich ist Regen aber lieber als zu viel Sonne. :)

  • Die Hauptfrage ist hier eher: Was ist für den Einzelnen "gutes" Wetter?
    Wenn zB 38 Grad für den Einen die Erlösung ist, ist dies für den Anderen, auch für mich, die reinste Qual.


    Gutes Wetter, für mich, bedeutet: Gemütliche 20 Grad, gerade so T-Shirt Wetter und ein leichtes Lüftchen.
    Wenn mal genauso ein Wetter ist, klar ist das klasse. Aber der Mensch ist anpassungsfähig.
    Ob ich mich bei "gutem" Wetter wohler fühle? Definitiv ja :D

  • Gutes Wetter definiert sich bei mir so um die 20 - 25 grad trockene Wärme und bis zu -25 Grad trockene Kälte. ^^ Feuchte Wärme und Feuchte Kälte, da kriegt meiner einer schlechte Laune. :evil:


    Donars Segen mit euch


    Uwe