Schon gewusst…?

Die Dächer ihrer Häuser deckten die Wikinger für eine effektive Wärmedämmung mit Grassoden.
Im Inneren des Hauses brannte immer ein offenes Feuer. Rundherum bauten die Wikinger Bänke, die Schlaf- und Sitzplätze für die gesamte Familie boten.

  • Ich hab eine Frage zu Kernseife, bislang verwende ich die Dalli Kernseife, die gabs früher im Laden um die Ecke. Die haben vor längerem diese Seife ausgemustert und meine Hamstervorräte gehen demnächst zur Neige.


    Bei Amazon habe ich jetzt diese Meckerrenzension entdeckt
    Amazon.de:Kundenrezensionen: Dalli Haushaltskernseife, 4er Pack (4 x 300 g)
    Diese Kernseife enthält EDTA. EDTA wird
    synthetisch hergestellt. In Australien ist dieser Zusatzstoff für
    Lebensmittel übrigens verboten. Darüber hinaus ist EDTA Gift für die
    Umwelt. Das liegt daran, dass der Stoff kaum abbaubar ist und vom
    Klärschlamm in die Gewässer gelangt.


    Was ist da dran? Bzw. wo findet man eine vergleichbare Kernseife ohne EDTA, die auch möglichst nicht parfümiert ist?
    Gibt es vielleicht für den (Kern)Seifenkauf eine Checkliste, worauf man achten sollte?

  • Was ist da dran?



    Aus Wikipedia



    Aus der GESTIS-Stoffdatenbank


    Mehr sinnvolle Info zu dem Zeug kann ich jetzt auf die Schnelle nicht finden

    Es gibt Arschlöcher die behaupten, dass sie an Gott glauben,
    und es gibt Arschlöcher die behaupten,dass sie an Allah glauben.
    Das hat doch mit Religion nichts zu tun.
    Ein Arschloch ist ein Arschloch, fertig aus!

    Volker Pispers

  • Ja, das war klar, dass sie für den einzelnen Anwender nicht schädlich ist. Der Kritiker hat ja auch ausdrücklich erwähnt, dass es umweltschädlich ist. Im Prinzip hab ich keine Ahnung von solchen Hintergründen, ich weiß eben nur aus Erfahrung, dass Kernseife die beste ist und hab am liebsten die, ohne Parfüm. Und dann weiß ich noch, dass die aus Tierfett selbst unangenehm riecht. Darüberhinaus wüsste ich auch nicht wirklich, worauf ich sonst noch achten soll. Der Wiki Artikel relativiert die Kritik dann wieder. Wenn ich wegen der Kritik die Marke wechseln würde, wüsste ich nicht mal, ob es da nicht genauso wäre oder andere negative Aspekte zu beachten sind.

  • Ganz mein Thema :D
    EDTA ist an sich gar nicht so schädlich. Bei Schwermetallvergiftungen ist es sogar ein sehr gutes Gegenmittel, da die gebildeten Chelat-Komplexe sehr stabil sind. Ein gesunder Mensch würde durch den Konsum von EDTA vor allem viel Calcium verlieren, was vor allem zu Blutgerinnungsstörungen, Krämpfen und weiteren neurologischen Symptomen führen würde.


    In der Umwelt ist EDTA bezüglich des Metall lösenden Charakters eher weniger schädlich. EDTA bindet vor allem zweiwertige Kationen, wie etwa Calcium, Mangesium, aber auch Blei, Zinn, Bismuth, Chrom, Eisen, ... Ein Kation wird erst dann aus EDTA gelöst, wenn ein Kation, welches stärker an EDTA bindet präsent ist. Das ist im Fall der dreiwertigen (Fe, Cr, ...) fast ausgeschlossen, selbst Blei und Bismuth können sich in Anwesenheit von Ca, Mg (welche oft in der Natur in Form von Gesteinen vorkommen) nicht aus EDTA lösen. Würden sie das tun, könnte man EDTA gar nicht als Gegenmittel bei Schwermetallvergiftungen benutzen.


    Was den Abbau betrifft, so ist dieser zwar nicht einfach, führt aber auch zu keiner Folgeverschmutzung der Umwelt, denn ein gebundenes Kation ist nunmal gebunden und somit praktisch unzugänglich für jegliche weitere Reaktionen. Im Vergleich zu diversen halogenierten Lösungsmittel (welche Standard im Laboralltag und so ziemlich jedem Industriezweig sind) oder zu anderen Lösungsmitteln wie etwa Aceton ist es aber relativ harmlos. Es ist selbstverständlich, dass ein Übel, das Andere nicht rechtfertigt, aber wenn man bedenkt, dass viele Medikamente und deren Abbauprodukte (welche zum Teil noch aktiv sind) auch nicht aus dem Wasser gefiltert werden können und somit in die Natur und ins Trinkwasser kommen, sollte man sich überlegen welcher Verzicht mehr für die Umwelt und den Menschen tut - Kein EDTA oder keine Antibabypille/Ibuprofen/Paracetamol/...?


    Was genau das EDTA in der Kernseife zu suchen hat, weiß ich nicht, könnte es mir aber damit erklären, dass es Kationen abfangen sollen, welche die Verseifung oder eventuell die Schaumbildung stören würden. Einen anderen Zweck als Kationen einzufangen hat EDTA eigentlich nicht.

    Und war es nicht immer so, dass ich das Meer spürte,
    weil ich es tief in mir selbst trug?

  • Danke, das war ja sehr ausführlich! Hmmm, also kann ich meiner Kernseife treu bleiben? Oder hast Du vielleicht noch grundsätzliche Tipps, welche Kernseifen zu empfehlen sind? Bislang war mir halt nur wichtig, dass sie eben Kernseife ist und sonst nichts.


    Auf die Kritik in der Rezension wäre ich schon bereit gewesen, zu wechseln, aber ich hätte überhaupt keine Ahnung, wonach ich alternativ suchen sollte.

  • Dann klink ich mich hier mal mit ein, weils mich schon lange interessiert: Macht es Sinn, Seife selber herzustellen oder ist das nur unter Laborbedingungen unbedenklich?

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Danke, das war ja sehr ausführlich! Hmmm, also kann ich meiner Kernseife treu bleiben? Oder hast Du vielleicht noch grundsätzliche Tipps, welche Kernseifen zu empfehlen sind? Bislang war mir halt nur wichtig, dass sie eben Kernseife ist und sonst nichts.


    Auf die Kritik in der Rezension wäre ich schon bereit gewesen, zu wechseln, aber ich hätte überhaupt keine Ahnung, wonach ich alternativ suchen sollte.


    Du kannst deiner Kernseife ruhig treu bleiben. Das ist jetzt zwar nur meine Meinung - und ich bin mir sicher, dass hardcore Antichemisten mir widersprechen werden - aber ich sehe keine große Umweltbelatung in EDTA.


    Andere Kernseifen kann ich dir leider nicht empfehlen, da ich selbst keine benutze, allerdings gibt es immer die Möglichkeit sich selbst eine zu machen, was mich direkt zum nächsten bringt...


    Dann klink ich mich hier mal mit ein, weils mich schon lange interessiert: Macht es Sinn, Seife selber herzustellen oder ist das nur unter Laborbedingungen unbedenklich?


    Ob es Sinn macht oder nicht, hängt nicht so sehr von den Bedingungen ab, sondern eher von deinem Verbrauch und schlichtweg, ob du dir die Freude machen willst, eigene Seifenkreationen herzustellen. Laborbedingungen brauchst du nicht, solange du die für die benutzten Chemikalien vorgeschrieben Sicherheitsmaßnahmen einhältst. Sprich Schutzbrille, möglichst alte, feste Kleidung und Handschuhe. In der Seifenherstellung ist praktisch nur die Natronlauge eine potenzielle Gefahrenquelle, d.h. falls du NaOH auf die Handschuhe oder Kleidung kriegst: Sofort ausziehen. (starke Säuren und Basen brauchen etwa 2-3 sek um durch Nitrilhandschuhe zu dringen). Kleidung saugt sich eh blitzschnell voll. Hautstellen die in Berührung mit NaOH kommen großzügig einige Minuten lang mit kaltem bis lauwarmen Wasser abspülen. NaOH sollte vor dem Entsorgen im Abfluss gut verdünnt sein (lieber 2l Verdünnung, als zu wenig verdünnen). Konzentrierte NaOH niemals in den Abfluss kippen, da viele Metalle löslich sind in stakren Basen, nicht zu letzt Aluminium. Schwindende Rohre und angefressene Spülbecken-Rohr-Übergänge (Haben die Teile eigentlich einen offiziellen Namen?) müssen nicht sein. ;)


    Wenn man diese Vorsichtsmaßnahmen einhält, gibt es keinen Grund, warum man sich nicht ans eigene Seifensieden rantrauen sollte. (Laborbedingungen sind für diesen Schulversuch definitv nicht nötig, allerdings verstehe ich unter Laborbedingungen: Abzug, Schutzgas, Schlenk-Line, usw. :D )

    Und war es nicht immer so, dass ich das Meer spürte,
    weil ich es tief in mir selbst trug?

  • Mit Laborbedingungen hab ich eher die genaue Dosierung der reaktiven Substanzen gemeint. Nicht, dass das Resultat später zu ätzend, zu schmirig oder sonstwie widerlich wird. ;)

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Mit Laborbedingungen hab ich eher die genaue Dosierung der reaktiven Substanzen gemeint. Nicht, dass das Resultat später zu ätzend, zu schmirig oder sonstwie widerlich wird. ;)


    Mensch, sag mir das doch gleich! :P
    Ich glaub, es gibt sowas wie Seifentabellen, die Angaben machen wieviel NaOH man für welches Ausgangsöl benötigt. Die Seife sollte nicht zu ätzend sein, da während der Reifung das NaOH abreagiert und zu Wasser wird. Ich kenne einige die selbst Seifen herstellen, teilweise auch Aussteiger, die ohne Internet leben. Mit Google sollte es kein Problem sein, im Zweifelsfall einfach ans Rezept halten. :D

    Und war es nicht immer so, dass ich das Meer spürte,
    weil ich es tief in mir selbst trug?