Die Rauhnächte

Schon gewusst…?

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  • Hallo ihr Lieben. Habe da eine kleine dumme Frage. Undzwar möchte ich dieses Jahr endlich die Wintersonnenwende und die Rauhnächte feiern. Das sind ja 12 Stück und sollen bis zum 5.1. gehen. Meine Frage nun ist, wenn ich am 21.12. beginne sind es ja dann mehr als 12 Tage oder höre ich einfach nach 12 Tagen auf. Ich habe soviele Quellen durchforstet und leider nichts drüber gefunden.... ich hoffe ihr könnt mir helfen

  • Die Traditionen sind unterschiedlich, man kann vom 24.12 ausgehen, dann bis zum Morgen des 5.1, oder eben vom 21.12, dann bis zum morgen des 2.1.
    Ich mache letzteres, dann halte ich am 21. für mich ein "Einstiegs"-Ritual, und feiere am 24. traditionell mit meiner Familie Heiligabend. Der Abschluss ist dann ähnlich: Silvester für Familie und/oder Freunde, die letzte Nacht am 1.1 dann ein Ritual für mich zum Abschluss.
    Ist ganz Stimmig so für mich.

  • In meiner Erinnerung liegt es an der Kalenderumstellung (1582) zum jetzigen gregorianischen Kalender.
    Die damalige katholische Kirche hat im selben Zug auch verschiedene Feiertage zwecks besserer Christianisierung teilweise bei den Daten des alten Kalenders belassen und teilweise nicht umgerechnet in den nun neuen Kalender bei dessen Datum hineinintegriert.
    Die christlichen "Rauhnächte" begannen ursprünglich am 24.12. und endeten somit am 06.01.


    Edit:
    Ich selbst wähle für mich die Zeit von Jul bis zum 02.01.

  • Hey
    Bin noch recht neu in der ganzen Sache!
    Und frag mal ganz dumm: Was sind die Rauhnächte?


    http://www.kraftvolle-orte.de/…chte-mythos-und-brauch-1/


    "Ursprung der Rauhnacht


    Das Wort „Rauhnacht“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „rûch“ ab, was so viel wie haarig, aber auch wild bedeutet. Aber auch von Rauch, das liegt in den Räucherungen begründet. Vielerorts heißen die Zwölf Nächte auch Rauchnächte. Schriftlich überliefert ist von den Bräuchen aus der Anfangszeit kaum etwas. Vieles wurde über Jahrhunderte nur mündlich weitergegeben. Denn die, die schreiben konnten, saßen als Gelehrte in Klöstern und die wollten mit diesem Heidentum nichts zu tun haben. Erstmals fanden die Rauhnächte im 16. Jahrhundert in Dokumenten Erwähnung.


    Vermutlich nahmen die Rauhnächte ihren Ursprung im germanischen Mondkalender. Dabei hat das Jahr 354 Tage. Somit fehlen zu unserem heutigen Sonnenkalender zwölf Tage. Ursprünglich begannen die Rauhnächte in der sogenannten Thomasnacht vom 21. auf den 22. Dezember und endeten am 6. Januar. Ausgenommen waren Sonn- und Feststage. Inzwischen beschränken sie sich auf den Zeitraum durchgängig zwischen 25. Dezember und 6. Januar.


    Aber auch am Weihnachtsabend selbst kann man allerlei erleben. In der Heiligen Nacht, so sagt man, haben Geister und Hexen besondere Macht. Deswegen läuten die Kirchenglocken von Einbruch der Dunkelheit bis zur Mitternachtsmesse in regelmäßigen Abständen das sogenannte Schreckensgeläut. Hier erhält das heidnische Geister-Austreiben einen christlichen Deckmantel. Genauso wie an Heilig Drei König, wenn die Sternsinger mit Weihrauch von Haus zu Haus ziehen.


    Wer stattdessen in die Christmette geht, kann die Hexen des Dorfes erkennen. Dazu braucht man entweder einen Schemel aus neunerlei Holz oder Holzscheiben. Man setzt sich in der Kirche auf diesen Schemel, schon werden die Hexen sichtbar. Oder man schaut durch die hauchdünn geschnittenen Holzscheiben. Dann sieht man Hexen mit Hut und mit dem Rücken zum Altar in den Bankreihen sitzen.


    Die Zwölf Heiligen Nächte symbolisieren auch die zwölf Monate des folgenden Jahres. Wer in jenen Nächten zu einer Wegkreuzung geht, die Atmosphäre auf sich wirken lässt und auf die Zeichen der Natur achtet, kann Ereignisse deuten. Wie das Wetter in dieser Nacht ist, so ist es auch in dem zugeordneten Monat. Was man in diesen Nächten träumt, wird in den jeweiligen Monaten des folgenden Jahres passieren. Träume vor Mitternacht beziehen sich auf die erste Monatshälfte, die Träume danach auf die zweite Hälfte. In diesen Nächten können die Tiere sprechen. Sie unterhalten sich über die Toten des kommenden Jahres. Ob die Tiere wirklich sprechen oder ob sich die Götter nur kurzzeitig in solche verwandeln oder ob die Menschen einfach in dieser Zeit besonders sensibel sind, lässt sich nicht genau klären."

  • Edit: Ok, da war Rabenfeder28 schneller und besser, als ich. Ich lass meinen Text trotzdem mal stehen, ok?



    Was sind die Rauhnächte?


    Ich habe mal aus den 2 untenstehenden Quellen eine Kurzform der Zusammenfassung versucht.
    Der Text stammt also nicht von mir, entspricht aber meinem Kenntnisstand.


    Für Kelten und Germanen:
    Die Bezeichnung Rauhnächte geht auf das althochdeutsche Wort ruh bzw. das mittelhochdeutsche rûch ("haarig", "rauch", "rau") zurück oder leitet sich auch von "Ausräuchern des Hauses“ ab.


    Die Rauhnächte sind die vor allem nach germanischem, aber auch keltischem Brauchtum für die Zukunft bedeutsamen (zwölf) Nächte zwischen dem 21. (24.) Dezember und dem 6. Jänner, die für die Monate
    des kommenden Jahres stehen.


    Die frühwinterlichen Rauhnächte, in denen der Einfluss dunkler Mächte sehr stark sein soll, waren früher
    eng mit dem Ausräuchern des Hauses zur Reinigung und Geisteraustreibung, Bräuchen in Bezug auf das Nutzvieh und Zukunftsvorhersagen verknüpft. Zudem stehen in dieser Zeit angeblich die Tore zum Reich der Geister offen und die Seelen der Verstorbenen können auf die Erde gelangen.



    Im Christentum ...
    ... beginnen nach den Weihnachtsfeiertagen, welche auch "Rauhnächte“ (Raunächte von: Rauchnächte) oder "Zwölf heilige Nächte" genannt werden Tage, in denen besondere Dinge vor sich gehen sollen und die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits wesentlich enger sein soll.
    Verschiedene Zeiträume haben in dieser Religion verschiedene Bezeichnungen:
    - 21./ 22. Dezember (Thomasnacht , Wintersonnenwende, längste Nacht des Jahres)
    - 24./ 25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht)
    - 31. Dezember/ 1. Januar (Silvester)
    - 5./ 6. Januar (Vigil von Epiphanie, Erscheinung des Herrn)



    Wer sich noch tiefer damit beschäftigen möchte, hier mal 2 meiner Quellen, aus denen ich die obige Kurzbeschreibung gepostet habe.
    Einmal für die germanische Kultur und einmal fürs Christentum.


    Quelle fürs Christentum: http://www.kraftvolle-orte.de/…chte-mythos-und-brauch-1/
    Quelle für Kelten und Germanen: http://www.beautifulcastles.de…4chte-und-mittwinterfest/

  • Aberglaube: Rauchnächte (Link)



    Etwas verwirrend, da es im Volksmund viele Rauhnächte über das Jahr verteilt gab/gibt, aber der 2. Teil mit dem Brauchtum ist interessant.
    In der Tradition, Gebäck oder Brei stehen zu lassen, finden sich womöglich alte Opferrituale von früher.


    p.s. Die Tradition die Sonnenwende auf den 24/25.12 zu legen beruht wahrscheinlich hierdrauf:


    Sol (römische Mythologie) – Wikipedia

    2 Mal editiert, zuletzt von Ulfberth ()

  • Wichtig ist das man im Zeitraum der Rauhnächte, sich erholt und auf die nächsten 12 Monate harter Arbeit vorbereitet. In der Zeit soll man sich ausruhen und keine niederen Arbeiten verrichten. Wer sich nicht daran hält, den bestrafen die Götter insbesondere Frau Holle.
    Meine Großeltern hatten schon immer über die Rauhnächte gesagt: "Hängst du die Wäsche zum trocken raus, trägst du bald auch deine lieben aus dem Haus!" oder so ähnlich. Auf alle Fälle, halten wir uns immer noch daran.

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Das klingt schön, ist aber bei Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr nicht für alle Menschen umsetzbar. Ich habe zum Glück frei, weil die Firma zu ist und denke, dass es vor allem darum geht, sich der Götter bewusst zu werden. Das beginnt bei mir bereits im Herbst. Die herbstliche Stimmung, die Gerüche und die Farben bringen mich den Göttern deutlich näher. Im Winter geht das dann weiter und steigert sich noch.


    Vielleicht kann/muss man das Ausruhen auf den Haushalt und das Privatleben beschränken.

  • Naja @FornKrys, man muss mauch die Zeit bedenken woher das stammt. Da gab es keine Schichtarbeit, feste Arbeitszeiten, geplanten Urlaub, Wochenendarbeit, usw. Wir halten das so, dass wir uns im Privatleben daran halten soweit möglich. Arbeitstechnisch lässt sich das nur mit Urlaub, also dem Berühmten Winterurlaub von Weihnachten bis einschließlich der ersten Woche des neuen Jahres, umsetzen. Nicht immer möglich und ich denke da werden die Götter sicherlich Verständnis zeigen - hoffe ich.

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Bei mir vom 24.12 bis zum 6.1., aber ich versuche die Hausarbeit vor dem Thomastag (21.) fertig zu haben. Als dauern die Rauhnächte bei mir schon etwas länger.

  • Wichtig ist das man im Zeitraum der Rauhnächte, sich erholt und auf die nächsten 12 Monate harter Arbeit vorbereitet. In der Zeit soll man sich ausruhen und keine niederen Arbeiten verrichten. Wer sich nicht daran hält, den bestrafen die Götter insbesondere Frau Holle.


    Mir ging es um diesen Satz. Das ist für manchen einfach nur bedingt oder gar nicht umsetzbar. Wohl wissend, aus welcher Zeit das stammt. Daher die Idee, das zur Ruhe kommen, den Göttern nahe kommen und die Arbeit ruhen lassen auf den privaten Bereich zu beziehen.

  • Also bei uns wird die Wohnung mit immergrünen Pflanzen wie Hülst und Tannen, manchmal auch einer ganze Tanne (allerdings entweder eine Kleine, die wir nachher im Garten einpflanzen, oder unsere Kunststoff-Tanne) und die wird dann geschmückt wie ein Götzenbild... Okay, verarschen kannst Du dich bestimmt auch selbst.


    Ich mache eigentlich nichts, was nicht auch andere Menschen - ob Heide, Christ oder Atheist - zu dieser Zeit machen. Ich feier ganz bieder Weihnachten und Neujahr.


    Ich versuche bestimmte Wörter zu meiden, die eher einen negativen/pejorativen Wert haben. Früher waren das Wörter wie "Fuchs" oder "Mäuse".


    Und Erbsen soll man anscheinend auch nicht essen.


    Keine Wäsche aufhängen. Besser auch nicht waschen, aber das schaffe ich nicht.


    In der Perchtennacht, vom 5. auf den 6. Januar (oder vom 1. auf den 2.?) kannst Du Nahrungsmittel aufs Dach tragen, als Opfer für die Perchten/Wodan/Holda/Perchta...


    Jeden Abend eine Kerze ins Fenster für die Ahnen.


    Aufgeräumt sollte sein: Nachts kommen die Ahnen, vielleicht sogar Holda und Wodan selbst, die sollen sich ja wohl fühlen. Vielleicht kommen sie auch tagsüber. Weiß ich nicht.


    Schwein soll man essen, sonst hat man im kommenden Jahr bei Gerichtsverhandlungen immer Pech. Ich denke aber, es muss nicht unbedingt ein echtes Schwein sein, eins aus Marzipan tut es wohl auch.


    Man kann eine Nachtwache halten in der längsten Nacht (20. auf dem 21. oder 21. auf dem 22.?) oder eben in der Nacht auf den 25., am alten Sonnengeburtstag.


    Was ich mir schon seit einigen Jahren vorgenommen habe - aber noch nicht in die Tat umgesetzt habe - ist an jedem der zwölf Tage, die ja für die zwölf Monate stehen, der jeweiligen Monatsgottheit ihr Lieblingsweihrauch zu räuchern. Das ist allerdings eher ein Brauch aus dem Mittelmeerraum.


    Geräuchert sollte trotzdem werden, machen wir auch, aber eben mit diesen urigen Figuren aus dem Erzgebirge.


    Was noch... was noch... Orakeln. Wie beispielsweise Bleigießen?


    Hmmm, ich denke mal, die meisten Menschen werden zu den Feiertagen vor allem die Freizeit, das Beisammensein, Spiel, Spaß, Speis' und Trank genossen haben. Wie oben schon geschrieben: Wochenenden gab es nicht wirklich. Feiertage werden eine willkommene Abwechslung, eine Atempause gewesen sein. Da wir natürlich fast jede Woche "Weihnachten" feiern können, können wir das vielleicht nicht mehr ganz so nachvollziehen und wirkt das "Arbeitsverbot" der Rauhnächte auf uns vielleicht sogar hart und wird es eine Herausforderung, das umzusetzen, doch den Altvorderen war's sicherlich willkommen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Iwan-Dummerjan ()

  • Ich sperr die Firma zu und wende mich meinem Heim, Frau Cal und den Göttern zu. Geräuchert wird täglich - denn man kann Rauhnächte auch als Rauchnächte deuten, dazu wird auch jede Nacht ein Breichen oder ein Anteil vom Abendessen rausgestellt.
    Ich nehm mir Zeit, ausführlich mit den Göttern zu snaken und mir von Runen rechten Rat raunen zu lassen. Dazu fahr ich gern zu "meiner" heiligen Quelle, nen Steinkreis oder anderen Pforten in die Anderswelt.
    Und wenn die wilde Jagd in dieser Zeit umhertobt, stell ich mich ganz gern mit einem feinen Getränk in den Sturm und hör zu, was er so zu sagen hat.


    Also - alles in allem mach ich nichts besonderes und versuch, mich normal zu verhalten.

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

    Einmal editiert, zuletzt von Cal ()

  • versuch, mich normal zu verhalten.


    Ich hab grad versucht mir vorzustellen wie das aussieht wenn du dich normal verhältst :rofl: Bitte lass das, das steht dir nicht :ugly:

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • @Jollyface
    Ich hab nicht gesagt, dass meine Normalität mit deren Normalität konform geht..... :ugly: ;)

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

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