Moderne Götterdarstellungen

Schon gewusst…?

Der Firno Situ

Der Firno Situ ist die alt-alemannische Lehnübersetzung des altnordischen Begriffs Forn Siðr und ist dementsprechend eine Form des germanischen Neuheidentums mit einem Schwerpunkt auf den historischen suebisch-alamannischen Regionen. Er stützt sich auf die Überlieferungen und archäologischen Funde dieses Raumes sowie auf das dort noch heute lebendige Volksbrauchtum. Der althochdeutsche Begriff der Firni Situ mit einem allgemeinen Fokus auf den elbgermanischen Regionen ist als eng verwandt anzusehen. Die Gottheiten wie Wodan, Ziu, Donar, Volla und Frija Hulda werden unter ihren althochdeutschen bzw. alemannischen Namen verehrt. Die wichtigsten Rituale sind Pluoz, Sumbal und Chuofa.

  • Hallo Widulf!

    Die Mesopotamier waren auch sehr große Experten in Sachen Astronomie-Astrologie, aber Poseidon-Neptun ist ja doch ein griechisch-römischer Gott. Die Astrologie kam aus dem Orient (Mesopotamien und Ägypten) zu den Griechen und Römern.


    Auch in der modernen Astrologie wird Wassermann nicht vom Planeten(gott) Neptun, sondern vom Saturn und Uranus regiert.

    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Das stimmt auch. Das Sternzeichen des Wassermannes wird oftmals als Meermann, sogar mit Dreizack, dargestellt. Völlig richtig, was Du schreibst!



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    Weißt Du, die Zuweisung der Tierkreiszeichen zu den zwölf Olympischen Göttern war eine späte Entwicklung. Astrologie war so ein bisschen die Esoterik des 1 vorchristlichen Jahrhunderts bis in die Spâtantike. Für die kleinen Leute war Astrologie um den Willen der Götter zu ergründen natürlich etwas günstiger, als Opferschau oder Orakelbesuche. Römische Dichter haben sich zuweilen sehr darüber mockiert.

    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Obwohl die Astrologie, natürlich bestimmte, komplizierte Kenntnisse vorraussetzt, wärend die meisten Orakel aus dem Volksglauben, ja eher schlicht gestrickt sind und so auch für fast jeden anwendbar.

    Astrologie an sich schon, aber es gab damals ja auch schon Ephemeriden zu kaufen : https://de.wikipedia.org/wiki/Ephemeriden

    Man konnte Astrologie also betreiben, ohne den Sternenhimmel zu beobachten. Orakelstätten gab es nicht an jeder Ecke und für Opferschauungen musste man eben erst ein Opfertier kaufen und dazu noch den opferschauenden Priester bezahlen.



    Hier sehen wir Eos, Schwester der Sonne und des Mondes, Mutter der Winde und der Sterne nach griechischer Mythologie :



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    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Hatten die denn in den Städten so gar kein Nutzvieh?

    Ansonsten gibt es ja auch noch ganz viele andere Orakel:

    von Vogelflug- und Wetterbeobachtung, über Losorakel, bis hin zum Münzwurf.

    Ich glaube, es gibt eigentlich nichts, das nicht schon als Orakel genutzt wurde. Meist Alltagsgegenstände, wie Sieb und Schere, sogar Spielkarten oder vieleicht auch Flaschendrehen ( ? ).

  • Um diesen Thread nicht zweckzuentfremden, ein Bild des Rügener Rügenslawengottes Rugievit oder Rinvit :



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    Ansonsten gibt es ja auch noch ganz viele andere Orakel:

    von Vogelflug- und Wetterbeobachtung, über Losorakel, bis hin zum Münzwurf.

    Ich glaube, es gibt eigentlich nichts, das nicht schon als Orakel genutzt wurde. Meist Alltagsgegenstände, wie Sieb und Schere, sogar Spielkarten oder vieleicht auch Flaschendrehen ( ? ).

    Alles richtig und trotzdem war die Astrologie seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert bei der Stadtbevölkerung des römischen Reiches rasend populär.

    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Vielleicht etwas seltsam hier, aber um Seltsamheiten bin ich ja niemals verlegen, aber unter den Heiligen der Orthodoxen Kirche finden sich einige der alten Götter Griechenlands und Roms wieder.


    Hier in der ersten Reihe sehen wir die Heilige Aphrodite, die Heilige Athena und die Heilige Eirene/Irene („Frieden”, in der griechischen Mythologie eine der drei Horen oder Horai, der Töchter des Zeus und der Eunomia) :


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    In der zweiten Reihe der Heilige Apollon und der Heilige Merkurius (ein römischer Name) :


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    Und in der dritten Reihe zwei männliche Heilige, deren Namen auf weibliche Gottheiten zurückzuführen sind, nämlich der Heilige Artemios (<< Artemis) und der Heilige Demetrios (<<Demeter). Dieser letzte ist überall im Orthodoxen Raum männlich, nur in der griechischen Stadt Elefsina, dem ehemaligen Eleusis, wo die Göttin Demeter ihren wichtigsten Tempel hatte, wird bzw. wurde eine weibliche Heilige namens die Heilige Demetra* verehrt :


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    *Sogar der Mythos von Demeters durch Hades geraubten Tochter Persephone hat sich hier in abgewandelter Form erhalten. So wird der Heiligen Demetra schöne blondhaarige Tochter, die nicht mehr Persephone, sondern Aphrodite heißt, nicht vom Unterweltsgott Hades, sondern von einem der türkischen Besatzer geraubt.

    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Das chinesische Götterpaar Lei Gong und Dian Mu, Gott des Donners beziehungsweise Göttin des Blitzes :


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    Ich fand viele Darstellungen, Donnergott Lei Gong mit Vogelattributen wie Flügel, Klauen und Schnabel darstellen. Das erinnert mich an die Harpyjen, die die Sturmwinde verkörperten und Zeus' „Bluthunde” waren. Des Lei Gong Hammer erinnert mich natürlich an Mjölnir (und auch an die Doppelaxt des Zeus).



    Hier kann man das Götterpaar in Aktion sehen :


    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Es finden sich nicht viele Darstellungen des Zeus mit der Labrys, der Doppelaxt aus Kreta. Der Donnerkeil hat diese in der plastischen Darstellung des Gottes wohl verdrängt :


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    Vielleicht war es auch inderekt der Einfluss der heutigen germanischen Heiden und deren allumgegenwärtigen und gut erkennbaren Symbol Mjölnir, die die modernen hellenischen Heiden dazu veranlasste, diesen alten Kultgegenstand aus Kreta wieder neues Leben einzuhauchen. Jedenfalls wird dieses Doppelaxt auch als Pendant getragen, so wie der Hammer des Donar/Thunar/Thunor/Thor oder das Streitbeil des Perun. So beeinflusst man einander eben.

    „Freudig verleihe meinem Leben Zufriedenheit”

    aus dem Homerischen Sonnenhymnos

  • Heil dir, Iwan!

    (Doppel-) Äxte aus Bronze, welche ausschließlich, kultischen Zwecken* vorbehalten waren, waren meines Wissens nach, während der Bronzezeit, in ganz Europa zu finden.


    * keine davon, wies auch nur den Hauch, einer (weltlichen) Abnutzung auf.