Schwur mit den Göttern gebrochen - was kann ich tun?

Schon gewusst…?

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  • Hallo zusammen,


    zuallererst weiß ich nicht, ob dies der richtige Thread für meine Frage ist, falls nicht, bitte verschieben.


    Die Situation ist folgende: Ich habe den Göttern Schwüre geleistet, welche ich nicht eingehalten habe - was genau, darauf will ich hier nicht eingehen, das ist zu persönlich. Ich weiß, man sollte nichts schwören was man nicht halten kann... Also habe ich diese Schwüre gebrochen. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mich mein geistiges und seelisches Ich auf Hel ( an sich nicht als "böse" dargestellt ) und Nidhögg's Giftströme einstellen soll als Meineidiger, Treuloser und verruchter Eidbrecher.
    Was kann ich tun, um diese Sühne zu "büßen" oder alles wieder ins Reine zu bringen, damit ich zumindest eine geringe Chance habe, mit den Einherjern zu streiten, wenn der Wächter der Brücke sein Horn zur letzten Schlacht gegen die Söhne Muspelheims bläst?


    Danke im Vorraus,
    mögen die Götter mit euch sein,


    Dunkelbunt

  • Ist schwierig, das für mich zu beantworten - ohne den genauen Hintergrund zu kennen. Grundsätzlich aber sehe ich unsere Götter nicht auf Rache sinnend.

  • Sind die Schwüre unwiderrufbar gebrochen? Kannst du ihnen doch noch irgendwie nachkommen? Falls es noch möglich ist, würde ich das versuchen.


    Davon unabhängig wären besondere Opfer angebracht, um sich mit den Göttern wieder zu versöhnen.

  • Ich weiß, man sollte nichts schwören was man nicht halten kann... Also habe ich diese Schwüre gebrochen.


    Du kannst über die Schwüre ja nichts sagen. Aber ich wüsste zumindest gern, über welchen Zeitrahmen wir sprechen. Wann waren die Schwüre, wann das Eidbruchereignis (also nur den Zeitabstand)?


    Geh mal davon aus, dass dein Leben länger währt. Man kommt mitunter nach langer Wanderung wieder da an, wo man aufgebrochen ist.


    Nächste Frage wäre, in welcher Form hast Du die Schwüre bekräftigt, was wolltest Du damit erreichen? (Ja, ist klar, die Fragen sind nur für dich zum Nachdenken, ist nichts zum Erzählen). Finde erst mal durch deinen Kopf durch.


    Weitere Frage, welche Götter waren nicht betroffen? Wo kannst Du Rat finden?


    Und schließlich, die echten Eidbrecher gehen zu Loki und den Riesen. Ist das dein Ziel? Wenn ja, ist es so. Wenn nein, mach das vorher von mir Angerissene, mach eine ehrliche Bilanz und lass dir erst mal ein bißchen Zeit, dich selbst zu finden. Die Götter, denen Du geschworen hast, sind auch nächstes Jahr noch da. Überstürz jetzt nichts, das hast Du ja offensichtlich beim Schwören schon getan und es ist dir nicht gut bekommen.

  • Vilel kann man nicht mehr dazu sagen, denke drübernach aus welchen Gründen du geschworen hast und warum du es gebrochen hast/ brechen musstest.


    Rede in einem Ritual mit den Göttern und lege ihnen dar, warum du so gehandelt hast und ein Opfer kann nie Schaden :D

  • Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mich mein geistiges und seelisches Ich auf Hel ( an sich nicht als "böse" dargestellt ) und Nidhögg's Giftströme einstellen soll als Meineidiger, Treuloser und verruchter Eidbrecher.
    Was kann ich tun, um diese Sühne zu "büßen" oder alles wieder ins Reine zu bringen, damit ich zumindest eine geringe Chance habe, mit den Einherjern zu streiten, wenn der Wächter der Brücke sein Horn zur letzten Schlacht gegen die Söhne Muspelheims bläst?


    Ich glaube nicht das wir da jetzt zu Martialisch werden sollten. Unbedachte Schwüre haben wir bestimmt alle mal gebrochen. ;)
    Eine einfache Entschuldigung sollte ausreichen. Lerne daraus und leiste keine Schwüre mehr die du wahrscheinlich brechen mußt.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Schwüre finde ich ehrlichgesagt IMMER ein heißes Eisen, dass ich so gut wie nie anfasse... :rolleyes: !


    Zudem erschließt sich mir ehrlich gesagt der Sinn von Schwüren nicht wirklich...


    Wenn der Schwur leicht zu halten ist, müsste man nicht schwören... Und wenn man seine Meinung in Bezug auf den Schwur ändert & inzwischen ein anderes Bild von der Situation hat (-man entwickelt sich ja weiter, Werte/Perspektiven ändern sich etc....) dann würde man einen Schwur ja nur um seiner selbst willen halten und nicht, weil man noch dahinter steht...


    Ich finde, man sollte mit Schwüren sehr vorsichtig umgehen... Zudem muss man ja nicht gleich "schwören", sondern kann ja sich ja auch so bemühen, sich an bestimmte Dinge zu halten...


    Was kann ich tun, um diese Sühne zu "büßen" oder alles wieder ins Reine zu bringen


    Büßen ist den Göttern sei Dank etwas für die Christen... ;) ! Ich würde den Göttern einfach bei einem Hörnchen Met die ganze Sache erläutern... #Skøl# ! Sie werden dich sicher anhören... :)


    Und wenn einer versteht, dass man hin und wieder seine Meinung ändert & auch vielleicht sich verändert, dann ist das Odin.... :thumbup: !

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • was genau, darauf will ich hier nicht eingehen, das ist zu persönlich.


    Letztendlich können wir dir natürlich nur dann wertvolle Tips geben, wenn da ein bißchen mehr rüberkommt. So muß das auf jeden Fall sehr wage bleiben.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Hm... als praktisches Beispiel wähle ich mal jemanden, der jahrelang und weltweit spirituell gewandert ist. Als er unseren Glauben entdeckte, ging er genau unvorsichtig und Respektlos mit den Runen um, wie er es gewohnt war.


    In seinem Podcast beschreibt er, dass er Jahre später noch mit den Folgen kämpft.


    Du hast Scheiße gebaut und zwar so richtig. Nach meiner Auffassung hast Du aber auch die einmalige Gelegenheit zu beweisen, wie sehr Du zu Deinem Wort stehst. Buße ist hier ein schlechtes Wort aber nach meiner Auffassung solltest Du nun einen Kampf zu Wiedergutmachung aufnehmen, der Anderen Respekt abzollt. Beweise Dich und das mehr gegenüber Dir selbst, als den Göttern.


    Abet Hanga hat etwas wichtiges angesprochen, da wir unsere ZIele eben nicht mehr mit Gewalt verfolgen können, sollten wir mit Schwüren eh verdammt vorsichtig sein.

    "A sane and normal society is one in which people habitually disagree, because general agreement is relatively rare outside the sphere of instinctive human qualities." C.G. Jung

    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

  • Du hast Scheiße gebaut und zwar so richtig.


    Das wissen wir doch gar nicht. Vielleicht hat er Snotra geschworen, nie mehr beim Essen zu rülpsen? Dann könnte er gleich heute wieder von vorne anfangen. Er hat überhaupt keine Einzelheiten erzählt, es kann alles oder nichts sein. Es kann was sein, was man nachholen kann. Es kann was sein, wofür es nur eine Chance kam.


    Nach meiner Auffassung hast Du aber auch die einmalige Gelegenheit zu beweisen, wie sehr Du zu Deinem Wort stehst.


    Das finde ich einen sehr guten Gedanken. Man kann sehr viele Dinge doch noch im zweiten oder sogar noch späteren Anlauf bewältigen.


    Beweise Dich und das mehr gegenüber Dir selbst, als den Göttern.


    Das passt aber gar nicht, wenn man die Götter nicht bloß für psychologische Konstrukte hält. Das ist letztlich auch nicht anders als ein Versprechen gegenüber einem Menschen. Ich möchte schon, dass man mir gegenüber Versprechen hält, einfach weil es versprochen wurde. Aber bitte nicht als Selbstfindungstripp, dann trag ich meinen Koffer lieber allein rauf.

  • Seine Wertung steht in seinem Text und für den Schwur ist es meiner Meinung nach egal, ob es um ein Lebensziel oder einen Rülpser geht. Werte sind zum Achten da.


    Und nach meiner Überzeugung muss man Fehler grundsätzlich erst mal mit sich selbst klären, bevor man dem Anderen überhaupt unter die Augen tritt.


    Aber Deine Argumente sind auch einleuchtend, es ist eben ein anderer Ansatz. Schön geschrieben!


    Nachtrag:
    Hätte er wirklich die Götter mit einer Rülps-Geschichte belästigt, wäre der Schwur an sich schon ein Problem.

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    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

    Einmal editiert, zuletzt von Matze ()

  • Nachtrag:
    Hätte er wirklich die Götter mit einer Rülps-Geschichte belästigt, wäre der Schwur an sich schon ein Problem.


    Nur für Götter, die für Tischsitten nicht zuständig sind. Und wenn ein Mann z. B. mit besseren Manieren versuchen würde, seine Ehe zu retten, wäre sicher ein bißchen göttlicher Beistand hilfreich ;)


    Seine Wertung steht in seinem Text und für den Schwur ist es meiner Meinung nach egal, ob es um ein Lebensziel oder einen Rülpser geht. Werte sind zum Achten da.


    Für mich gehört es zu einem Gespräch dazu, den anderen nicht einfach zu verurteilen, selbst dann nicht, wenn er es selbst tut. Solange wir nichts darüber wissen, ist das erst mal nur eine emotionale Selbsteinschätzung.


    Wir wissen nichts, wir können nur drum rum mitdenken und versuchen, Wege zu finden.

  • Meiner Meinung nach sollte man die Sache nicht zu verkrampft sehen.
    Unsere Götter richten nicht. Da würden sie nämlich selbst sehr schlecht wegkommen.
    Beispielsweise heißt es in der Völospa Strophe 20:


    "Nur Thor schlug zu, zorngeschwollen;
    selten sitzt er wenn er solches hört;
    DA WANKTEN VERTRAG,
    WORT UND TREUSCHWUR;
    ALLE EIDE,
    DIE SIE AUSGETAUSCHT"


    Also auch die Götter selbst haben Eide gebrochen!


    Nun kann man natürlich argumentieren dass das, was Götter dürfen den Menschen noch lange nicht zusteht.
    Eine Möglichkeit bestünde darin den Göttern eine Art Wiedergutmachung anzubieten, z.B. ein größeres Opfer.
    Ansonsten stimme ich meinen Vorrednern zu.


    Grüße von Unwodir

  • Ich finde es einfach super, in solchen Gesprächen die Vielfalt der Auslegungen zu sehen. Es ist schön zu sehen, wie bunt und vielfältig das Heidentum ist und wie ehrlich jeder seine Richtung vertreten kann, ohne, dass es Streit gibt.

    "A sane and normal society is one in which people habitually disagree, because general agreement is relatively rare outside the sphere of instinctive human qualities." C.G. Jung

    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

  • Meiner Meinung nach sollte man die Sache nicht zu verkrampft sehen.
    Unsere Götter richten nicht.


    Ganz so locker würde ich es dann doch nicht sehen, gerade Eide sind zusammen mit dem Gastrecht der Überlieferung nach schon sehr heilig gewesen. (Wie eigentlich in allen anderen Kulturen und Zeiten auch)


    Nur weil die Götter nicht unfehlbar sind, heißt das ja nicht, dass ihnen alles egal ist. Unsere Eltern haben sich in unseren Flegeljahren wahrscheinlich auch über uns aufgeregt, obwohl sie genau das selbe gemacht haben ^^



    Ob die Götter da nachtragend sind, oder nicht, werden wir hier wohl schlecht entscheiden können, dass wird sich im Laufe der Zeit zeigen.


    Ich würde wie gesagt nur reflektieren warum ich den Eid geleistet habe und warum ich ihn gebrochen habe, allein schon um nicht nochmal in so eine Situation zu kommen, und dann mit Opfern zeigen, dass man die Götter respektiert, denn wenn man auf die Götter geschworen hat, den Eid aber bricht, zeigt das ja zwangsläufig eine gewisse Geringschätzung der Götter.
    (Genauso wie es Geringschätzung der Mutter bedeuten würde, wenn man bei Ihrem Grabe schwören würde, sich aber nicht dran hält)

  • War es überhaupt einzuhalten, genau!!
    Es macht meiner Meinung nach einen großen Unterschied ob jemand einen Eid aus Fahrlässigkeit, Gleichgültigkeit bricht, oder ob er ihn schlicht und einfach nicht einhalten k a n n.
    Beispielsweise könnten sich die Umstände seit der Eid geleistet wurde deutlich geändert haben und eine Einhaltung unmöglich machen.


    Grüße von Unwodir

  • Beispielsweise könnten sich die Umstände seit der Eid geleistet wurde deutlich geändert haben und eine Einhaltung unmöglich machen.


    Und innerhalb einer Beziehung müsste man das kommunizieren. Es genügt dann eben nicht, für sich selbst zu sagen, ich habs halt im Vorfeld falsch eingeschätzt.


    Neben dem Erklären des Scheiterns wäre meiner Meinung nach auch eine Ersatzleistung zu empfehlen. Nur würde ich das eben alles nicht übereilen, denn Überstürzung war ja schon einmal das Problem. Einfach als Rahmenbedingung für eine "Vertragsauflösung" im gegenseitigen Einvernehmen andenken und eben länger bedenken.


    Übrigens gibt es auch die Göttin Var, die über Eide wacht. Sie ist Dienerin Friggs. Beide wären aus meiner Sicht eine mögliche ratgebende Instanz. Oder auch Tyr, der ja nun in einem komplizierten wahrhaftigen Eid seine Hand opferte, damit andere ein falsches Versprechen abgeben konnten.

  • Beispielsweise könnten sich die Umstände seit der Eid geleistet wurde deutlich geändert haben und eine Einhaltung unmöglich machen.


    Eigentlich besteht der einzige Sinn eines Eides darin, eine Versicherung gegen mögliche "Motivationsverlagerungen" zu schaffen. :D

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