Aberglaube: Bauopfer

Schon gewusst…?

Fro Ing/Frey (an. Freyr)


Der germanische Fruchtbarkeitsgotte. Er gehört ursprünglich zu den Wanen.

  • Das Bauopfer1) ist ein über die ganze Erde und bei Völkern aller Kulturstufen verbreiteter Brauch. Wir finden ihn in China, Japan, Indien, Siam, Borneo, in Afrika, bei den Semiten, auf Neuseeland, Tahiti, Hawaii, den Fidschi-Inseln und den Chibchas in Südamerika. Bei allen europäischen Völkern ist es im MA. verbreitet und lebt vielfach noch bis zur Gegenwart in einzelnen Bräuchen2).
    Der Glaube, jeder Neubau fordere ein Opfer, beruht auf dem Gedanken, daß dämonische Mächte (Erd- und Flußgötter) versöhnt werden müssen, in deren Herrschaftsbereich der Mensch durch seine Bauten eingreift. So besteht in Schottland der Glaube, daß bei großen Bauten, z.B. alten Burgen, Menschenopfer Gebrauch seien. Eine gaelische Tradition, daß zur Versöhnung der Geister des Bodens bei einem Klosterbau ein Mensch eingemauert sei, zeigt noch deutlich den ursprünglichen Sinn des Bauopfers3).
    Besonders bei slawischen Völkern ist das Bauopfer bis zur Gegenwart als Brauch erhalten4). Zweifellos waren die ursprünglichen Bauopfer Menschen, die lebend in die Fundamente eingemauert wurden5). Besonders das Opfer von Kindern ist hier außerordentlich häufig6). Bei weiterer Entwicklung mildert sich der Brauch; es treten Tiere7), Eier, Geld8), Spielkarten9), sogar der Schatten10) als Bauopfer auf und allerlei Ablösungsbräuche11) lassen das Opfer ganz zurücktreten.


    Besonders das Kinderopfer bei Bauten tritt stark hervor in Sagen wie auch in Funden. Durch Einmauern eines Kindes wird eine Burg unüberwindlich gemacht12), und bei Dammbrüchen gelingt das Schließen der Lücke erst durch das Hineinwerfen eines Kindes, das bisweilen von armen Müttern oder Zigeunerinnen dazu gekauft wird13). Das Kinderopfer soll öfter freiwillig gebracht sein14). Auch zum Tode Verurteilte kommen als Bauopfer vor15).
    S. a. ð Abwehrzauber 5 (1, 146 f.); ð Einmauern; Kinderopfer.




    Stübe.



    HWA Bd. 1, S. 962 ff.


    siehe auch:
    Aberglaube: Einmauern)

  • Besonders das Kinderopfer bei Bauten tritt stark hervor in Sagen wie auch in Funden. Durch Einmauern eines Kindes wird eine Burg unüberwindlich gemacht12), und bei Dammbrüchen gelingt das Schließen der Lücke erst durch das Hineinwerfen eines Kindes, das bisweilen von armen Müttern oder Zigeunerinnen dazu gekauft wird13). Das Kinderopfer soll öfter freiwillig gebracht sein14). Auch zum Tode Verurteilte kommen als Bauopfer vor15).

    Das ist ziemlich krass. Weiss man mehr darüber, wie man zu diesen Kindern kam? Ich meine mal abgesehen von Geldnöten.
    Wie kommt man dazu, freiwillig ein Kind zu opfern? Gilt da das Prinzip des Kinderüberschusses?
    Oder hat die Freiwilligkeit der Kinderopfer mit der Freiwilligkeit der Kinder zu tun (glaub ich jetzt zwar mal nicht, aber man weiss ja nie).


    Apropos Einmauern von Menschenopfern: sind diesbezüglich in der Lögönden und Sagenwörld auch was von den weissen Frauen im Aberglauben eingefügt?

  • Das schönste Beispiel in der Literatur ist meiner Meinung nach der Schimmelreiter. "Etwas Lebendiges muss in den Deich eingebracht werden!"
    Ich hab die Geschichte schon immer gemocht.... :love:

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Weiss man mehr darüber, wie man zu diesen Kindern kam? Ich meine mal abgesehen von Geldnöten.
    Wie kommt man dazu, freiwillig ein Kind zu opfern? Gilt da das Prinzip des Kinderüberschusses?


    Neben Armut werden in den Sagas als Motive für Kindesaussetzung z.B auch uneheliche Kinder genannt, die als Schande galten. Aber in beiden Fällen galt das Aussetzen als unsittlich. Wie es bei den Opfern war weiß ich nicht.


    Oder hat die Freiwilligkeit der Kinderopfer mit der Freiwilligkeit der Kinder zu tun (glaub ich jetzt zwar mal nicht, aber man weiss ja nie).


    Glaube ich auch nicht :D Er verweist da auch auf eine Sagensammlung, es wird sich hierbei also möglicherweise nur um ein Märchen handeln.



    Apropos Einmauern von Menschenopfern: sind diesbezüglich in der Lögönden und Sagenwörld auch was von den weissen Frauen im Aberglauben eingefügt?

    Ich habe gerade nachgeguckt, die haben es leider nicht mehr rein geschafft, aber vielleicht steht was unter Geister allgemein, stelle ich gleich oder die Tage mal ein, ist recht lang.

  • Wollten die Bauarbeiter beim Schimmelreiter nicht zuerst einen jungen Hund einmauern,

    was ihnen der Deichgraf verbot - und weshalb es dann zum Unglück kam ?

  • Wollten die Bauarbeiter beim Schimmelreiter nicht zuerst einen jungen Hund einmauern,

    was ihnen der Deichgraf verbot - und weshalb es dann zum Unglück kam ?

    Wenn ich mich richtig erinnere im Siel im Siel ertränken, ist aber Jahre her, dass ich den gelesen habe. Aber irgendwas wollten sie als Bauopfer darbringen.

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Bei mir auch min. 30 Jahre her. Also gockeln wir mal...


    Sollte der Film nicht lügen, wars n Hund.

    An den Satz "Es muss was lebendiges rein" erinner ich mich,

    als hätt ich das Teil erst gestern gelesen...
    War mir aber nich mehr sicher, ob Hund oder Katze.


    Und wenn ich mir das Erscheinungsjahr des Films ansehe,
    hätte ich den Schmöker in der Schule nicht lesen müssen - lol :-)