Ab wann ist es zuviel?

Schon gewusst…?

Forn Siðr


Eine Bezeichnung für die alte heidnische Religion, die oftmals synonym für Ásatrú benutzt wird, ist Forn Siðr, ein altnordischer Begriff, der so viel wie „alte Sitte“ bedeutet (dt. auch Firne Sitte). Er setzt sich zusammen aus altnordisch forn „alt“ und siðr „Sitte“. Der Terminus Forn Siðr und Varianten wie forn landsiður „alte Landsitte“ oder fornri siðvenju „alter Sittenbrauch“ finden sich in einer Reihe von Sagas, so in der Färingersaga, der Saga Magnús konungs Erlingssonar, der Saga Ólafs hins helga oder der Skjöldunga saga.

  • Ich möchte das Thema des anderen Threads nicht stören, drum meine Frag hier. Man hört das immer wieder mal, dass man es nicht übertreiben soll. Habt ihr das denn schon mal erlebt, dass ein zuviel zu negativen Folgen führt?


    Hier die Beiträge, die meine Frage ausgelöst haben.


    Kenne ich manchmal von mir selbst. Ich gehe dann immer nach dem Sinnspruch aus dem Hávamál :"Besser zu wenig gebetet, als zu viel dar gebracht; Gabe will stets durch Gabe vergolten werden."

  • In der Tat. Ich habe damals bei Freya um eine kleine Unterstützung im Bezuge auf die Brautschau gebeten und ein Karnickel-Herz (wir hatten kurz zuvor ein Karnickel beim Blót gehabt) in Leinen eingeschlagen und in einem Birken-wurzelloch gelassen.


    Das Opfer wurde angenommen, jedoch bin ich mir bis heute nicht sicher ob es Freya oder Loptr war. Meine Bitte fand Gehör, jedoch nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte.. Diese Person war nicht für mich geeignet und so beendeten wir dies auch recht schnell wieder.


    Ansonsten habe ich es aus dem Bauch heraus entschieden und immer daran gedacht, was ich denn will. Will ich den Göttern eine Freude machen? Dann muss ich keinen Ochsen schlachten, dann langt ein Trankopfer oder mal etwas von einem Blótessen als Dreingabe. Befindet man sich im Krieg bzw in einer Kriegszeit, dann wären vielleicht ein Tier das Richtige, wenn man um Unterstützung beim Überleben der Sippe bittet. Ein Leben für ein Leben usw.

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  • hei!
    das ist natürlich schwer zu sagen, weil es ja nur meine persönliche Empfindung ist. Ich habe schon mal das gefühl gehabt, Thor war ungehalten weil ich seinem Vater mehr Zeit geschenkt habe. In diesem Jahr bin ich ungewöhnlich oft mit dem Fahrrad im Platzregen gelandet.

  • Ich denke eher das ist als Warnung zu verstehen die "jenseitige" Welt nicht über die "diesseitige" Welt zu stellen. Sich also nicht in seinem Gottvertrauern zu verlieren, wie es bei vielen religiösen Menschen oft vorkommt.

  • Ich möchte das Thema des anderen Threads nicht stören, drum meine Frag hier. Man hört das immer wieder mal, dass man es nicht übertreiben soll. Habt ihr das denn schon mal erlebt, dass ein zuviel zu negativen Folgen führt?


    Hier die Beiträge, die meine Frage ausgelöst haben.

    Meine persönliche Erkenntnis aus Geschehnissen meines Seins.


    Im täglichen Sein mit den Gottheiten mag ich so schreiben:


    Ich muss die Götter nicht bitten, denn sie geben.
    Ich muss den Göttern nicht opfern, denn sie nehmen.
    Trotzdem ! Mein Dank ist ihnen Gewiss.


    In der Ausnahme:
    Bitte ich einmal , so nehmen sie dreimal.
    So verstehe und erlebe ich das alte Gesetz.


    Nachdenklich der Gehngeist

  • In der Ausnahme:
    Bitte ich einmal , so nehmen sie dreimal.
    So verstehe und erlebe ich das alte Gesetz.

    Das verstehe ich jetzt so als "Schicksal"? Nur damit ich dich richtig verstehe.




    Dann wäre es ja geradezu entgegengesetzt dem, was manche befürchten. Also, wenn Du nur bittest ohne zu opfern, holen sie sich um so mehr?

  • Das verstehe ich jetzt so als "Schicksal"? Nur damit ich dich richtig verstehe.



    Dann wäre es ja geradezu entgegengesetzt dem, was manche befürchten. Also, wenn Du nur bittest ohne zu opfern, holen sie sich um so mehr?

    Meine Erfahrung und Wahrnehmung:


    Wenn ich in konkreten Situationen um Hilfe und vor allem um eine Lösung bitte.
    Sie fordern ihr Opfer ein und dies ist ihr Recht.
    Mein Erleben und meine persönliche Sicht.
    Ich kann im Vorfeld ein Opfer bringen, jedoch ist es dies, was wollen ?


    Weiterhin nachdenklich der Gehngeist

  • Ich hatte da mal so ein Erlebnis....


    Hatte den Donnerer um ein Gefallen gebeten und war aufgrund des Monatsendes ein wenig geizig mit den Opfergaben. Tags darauf habe ich mir bei einer eher einfachen Arbeit richtig übel in den Finger geschnitten. Obwohl der Kratzer nur oberflächig war hab ich geblutet wie eine angestochene Sau.


    Was äußerst seltsam war, da ich kein Bluter oder Diabetiker oder eine andere Krankheit habe die mich stark bluten lässt.


    Ich denke mal das er sich das gehohlt hat was ihm zusteht.

  • Ich persönlich halte es für mich mit dem Grundsatz "kleine Geschenke erhalten die Freundschaft".
    Das gilt für meine Freunde wie auch für die Götter.
    Ich gebe lieber ab und an mal eine kleine Aufmerksamkeiten, ohne Hintergedanken oder bitten. Ich habe aber nie das Gefühl gehabt, zu wenig geopfert zu haben.
    In den Fällen bei denen ich dann aber doch mal um Unterstützung gebeten habe hat es bis jetzt aber auch immer geklappt.

  • Unsere Götter sind auch nicht wie der Christengott. Die Alten haben diese auch nie um eine direkte Lösung ersucht. Es war immer eine Form der Unterstützung am eigenen Wesen. z.B: "Odhinn, gib mir die Weisheit dies zu verstehen!" statt "Odhinn, löse mir dies Rätsel, ich bekomms nicht hin!"

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  • Nur um mal meine Sicht kundzutun, ich hab ja die Frage gestellt: für mich bedeutet Opfern zunächst mal "nur", aber eben auch unausweichlich, die Anwesenheit einer Gottheit, bzw. die Anwesenheit ihres Einflusses oder ihrer Kraft in einer Situation zu stärken. Und das kann dann mitunter im Effekt unerfreulich sein, weil die Eigenschaft nicht passt.


    Tiefgehende schicksalsändernde Eingriffe halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, allenfalls kann man sich irgendwo durchmogeln, dann spart man sich das Unglück halt für später auf. Oder positiver, vielleicht kann man das Unabänderliche abmildern.


    Und dieser schwierige Vers mit dem "übergeopfert" interessiert mich daher immer wieder. Ohne zu wissen, welche Übersetzung nun perfekt wäre, würde ich es am ehesten so interpretieren, dass man sich nicht nur auf Opfer verlassen soll, man eben immer auch bedenken muss, dass nicht alles "regelbar" oder vielleicht eher, dass nicht alles änderbar und abwendbar und Gutes nicht immer erreichbar ist.


    Von daher beziehe ich es dann nur auf zweckgebundene Opfer. Opfer an sich als freie Verehrung würde ich da nicht einbeziehen.

  • Ich sehe das ganze aus einer weit pragmatischeren Sicht. Die Götter sind jeweils eine Sippe, die Asen sind eine und die Vanen ebenso. Ebenso habe auch ich meine Sippe. Wenn ich mit und zu ihnen spreche, so tue ich die aus Freundschaft einer anderen Sippe gegenüber, welche durch eine erweiterte Ahnenverehrung einen Gotterstatus inne hat.


    Nun zum Thema: Ich beschenke diese befreundeten Sippen nur dann, wenn es nötig ist, da es auch kein Sterblicher mögen würde, wenn man ihn mit Zeug überhäuft, welches er im schlimmsten Falle nicht einmal braucht oder welches ihm nicht gefällt. (Man stelle sich vor, man würde dem eigenen Partner aus der Laune heraus 200 Sträuße Blumem schenken, welche er garnicht mag. Da fühlt sich der beschenkte schon irgendwie komisch und eher unwohl.)


    Das mit dem Opfer an die Götter fungiert bei mir als Erweiterung des Spruches "Einem Freund sollst du Freund sein und Gabe mit Gabe vergelten.." insofern bedanke ich mich mit kleinen Sachen für den allgemeinen Schutz und etwaige Segen und bei größeren Angelegenheiten schenke ich etwas wertvolleres, da ich dann auch etwas speziellere Unterstützung suche.


    Hoffe das war soweit gut zu verstehen. ;)

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  • Unsere Götter sind auch nicht wie der Christengott. Die Alten haben diese auch nie um eine direkte Lösung ersucht.


    Heidenkomplex :rolleyes:





    Laß Heervater um Huld uns bitten.
    Er vergilt und gibt Gold den seinen:
    Hermod gab er Helm und Brünne,
    Schenkte Sigmund ein Schwert zu eigen.


    Gib Sieg diesen, Besitz denen,
    Rat und Rede Recken vielen,
    Fahrwind den Degen, Dichtkunst Skalden,
    Mannhaftigkeit manchen Helden.


    - Das Lied von Hyndla (Lieder-Edda)



    Damals gab es auch fruchtbare Jahre durch alle Lande. Das schrieben die Schweden Frey zu, und deswegen verehrte man ihn mehr als die anderen Götter, weil zu seiner Zeit das Volk im Lande reicher wurde als je zuvor.


    -Ynglinga Saga Kap. 10.


    Der Dritte Ase ist der, den man Njörd nennt. Er waltet über den Zug des Windes und stillt Meer und Feuer. Ihn soll man anrufen für Seefang und Fischfang. Er ist so reich und und mit Habe beglückt, dass er Land und lose Habe reichlich verleihen kann, und man ruft ihn dafür an.


    -Gylfaginning (Snorra-Edda) Kap. 23



    Übersetzungen nach Walter Baetke

  • Heidenkomplex :rolleyes:

    Lass mir meinen Heidenkomplex X/ Ich persönlich finde es nach wie vor beklagenswert, dass das Christentum hier seinerzeit mit Feuer und Schwert und Propaganda einfiel. Dass sie auf sehr viele alte Kultstätten ihre blöden Kirchen gepflanzt haben und Götzen verteufelt und zerstört haben. Der Christ an sich kann von mir aus glauben, was er will, aber seiner Religion gegenüber bin ich dennoch nicht wohlgesonnen. :faxen:

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  • In der Ausnahme:
    Bitte ich einmal , so nehmen sie dreimal.
    So verstehe und erlebe ich das alte Gesetz.


    Nachdenklich der Gehngeist

    Altes Gesetz?
    An sich sagt man ja, "a gift for a gift". Also wie kommst du auf dreimal?

    (...)
    Tags darauf habe ich mir bei einer eher einfachen Arbeit richtig übel in den Finger geschnitten.
    (...)
    Ich denke mal das er sich das gehohlt hat was ihm zusteht.

    Meinst du das unsere Götter so gehässig sind?
    Dem Christengott würde ich das zutrauen, aber den nordischen Göttern?
    Ich habe mal folgendes erlebt: Es gab (gibt?) in der nächsten grösseren Stadt einen Heidenstammtisch und ich überlegte dort hin zu fahren. Ich fuhr dann nicht dort hin. Am nächsten Tag brach mir ein Zahn ab. Ich habe dann überlegt ob es eine Strafe der Götter sein könnte. Ich kam aber zu dem Schluss das unsere Götter nicht so sind. Die Götter haben die Menschen gemacht weil sie Lust dazu hatten. Das Konzept der Sünde, also das man etwas normales tut was nur dem Gott nicht in den Kram passt, gibt es im Heidentum nicht. Was ich nicht schwöre, das muss ich auch nicht halten. Deshalb schwöre ich ja auch an sich nicht. Die Götter richten nicht, solange du dich nicht mit ihnen anlegst. Solange du nichts vorsätzlich unehrenhaftes tust, was soll passieren? Und selbst wenn, dann musst du mit dem ausseinander kommen gegenüber du dich unehrenhaft verhalten hast. Die Götter haben da nicht zwangsläufig mit zu tun. Oder sehe ich das falsch?

  • Ist "NAZI" langweilig geworden?

    Das ist schon wesentlich älter als "Nazi" und leider nicht ironisch gemeint ^^


    Will den Thread aber nicht weiter ins Offtopic führen, und wie gesagt, ist eh ein Kampf gegen Windmühlen.

  • Man hört das immer wieder mal, dass man es nicht übertreiben soll. Habt ihr das denn schon mal erlebt, dass ein zuviel zu negativen Folgen führt?

    Aber natürlich, wenn man übertreibt ist die Geldbörse und somit der Kühlschrank, der Brotkorb und letztendlich der Bauch leer. Kurz, du hast nichts mehr zu fressen.


    Und genau das ist wohl auch der Inbegriff des Spruches. Es einfach nicht zu übertreiben, weil, sonst hat man selber nichts mehr.


    Es geht also nicht darum wer viel gibt bekommt auch viel zurück. Der Selbstschutz vor einem ruinösen und törichten Handeln ist gemeint.


    Donars Segen mit euch


    Uwe