Rauhnächte – Brauchtum

Schon gewusst…?

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  • Ist ja bald wieder soweit und ich dachte mir fragst mal nach, was noch so bekannt ist und was vielleicht sogar noch bei dem ein oder anderen praktiziert wird. Was die Rauhnächte sind und wann sie beginnen, dürfte jedem bekannt sein. Mir geht es darum wie die, meist ländliche Bevölkerung, diese Tage verbracht hatte. Da gab es einige Dinge zu beachten und ich weiß noch von meinen Großeltern, dass sie einige Reime und Sprüchlein kannten. Gerade im Raum Böhmen, Bayern und Österreich waren/sind die Bräuche sehr stark verwurzelt. Einige Weisheiten stammen noch aus vorchristlicher Zeit, andere haben sich im Laufe der Jahrhunderte vermischt. Ich möchte gerne mit euch zusammentragen was noch bekannt ist was an diesen Tagen und Nächten zu beachten war.


    Bei meinen Großeltern war es noch üblich, einen Mistelzweig über der Eingangstür aufzuhängen. Liebes-Paare, die hindurch gingen hatten sich darunter zu küssen. Das soll helfen damit das Paar für immer zusammen bleibt. Bei meiner Schwägerin und bei uns wird das auch noch so gemacht, bei der jüngeren Generation leider nicht mehr.


    Sehr eindringlich wurde uns Kindern von den Großeltern beigebracht, in der Zeit keine Wäsche zu waschen oder aufzuhängen. Den genauen Wortlaut von dem Reim weiß ich nicht mehr aber sinngemäß ging es darum seine Wäsche nicht auf dem Boden aufzuhängen, sonst trägt man im Laufe des nächsten Jahres seine Lieben mit einem Leichentuch heraus.


    Meine Oma hatte uns Kindern damals erzählt wie sie das Haus und den Stall geräuchert hatte um die bösen Gestalten in der Rauhnacht zu vertreiben. Bevor sie nach dem Krieg vertrieben wurden, hatten sie noch einen Hof. Das war damals sehr interessant, weil wir Oma und Opa nur in ihrer kleinen Stadtwohnung kannten.


    Bis zur Thomanacht mussten alle Hausarbeiten und Arbeiten erledigt sein. Da war immer eine große Reinigungsaktion und Staubwischen in der ganzen Wohnung angesagt. Danach konnte man in die besinnliche Zeit gehen und es durfte nicht mehr schwer gearbeitet werden, sonst verärgert man die guten Geister. Heute weiß ich, die Thoma(s)nacht ist die Wintersonnenwende und die guten Geister waren einst mal unsere Götter.


    Was wisst ihr noch, was ist euch oder euren Großeltern (falls noch möglich nachzufragen) noch bekannt? Bevor das Brauchtum ganz in Vergessenheit gerät.

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Die Rauhnächte sind ein wichtiger Bestandteil in meiner Weltensicht und Jahreskreis.
    Alte Strukturen aufbrechen, Platz für Neues schaffen.
    Für mich eine Übergangszeit, eine mystische Zeit.
    Die wilde Jagt stellt das Gleichgewicht wieder her.
    Ich nutze diese Zeit, um hinter meinen Schatten zu schauen und , wenn nötig, Wandlungen einzuleiten.
    Für mich sind es auch die Wolfsnächte,mich im privaten Bereich von der "lauten Welt" fern zuhalten,
    Kurze Tage , lang die Nacht.
    In meinem Revier , der Gang zur bekannten Wegegabelung, um Zeichen wahrzunehmen und Weichen zu stellen.
    Eine Hausreinigung ist selbstverständlich und dies ist nicht nur "putzig" gemeint.
    Räucherwerk, hier hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen.
    In den 12 "fehlenden" Nächten zwischen Mond - und Sonnenjahr, erwacht die feinstoffliche Aktivität des Geistes.
    Mein Nutzen, spüren der feinstofflichen Bewegung, des alles miteinander verbindenden Netzes.
    In dieser scheinbaren Stille, herrschen für mich in feinstofflichen Gefilden , rege Arbeit.


    Dies schreibe ich aus meiner Weltensicht.


    Gehngeist :prior:

  • ich kann mich nur an die Kerzen meiner Oma erinnern. die ganzen Raunächte waren die am Brennen. Weil wir uns nach dem Licht sehnen und es uns wieder bald wärmen und die Welt wieder zum Leben erwecken soll.

  • Die kuriosen Weihnachtsbräuche im alten Hamburg





    Ein neues Buch schildert die Weihnachts- und Silvesterbräuche von einst. Vor allem derb und ängstlich ging es damals zu.



    Hamburg. Reichlich merkwürdig ging es rund um die Weihnachtstage einst im alten Hamburg zu. Neben allen Festlichkeiten war es auch eine Zeit voller Aberglaube, Völlerei und Krawall. Von der Besinnlichkeit unserer Tage war damals nur wenig zu spüren.



    Das macht Angelika Rosenfeld in ihrem Buch "Weihnachten im alten Hamburg" deutlich (Verlag der Nationen, 216 S., 15,95 Euro).



    Viele Details hat die Autorin herausgefunden. So konnten in Hamburg zunächst nur an einem einzigen Ort Weihnachtsbäume gekauft werden: auf dem Gänsemarkt. Die Tannen und Fichten mussten per Bahn aus dem Harz oder dem Thüringer Wald herbeigeschafft werden, denn in Hamburg und Umgebung gab es erst von 1900 an die ersten Plantagen zur Aufzucht. Anders als heute war es in der Weihnachtszeit und um Neujahr herum fast immer sehr kalt, und meistens froren Alster und Teile der Elbe zu. Im Jahr 1829 "stand" die Elbe über 100 Tage, wie Rosenfeld nachweist, und im Winter 1838/39 soll das Eis des Flusses sogar sechs Meter dick gewesen sein. Übrigens: 1881 eröffnete Franz Gladow am Wandsbeker Markt eine Kunsteisbahn – es war die erste Deutschlands.



    Tiefster Aberglaube prägte die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Noch heute berufen sich ältere Hamburger darauf, dass man "zwischen den Jahren" – genau genommen vom 25. Dezember bis zum 6. Januar – keine Wäsche waschen dürfe. Dahinter steckt die Furcht, dass weiße Wäsche an der Leine an Totenhemden erinnere. An diesen zwölf Tagen ("Twölften") wurden auch andere Arbeiten eingestellt, zum Beispiel das Dreschen und Nähen.



    Die heute so beschauliche Zeit nach den Weihnachtstagen war im alten Hamburg mit ständigem Lärm angefüllt, um Dämonen zu vertreiben. Das steigerte sich bis zu Silvester, das noch bis in das 19. Jahrhundert hinein "Altjahresabend" hieß. Privatleute schossen mit Gewehren und Pistolen in der Gegend herum, sogar Kanonen wurden abegfeuert. Jugendliche warfen Flaschen und Töpfe gegen Haus­türen – alles angeblich nur, um Geister loszuwerden. Das dauernde Geballere mit Vorderladern musste bereits in den 1840er-Jahren verboten werden, nachdem etliche Menschen in der Stadt zu Schaden gekommen waren. In Hamburgs Umgebung hielt sich diese Unsitte noch deutlich länger. Davon übrig geblieben ist die Silvesterknallerei unserer Tage, die im Vergleich zu früher eigentlich recht friedlich anmutet.



    Auch in ganz bürgerlichen Häusern und Wohnungen dominierte Spökenkiekerei die Silvesternacht, und man vertrieb sich die Zeit mit allerlei Spielen, um einen Blick ins neue Jahr zu tun. Dienstboten warfen Schuhe hinter sich durchs Zimmer und sahen sich dann das Ergebnis an. Zeigte die Spitze in Richtung Tür, stand im neuen Jahr ein Ortswechsel an. Das noch heute beliebte Bleigießen wurde damals viel ernsthafter betrieben, geradezu ängstlich blickten die Gäste auf das Ergebnis. Wer kein Blei hatte, schlug Eier in eine Schüssel Wasser und betrachtete gebannt die entstehenden Gebilde. Makaber war das Salzorakel. Man presste für jeden Teilnehmer Salz in einen Fingerhut, stülpte diesen um und ließ die Salzkegel über Nacht stehen. Derjenige, dessen Kegel am Morgen eingestürzt war, musste damit rechnen, dass er im neuen Jahr sterben würde.

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    Einmal editiert, zuletzt von Hallvard ()

  • Danke fürs Einstellen! :thumbup: Finde ich als Exil-Hamburgerin und Nordlicht im Herzen sehr interessant. Besonders aber, dass die Bräuche sich deutschlandweit doch sehr ähneln (Arbeitsruhe in den Rauhnächten).

    Nich dafür Kisa!


    Der Knecht Ruprecht brauch soll ebenfalls vom Norden aus die meisten regionalen Bräuche abgelöst haben. Außer in Bayern, Schweiz und Österreich.

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