Wie umgehen mit den Christlichen Feiertagen?

Schon gewusst…?

Es sind derzeit leider keine Texte verfügbar.
  • Die Diskussion von Zenon über die Götter hat mich dazu veranlasst, mal wieder in "Mythologie der Germanen" von Meyer (1903 ) zu blättern, gerade über Donar/Thor... die Donnerstage und gerade die hervorgehobenen Donnerstage unseres Kalenders wie Gründonnerstag, Himmeltagsdonnerstag, die Adventsdonnerstage werden ja mit Donar in Verbindungung gebracht. Donnerstag ist sicherlich eine Übersetzung aus dem Lateinischen, doch als dieser von den Germanen übernommen wurde, waren sie ja noch Heiden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass Feierlichkeiten zu Ehren des Donnergottes bei den Germanen, die die römische Woche übernommen hatten, nun bevorzugt an diesem seinen neuen Tag begangen wurden, gerade so wie heute in evangelisch geprägten Gebieten ehemals katholische Feiertage mit Fixdaten (Mariä Himmelfahrt am 15. August) auf den erstfolgenden Sonntag verlegt wurden.


    Der langen Rede kurzer Sinn: Ich spiele mit dem Gedanken, an diesen herrvorgehobenen Donnerstagen den Donnerer zu ehren. Macht das hier sonst noch jemand? Ich weiß, die Ausschreitungen, zu denen es leider mitunter am "Herrentag" kommt, will ich nun nicht unbedingt sakralisieren, allerdings- und ich möchte keinem zu übermäßigem Alkoholgenuss anregen! - haben diese auch ihre Parallelen: im alten Rom beteten die Menschen am 23. Juli zu ihrem Wassergott Neptun, er möge während des heißen italienischen Sommers die Gewässer doch möglichst nicht austrocknen lassen. Überliefert ist nur, dass die Menschen Laubhütten am Tiberufer errichteten und madslos tranken... und dieses maßlose Trinken wird als sympathetischer Zauber gedeutet: analog zu dem vielen Getrunkenen sollen auch die Quellen und Flüsse stetig voll sein. Und nach Meyer dienten die Opferfeste für Donar im Frühling und Sommer ja auch dem Zweck, den Regen heraufzubeschwören. Und sollte Thor bei Utgard-Loki nicht auch dereinst das Meer leertrinken? Wie gesagt, ich möchte weder hinter den Herrentagsausschreitungen altgermanische Regenrituale suchen, noch Forenmitglieder zur Trunksucht verleiten! Ich möchte nur wissen, ob es hier welche gibt, die den Gründonnerstag oder Himmelfahrtsdonnerstag oder den Donnerstag überhaupt irgendwie mit Donar verbinden?



    PS: Ich esse an diesen Tag nach Möglichleit Erbsen und wasche kein Geschirr. Alles gemäß HDA.

  • Donnerstag ist sicherlich eine Übersetzung aus dem Lateinischen,

    Der Donnerstag ist dem Donnerer gewidmet. Deswegen Donner stag. Nix mit lateinisch. :)

    Was sind Adventsdonnerstage ? ;)


    Grundsätzlich sind die Wochentage, auch wenn sie Göttern der Sonne und dem Mond gewidmet sind, für uns erst mal nichts besonderes. Sonst müßten wir ja jeden Tag ein Fest feiern. :eek: Gründonnerstag ist bei uns kein Feiertag, Himmelfahrt wird ganz normal gefeiert. Aber, eigentlich könnte man den Tag ja auch mal heidnisch begehen. Ach quatsch, das lassen wir mal. Ruhe und Andacht reichen alle male.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Himmelfahrt wird ganz normal gefeiert. Aber, eigentlich könnte man den Tag ja auch mal heidnisch begehen.

    Joar - am "Tag des fliegenden Draugrs" kann man schonmal ein Bierchen trinken, näch? #Skøl#

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Der Donnerstag ist dem Donnerer gewidmet. Deswegen Donner stag. Nix mit lateinisch. :)

    Was sind Adventsdonnerstage ? ;)

    Danke für Deine Antwort. 😀


    Ich kenne die Adventsdonnerstage auch nur vom Schreibenlesen. Sollen die drei Donnerstage vor Weihnachten sein. Bisher war mir nur (wiederum aus Büchern) der letzte Donnerstag vor Weihnachten als der Frau Holle heilig bekannt.




    Widersprechen möchte ich nicht, aber ich habe das doch so gelernt, dass die Sieben-Tage-Woche, deren einzelne Tage nach den sieben Astralgöttern benannt sind, aus Mesopotamien stammt und über Ägypten und Griechenland nach Rom gelangte und von dort nach Germanien. Aus dem ursprünglichen Tag des Marduk wurde der Tag des Zeus, anschliessend der Tag des Jupiter (Latein: Dies Iovis; It.: Giovedi; Fr.: Jeudi) und endlich der Tag des Donar (und bei den Polaben sogar der Tag des Perun: Peräundan (wobei die Forscher annehmen, dass zu der Zeit, als die Wenden den dt. Donnerstag in ihre Sprache übersetzten, "Perun" nur noch "Donner", nicht aber mehr den diesen beherrschenden Gott, bezeichnete, wie im Deutschen und Polnischen (Piorun) auch)).

  • Widersprechen möchte ich nicht, aber ich habe das doch so gelernt, dass die Sieben-Tage-Woche, deren einzelne Tage nach den sieben Astralgöttern benannt sind, aus Mesopotamien stammt und über Ägypten und Griechenland nach Rom gelangte und von dort nach Germanien.

    Mir war das bisher so bekannt, das wir den 7 Tage Schöpfungsmythos der Bibel als Wochentage übernommen haben. Deswegen auch der eine Ruhetag in der Woche, der eigentlich der Samstag sein müßte. Samstag leitet sich von Sabbat ab. Somit fängt rein theoretisch die Woche mit dem Sonntag an. Wieviele Wochentage unsere Altvorderen hatten, keine Ahnung. Da sie aber einen Kalender kannten, müssen da auch Monate und Wochen vorhanden gewesen sein.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Wochentage wurden nach Planeten benannt, diese sollen frueher auch Goetter gewesen sein. (urspr. Mesopotamien) Von den Roemern abgeschaut, haben dann die Germanen eigene Namen genommen, sonst die Woche jedoch uebernommen.


    So ist die gaengige Vorstellung.


    Dass die Germanen zu jeder Zeit ein Kalender kannten, stimmt gar nicht. (Die Zeitspanne der Germanen /Indoeuropaeer ist ja auch n bisschen laenger... ;))

  • Mir war das bisher so bekannt, das wir den 7 Tage Schöpfungsmythos der Bibel als Wochentage übernommen haben. Deswegen auch der eine Ruhetag in der Woche, der eigentlich der Samstag sein müßte. Samstag leitet sich von Sabbat ab. Somit fängt rein theoretisch die Woche mit dem Sonntag an. Wieviele Wochentage unsere Altvorderen hatten, keine Ahnung. Da sie aber einen Kalender kannten, müssen da auch Monate und Wochen vorhanden gewesen sein.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Mir ursprünglich auch. Die Germanen haben die Siebentagewoche und die Benennung der jeweiligen Tage jedenfalls im 4. Jh. Von den Römern übernommen und im 4. Jh. Waren auch noch nicht alle Bürger des Römischen Reichs Christen.


    Offiziell wurde die Siebentagewoche 321 im RR eingeführt, als Konstantin den Tag der Sonne zum gesetzlichen Feiertag für alle Bürger, Heiden wie Christen, einführte.


    Bekannt in Rom muss die Sieben-Tage-Woche schon zu Zeiten Julius Cäsars gewesen sein, so Nilsson (1974: 487). Die R. hatten eine Achttagewoche und die Wochentage waren nach den Buchstaben des Alphabets benannt. Der Astralglaube und die Popularastrologie hatte allerdings bereits Einzug in Rom gehalten. Der Satiriker Juvenal (I. - II. Jh.) spottete über die Frauen die ängstlich Tag und Stunde beoabachren, wann man zur besten Zeit essen sollte oder sonstiges (nicht nur die Tage, auch die Stunden waren den 7 Planetengöttern geweiht), und der Historiker Cassius Dio (II.-III. Jh.) b benutzt die Siebentagewoche, um den Zeitpunkt des Ausbruchs des Vesuvs zu schildern. Bei den Römern fing die Astralwoche am Samstag an, der in ihrer Sprache Saturnstag hieß (dt. Samstag leitet sich von Sabbat ab, Saturday und Zaterdag hingegen von Saturn).


    Die Römer haben die Siebentagewoche nicht erfunden. Nach Wikipedia (*duck und wech*) stammen die ältesten Belege aus Babylonien und Ägypten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Der Monat war ein Mondzyklus von 28 Tagen. Angesichts der vier Mondphasen (Neulicht, erstes Viertel, Vollmond und letztes Viertel) hat sich die Einteilung in vier Zeiteinheiten von jeweils sieben Tagen wohl ergeben. Der siebte Tag hieß auch im Babylonischen Sa-ba-tu (vielleicht stammt das Wort auch aus dem Sumerischen: die Sumerer waren Indoeuropäer und deren Sprache war mit der unsrigen verwandt. Sabatu, darin lese ich in volksetymologischer Manier "siebte(r/s)".Sumer wurde von Babylon abgelöst, die Babylonier sprachen eine semitischen Sprache, das Sumerische wurde allerdings als Kultsprache teilweise beibehalten, so wie später in Europa das Lateinische.). Lustigerweise galt der 7., der 14., der 21. und der 28. Tag als eher unheilvoll für neue Unternehmungen und war es den babylonischen Königen, Priestern und Ärzten nicht gestattet, an diesen Tagen zu Arbeiten. Rituale und Opferhandlungen sind nur für den 28. Monatstag belegt.


    Die ältesten schriftlichen Belege der Tora stammen aus dem 5. Jh. Ob die Siebentagewoche von Anfang an Bestandteil der Tora war, ist nicht gesichert. Wie gesagt, alles von Wikipedia zu den Einträgen über die Siebentagewoche, die Wochentage, den Sabbat usw.



    Sicherlich müssen auch sie Germanen und andere Völker ihre Kalender gehabt haben, da diese ja wichtig waren für die Landwirtschaft.

  • Interessanterweise ist die Zeitspanne eines Jahres als auch des Monats astronomisch nachvollziehbar. Mit diesen Größen lässt sich verlässlich rechnen. Dass der Monat aber nochmals in Wocheneinheiten geteilt wird, und diese eben sieben Tage beträgt, ist ein Produkt der semitischen Kultur. Meines Wissens nach lässt sich in der Astronomie keine beobachtbare Periode von sieben Tagen ableiten.


    Im Zuge der französischen Revolution wurde ganz im Geiste des Antikatholizismus der Französische Revolutionskalender geschaffen. Zwar gab es auch hier 12 Monate zu je 30 Tagen - doch diese wurden in 3 Perioden zu je 10 Tage eingeteilt. Die 7-Tage-Woche war in Frankreich von 1789 bis 1805 verschwunden.

  • Dass der Monat aber nochmals in Wocheneinheiten geteilt wird, und diese eben sieben Tage beträgt, ist ein Produkt der semitischen Kultur. Meines Wissens nach lässt sich in der Astronomie keine beobachtbare Periode von sieben Tagen ableiten.

    Oder der sumerischen Kultur. Bei den Römern fielen der Nonen (= erstes Viertel) und der Iden (= Vollmond) in manchen Monaten auf den 5. Bzw. 13., in anderen auf den 7. Bzw. 15. Tag. Vielleicht haben die Babylonier es sich einfach einfach machen wollen. Schließlich haben ja auch die Römer ihr Mondmonate fixiert und fiel der Monatserste bei ihnen auch nicht mehr mit dem Neulicht zusammen.

  • Oder der sumerischen Kultur.

    Da könntest du recht haben. Schenken wir den alttestamentarischen Geschichten Glauben, so stammte Abraham aus Mesopotamien. Die dort ansässigen Chaldäer waren ja "Ur-Semiten", wenn man so will. Dass die Hebräer einen bereits bestehenden sumerischen Kalender übernahmen wäre natürlich eine nachvollziehbare Theorie. Aber hierzu habe ich zu wenig Fachliteratur gelesen, um etwas "Kompetentes" von mir geben zu können. :)

  • Dass die Germanen zu jeder Zeit ein Kalender kannten, stimmt gar nicht.

    Nun, die Himmelsscheibe von Nebra beweist, das die Altvorderen, ob nun Germanen oder nicht ist dabei wurscht, schon im zweiten vorchristlichen Jahrtausend mit einem kalender arbeiteten.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Die Christen haben ihre Feiertage einfach auf unsere gelegt also wenn man es genau nimmt feieren sie unsere Götter. Mit ihren Messen nur sie Haben es vergessen.

    Aber wir nicht.

  • Die Christen haben ihre Feiertage einfach auf unsere gelegt also wenn man es genau nimmt feieren sie unsere Götter. Mit ihren Messen nur sie Haben es vergessen.

    Aber wir nicht.

    Mit der Ausnahme von Pfingsten (Schawu'ot) hast du recht.

    Also gerade Weihnachten und Ostern sind ja die zwei Klassiker.

  • Mit der Ausnahme von Pfingsten (Schawu'ot) hast du recht.

    Und sogar in Pfingsten haben sich heidnische Bräuche eingeschlichen, u. a. Durch das römische Rosalienfest, eine volkstümliche Totengedenkfeier im Mai, die von den Römern über die Griechen bis zu den Slawen gelangte. Allen schon die Pfingstrosen deuten daraufhin. Im Rosalienfest stand aber auch keine Gottheit zentral und war daher für Christen weniger problematisch.

  • Und sogar in Pfingsten haben sich heidnische Bräuche eingeschlichen, u. a. Durch das römische Rosalienfest, eine volkstümliche Totengedenkfeier im Mai, die von den Römern über die Griechen bis zu den Slawen gelangte. Allen schon die Pfingstrosen deuten daraufhin. Im Rosalienfest stand aber auch keine Gottheit zentral und war daher für Christen weniger problematisch.

    Jo.

  • Das Rosalienfest ist für alle Götter damit es ein gutes Jahr wird für alle.

    Deshalb werden sehr viele Verschiedene Speisen Geopfert und viel Met.

    Das ist die zeit für Fürbitten an alle Vanen Vasen von Walhall.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden