Wie umgehen mit den Christlichen Feiertagen?

Schon gewusst…?

Yggdrasil, altnordisch Yggdrasill, auch: Weltesche, ist in der nordischen Mythologie der Name einer Esche, die als Weltenbaum den gesamten Kosmos verkörpert. Andere Namen dieses Baums waren wohl Mimameid oder Lärad.

  • Weißt Du, ich bin auch ein sehr pragmatischer Heide. Es geht mir nicht darum, um etwas zurückzubekommen von den Christen. Dadurch, dass ich nicht getauft bin und im Prinzip in einem Staat geboren wurde, wo Religion ohnehin nicht gern gesehen war (in der Volksrepublik Polen soll sogar eigens dem Brauch des Winteraustreibens durch Ertränkung einer Puppe neues Leben eingeblasen sein, um die auch zu realsozialistischer Zeit starke katholische Kirche Polens zu triezen), und daher habe ich keine direkten Erfahrungen mit der Kirche oder christlichen Menschen gemacht. Aber eben wieder einen natursymbolischen und damit neutralen Bezug offizieller Feiertage herzustellen, dass finde ich schon ganz gut.


    Ich will auch noch ein Mal betonen, dass ich oben nicht behauptet habe, dass Christi Himmelfahrt ein alter Feiertag aus dem Donarkult war! Das war er nicht, aber die Vorstellungen und Bräuche bezüglich des Wetters haben weniger mit Christi Auffahrt in den Himmel, als vielmehr mit dem Tag dieser seiner Auffahrt zu tun: einem Donnerstag.

  • Heil dir, Iwan!

    Nach allem, was du so im Bezug auf das Wetter/ Unwetter schreibst, kommt es mir schon ein bisschen so vor, als könnte doch ein etwas älteres (Donar-) Fest dahinterstecken!

    Dann werde ich morgen wohl ausnahmsweise, dieses "Alkohol" probieren, von dem ich schon so viel gehört habe!

  • Eine andere Deutung wäre, dass man gerade wegen möglich bevorstehender Dürre an eben diesem Tag ausreichend trinken sollte - wer weiß, ob es denn noch genug geben würde. Es ist alles natürlich Spekulation.

    Eine dritte Deutung wäre die, dass man gerade vermeiden wolle, dass es in den kommenden Wochen zu viel regnete (was die Ernte verdorben hätte) und das man deshalb Wasser wegtrinken (lassen) wollte...?


    So, jetzt geht es gleich ab in den Wald, Kräuter (Blumen) sammeln! :-)

    ... irgendwo zwischen Volksbrauchtum und Philhellenentum ...

  • Ich verlege das Thema mal aus dem "Was hört ihr?"-Thread hierher. "Samstag" ist ja immerhin die verkorkste Variante von Sabbats-Tag.:P


    Code: OFF TOPIC
    Dem Indiculus zufolge sollen die germanischen/altsächsischen Heiden ja dem "Merkur" und dem "Iuppiter" (Wodan und Thunar) an ihren jeweiligen Tagen (Mittwoch und Donnerstag) geopfert haben.

    Das hatte ich mir auch schon überlegt, aber da sich (fast*) jeder Wochentag einer Gottheit zuordnen lässt, würde das ganz schön ins Geld gehen!

    Der Indiculus spricht ja lediglich von "feriis", also Feiertagen oder Festen für die Beiden. Ob es sich dabei jetzt um Hochgezeiten handelt (also nach dem Vollmond bestimmt) oder um Feste, welche auf die nach ihnen benannten Tage fallen wird (wegen des leider fehlenden Inhaltes des Indiculus) nicht weiter ausgeführt.

    Klar ist letzteres auch denkbar und auch im Brauchtum belegt, aber ich denke eher nicht, dass man jede Woche geopfert hat. Die Leute haben ja schließlich auch andere Dinge zu tun.


    * das der Sonnabend der Göttin Hel geweiht ist, dürfte wohl reine Spekulation sein.

    Also ich habs wohl schon als Tag des Pseudogottes "Sater" gehört oder aus dem Isländischen falsch zusammengewurstet als "Lokis-Tag", aber das mit Hel ist mir neu.:ugly:

    In Skandinavien heißt er durch die Bank weg "Bade-" oder "Waschtag".

    Und obwohl man im Plattdeutschen, genau wie im Englischen und Niederländischen, den Saturn übernommen (Saterdag, Saturday, Zaterdaag) hat, kenne ich aus meiner Kindheit auch den Samstag noch als Badetag.:/

    zufall-ich-denke-nicht.jpg

  • Für den Sonnabend* kenn ich auch noch den alten Namen "Laugrdag".

    Ich denke mal, es passt für viele Leute einfach nicht in's "System", das sich einer von sieben Tagen, eben keiner (germanischen) Gottheit zuordnen lässt.

    Denkbar wäre auch, zu Beginn eines jeden Monats (ab dem jeweiligen Neu- oder Vollmond) eine Woche lang, den (Haupt-) Göttern zu opfern- eben jedem an seinem heiligen Tag.

    Oder zu Beginn einer neuen Jahreszeit vielleicht.


    * Samstag zu sagen, versuche ich mir schon seit Jahren abzugewöhnen- ja, ist mir halt nicht germanisch genug!

  • Kret : Ja, da haste Recht, wenn von "Feriis" die Sprache ist ... manchmal finde ich dieses wöchentliche Opfern tatsächlich schon viel... Aber habe mich nun drann gewöhnt...


    Widulf Das finde ich irgenwie eine gute idee mit den ersten Wochentagen des Monats... am Neumond (Neulicht) und Vollmond wäre wie bei de Römer... auch keine schlechte Idee... die ollen Athener hatten jedenfalls einen acht- bis neuntägigen Opfermarathon jeden Monatsanfang:

    1. Tag des neuen Mondes: Hausgöttern und Ahnen;

    2. Tag: Agathos Daimon, dem holden Geist in Schlangengestalt;

    3. Tag der Athene;

    4. Tag der Aphrodite, dem Eros, dem Hermes und dem Herakles;

    5. Tag = Ruhetag

    6. Tag der Artemis

    7. Tag dem Apollon

    8. Tag dem Poseidon und Athens Nationalheldem Theseus

    9. Tag der Rhea, den Musen und dem Helios

    ...


    Die nach den Planeten benannten sieben Wochentagen waren schon zu Cäsars Zeiten in Rom bekannt. Offiziell eingeführt wurden sie erst gut 400 Jahre später unter Kaiser Konstantin, als der Sonntag zu einem offiziellen Ruhetag wurde, wohl um Christen und Heiden einen gemeinsamen Festtag zu geben. Vorher waren sie kein offizieller Bestandteil des Festkalenders, fanden im Volksglauben allerdings Beachtung. Wenn ich zu Hause bin, führe ich mal n paar Beispiele an.


    Zum neuen Mond spende ich den Geistern meiner verstorbenen Familienmitglieder immer eine große, dicke Duftkerze.



    Sonnabend - Samstag, der Hel geweiht? Ich las irgendwo mal, dass dieser Tag ein Frau-Holle-Tag sei? Holle - Hel? Daher vielleicht?


    Widulf : Kennste den der Hel geweihten See in Berlin?

    ... irgendwo zwischen Volksbrauchtum und Philhellenentum ...

  • Heil dir, Iwan!

    Den Hellsee in Berlin kenne ich nur vom Namen her. Ich hab mal irgendwo gelesen, er würde jährlich zwei Opfer fordern- also das da früher Leute ertrunken wären, oder irgendwas in der Richtung.

    Das mit dem Ruhetag am 5. Tag, bei den Athenern, finde ich auch interressant, da ich bereits ähnliche Überlegungen, bezüglich des Sonnabends (im germanischen) hatte.

  • Heil dir, Thorshammer91!

    Das mit den Nornen, würde sogar irgendwie Sinn machen, da (soweit ich weiß) die heidnische Woche ja bereits am Tag der Sonne beginnt!

    Dann würde der Sonnen-Abend auf den Sonnenuntergang und das Ende der Woche verweisen und die Zeit, bis die neue Woche, dann am Sonnen-Tag beginnt, könnte durchaus als "Grenzzeit" interpretiert werden, wo die Nornen, das Schicksal für die kommende Woche spinnen.

    Oder bin ich jetzt irgendwie komplett abgedriftet?

  • Samstag


    7. Samstag: ahd. Sambastac, mhd. Samztac, westfälisch Saterstag, Saiterstag


    Bei den Römern war der 7. Tag der Woche der Tag des Saturn, lat. dies Saturni. Auch im deutschen Raum lassen sich für den alten Namen des Samstages nur niederdeutsche Formen belegen, die auf die römische Bezeichnung hinweisen dies Saturni: westfälisch Saterstag, Saiterstag, ndl. Zaterdag, afries. Saterdei, ne. Saturday. In Nordeuropa setzte sich die Bezeichnung langardagr, d.h. 'Badetag' durch. Die oberdeutsche Form ahd. sambaztac, sambastac, samiztac, mhd. samtez-, samez-, samztac neben sames-, samis-, samstac, nhd. Samstag, franz. samedi stammt aus dem biblischen Sabatum, lat. sabbati dies, dem jüdischen Sabbat (dem 'Ruhetag').



    Der zweite, schon früh auftretende althochdeutsche Name sunnún áband, mhd. sunnen ábent ('Sonnabend') bezeichnet den Abend, d. h. den Tag vor dem Sonntag, eine übliche Einteilung des Tages bei den Germanen, wo ein Tag mit dem Abend begann. "Er lässt die Sonne am Vorabend des ihr geweihten Sonntages als zur Ruhe gehend erscheinen, um dann an diesem, dem ersten der Woche, gleichsam mit ihrem Lauf neu zu beginnen."



    Der Sonnabend gehörte im heidnischen Volksglauben wahrscheinlich dem Freyr, ahd. fró. Im christlichen Volksglauben sollte an diesem Tag die Sonne scheinen, wenn auch nur zu Mittag drei Minuten lang; denn die Mutter Gottes wollte ihr Hemd trocknen. Am Abend durfte nicht gesponnen werden; denn was man da sponn wurde in der Nacht wieder verdorben oder weggenommen.


    https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Wochentage#Samstag

  • Laut dem Skirnismal ist Frey der Sohn des Meeresgottes Njörd (anord. Njǫrðr) und stammt aus dem Geschlecht der Wanen. Sein Name bedeutet "Fürst der Götter". Auch im Skirnismal besungen wird seine Liebe zur schönen Gerda in Jotunheim, die er seinem Diener Skirnir mitteilt. Skirnir, der nun für seinen Herrn wirbt, macht sich mit dessen Roß und Schwert nach Riesenheim auf und gewinnt ihm das Mädchen.Frey erscheint als männliches Prinzip einer Dualität mit seiner Schwester Freya, daher decken sich sein Wesen, seine Attribute und Handlungen vielfach mit denen seiner Schwester. Frey und Freya zeichnen sich beide durch ihre Schönheit aus, beide sind Opfergötter bei den Asen. Beide sind im Besitz eines goldenen Ebers (Freya: Hilisvini), der sie durch die Lüfte trägt.

    Attribute

    Frey ist im Besitz eines trefflichen Rosses, eines vorzüglichen Schwertes, das von selbst kämpft, und des Flugschiffes Skidbladnir. Sein Wohnsitz ist Alfheim, den ihm einst die Götter als Zahngeschenk gegeben haben (Grimnismal 5). Als Führer der Scharen reitet er nach dem Zeugnis des Skalden Ulf Uggason beim Leichenbrand Baldurs auf dem goldenen Eber Gullinbursti (Snorra Edda, I 264).

    Einflussbereich

    Frey war gemäß der Heimskringla der oberste Herr oder Gott der Schweden (Heimskr. I 23; Flateyarbok, III 246), und die Schwedenkönige leiten von ihm ihre Herkunft ab (Saxo I 278; 382; Ynglingasaga). Er war zudem Gott der Fruchtbarkeit, sowohl der Fruchtbarkeit der Erde wie der Menschen und Tiere. Auch Norwegen und Island brachte er als der Gott Fruchtbarkeit und Frieden, und verkündete die Zukunft.Da Geschlechter und Stämme ihre Herkunft von Ing-Frey ableiten, und er in Skandinavien als Gott der Fruchtbarkeit schlechthin galt, war er ebenso der Ahnherr der Menschen, der Herr der Erde. Als solcher war er Gemahl der Nerthus, der Mutter Erde. Auch die Germanen kannten - wie fast alle Völker - das Verhältnis zwischen Himmel und Erde, aus dem alles Leben hervorgegangen ist.

    Yngvifreyr und Ynglingar

    Zum Verständnis des Freyskultes und der Freysmythen führt der Name Yngvifreyr, unter dem man die Gottheit wiederholt findet. Freyr heißt "Herr", Yngvi oder Ing ist der eigentliche Name des Gottes. Nach diesem hieß das schwedische Königsgeschlecht Ynglingar, und auf ihn führten sich die Ingaevones des Tacitus zurück. Diese hatten am Seegestade ihren Sitz, also dort, wo auch die Nerthusverehrer wohnten. Nach dem angelsächsischen Runenlied (Cotton. Otho B 10) [1] wurde dieser Ing zuerst bei den Ostdänen verehrt; sein Kult wanderte von dort nach Uppsala in Schweden, wo sein eigentlicher Name in den Hintergrund trat und seine Bezeichnung als "Herr" (freyr) zum Eigennamen wurde.

    Kultus

    Frey wird als Gottheit nur im skandinavischen Norden verehrt, wo man die Entwicklung des Freyskultes jedoch sehr gut überblicken kann, während in südgermanischen Quellen kein solcher Name bekannt ist. Auch in der eddischen Dichtung ist der Freysglaube nicht durchgängig. Die meisten Gedichte, wie Völuspa, Vafthrudnismal, Thrymskvidha u. a. zeigen von ihm keine Spur. Die ihn aber kennen, berichten von ihm Dinge, die man aus den Kultquellen nicht erfährt, die aber z. T. mit der späten gelehrten Prosa übereinstimmen. Laut dem Skirnismal ist Frey der Sohn des Meeresgottes Njörd (anord. Njǫrðr) und stammt aus dem Geschlecht der Wanen. Sein Name bedeutet "Fürst der Götter". Auch im Skirnismal besungen wird seine Liebe zur schönen Gerda in Jotunheim, die er seinem Diener Skirnir mitteilt. Skirnir, der nun für seinen Herrn wirbt, macht sich mit dessen Roß und Schwert nach Riesenheim auf und gewinnt ihm das Mädchen.Frey erscheint als männliches Prinzip einer Dualität mit seiner Schwester Freya, daher decken sich sein Wesen, seine Attribute und Handlungen vielfach mit denen seiner Schwester. Frey und Freya zeichnen sich beide durch ihre Schönheit aus, beide sind Opfergötter bei den Asen. Beide sind im Besitz eines goldenen Ebers (Freya: Hilisvini), der sie durch die Lüfte trägt.

    Attribute

    Frey ist im Besitz eines trefflichen Rosses, eines vorzüglichen Schwertes, das von selbst kämpft, und des Flugschiffes Skidbladnir. Sein Wohnsitz ist Alfheim, den ihm einst die Götter als Zahngeschenk gegeben haben (Grimnismal 5). Als Führer der Scharen reitet er nach dem Zeugnis des Skalden Ulf Uggason beim Leichenbrand Baldurs auf dem goldenen Eber Gullinbursti (Snorra Edda, I 264).

    Einflussbereich

    Frey war gemäß der Heimskringla der oberste Herr oder Gott der Schweden (Heimskr. I 23; Flateyarbok, III 246), und die Schwedenkönige leiten von ihm ihre Herkunft ab (Saxo I 278; 382; Ynglingasaga). Er war zudem Gott der Fruchtbarkeit, sowohl der Fruchtbarkeit der Erde wie der Menschen und Tiere. Auch Norwegen und Island brachte er als der Gott Fruchtbarkeit und Frieden, und verkündete die Zukunft.Da Geschlechter und Stämme ihre Herkunft von Ing-Frey ableiten, und er in Skandinavien als Gott der Fruchtbarkeit schlechthin galt, war er ebenso der Ahnherr der Menschen, der Herr der Erde. Als solcher war er Gemahl der Nerthus, der Mutter Erde. Auch die Germanen kannten - wie fast alle Völker - das Verhältnis zwischen Himmel und Erde, aus dem alles Leben hervorgegangen ist.

    Quellen

    Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. II, S. 91 f.

    Einzelnachweise

    Cotton Library: Otho (Cott. Otho). B 10: Old English Rune poem (destroyed in 1731). Sammlung Robert Bruce Cotton (Hs. Cott. Tib.); British Library.

    Aarbøger for nordisk oldkyndighed og historie (Internet Archive). Ausgabe 1881. Nordiske Oldskrift-selskab. Kjobenhavn, Denmark. A. 370 ff.


    Mehr hab ich in der Eile nicht gefunden.

  • Yngvifreyr und Ynglingar

    Zum Verständnis des Freyskultes und der Freysmythen führt der Name Yngvifreyr, unter dem man die Gottheit wiederholt findet. Freyr heißt "Herr", Yngvi oder Ing ist der eigentliche Name des Gottes. Nach diesem hieß das schwedische Königsgeschlecht Ynglingar, und auf ihn führten sich die Ingaevones des Tacitus zurück. Diese hatten am Seegestade ihren Sitz, also dort, wo auch die Nerthusverehrer wohnten. Nach dem angelsächsischen Runenlied (Cotton. Otho B 10) [1] wurde dieser Ing zuerst bei den Ostdänen verehrt; sein Kult wanderte von dort nach Uppsala in Schweden, wo sein eigentlicher Name in den Hintergrund trat und seine Bezeichnung als "Herr" (freyr) zum Eigennamen wurde.

    Kultus

    Frey wird als Gottheit nur im skandinavischen Norden verehrt, wo man die Entwicklung des Freyskultes jedoch sehr gut überblicken kann, während in südgermanischen Quellen kein solcher Name bekannt ist. Auch in der eddischen Dichtung ist der Freysglaube nicht durchgängig. Die meisten Gedichte, wie Völuspa, Vafthrudnismal, Thrymskvidha u. a. zeigen von ihm keine Spur. Die ihn aber kennen, berichten von ihm Dinge, die man aus den Kultquellen nicht erfährt, die aber z. T. mit der späten gelehrten Prosa übereinstimmen. Laut dem Skirnismal ist Frey der Sohn des Meeresgottes Njörd (anord. Njǫrðr) und stammt aus dem Geschlecht der Wanen. Sein Name bedeutet "Fürst der Götter". Auch im Skirnismal besungen wird seine Liebe zur schönen Gerda in Jotunheim, die er seinem Diener Skirnir mitteilt. Skirnir, der nun für seinen Herrn wirbt, macht sich mit dessen Roß und Schwert nach Riesenheim auf und gewinnt ihm das Mädchen.Frey erscheint als männliches Prinzip einer Dualität mit seiner Schwester Freya, daher decken sich sein Wesen, seine Attribute und Handlungen vielfach mit denen seiner Schwester. Frey und Freya zeichnen sich beide durch ihre Schönheit aus, beide sind Opfergötter bei den Asen. Beide sind im Besitz eines goldenen Ebers (Freya: Hilisvini), der sie durch die Lüfte trägt.

    Attribute

    Frey ist im Besitz eines trefflichen Rosses, eines vorzüglichen Schwertes, das von selbst kämpft, und des Flugschiffes Skidbladnir. Sein Wohnsitz ist Alfheim, den ihm einst die Götter als Zahngeschenk gegeben haben (Grimnismal 5). Als Führer der Scharen reitet er nach dem Zeugnis des Skalden Ulf Uggason beim Leichenbrand Baldurs auf dem goldenen Eber Gullinbursti (Snorra Edda, I 264).

    Einflussbereich

    Frey war gemäß der Heimskringla der oberste Herr oder Gott der Schweden (Heimskr. I 23; Flateyarbok, III 246), und die Schwedenkönige leiten von ihm ihre Herkunft ab (Saxo I 278; 382; Ynglingasaga). Er war zudem Gott der Fruchtbarkeit, sowohl der Fruchtbarkeit der Erde wie der Menschen und Tiere. Auch Norwegen und Island brachte er als der Gott Fruchtbarkeit und Frieden, und verkündete die Zukunft.Da Geschlechter und Stämme ihre Herkunft von Ing-Frey ableiten, und er in Skandinavien als Gott der Fruchtbarkeit schlechthin galt, war er ebenso der Ahnherr der Menschen, der Herr der Erde. Als solcher war er Gemahl der Nerthus, der Mutter Erde. Auch die Germanen kannten - wie fast alle Völker - das Verhältnis zwischen Himmel und Erde, aus dem alles Leben hervorgegangen ist.

    Yngvifreyr und Ynglingar

    Zum Verständnis des Freyskultes und der Freysmythen führt der Name Yngvifreyr, unter dem man die Gottheit wiederholt findet. Freyr heißt "Herr", Yngvi oder Ing ist der eigentliche Name des Gottes. Nach diesem hieß das schwedische Königsgeschlecht Ynglingar, und auf ihn führten sich die Ingaevones des Tacitus zurück. Diese hatten am Seegestade ihren Sitz, also dort, wo auch die Nerthusverehrer wohnten. Nach dem angelsächsischen Runenlied (Cotton. Otho B 10) [1] wurde dieser Ing zuerst bei den Ostdänen verehrt; sein Kult wanderte von dort nach Uppsala in Schweden, wo sein eigentlicher Name in den Hintergrund trat und seine Bezeichnung als "Herr" (freyr) zum Eigennamen wurde.

    Quellen

    Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. II, S. 91 f.

    Einzelnachweise

    Cotton Library: Otho (Cott. Otho). B 10: Old English Rune poem (destroyed in 1731). Sammlung Robert Bruce Cotton (Hs. Cott. Tib.); British Library.

    Aarbøger for nordisk oldkyndighed og historie (Internet Archive). Ausgabe 1881. Nordiske Oldskrift-selskab. Kjobenhavn, Denmark. A. 370 ff.


    Tut mir leid zu viele Buchstaben.