Norddeutsche Bräuche - Johanni/Sünd/Sünte Janns und Mittsommer

Schon gewusst…?

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  • Lichtgrüßchen :sun: ,


    Nachdem ich "Ostern und Pfingsten" ausgelassen habe geht's nun mit den Johannestags- bzw. den Mittsommerbräuchen weiter. Da ich allerdings nur das spärliche, regionale Brauchtum (Oldenburger Land) kenne und dieser Tag schon seit ca. 100 Jahren hier nichtmehr festlich begannen wird, möchte ich wieder alle anderen Nordlichter um Ergänzungen bitten!


    Danke im Vorraus. :bussianim:



    Der Johannestag am 24. Juni beruht auf dem verschobenen germanischen Mittsommerfest und markiert damit einen Wendepunkt der Jahreszeiten. Die Tage werden wieder kürzer und dei Erntezeit rückt näher.
    Der Mittelpunkt der Feierlichkeiten war das Johannesfeuer, welches traditionell durch Feuerreiben mittels zweier Holzscheite entzündet wurde. Im Oldenburger Land ist diese vorgehensweise noch bis ins 17. Jahrhundert überliefert.
    Um das Feuer wurde im Reigen getanzt und junge Paare sprangen Hand in Hand über die Flammen, um ihre Liebe zu festigen.


    Zusätzlich dazu wurden die "Neunerleikräuter" (Johanniskraut, Bärlapp, Beifuß, Farnkraut, Klatschmohn, Kornblumen, Lilien, Rittersporn und Rosen) gesammelt, zu kränzen geflochten und über Türen und Fenstern aufgehängt, um Geister abzuwehren.
    Unters Kopfkissen gelegt soll ein Bündel davon auch Glück in der Liebe bringen. ;)


    Bei den "Wickerschen, Sood- un Spökenkiekers" war in der Johannesnacht Hochbetrieb, da man davon ausging, dass in dieser Nacht allerlei Vorraussagen machbar und die "jenseitigen Mächte" besonders aktiv waren. So sollen z.B. über versteckten Schätzen blaue Flammen gelodert haben und junge Mädchen konnten im Traum ihren zukünftigen Ehegatten erblicken. Außerdem soll man einen ungeliebten Menschen oder Feind aus der Ferne (also ohne dessen Anwesenheit) mit einer Haselrute schlagen können. :arschvoll:


    Darüber Hinaus galt der Johannestag auch als ideal für Heilungen aller Art: an deisem Tag gepflückte Holunderblüten wurden gegen Koliken verwendet, Eschen und Holunderbäume wurden gespalten und Kinder, die an Brüchen litten, wurden durch den Spalt gezogen. Danach band man den Baum zusammen und wenn er wieder zusammenwuchs, sollte auch das Kind gesunden.


    Zum jüngeren Brauchtum zählt auch die alljährliche Sonnenwendfeier am Heinenberg bei Conneforde, die 1920 das erst Mal stattfand, mit dem Krieg verschwand und 1950 wiederbelebt wurde. Hier wird nach der einleitenden "Feuerrede" mit Fackeln ein großes Feuer entzündet und, während das Holz Feuer fängt, der sogenannte "Sünnrostanz" (Sonnenrosentanz) von Mitgliedern des Heimatvereins aufgeführt. Der Tanz symbolisiert dabei eine Blüte, die sich öffnet und der Sonne entgegenreckt.
    Im Anschluss folgen ein Gedicht und das Entzünden eines Sonnenrads, welches dann den Heinenberg hinab ins Wapeltal gerollt wird.



    https://www.nwzonline.de/ammer…n-eer_a_3,1,28988591.html

  • .abo


    Echt super, bin gespannt auf mehr!

    "A sane and normal society is one in which people habitually disagree, because general agreement is relatively rare outside the sphere of instinctive human qualities." C.G. Jung

    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

  • Schilderung der Hildesheimer Feierlichkeiten zu Johanni aus dem 18. Jahrhundert:

    Um Johannisfest wird hier unter hölzernen Verdecken bey Spiel und Musik vierzehn Tage lang Goslarisch Bier verzapft; wobey nach altdeutscher Sitte, der Städter vom jeden Stande, Rang und Geschlecht erscheint, sich durch das Gewimmel des frohen Volkes windet; und vielleicht hier unter dem sonnigten Himmel mehr Vergnügen, als die kranken Brunnengäste zu Pyrmont (Kurgäste) unter den belaubten Schatten langer Alleen verspürt.

    Dazu gab und gibt es in der Gegend um Hildesheim immernoch Johannifeuer, die heutzutage von den Heimatvereinen veranstaltet werden.


    https://www.hildesheimer-gesch…mliches/feste-und-feiern/
    http://www.heimatvereinkuelftal.de/veranstaltungen/

  • Super so muss dass, auch was Kendra in einem anderen Beitrag zu Mittsommer schrieb. Abo, bin neugierig auf mehr.

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Am Johannistag sollte man es meiden, zu baden, da besonders an diesem Tag die Nixen ihre Opfer forderten.

  • Schilderung der Hildesheimer Feierlichkeiten zu Johanni aus dem 18. Jahrhundert:

    Dazu gab und gibt es in der Gegend um Hildesheim immernoch Johannifeuer, die heutzutage von den Heimatvereinen veranstaltet werden.
    https://www.hildesheimer-gesch…mliches/feste-und-feiern/
    http://www.heimatvereinkuelftal.de/veranstaltungen/

    Goslarisch Bier... Bestimmt besser als das Stigl vom AlmÖhi :prost:

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