Wie (er)lebt Ihr heimatliche Kultur?

Schon gewusst…?

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  • _DSC4571.JPG Im Norden von Düsseldorf liegt der kleine Stadtteil Kaiserswerth. Ursprünglich handelte es sich um eine Insel im Rhein, auf der spätestens seit 750 n Chr eine Festung stand, die bald zur Kaiserpfalz ausgebaut wurde. 1062 lebte hier der 12 Jährige König Heinrich IV. (welcher später für seinen sprichwörtlichen Gang nach Canossa berühmt wurde) unter der Vormundschaft seiner Mutter Kaiserin Agnes. Bald formierte sich im Untergrund jedoch Widerstand gegen Agnes und ihre Verbündeten. Der Kölner Erzbischof Anno II. segelte mit seinem Prunkschiff den Rhein hinunter, legte an der Pfalz an und als der junge König begeistert an Bord kam, um das Schiff zu begutachten, lies der Erzbischof das Schiff mit einigen kräftigen Ruderstößen auf die Mitte des Rheins gleiten. Heinrich geriet in Panik und sprang in die tückische Strömung, doch mutige Gefolgsmänner sprangen ihm nach und zogen ihn zurück aufs Schiff, welches der Erzbischof nun wieder nach Köln fahren lies, wo der König als seine Geißel aufwuchs und Anno die Regierungsgeschäfte bis zu Heinrichs Volljährigkeit mit 15 Jahren übernahm. Später sah Heinrich von Rache an Anno auf Rat seiner Mutter Agnes hin und zum Wohle des Reiches ab, doch dieses Erlebnis bestärkte ihn sicherlich in dem Vorhaben die Bischöfe des Reiches stärker unter die Kontrolle des Königs zu stellen, was in einen Konflikt mit dem Papst mündete. (Investiturstreit) 1174 wurde unter Friedrich I. Barbarossa der Rheinzoll nach Kaiserswerth verlegt und die Festung samt Hafen ausgebaut. Im Deutschen Thronstreit zwischen Welfen und Staufern wurde die Festung von den Welfen-Treuen gehalten, Graf Adolf III. von Berg belagerte sie im Namen des Staufers Friedrich II. von 1213- 1215. Letztendlich konnte die Pfalz erst eingenommen werden, als man den Rheinarm, der die Insel vom Festland trennte, trocken legte. Seitdem ist Kaiserswerth keine Insel mehr. Das Ende der Festung ist ausnahmsweise mal nicht der 30 Jährige Krieg, sondern der Spanische Erbfolgekrieg 1701 (Frankreich gegen Österreich) Die Festung wurde von den Franzosen besetzt und bald von kaiserlichen Truppen zurückerobert, wonach man die Burg sprengte um zu verhindern, dass die nahen Franzosen sie erneut als Brückenkopf nutzen. Danach hielt die einstmals Prunkvolle Pfalz als Steinbruch her und heute stehen nurnoch Ruinen, an deren Grundriss man aber die ursprüngliche Festung gut erkennen kann.

    Die Kaiserswerther Altstadt ist eine typisch Niederrheinische, mit barocken Bogengiebeln statt gotischen Stufengiebeln.

    Früher gehörte Kaiserswerth als Pfalz natürlich nicht zu einem Herzogtum, sondern unterstand direkt dem Kaiser, später ging sie in Kölner Besitz über. Düsseldorf selbst gehörte aber zum Herzogtum Berg, auch wenn sich die eingebildeten Großstadtschnösel heute dem Rheinland zurechnen, weil das wohl cooler ist. :schmoll: (Im Ernst, ich kenne nur Schnösel aus Düsseldorf :eek: ) Die Wurzeln im Bergischen bezeugt aber noch immer das Düsseldorfer Stadtwappen mit dem Bergischen Löwen. _DSC4376.JPG Im Hintergrund sieht man den Turm des Stadtschlosses, das Schloss Burg (siehe etliche Beiträge weiter vorne) als Residenz der Herzöge von Berg Ende des 14. Jh. ablöste. Das Stadtschloss wurde nach einem verheerenden Brand 1871 abgerissen und nur dieser Turm blieb erhalten. Brand des Düsseldorfer Schlosses, August von Wille 1872 august_von_wille_brand_der_duesseldorfer_akademie.jpg In eben diesem Turm soll es jedoch - wie könnte es anders sein- spuken. Der Herzog Johann Wilhelm nahm 1585 Jakobe von Baden zur Frau, die bald für den geistig umnachteten Herzog die Regierungsgeschäfte übernahm. Zwischen den Fronten von Katholiken und Protestanten dieser Zeit wurde sie jedoch zerrieben und bald in diesem Turm gefangen gesetzt, wo sie nach Volkssage enthauptet wurde und fortan als weiße kopflose Frau umher spukt. Schon der aus Düsseldorf stammende Heinrich Heine erzählte von der Sage. Hochzeit von Johann und Jakobe zu Düsseldorf. Zum feierlichen Anlass gab es Feuerwerk, links sieht man das Stadtschloss düsseldorf.jpg Als Kind dachte ich immer der Turm wäre ein Leuchtturm ^^ (macht doch Sinn an einem Fluss :whistling: ). Immerhin enthält er heute ein kleines Schifffahrtsmuseum. p.s. und schon wieder eine Wall of Text. Sorry. :ugly:

  • @Ulfberth Das ist doch was für dich :D



    Alt-Heidelberg, du feine,
    Du Stadt an Ehren reich,
    Am Neckar und am Rheine
    Kein' andre kommt dir gleich.



    Stadt fröhlicher Gesellen,
    An Weisheit schwer und Wein,
    Klar ziehn des Stromes Wellen,
    Blauäuglein blitzen drein.



    Und kommt aus lindem Süden
    Der Frühling übers Land,
    So webt er dir aus Blüten
    Ein schimmernd Brautgewand.



    Auch mir stehst du geschrieben
    Ins Herz gleich einer Braut,
    Es klingt wie junges Lieben
    Dein Name mir so traut.



    Und stechen mich die Dornen,
    Und wird mir's drauß zu kahl,
    Geb' ich dem Roß die Spornen
    Und reit' ins Neckartal.

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • Ich hab das auch nicht gewählt um es dir zu zeigen, das war nur ein Nebeneffekt^^ Heidelberg ist für mich ein heimatliches Kulturerlebnis ^^ Trotz den Touristen :whistling:

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • Henese Fleck



    Der Henese Fleck (auch: den Heenese Vlek) ist eine Geheimsprache, die von Kiepenträgern, also fahrenden Händlern, aus der niederrheinischen Gemeinde Breyell genutzt wurde, um sich auf ihren Reisen untereinander zu verständigen.
    Friedrich Kluge sprach in seiner Arbeit zum Rotwelsch (siehe Literatur) vom Henese Fleck als der „überraschendsten und seltsamsten deutschen Geheimsprache überhaupt“. In einer soziographischen Feldstudie aus der zweiten Hälfte der 1940er Jahre wurde der Henese Fleck wie folgt bewertet: „ein deutliches Zeichen der früher hier bestehenden Absonderung nach außen“ sowie „zur Abschließung gegen Ortsfremde und zur Beschränkung persönlichen und beruflichen Zusammengehörigkeitsgefühls allein auf die Mitbewohner seines kleinen Siedlungsgebietes“
    Der Henese Fleck hat seinen Ursprung vermutlich in der Zeit der Teilung der Herzogtümer Kleve und Jülich-Berg kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg oder aber in der Zeit des Krieges selbst, dem bis ins 19. Jahrhundert hinein wachsenden Schmuggel, und dem damit einhergehenden Bedarf nach einer Verständigungsmöglichkeit für Eingeweihte. Sie dürfte damit etwa 200 bis 300 Jahre alt sein.
    Die Sprache besteht aus einem älteren Teil, der sich vor allem in Personalpronomina und Zahlwörtern findet, und einem neueren Teil vom Ende des 18. Jahrhunderts, in dem die regionale Mundart, das Limburgische, als Quelle vorherrscht. Aus dem älteren Teil stammt auch die Bezeichnung: „Henes“ bedeutet „schön“, „gut“, „stark“ und Ähnliches, „Fleck“ (oder auch „Flick“) schlicht „Sprache“. Hier bestehen auch Verbindungen zu ähnlichen Sprachen des Großraums, der Händlersprache aus Maastricht und Heerlen (Overmaas), aber auch dem Bargundsch aus der Gegend um Brügge und Oudenaarde in Flandern sowie der westfälischen Tjötten-Sprache aus der Gegend von Ibbenbüren und Tecklenburg.
    Eine statistische Analyse des Wortschatzes von rund 800 Begriffen ergibt eine überwiegende Herkunft aus dem Rotwelschen (75 %), gefolgt vom Limburgischen (30 % mit offensichtlich rund 5 % Unsicherheit oder Überschneidungen) und vereinzelten Anleihen aus anderen Sprachen, wie Französisch, Latein, Jiddisch und Tschechisch. Auffallend ist, dass ihre Zahlwörter weder mit der Mundart, noch mit den in der Mehrzahl der Rotwelsch-Dialekte üblichen Jüdisch-Deutschen übereinstimmen und auch sehr große Zahlen benennen.
    Heenese Fleck und das umgebende Limburgische Platt ähneln sich in der Benutzung von Wohlklangslauten bei Geschlechtswörten vor bestimmten männlichen Hauptwörtern. So heißt „Kennst Du den Mann?“ übersetzt „Holt Zinoetes dem Blag?“


    Wortbeispiele


    • minuetes (ich), tsinuetes (du)
    • een (eins), parts (zwei), troms (drei), notringskes (vier), holf krütskes (fünf), schpöerkes (sechs), schpöerkes on een (sieben), … , krütskes (zehn), krütskes on een (elf), … , parts krütskes (zwanzig), … , holf uer (fünfzig), … , uer (hundert), … , krütskes uer (tausend), krüts-krütskes uer (zehntausend)
    • tsipken (ja)
    • Bengk (Mann), Tuere (Frau), Jronts (Kind), Wööles (Junge), Flitsch/Tüerke (Mädchen), Näte (Vater), Tomp (Ehefrau), Nätesentuere (Mutter)
    • Baischüerer (Krämer), Huts (Bauer), Kläter (Schneider), Jenes (Soldat), Piepenterger (Orgelspieler)
    • Bäälert (Schaf), Kroates (Schwein), Jöök (Kalb), Höbel (Hund), Hork/Mearte (Katze), Kärperaal (Hahn), Schrup (Henne), Bööterd (Gans), Lookhööt (Hase), Vaarhear (Ziege), Jöelert (Esel)
    • Rüül (Handel), Huf (Schmuggel), Kwok (Gewinn)
    • Fleck, Vlek (Sprache), flicken, vleke (sprechen), Fimp (Lüge, Unwahrheit Übertreibung), fimpe (übertreiben, schwindeln, lügen), Wup (Waage), wupe (wiegen, schwanken, zittern)
    • luren (schauen), lusteren (horchen, (hin)hören), Lusterkos (Beichtstuhl), Lusterlopp (Ohr, Ohrläppchen)
    • Kni-el (Zimt)
    • kölschen (Klicker spielen)
    • den heenese Poi (großes Wasser – der Rhein), de loke Poi (kleines Wasser – die Maas)


    Grammatik


    Wie im Deutschen kann man im Heenese Fleck durch Aneinanderhängen zusammengesetzte Dingwörter bilden.


    Deklination


    Beim Deklinieren gibt es drei grammatische Geschlechter und zwei Numera, wie im Deutschen. In der Einzahl werden männliche Wörter mit dem bestimmten Artikel de/te/den/ten/dem, weibliche mit die/de/te und sächliche mit dot/dat/et versehen, der bestimmte Artikel der Mehrzahl ist immer die/de/te. Die deutsche Unterscheidung in vier Fälle kennt man nicht. Der besitzanzeigende Fall wird mit von oder dem X sein/ihr Y umschrieben, wie in allen Lokalsprachen im Westen des deutschen Sprachraumes und im Niederländischen. Fürwörter bilden deutlich weniger unterschiedliche Formen, als im Deutschen. Alle diese Eigenschaften stimmen weitgehend mit dem Breller Plot überein.


    Konjugation



    In der Konjugation unterscheidet man drei Personen und zwei Numera wie im Deutschen. Es gibt die Gegenwart, erste, zweite, und dritte Vergangenheit sowie die einfache Zukunft. Die bedingten Zeitformen fallen formal mit der zweiten und dritten Vergangenheit zusammen. Die Befehlsform unterscheidet nicht zwischen Ein- und Mehrzahl und fällt formal mit der zweiten Person Einzahl der Gegenwart zusammen. Drei Tätigkeitswörter sind unregelmäßig beziehungsweise stark, alle anderen werden regulär konjugiert.

  • Das wichtigste hatte ich bisher ja ganz vergessen. 8o Wann immer ein Fremdländer fragt, ob wir Hügelstämme vor den kölner Toren denn auch so etwas wie Kultur hätten, verschnüren wir ihn in einem Wagen und bringen ihn zur Burg. Am Fuße der Mauern wird er dann in eines der drölfmillionen Waffelhäuser geworfen....

    ..wo er dann an einer Kaffeetafel "mit allen dröm und draan" so lange gemästet wird, bis er verendet. :ugly: Kein Mensch weiß wie die typische Bergische Kaffeetafel entstanden ist, ob man damals für die weitgereisten Freunde vom anderen Hof 4 Uhr Kaffee und Abendbrot zusammenlegen wollte, oder ob die Menschen hier einfach nur verdammt verfressen sind. Jedenfalls hat jeder Ort und jedes Lokal seine eigene "einzig wahre" Gangabfolge und Zusammenstellung der Kaffeetafel. Mit dabei sind aber eigentlich immer: - Kaffee - Waffeln - Schlagsahne - Heiße Kirschen - Milchreis - Rosinenstuten - Schwarzbrot/Pumpernickel - Süßer Aufstrich Marmelade, Honig, Rübenkraut - Herzhafter Aufschnitt (Blut)Wurst, Käse etc. - Quark/Schichtkäse und Butter Erweiterbar ist das ganze dann noch mit Graubrot, Brötchen, Marmor- oder Sandkuchen, regionalen Gebäcken wie Brezeln oder Krapfen, ferner auch Reibekuchen, Rührei, zwischen den Gängen mal ein Korn und eigentlich scheinbar allem was einem so einfällt. :ugly: Bergische-Kaffetafel-fertig-gedeckt.jpg In der Mitte des Tisches sieht man eine "Dröppelmina" (= tropfendes Hausmädchen) eine Art Samowar für Kaffee. Der Name kommt daher, dass sich der Kaffeesatz schon mal gerne in den Hahn setzt und dann kann man etwas länger auf die neue Tasse warten. ^^ Deshalb wird das Ding eigentlich wirklich nur noch aus repräsentativen Zwecken genutzt. Abfolge und Zusammenstellung variieren stark, hier im Norden kenne ich es bspw eigentlich nur so, dass man den Milchreis zusammen mit Sahne und heißen Kirschen auf den Waffeln isst, von den Barbaren südlich der Seen hört man, dass sie ihn sich zusammen mit Honig aufs Stutenbrot schmieren. Diese Wilden!

    und da wir schon bei Heimatliedern waren, das hier darf im Thread natürlich auch nicht fehlen. ^^

  • Nibelungenhalle am Fuße des Drachenfels. 1913 zum 100. Geburtstag von Richard Wagner errichtet, auf Betreiben des Malers Hermann Hendrich, dessen Gemälde zu Wagners Opern in der Halle ausgestellt sind. _DSC4926.JPG Wandteppich vor dem Eingang _DSC4931.JPG Nicht authentisches Gram/Balmung/Notung :eek: _DSC4946.JPG Nicht authentischer Fafnir. _DSC4954.JPG Siegfrieds Tod _DSC4929.JPG Garten der Freya _DSC4949.JPG Erwachen der Holda/Venus im Tannhäuser _DSC4947.JPG Neben der Halle kann noch die Drachenhöhle und daran anschließend ein kleiner Reptilienzoo besucht werden._DSC4965.JPG (Über den Teich ragt sogar eine Linde, nettes Detail ^^ ) War schön zu sehen, dass dort mehrere Großeltern ihren Enkelkindern die alten Geschichten erzählt haben, auch wenns die Versionen der Opern von Wagner waren. ^^

  • Mitunter gibt es auch Kirchen in denen ich mich wohl fühle. ^^ Die beiden hier sind nach einer Umfrage die beliebtesten im Bergischen Land. Friedenskapelle Voßhagen. Wurde 1985 auf einem Hügel über der Wuppertalsperre errichtet, neben einem Friedhof für 44 sowjetische Zwangsarbeiter aus dem 2. Wk. Ich bin mir relativ sicher, dass man früher auf einem Hinweisschild lesen konnte, dass ihre Baracke durch eine alliierte Fliegerbombe Feuer fing... heute steht dort, dass sie am Fleckfieber gestorben sind. Wie dem auch sei, jedenfalls ist die Hügelkuppe wirklich ein absolut friedlicher Ort, an dem immer wieder viele Wanderer verweilen um Kraft zu schöpfen, wie das Gästebuch bezeugt. Auch einige Russen kommen noch jährlich her. Ich selbst habe seit ich ein kleines Kind war dort schon unzählige Male mit meiner Familie Rast gemacht. Das Foto ist nicht von mir, irgendwie bin ich nie auf die Idee gekommen die Kapelle zu photographieren. Das dritte bergische Wahrzeichen neben Schloss Burg und Müngstener Brücke ist der Altenberger Dom. Die Zisterzienser erhielten Anfang des 12 Jh. Land im Odenthal um ein Kloster zu Gründen. Entsprechend der Ideologie des Ordens liegt die Abtei abgelegen mitten zwischen Wald und Wiesen. 1255-1400 wurde der gotische Dom erbaut. DSC03060.JPG Die Zisterzienser hatten sich (eigentlich) zu besonderer Armut verpflichtet, weshalb das innere des Doms nicht mit Gold, sondern ausschließlich durch das Spiel mit dem Licht ausstaffiert werden sollte. Wenn die Sonne durch die Fenster scheint erstrahlt das gesamte Gemäuer in fröhlichem schlichtem Weiß, weshalb dieser Dom eine der wenigen Kirchen ist in der sich meine Stimmung tatsächlich hebt. ^^ DSC03076.JPG Nun, beim Westfenster hat sich der Orden dann doch nicht Lumpen lassen... nach Angaben des Domvereins ist es das größte mittelalterliche Bleiglasfenster nördlich der Alpen. DSC03042.JPG auch hier war ich schon als Kind gerne, besonders weil direkt neben dem Kloster einer der größten und ältesten Märchenwälder Deutschlands gelegen ist. odenthal_altenberg_maerchenwald_gaensemagd_17537b.jpg Der Märchenwald Altenberg erfreut nun schon seit 1931 die 4. Generation an Kindern Und auch bei meinem letzten Besuch konnte ich freudig feststellen, dass der Esel immer noch Goldschokotaler scheißt und Rapunzel auf Zuruf ihr Haar herab lässt. Sie tut es wieder muss man sagen, denn zeitweilig zog die Zicke ihr Haar auf Zuruf höher hinauf. :D Der Wald ist in die Jahre gekommen und muss öfter mal gewartet werden, aber die Besucher erwarten auf dem Pfad entlang des Hanges immer noch an die 20 liebevoll gestaltete Hütten mit Darstellungen und Vertonungen von Märchenszenen.

    Die Bilder sind auch nicht von mir, da ich keine fremden Kinder fotografieren wollte. Lustiger Weise soll es gar nicht weit vom Kloster entfernt einen Hexentanzplatz gegeben haben. Die Höhe ist heute allerdings ein Wohngebiet. Eine Harry Potter reife Sage berichtet aber, dass drei wunderschöne Hexen vom Odenthal hier gewohnt haben sollen, ein Stück nördlich an der Wupper, im Balkhauser Kotten. _DSC3253.JPG Ein Bauerssohn soll sich in eine der drei verliebt haben, doch die hatte nur Hexenzeug im Sinn und schenkte dem jungen Mann keine Beachtung. Eines Abends lugte der Jüngling jedoch durch das Fenster in den Kotten und sah, wie die drei Frauen sich ihre Hexensalbe auf die Stirn auftrugen, dabei eine Formel sangen und in einer Rauchwolke durch den Schornstein zum Hexentanzplatz im Odenthal verschwanden. Der liebestolle Narr stürmte ins Haus, strich sich selbst etwas von der Salbe auf die Stirn und murmelte die Formel, jedoch fehlerhaft. Er landete zerknautscht einige Meter entfernt vom Tanzplatz... Die Hexen hatten wohl Mitleid mit dem armen Toren und pflegten ihn gesund....ob er noch andere Fürsorge empfing, darüber schweigt der fromme Volksmund. :prior: Mit dem brodelnden Hexenkesselbrunnen wurde den Damen ein Denkmal im Ortsinnern gesetzt. ^^ 41a9a4ec51.jpg

  • Nochmal neu. Bin wie George Lucas und ändere gern mal die Urfassung.


    Ich war neulich mit der Fitz unterwegs. Meine Reise dauerte locker 2 Stunden und führte mich ein Stück durch den Niederrhein.


    Und zwar über die alte Bahntrasse Kaldenkirchen-Kempen. Startpunkt war der Bahnhof in Kaldenkirchen. Er ist ein Schandfleck für die Region. Da ich in der Region aufgewachsen bin weiß ich das ee seine Glanzzeit hinter sich hat. Wo einst Güter für die Niederlande verladen wurden und drei Bahnlinien versorgt wurden stehen heute Ruinen und in den Unterführung richt es nach Urin.



    Die Radstecke beginnt kurz hinter der Eisenbahnbrücke da der Bahnhof noch befahren wird. Das erste Stück ist kaum eine Erwähnung wert, vorbei am Industriegebiet Kaldenkirchen. Über Kaldekerk wie es hier in Platt genannt wird kann ich einiges erzählen, aber das meiste davon ist mir peinlich. Ich könnte noch was über den Grenzwald mit seinen Mammutbaumfarm erzählen aber das mache ich ein anderes mal.


    Nach dem ersten Stück überquert man die A61. Nun beginnt die Landschaftsform die uns nun öfters begleitet,niederrheinischer Acker mit seinen Höfen. Nun kommt ein kleiner See, die Kälberweide.


    Bedauerlicherweise verfügt Nettetal über einige Seen, zum Schwimmen muss man aber ins Schwimmbad. Die Kälberweide ist für Vogelfreunde eine Freude, im Frühjahr und Sommer ziehen einige Wasservögel hier Junge auf, im Herbst rasten hier die Wildgänse.


    Wir fahren an der ehemaligen Haltestelle Dewittsee vorbei. Von ihr ist nichts mehr zu sehen, höchstens der Bahnsteig der unterm Brombeer hervorragt. Die Beschilderung ist beim nächsten Anwohner gelandet.


    Nun kommt der zweite und letzte See auf unserer Tour, der Dewittsee. Durch den Bahndamm in zwei Teile geteilt, der kleinere See ist Angel und Naturschutzgebiet, der große See wird von Wassersportlern genutzt. Eine Tour die ich um alle Seen gedreht habe kommt in Zukunft.



    Nach dem Dewittsee kommt Lobberich, ach Lobberich, was soll ich erzählen? Lobberich ist sowas wie das Zentrum von Nettetal. Hier steht das Rathaus, hier kauft man ein. Ich nehme mir mal das Recht aus zu behaupten das Lobberich den Wegzug der niederrheinischen Textilindustrie am besten überstanden hat.



    Lassen wir Lobberich hinter uns. Nun kommt der härteste Teil der Strecke. Die beiden Höhenzüge Hinsbeck und Süchteln treffen hier aufeinander, ist ein bisschen wie Eifel hier.




    Gut das es die Eisenbahn gibt. Durch bauliche Maßnahmen ist der Aufstieg relativ leicht, möchte man sich gen Hinsbeck oder Süchteln orientieren sollte man E-Bike oder geübter Radler sein, denn hier kann einen der eigentlich flache Niederrhein überraschen.

    Nachdem man nun den Schilbecker Berg überquert hat geht es gen Grefrath. Das Hinterland hier... puh, sehr viele Hofnahmen stehen in meinem Stammbaum, doch wie genau ich mit den Leuten verwandt bin keine Ahnung. Hier mache ich immer ein Päuschen. Ich verlasse immer die Strecke, kämpfe mich den Hügel hoch und genieße den Ausblick.



    Nun erreiche Grefrath. Grefrath ist eher eine Art Erholungszentrum. Hier fand einst eine große Gartenschau statt. Mein Favorit ist hier das Freilichtmuseum.





    Am alten Bahnhof vorbei geht es kurz durch den Ort bis es zur nächsten Überland-Etappe geht. Kurz hinterm Ortsausgang haben die Grefrather eine Art Denkmal für die Bahnstrecke errichtet.




    Nun geht es über Wisen und über die Niers nach Mühlhausen.



    Mühlhausen ist ein Dorf. Bekannt ist es vielleicht für seine Liebfrauenschule samt Kloster. Eine Nonne von hier hat einen nicht kleinen Teil dazu beigetragen mich zu Dechristianisieren. Scheinbar konnte man hier früher gut essen, das dachte zumindest der Komponist Brahms.


    Soviel also zu Mühlhausen. Am ehemaligen Bahnhof vorbei fährt man auf der letzten Etappe nach Kempen


    .Ab hier fährt man nur noch selten über die alte Trasse, was das Stück nach Kempen noch in die Länge zieht.Das erste Stück geht durch einen Erlenbruchwald.


    Der Wald endet abrupt. Plötzlich steht man wieder auf niederrheinischem Acker.


    Erst als man Kempens ersten Häusern näher kommt geht die Wegführung wieder über die alte Strecke. Der Weg dreht sich schneckenhausartig gen Bahnhof.


    Kurz vor der Innenstadt wird man nochmal an Brahms erinnert.


    Kempen ist absolut phantastisch. Anders als in anderen Orten ist hier alles strikt gegliedert. Kleine und große Betriebe wurden eiskalt an den Stadtrand verbannt. Die Altstadt ist für die Region bemerkenswert, eine ziemlich intakte Stadtmauer, alte Häuser und vieles mehr.

  • Noch ein paar bergische Fachwerkhäuschen. Diesmal aus dem Dörfchen Gruiten an der Düssel.


    Die Bürger haben an jedem Haus eine Tafel mit dessen Geschichte angebracht.


    Kirche und Friedhofsmauer aus dem 12 Jh.

    _DSC3733.JPG


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    Das Kirchenschiff ist bei einem Brand im 18Jhd. eingestürzt.


    Altes Pfarrhaus von 1764

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    Ehemalige Dorfschule gegenüber dem Pfarrhaus

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    Altes Gemeindehaus

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    Bauernburg (eine Art Dorf-Bergfried) um 1500

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    Häuser aus dem 17. Jh

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    Im Hintergrund die neue Kirche aus dem 19. Jh.

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  • https://www.rbb24.de/politik/b…o-5kBAhSmQR6ZokqS2J0vQ1hA

    Interview | 100 Jahre Groß-Berlin-Gesetz

    Die Metropole, die immer weiter wachsen muss

    31.12.19 | 15:53 Uhr

    Das Groß-Berlin-Gesetz vom 1. Oktober 1920 machte aus einer überfüllten Stadt eine Metropole mit fast vier Millionen Einwohnern. Heute sagt der Stadtentwicklungsexperte des Senats, Jens-Holger Kirchner: Es ist Zeit, dieses Gesetz fortzuschreiben.

    rbb: Herr Kirchner, Ortsteile wie Buckow, Buch oder Heinersdorf gehörten bis zum 1. Oktober 1920 nicht zu Berlin. Heute ist das vielen in der Stadt vermutlich gar nicht mehr bewusst.



    der Link führt zum Artikel

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

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