Christentum verdrängte das Germanische Heidentum, doch warum?

Schon gewusst…?

Dem norwegischem König Ólaf Tryggvason gelang, den isländischen Widerstand gegen das Christentum zu brechen, indem er Söhne aus wichtigen Familien als Geiseln nahm.

  • Hallo liebe Freunde!


    Letztens sprach ich mit einem Schulkameraden über Asatru und über die Götter. Er, ein "Atheistischer Christ" (also er praktiziert das Christentum nicht, doch irgendwie auch nicht nicht. :D ), sagte dann: "Wenn die Götter doch real sind, warum haben sie dann zugelassen, dass die Christen die Heiden "erobern"." Also penetrant missionieren bis sie in der Überzahl sind und dann die Heiden mit dem Schwert ausmerzen? (Siehe Karl der Große)


    Und an dieser Frage beiße ich heute morgen immer noch.


    Läuft alles nach Plan?
    Haben die Götter uns überschätzt?
    Haben die Nornen ein ganz anderes Schicksal gesponnen für die Heiden, Mittel- und Nordeuropas?


    Ich bin mal auf eure Meinung gespannt.


    :prost:

  • "Wenn die Götter doch real sind, warum haben sie dann zugelassen, dass die Christen die Heiden "erobern"

    Hätten sie es, würden wir hier nicht schreiben. Solange wie einer glaubt, sind auch die Götter noch da.


    Somit haben die Christen uns unterschätzt, weil wir ja noch da sein.




    Die Welt ist im stetigen wandel und ob die Götter großen Einfluss darauf ausüben können, glaube ich fast nicht.
    Alles hat im großen ganzen einen Sinn :D auch wenn wir ihn noch nicht sehen können.

  • Guten Morgen,
    ...wie im Parallelstrang, in wie weit ist das Schicksal vorgegeben und in wie weit haben wir mit unseren täglichen Entscheidungen Einfluß darauf? Warum nun - wie in der Eingangsfrage formuliert - das Christentum alles verdrängte.... Es war ja nicht überall so, dass es nur so funktionierte, dass da jemand auftauchte und den Menschen was erzählte. War ja auch so, dass mit Gewalt "missioniert" wurde. Der Rest war vereinfacht gesagt so, dass man auf Kultplätzen Kirchen baute, die Feiertage überschrieb, also aus alten Feiertagen dann christliche Feiertage machte (Bsp. Ostern) usw...
    Selbst in der Bibel findet man ja einige Hinweise das es nicht nur einen Gott gibt.


    Also wie will man die Frage richtig beantworten? Was sagen die Nornen dazu?
    l.G. Rene

  • Nun ja, vielleicht war die Christianisierung des Nordens in gewisser Weise "Ragnaröck".
    Es ist ja nirgens überliefert dass die alten Götter ewig bestehen werden, im Gegenteil.
    Zumindest die Bekanntesten werden beim Ragnaröck getötet.

    Vielleicht, aber wäre dann nicht Balder zurückgekehrt aus Helheim? Dann sollte es doch ein wenig freundlicher in Midgard zugehen?
    Dazu ist mir momentan ein bisschen zu viel Schwertzeit und Beilzeit.

  • Die Frage unterstellt die Allmächtigkeit der Götter und ist daher aus heidnischer Sicht unsinnig.


    Nebenbei unterstellt sie, das alle Götter genau das Gleiche wollten, so als gäbe es nur einen Gott und das macht es nicht gerade sinnvoller.


    Für einen Monotheisten macht die Frage Sinn, ein Heide fragt sich eher: Was müssen wir dieses Mal besser machen?

    "A sane and normal society is one in which people habitually disagree, because general agreement is relatively rare outside the sphere of instinctive human qualities." C.G. Jung

    "Ich verlasse mich darauf, dass die Götter auch wollen, dass wir überleben. Sie werden uns nicht im Stich lassen, wenn wir sie nicht vergessen" Fortabt Sjael

  • (...)
    "Wenn die Götter doch real sind, warum haben sie dann zugelassen, dass die Christen die Heiden "erobern"."
    (...)


    Meines Erachtens fußt die Frage Deines Schulkameraden auf einer falschen Annahme. Dass nämlich die Existenz, dass die Macht der Götter abhängig von dem Glauben der Menschen, somit untrennbar mit der Menschheit verbunden sei.


    Für mich existieren die Götter jedoch unabhängig von uns. Es ist wie mit der Natur. Selbst, wenn die Menschen aufhören würden zu existieren, die Natur würde weiter bestehen.

  • Vielleicht ist es für heidnische Götter schlichtweg nicht relevant ob und wieviel Menschen an sie glauben oder vorgeben es zu tun und "in ihrem Sinne zu leben"?! Vielleicht geht es bei uns vielmehr darum, zu sein als nach etwas zu streben, bzw. zu versuchen etwas (anderes) zu sein?!

    "I live my dream today,
    I lived it yesterday
    an I´ll be living yours tomorrow
    So don´t look at me that way"
    :whistling:

  • Das ist doch ein saudämliches Argument, genau wie die Donareichen-masche von Bonifaz.


    Könnte man doch auch fragen:

    • Wieso hat Gott die Israeliten so lange durch die Wüste irren lassen ?
    • Wieso hat Gott nicht verhindert das sein Sohn brutal sterben musste ?
    • Wieso hat Gott die Märtyrer im Zirkus sterben lassen ?
    • Wieso hat er sein "auserwähltes Volk" Prognome, Verfolgung und den Holocaust durchleiden lassen ?
    • Wieso hat er Bonifaz Bibel nicht als Schild gegen die Friesen werden lassen ?
    • Wieso hatcer zugelassen das das die Römer den Tempel zerstörten und das immer wieder Ungläubige die heilige Stadt erobern durften ?

    Die Götter existieren ohne den Menschen. Sie sind ein Teil unserer Umwelt, sie verkörpern Wetter,Natur und Jahreszeiten. Wieso donnert es noch ? Warum wird es Winter ? Warum gibt es die Wintersonnenwende ? Weil die Götter und die Natur verbunden sind.
    Diese Dinge passieren während das Christentum schon lange auf die Rückkehr Christi wartet.

  • Der Vulkanfeuergott Jahve-Elohim ist doch eh Loki. Oder wie erklährt ihr euch, dass Juden und Moslems der halbe Lörres abgesäbelt wird, Juden mit einem Brett vor dem Kopf beten und Christen sich hauem lassen sollen.

    "Niemand in der ganzen Welt übertrifft die Germanen an Treue"

    Publius Cornelius Tacitus
    :wyawn:

  • "Wenn die Götter doch real sind, warum haben sie dann zugelassen, dass die Christen die Heiden "erobern"

    Ich denke, die Fage kann man nur mit einem falsch verstandenen oder völlig naiven Götterbild stellen.
    Falls überhaupt, dann am ehesten noch monotheistischen Religionen, da deren Götter doch angeblich allmächtig und moralisch sind.


    Nun ja, vielleicht war die Christianisierung des Nordens in gewisser Weise "Ragnaröck".
    Es ist ja nirgens überliefert dass die alten Götter ewig bestehen werden, im Gegenteil.
    Zumindest die Bekanntesten werden beim Ragnaröck getötet.

    Angenommen, deine Hypothese stimmt, dann würdest Du mit deinem Glauben ziemlich zuspät kommen. ;)


    In meiner Religion spricht man hingegen von den unstreblichen Göttern. Sie sind, sie waren und sie bleiben, unabhängig von der Anbetung durch die Menschen. Es sind eben Götter.



    Wieso hat Gott die Märtyrer im Zirkus sterben lassen ?

    Dafür gibt es keinen wirklich belastbaren Beleg, falls Du die Christenverfolgung nach dem großen Brand von Rom meinst, also 64 n. Chr.


    Aber ansonsten ein schöner Beitrag von Dir. Danke.



    Also penetrant missionieren bis sie in der Überzahl sind und dann die Heiden mit dem Schwert ausmerzen? (Siehe Karl der Große)

    Ja, es gab die Zwangschristianisierungen, auch mit Gewalt und dem Schwert und das war sicher für jeden Betroffnenen schlimm. Die Kirche und die Christenheit haben damals schwere Schuld auf sich geladen.


    Doch wir dürfen nicht vergessen, dass es auch zahlreiche freiwillige Übertritte zum Christentum gab. Das Angebot des Christentums war attraktiv und entsprach dem Zeitgeist.
    Viele Leute wollten sich nicht ausschließen, wenn die Masse der Freunde, Bekannten, Nachbarn etc. Christen wurden. Zudem verschwanden die Kultplätze und die Feiertage und die Gemeinschaft der Heiden wurde kleiner und kleiner. Die Zwangsmaßnahmen vervollkommneten den Triumph der christlichen Lehre.


    Die Heiden waren weder glaubenstechnisch noch argumentativ auf eine Begegnung mit einer machtausübenden, intoleranten, missonierenden und andere Kulten feindlich gegenüberstehenden Religion gefasst und vorbereitet.

    Aber der Tempel, der sich in Wolken verliert, heilig der Artemis, ließ alles andere verblassen.

  • Die Heiden waren weder glaubenstechnisch noch argumentativ auf eine Begegnung mit einer machtausübenden, intoleranten, missonierenden und andere Kulten feindlich gegenüberstehenden Religion gefasst und vorbereitet.

    Sind wir das heute? :/

  • Beilchen,


    wenn ich von dem was ich von der Heidenszene bisher erlebt habe und parallelen zur Vergangenheit ziehe, dann haben die Götter Jesus auf die Erde geschickt, damit die Menschen ihnen nicht mehr so furchtbar auf die Nerven gehen.

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Guten Abend.


    Thema Missionierung.
    Nicht überall (wie bereits erwähnt) wurde diesbezüglich Gewalt angewendet.
    So war es teilweise auch so, dass der Missionar nur den Stammesfürsten überzeugen musste und die übrigen Gefolgsleute ließen sich wegen ihrer Treue ebenfalls taufen. Natürlich waren die meisten dann nicht sofort gläubige und fromme Christen, wie es von Christen gerne behauptet wird. Und diese Getauften erhielten meist wahrscheinlich auch nur einen Katechismus mit dem nötigsten Wissen.


    Man darf aber auch nicht vergessen, dass hinter sozusagen ,,staatlich geförderten" Missionaren mächtige Personen standen. So wurde Bonifatius von einem christlichen König (ich glaube Karl d.G.?) unter Schutz gestellt, sodass niemand sich an ihm und seinen Gefolgsleuten vergreifen durfte. Das hatte Bonifatius auch bitter nötig, denn auf das Fällen der Donareiche wäre im Normalfall die Todesstrafe gestanden....
    Soviel ich weiß....


    Ich dürfte noch ein paar Quellen dazu haben, ich schau mal, dass ich die in den nächsten Tagen auftreibe.... ;)