Wohin gehört Loki?

Schon gewusst…?

Bei Asatro handelt es sich um einen dänisch-schwedischen Neologismus bestehend aus asa, dem Genitiv Plural von dänisch æser bzw. schwedisch äser „Ase“ und tro „Glaube“. Das nordische Wort tro ist etymologisch verwandt, doch nicht bedeutungsgleich mit dem deutschen Wort Treue sowie dem englischen Wort truth „Wahrheit“. Der Begriff Asatro taucht erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Schriften der skandinavischen Nationalromantiker auf.

  • Hallo Leute,
    Und zwar wollt ich fragen gehört Loki zu den Asen, also Asatru oder zu einer anderen Gruppe/Religion? Diese Frage beschäftigt mich schon eine Weile, den manchmal wird es in dem Forum gesagt er gehört zu den Asen und manchmal wird es gesagt er gehört zu einer anderen Gruppe, den Thursatru. Das verwirrt mich etwas und deshalb wollte ich fragen was ihr denkt oder was richtig ist? Ich kenne mich in den Sagen zwar auch aus, aber dort wird, so weit ich weiß, es nicht gesagt.
    Würde mich über eine Antwort freuen.


    Liebe Grüße,
    LadyOfMischief
    :prost:

  • Loki ist ein Riese, zumindest von seiner Abstammung her. Durch seine Blutsbruderschaft mit Odin wurde er in Asgard bei den Asen aufgenommen.


    Asatru bedeutet Asengläubig, wobei in der Regel auch die Wanen mitgezählt werden. Thursatru bedeutet dass man statt den Asen die Thursen, also die zerstörerischen Kräfte der Natur, anbetet. Zumindest so wie ich das verstehe. Für jemand der das tut dürfte Loki natürlich der höchste Gott sein.

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • Das widerspricht sich doch. Loki gehört durch Blutsbrüderschaft zu den Asen. Auch wirkt er keineswegs destruktiv... Wenn er zerstört, dann, damit daraus etwas Neues (und oftmals besseres) entstehen kann. Auch das wurde hier schon mehrfach ausführlich besprochen.


    Gottvater und Teufel gehören zu den Abrahamiten.

  • Ich hab doch nur gesagt dass für solche Leute Loki der höchste Gott sein dürfte^^ Dass das Schmarrn ist ist mir auch klar, aber das ist Thursatru allgemein :ugly: Vorausgesetzt Thursatru bedeutet das was ich denke^^

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  • Thursatru ist sowieso nur eine Erfindung moderner Heiden, denen im Heidentum die (spät-) pubertäre Rebellionsmöglichkeit des Satanismus fehlt.

    DArf ich das twittern? Das ist so endgeil! :rofl: :goodpost:

  • (...)
    Thursatru bedeutet dass man statt den Asen die Thursen, also die zerstörerischen Kräfte der Natur, anbetet. Zumindest so wie ich das verstehe. (...)

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    Thursatru ist sowieso nur eine Erfindung moderner Heiden, denen im Heidentum die (spät-) pubertäre Rebellionsmöglichkeit des Satanismus fehlt.

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    Dass das Schmarrn ist ist mir auch klar, aber das ist Thursatru allgemein :ugly: Vorausgesetzt Thursatru bedeutet das was ich denke^^


    Nur der Vollständigkeit halber: Da es naturgemäß die primitivsten Gemüter sind, die am Lautesten schreien, und es infolgedessen verkappte Vulgärsatanisten sind, die das Bild von Thursatru im Internet bestimmen, sind solche Auffassungen verständlich. Doch ist Thursatru weitaus vielschichtiger.


    Der Grundgedanke besteht schlichtweg in der Annahme, dass Chaos (Thursen) und Ordnung (Asen) zwar vordergründig sich bekämpfende, im Grunde allerdings einander bedingende Prinzipien sind. Sich für eine „Seite“ somit zu entscheiden letztlich absurd. Ist es doch das Gleichgewicht, welches es zu ehren gilt. (Wenn Thor ausfährt, um Riesen zu töten, befindet er sich ja auch nicht auf einem Vernichtungsfeldzug, sondern wahrt das Gleichgewicht.) Was sodann eben auch die Ehrung der Thursen einbezieht. („Auch“, weil im wirklichen Thursatru auch die Asen geehrt werden.)


    Hinsichtlich der Auffassung, was die Thursen sind, gibt es im Thursatru stellenweise unterschiedliche Ansatzpunkte.


    Mancher sieht in ihnen das ursprünglichste Göttergeschlecht, das von den Asen verdrängt wurde. (Vergleichbar den Wanen.)


    Eine andere Sichtweise ist, dass die Riesen die Asen selbst sind, bevor diese sich zu ordnenden Kräften wandelten. (Infolgedessen wäre es beispielsweise auch vollkommen logisch, weshalb Odin ausgerechnet von Fenrir getötet wird. Fenrir ist die ungezügelte Wut, der maßlose Hunger. Odin die kontrollierte Wut, der zielgerichtete Wissensdurst. Fenrir wird somit als Odins unterdrückte Seite betrachtet, die stets sich zu befreien und das Schöpferische zu verschlingen droht. Die zugleich jedoch auch die Quelle für dieses Schöpferische war.)


    Verwandt damit ist die Sichtweise, dass die Thursen lediglich unpoliertes Spiegelbild der Asen sind. (Auch hier wird der Umstand, wer in der letzten Schlacht gegen wen kämpft, dementsprechend interpretiert.)


    Etc., etc.


    Wie auch immer, dies nur als kurzer Einwurf. Nicht, um Thursatru zu verteidigen, sondern, um zu zeigen, dass manchmal mitunter mehr hinter den Dingen steht, als es auf den ersten Blick scheint.


    (Zusatz: Dass es sich hier um moderne Anschauungen handelt, steht natürlich außer Frage. Der heidnische Bauer konnte sich den Luxus, die Zerstörung seiner Ernte durch Naturgewalten als Ausdruck des Gleichgewichtes abzutun, nicht leisten. Eine Thursatru-Tradition hat also niemals bestanden. Behauptet allerdings auch niemand. Wenngleich ich die Möglichkeit, dass Einzelpersonen sich nicht nur durch Opfer an die Asen wandten, sondern hin und wieder ein kleines Beschwichtigungsopfer an die Riesen brachten, und sich so nach allen Seiten abzusichern suchten, nicht auschließen möchte.)

  • (Infolgedessen wäre es beispielsweise auch vollkommen logisch, weshalb Odin ausgerechnet von Fenrir getötet wird. Fenrir ist die ungezügelte Wut, der maßlose Hunger. Odin die kontrollierte Wut, der zielgerichtete Wissensdurst. Fenrir wird somit als Odins unterdrückte Seite betrachtet, die stets sich zu befreien und das Schöpferische zu verschlingen droht. Die zugleich jedoch auch die Quelle für dieses Schöpferische war.)


    Das klingt verdammt nach Carl Gustav Jung und dem Schatten 8o
    Aber ne, das ist ja schon wieder legitim wie ich finde, auch wenn ich die Ansichten nicht unbedingt teile. Ich dachte mir schon dass da mehr dahinter steckt als Rebellion^^ Danke für die Aufklärung :thumbup:

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  • Wikinger Das ist falsch... Loki ist der Spross von Farbauti und Laufey. Thor/Donar der von Wotan und Joerd.


    Loki kam durch Blutsbruderschaft mit Wotan zu den Asen. Diesen Status verliert er jedoch, aufgrund seiner Taten.


    Man kann also maximal sagen, Loki sei der Halbonkel vom weisen Alten.


    In den Quellen wird er nie Riese genannt, er wird immer als Ase bezeichnet und das obwohl sein Vater Riese ist.

  • Sorry, der Bruder vom weisen Alten und somit der Halbonkel von Donar/Thor. Jetzt bin ich selber schon verwirrt. xD


    Das mit dem Bruder Thor und Loki war doch son Marvel Ding, oder?


    @rosa elefant Die gaengige deutsche Uebersetzung von Joetunn ist Riese. Riese muss sich auch nicht auf die koerperliche Groeße beziehen.

  • Loki (Loptr) ist der nordische Gott der Feuers und der List. Seine Eltern sind der Riese Farbauti und dessen Partnerin Laufey (Nal). Somit ist Loki zwar kein geborener Ase, aber mit diesem Göttergeschlecht dennoch eng verbunden - nicht zuletzt auf Grund der Blutsbrüderschaft mit Wotan.

    Loki stellt eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der germanischen Mythologie dar. Er zeigt ein zwiespältiges und unbeständiges Verhalten und kann jede gewünschte Gestalt annehmen. Ihm wird auch die Rune Dagaz ( ᛞ ) zugeordnet.

    Lokis Ehefrau ist die Göttin Sigyn. Aus dieser Beziehung entstammen die Söhne Wali (Vali) und Narvi (Narfi).

    Weitere Kinder hat Loki mit seiner Geliebten, der Riesin Angrboda. Diese Nachkommen sind der Fenriswolf, die Midgardschlange (Jörmungandr) und Hel, der Herrscherin über das Totenreich. Außerdem gebar er durch die Verwandlung in eine Stute den achtbeinigen Hengst Sleipnir. Dieses einzigartige Pferd mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten machte Loki Wotan zum Geschenk. Obendrein existieren noch mehrere weitere Kinder Lokis mit anderen Partnerinnen.

    Einige Forscher sind der Meinung, Loki sei eine Erfindung der christlichen Missionare des Mittelalters. Dieser Neuschöpfung sollen demnach viele Eigenschaften des Teufels bzw. Luzifers zugeschrieben worden sein. Obwohl die Neudeutung und Umwidmung heidnischer Bräuche, Kulte und Götter im Zuge der Christianisierung üblich war, ist ein solch massiver Eingriff in die Götterwelt der nordischen Völker recht unwahrscheinlich. Zumindest eine Verfälschung im Sinne der neuen Religion kann aber auf Grund der seinerzeit gebräuchlichen Vorgehensweise auch nicht ausgeschlossen werden.

    Ein Vergleich Lokis mit dem Teufel hinkt erheblich, denn der Charakter des Feuergottes ist weitaus vielschichtiger. Seine spätere Feindschaft zu den Göttern im Allgemeinen und speziell zu den Asen ist nicht von ihm allein verursacht. Gerade die Asen haben immer wieder seine Fähigkeiten genutzt, um schändliche Taten zu vollbringen.

    Loki wird für den Tod des Lichtgottes Balder verantwortlich gemacht. Dieser ist ein Sohn von Wotan und Frigg, der Schutzgöttin der Ehe. Frigg nahm von jedem Wesen - ob belebt oder unbelebt - einen Eid ab, Balder nicht zu verletzen. Lediglich die Mistel schien ihr zu ungefährlich zu sein, um ihr dieses Versprechen abzuverlangen. Als Loki dies erfahren hatte, brachte er den blinden Hödur dazu, seinen Bruder Balder mit einem Mistelzweig zu töten.

    Diese Missetat wird vielfach als eigentlicher Beginn des Ragnarök beschrieben. Doch das "Schicksal der Götter" harrt zu diesem Zeitpunkt noch lange seiner Vollendung.

    Zunächst kommt es zum endgültigen Bruch der Asen mit Loki. Dieser kennt die Schwächen und Verfehlungen des beherrschenden Göttergeschlechtes sehr genau. Er brüskiert diese mit deren öffentlicher Benennung während eines Festmahles. Loki präsentiert jedem Gott seinen wundesten Punkt. Das macht ihn bei den Asen verständlicherweise sehr unbeliebt. Donar wirft er z.B. vor, besonders hitzköpfig zu sein - was diesen (den Vorwurf bestätigend) dazu veranlaßt, Loki mit der Erschlagung durch seinen Hammer Mjölnir zu drohen.

    Loki flüchtet nach dieser von ihm sehr ernst genommenen Ankündigung und versteckt sich, als Lachs getarnt, in einem Wasserfall. Doch Wotan entdeckt ihn bei der sich anschließenden Suche und die Asen fangen Loki in einem von ihm selbst entwickelten Fischernetz.

    Die nun folgende Rache der Asen steht Lokis schlimmsten Vergehen in ihrer Erbarmungs- und Skrupellosigkeit in nichts nach. Sie fangen auch Lokis Sohn Wali ein und verwandeln diesen in einen Wolf, welcher daraufhin seinen Bruder Narvi zerreißt. Aus Narvis Därmen fertigen die Asen Fesseln, mit denen sie Loki, einem nordischen Prometheus gleich, an drei Felsen befestigen. Skadi bringt über Lokis Gesicht obendrein eine Giftschlange an, welche unablässig Gift in sein Auge fließen läßt.

    Zwar kann Lokis treue Ehefrau Sigyn das Gift mit einer Schale auffangen, doch muß sie diese regelmäßig leeren. Dann trifft das Gift Loki, welcher sich vor Schmerzen windet und dabei die Erde erbeben läßt. Doch auch das Ende dieser Qualen ist absehbar: Zu Ragnarök führt Loki die Riesen auf einem aus den Finger- und Zehennägeln der Toten erbauten Schiff gen Asgard. Im Zweikampf mit Heimdall findet Loki auf dem Schlachtfeld Wigrid den Tod - ebenso wie sein Widerpart.

    Loki wurde und wird vom einfachen Volk nicht verehrt. Es sind keine Kultstätten bekannt, keine Söhne erhielten je seinen Namen. Zu ambivalent sind Charakter und Taten dieser zentralen Götterfigur der germanischen Mythologie.

    Möglicherweise ist aus den genannten Gründen Loki auch nicht auf dem Mythenweg in Thale vertreten. Seiner Bedeutung im Pantheon der nordischen Götter wäre es aber angemessen, ihn dort noch aufzunehmen.


    Blutsbruderschaft Entspricht eines Halbruder.