Das Leben das ich selbst gewählt

Schon gewusst…?

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  • Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
    ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
    Da war Kümmernis, da war Gram,
    da war Elend und Leidensbürde.
    Da war Laster, das mich packen sollte,
    da war Irrtum, der gefangen nahm,
    da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
    da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.


    Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
    die voller Licht und schöner Träume sind,
    wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
    und überall der Quell der Gaben rinnt.
    Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
    die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
    wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
    als Auserwählter hoher Geister denkt.


    Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
    mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
    Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
    mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
    Und als ich so mein künftig Leben schaute,
    da hört‘ ein Wesen ich die Frage tun,
    ob ich dies zu leben mich getraue,
    denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.


    Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme –
    „Dies ist das Leben, das ich leben will!“
    gab ich zur Antwort mit entschloss’ner Stimme
    und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
    So ward ich geboren in diese Welt,
    so wars, als ich ins neue Leben trat.
    Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt,
    denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.


    Max Hayek (Oder Hermann Hesse, wird beiden nachgesagt)

    From all the things I've lost, I miss my mind the most...


    hvars þú böl kannt kveðu þat bölvi at ok gefat þínum fjándum frið

  • Max Hayek - Der Weg (1920)

    Eh' ich in dieses Leben trat,

    Wies mir ein Engel jegliches Geschehen:

    Er ließ mich alle meine Wunden sehen

    Und alle meine Missetat,

    Er ließ mich alle meine Sünden wissen

    Und alles Leiden, das ich tragen müsste,

    Die liebeleere, hassdurchtobte Wüste,

    Die Stundenzahl voll Schmerz und Finsternissen —

    Auch wies er mir die trunknen Seligkeiten

    Die ich, gleich einem Gott, durchfühlen würde,

    Das Äthersein, darin ich ohne Bürde

    Im Lichte schwebte über Dunkelheiten,

    Ließ er verheißend durch das Herz mir rinnen. —

    Der Liebe ungemessne Wonnen

    Erschauernd bebten alle meine Sinnen

    Und mich umstrahlten tausend Himmelssonnen!

    Und als er so, den Weg mir vorgewiesen

    Mit seinen Prächten und den Düsterkeiten,

    Mit seinen Höllen und den Paradiesen,

    Sprach ernst der Engel: „Willst du ihn beschreiten?“

    Und langsam sagte ich nach einer Stille:

    „Ich will es — ja — der Weg, er ist mein Wille!

    Und alle seine Lust und Qual

    Sei mir Erfüllung freigewollter Wahl!“


    So trat ich in das Leben ein,

    Ein Mensch, umspielt von Schein und Sein,

    Dem hellen Tag, der dunklen Nacht geweiht

    Und bald versunken in die Ewigkeit!



    Lieber Jollyface (mein erster Gedanke hier im Forum, gehört einem Menschen, den ich sehr schätze).


    Dieses Gedicht ist von einem Herrn Namens Dr. Beat Imhof (also weder von Hermann Hesse noch von Max Hayek).
    Ich meine Deines, mit dem ich mich vor 6 Jahren intensiv, im Rahmen einer privaten Recherche, auseinandergesetzt habe.

    Im Grunde genommen, gibt es keinen Urheber, da der liebe Herr Imhof es bereits vor über 40 Jahren adaptiert und längst vergessen hat.

    Vergessen, weil er damit nicht berühmt werden wollte. Er wollte seinen damaligen Schülern eine kleine Freude damit machen.


    Tipp von mir, zum Einstand (falls es hier jemanden interessieren sollte) "Ein Mensch, der dich liebt" von Max Hayek, aus dem Jahre 1930.


    Grüße


    Raven (aus Frankfurt/M.)



    Für alle anderen Gläubigen (noch ein Tipp)

    "Der Urglaube Alteuropas"

    (Die Edda als Schlüssel zu Steinzeit)

    von Otto Hantl (1983)

  • Moin Olaf,

    magst du uns als zweiten Gedanken - wie es hier gute Sitte ist - im Vorstellungs-Thread ein wenig was über dich erzählen? Wir sind neugieriger als junge Katzen und wollen allesallesalles über jeden Neuankömmling erfahren.

    Werbistduwieheisstduwowohnstduwiehastduhergefundenwiestehstduzumasatruschuhgrößegeschlechtskrankheitenlebenslaufabsichtenausrichtungetc.?

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

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