Aberglaube: Breve

Schon gewusst…?

Yggdrasil, altnordisch Yggdrasill, auch: Weltesche, ist in der nordischen Mythologie der Name einer Esche, die als Weltenbaum den gesamten Kosmos verkörpert. Andere Namen dieses Baums waren wohl Mimameid oder Lärad.

  • Breve
    (Zimmerische Chron.; tirol. Brefe, bayr.-österr. Alpen Breferl, steir. auch Brefel, kärnt. Brefile, schwäb. (16. Jh.?) ›Brevi-Zettel‹).

    1. Amulett mit geweihten Sachen, welches man den Kindern umhängt1).
    2. Gedenkpfennig, Anhängsel, Wallfahrtsandenken, Amulett, Agnus Dei usw.2).
    3. Ein Kindern umgehängtes Amulett, Talisman, bestehend aus einem geweihten viereckigen kleinen Pölsterchen3).

    Auch mhd. ›brievelin‹ ist aus Glossen in der Bedeutung »Amulett« bezeugt4). Die Zimmerische Chronik kennt B. als Zaubermittel5), und in einer schwäbischen Quelle des 17. (?) Jhs.6) heißt es: »Von den Brevi-Zettel. Seynd gut, und werden gebraucht, so wohl zum bey sich tragen, alsz zu legen, und einzugraben.«

    Das Breferl ist heute noch in lebendem Brauch im bayerisch-österreichischen Alpengebiet7), und als Sache, wenn auch nicht als Wort, weit über dieses Gebiet hinaus, wie süddeutsche und schweizerische Volkskundemuseen lehren. Sowohl kleine kissen- und taschenförmige Amulette mit religiösen Zetteln und Dingen, als auch (meist neunteilige) Faltzettel mit in Kupfer gestochenen Heiligenbildern, Segen usw. und aufgeklebten Dingen (Kreuzchen, Samen, Kräutern u. dgl.) werden Breferl genannt. Zuweilen sind unter einzelne Heiligenbildchen noch weitere Schutzzettel eingeschoben8), oder der mittlere Teil mit den aufgeklebten Dingen ist von einem Heiligenbild bedeckt9). Das bei Andree-Eysn abgebildete B. enthält: 1. St. Franziscus Seraphicus, 2. ein Doppelkreuz mit den Initialen des Zachariassegens (s.d.) und des Benedictussegens (s.d.) nebst den Pestpatronen St. Sebastian u. Rochus, Unterschrift ›contra pestem‹, darunter gelegt: Dreikönigszettel (s.d.), 3. St. Antonius von Padua, 4. St. Ignatius, darunter: lat. Gebet gegen Dämonen und in dieses eingeschlagen die Früchte von Widerton (Polytrichum commune), 5. St. Johannes von Nepomuk, darunter: Pestblatt10), 6. St. Franciscus Solanus, 7. Anastasiushaupt (s.d.), darunter: Agathenzettel (s.d.), 8. Jacobus de Marchia, 9. (im Mittelfeld) kleine Sebastianspfeile, Kreuzesnägel, Gnadenmünzen, Nepomukszunge, Fetzchen von Heiligengewändern, Benedictuskreuz, Agnus Dei, Palmkätzchen, Same von Lithospermum arvense, rotes Tuchfleckchen (gegen Hexen), dreieckiges Zettelchen mit lat. Gebet. Darüber gelegt: Marienbildchen (Kupferstich).



    Lexikon: Breve. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 1, S. 1573 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.