Allergisch gegen die Natur?

Schon gewusst…?

Der norwegische König Olav I. Tryggvason drohte im 10. Jahrhundert damit, alle Isländer in Norwegen töten zu lassen, nachdem ihm der aus Island zurückgekehrte Missionar Þangbrandr (Thangbrand) mitgeteilt hatte, dass wenig Aussicht auf eine Christianisierung des Landes bestehe.

  • Vertragen wir die alten Heikräuter noch oder sind wir schon zu weit von der Natur entfernt?
    Zunehmend habe ich diesen Eindruck...
    Oder hat uns die Apothekenlobby so weit im Griff das wir nur noch mißtrauisch die Natur beäugen?
    Bei manchen Leuten habe ich gegen solche Vorurteile zu kämpfen.....

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

  • die alten Heikräuter

    Gibts die auch von Ratiopharm? :ugly:


    Was ich damit sagen will..... die Werbung suggeriert uns doch 24/7, dass für jedes Wewehchen ein Kraut eine Pille gewachsen ist. Wer braucht da noch Zeug aus der Natur? Künstliche Medizin für künstliche Menschen, das ist doch der Trend.
    Bei uns daheim machen wir sehr viel mit den Dingen, die um uns herum so wachsen und fahren sehr gut damit. Ja, wenn eine Entzündung mit Arnikatinktur nicht mehr in Griff zu bringen ist, werf ich auch mal ne 800er Ibu ein. Aber im Normalfall versuch ichs auf anderem Wege. Die natürlichen Wirkstoffe hauen rein, das steht ausser Zweifel. Bei mir und Frau Cal jedenfalls.

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Bei Schlafstörungen wurde schon mein Angebot Lavendel-, Passionsblumen- oder Baldriantee mitzubringen abgelehnt, weil man Angst hatte süchtig zu werden, oder nicht mehr Aufzuwachen. Da schluckt man doch lieber die Schlaftabletten. :Mjolnir:
    WTF :ugly:




    Ist doch genauso wie das ablehnen von Wildfleisch, weil da könnte ja was dran sein, wenn das ein "Laie" einfach so im wilden Wald besorgt hat. =O
    Da vertraut man doch lieber auf die Fachkompetenz der Aldi-Kühltruhe. Garantiert gesünder.


    Mein Vater hat früher Waldführungen für Kinder gemacht. Die Stadt-Leute haben sich regelmäßig nicht getraut schöne Federn o.ä. aufzuheben, weil die könnten ja Krankheiten übertragen. :facepalm:


    Alles Kopfsache. Natur ist halt leider für viele beängstigend und fremd geworden.

  • Wenn es danach ginge, was ich schon alles mit bloßen Händen abgefasst habe oder sogar in der Natur probiert habe, zu essen, müsste ich längst tot sein..... :D
    Natürliche Heilmittel,klar, immer erst mal, Chemie kann man später ja immer noch.....

  • Zitat von EaYggdrasil

    Tschernobyl,

    Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber hier bei uns gelten die Maronenröhrlinge als die ,,radioaktiven Pilze". Manche hier trauen sich tatsächlich noch nicht, frei wachsende Pilze zu essen...
    Mir und meiner Familie ist das ziemlich egal. Dort, wo ich herkomme, sind die Maronen die häufigsten essbaren Pilze; da wäre ich doch ein Tor, wenn ich sie nicht auch sammeln würde. Wir haben die schon so oft gegessen, uns ist bis heute nichts passiert und irgendwelche Krankheiten haben sich auch nicht gebildet.



    Was die Pflanzen angeht....


    Also ich bin ja bekennender Wildpflanzenliebhaber. Den meisten jungen Leuten hier sind Pflanzen jeglicher Art egal, meine Freunde belächeln mich häufig für mein Interesse an den regionalen Wildkräutern und ihren Mythen. (Wenigstens tolerieren sie meine Religion... :ugly: ) Von der Mutter eines meiner Freunde hab ich im Scherz den Spitznamen ,,Kräuterfresser" bekommen.... :ugly: und der ist bis jetzt geblieben. (Mal unter uns: Das schrie doch nur danach, ein individueller Benutzertitel zu werden, oder? ;) :ugly: )



    Due meisten erwachsenen Männer hier weigern sich hartnäckig, Pflanzen zur Speise oder zur Heilung zu verwenden. Aber wenn der Pflanzenwirkstoff in nem Schächtelchen in der Apotheke stünde, würden sie ihn wohl gleich schlucken... :whistling: Natürlich nur, wenn das Medikament billig genug ist....ich will ja nichts sagen, aber Pflanzen zu sammeln ist kostenlos! :| Ist halt nur zeitintensiver, aber Zeit hat heutzutage ja keiner mehr...


    Und sie essen sie nicht, mit der Begründung, sie seien doch keine Kuh oder kein Feldhase....

  • Ich verstehe nicht, wieso immer eingeteilt wird zwischen "Natur" und "Chemie". Alles in der Natur ist Chemie, wir SIND Chemie. Kräuter wirken wegen den enthaltenen Chemikalien und die Schulmedizin kommt aus der Natur. Die Stoffe in den Pflanzen werden nur synthetisch hergestellt, sodass man nicht mehr auf Kräuter angewiesen ist. Ist das in dieser überbevölkerten Welt nicht besser? Wie schlimm es wäre, wenn alle 8 Mrd. Menschen auf Kräuter angewiesen wären. Dann gäbe es schnell keine mehr (und die Lage sieht SO schon schlecht für Kräuter und die Natur aus).


    Ich greife auch lieber zum Kraut als zur Tablette. Trotzdem ist nicht alles super schlecht, nur weil es in Tablettenform ist. Und bei schlimmen Entzündungen würde ich definitiv zu Antibiotika greifen, da die antibiotische Wirkung in Pflanzen oder Propolis einfach nicht ausreicht.
    Für mich gibt es kein: Tabletten vs Natur.


    Versteht mich nicht falsch, in meiner idealen Welt gäbe es erst gar nicht so viele Menschen und Menschen würden im Einklang mit der Natur leben. Ich versuche es, soweit es mir heutzutage möglich ist. Natur spielt für mein Leben eine extrem große Rolle, nicht nur, weil es mein Job ist. Und natürlich finde ich Menschen auch doof, die sich der Natur abwenden - aber der Grund dafür ist mMn nicht allein die Existenz von der Pharmaindustrie und Apotheken.

  • Vertragen wir die alten Heikräuter noch oder sind wir schon zu weit von der Natur entfernt?

    Stimmt, als wir nur Heilkräuter hatten war die durchschnittliche Lebenserwartung höher - immerhin wurde Noha damals noch 950 Jahre alt :ugly: und dank der blöden Ärzte und Apotheken werden wir jetzt nur noch 75 fast so schlimm wie im Mittelalter - äh nee Moment

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Ich verstehe nicht, wieso immer eingeteilt wird zwischen "Natur" und "Chemie". Alles in der Natur ist Chemie, wir SIND Chemie. Kräuter wirken wegen den enthaltenen Chemikalien und die Schulmedizin kommt aus der Natur. Die Stoffe in den Pflanzen werden nur synthetisch hergestellt, sodass man nicht mehr auf Kräuter angewiesen ist.

    So einfach ist das nicht. Man will garantieren was nicht garantiert werden kann-die 100 % Heilung!. Man macht die Natur so berechenbarer.
    Die Aussage hatte ich schon,als ich was von der Apotheke haben wollte.....


    Ist das in dieser überbevölkerten Welt nicht besser? Wie schlimm es wäre, wenn alle 8 Mrd. Menschen auf Kräuter angewiesen wären. Dann gäbe es schnell keine mehr (und die Lage sieht SO schon schlecht für Kräuter und die Natur aus).

    Wenn die Kinder nach dem Wunsch der Eltern und nicht nach dem Regiment der Regierung produziert
    würden....(Verbot der Pille usw)...Zumal die Menschen soviel Kinder produzieren wie andere Arten kurz vor der Ausrottung....Es würden normale Regularien greifen wie in anderen Tierarten auch!
    https://anjamueller.livejournal.com/111556.html


    Und bei schlimmen Entzündungen würde ich definitiv zu Antibiotika greifen, da die antibiotische Wirkung in Pflanzen oder Propolis einfach nicht ausreicht.

    Es gibt pflanzliches Antibiotika-das ist kein Argument für Tierversuche und genetische Versuchsreihen....
    Die Befreiung und Reduzierung der Planzenstoffe mittels Industrie sorgt für Unverträglichkeiten,Resistenzen,und Gewinnnspanne der Industrie.
    Zumal Notgedrungen die Artenvielfalt zurückkehren müßte!
    .....................
    Das Zur Kurzfassung.
    Hinzu kommt der schlechte Leumund der Heilpflanzen ,die zum Teil an einer Studie aufgebracht werden...

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

  • So wie ich das verstanden habe war die Frage nicht, ob Naturheilkunde oder Schulmedizin besser ist, sondern warum heutzutage teilweise so ein Misstrauen gegen die Pflanzenmedizin gehegt wird, obwohl die Menschen sie schon seit Jahrtausenden nutzen.


    Und meiner Meinung nach besteht dieses Misstrauen genau wegen dieser Unterscheidung in "natürlich" und "künstlich".
    Bei der Pflanze hat kein ("Stadt"-)Mensch gesehen wo sie herkommt, wie sie entstanden ist, man weiß nicht wie sie zusammengesetzt ist, das ist unbekanntes Terrain. Die Tablette haben Menschen in Fabriken künstlich zusammengefügt, da weiß man (vermeintlich) genau was drin ist.



    Ich persönlich nutze Heilpflanzen gerade weil sie (in der Regel) nicht so stark konzentrierte Wirkstoffe haben wie synthetische Medizin. Wenn ich mir einen Zeh anstoße, setze ich mich ja auch nicht direkt in den Rollstuhl. Wenn ich das dann noch öfter machen würde, verkümmerten vielleicht noch meine Beinmuskeln und ich hätte noch öfter Probleme. Genauso ist es doch mit dem Immunsystem.
    Wenn es allerdings so schlimm ist, dass man nicht mehr gehen kann, aber trotzdem den Rollstuhl ablehnt, ist man ein Idiot. ^^

  • p.s. Überbevökerung: Das ist eine exponentielle Rechnung. wenn nur eine Generation im Durchschnitt gerade ein Kind hat, reduziert sich die Bevölkerung schon um die Hälfte. Für Deutschland hieße das von 80Mio. auf 40Mio.
    innerhalb von 30 Jahren. Geht mal in die Fußgängerzone und stellt euch vor jeder Zweite wäre weg.
    Haben die Leute dann im Schnitt nur 2 Kinder, bleibt die Bevölkerung wieder gleich.


    Deutsche haben bereits im Schnitt unter 2 Kinder, wir schrumpfen schon und müssen uns (eigentlich) keine Gedanken bezüglich der Überbevölkerung machen, das ist das Problem anderer Erdteile, bzw die Lösung liegt nur in den Händen anderer Staaten.


    (Naja, jedenfalls im Prinzip, aber ich will nicht wieder über Migration reden. :whistling: )

  • sondern warum heutzutage teilweise so ein Misstrauen gegen die Pflanzenmedizin

    ...und dagegen ist Homöopathie auch noch groß im Boom. ???
    Achtung: Kräuterkunde =/= Homöopathie. Letzteres ist völliger Humbug und trotzdem glauben daran mehr Menschen als an die Wirkung von Kräutern (was keine Glaubenssache ist, sondern reine Chemie). :D
    Es ist absurd.


    Ich bin völlig konform mit der Meinung, dass Kräuter super sind.
    Ich glaube nur nicht, dass es im Moment gut für den Planeten wäre, würden wir Medikamente nicht synthetisch herstellen, sondern alle wären danach aus, Kräuter zu nutzen. Dass die Welt trotzdem zugrunde geht, streite ich nicht ab :ugly:

  • @ Hätten wir Menschen nicht solchen Landschaftsverbrauch in Kunstrasen,der 4 wöchentlichen Mähung aller Grünflächen,effektive Nutzung von Verkehrsinseln für die Natur,
    Grünflchensanierung für stillgelegte Objekte...
    hätten wir genug Ökonischen für Heilkräuter!

    ..?Achtung: Kräuterkunde =/= Homöopathie. Letzteres ist völliger Humbug und trotzdem glauben daran mehr Menschen als an die Wirkung von Kräutern (was keine Glaubenssache ist, sondern reine Chemie).

    Wie kommst Du zu der Aussage?

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  • Mal davon abgesehen, dass die meisten Heilkräuter, die es heute zu Kaufen gibt, eh schon extra angebaut wurden.
    Und ich glaube irgendwie nicht, dass man bspw für die Produktion von (heimischen) Tee mehr Ressourcen verbraucht als für Nasentropfen o.ä.

  • Vertragen wir die alten Heikräuter noch oder sind wir schon zu weit von der Natur entfernt?
    Zunehmend habe ich diesen Eindruck...
    Oder hat uns die Apothekenlobby so weit im Griff das wir nur noch mißtrauisch die Natur beäugen?
    Bei manchen Leuten habe ich gegen solche Vorurteile zu kämpfen.....

    Interessantes Thema! :)
    Ich denke so darüber: Es gibt tatsächlich immer mehr Menschen, die vor allem, was "Natur" ist, Ängste entwickeln und nur noch dem vertrauen, was zigmal kontrolliert, begutachtet und steril hergestellt wurde.


    Das wird auch fleissig geschürt durch die Medien etc. mit immer reisserischen Berichten über Zecken, Wölfe, Luchse, Bären, Heilkräutern, die Todesfälle verursacht haben (sollen?) etc.


    Der Tenor dieser Berichte geht doch wirklich immer mehr dahin, uns alles, was natürlich ist als gefährlich und unberechenbar zu verkaufen, finde ich.


    Ich habe als Kind noch den ganzen Tag im Wald gespielt und mit meinen Freunden Baumhütten gebaut. Und wir haben überlebt. :)


    Vor ein paar Jahren machte eine Freundin von mir Waldtage mit Kindergruppen. Die Kiddies selbst waren neugierig und aufnahmebereit, entwickelten schnell ein Gespür für das, was sie tun konnten und was nicht.


    Doch wenn man den Eltern und ihren Gruselgeschichten zuhörte, was doch alles in der freien Natur passieren könnte und worauf sie unbedingt zu achten habe, da wurde mir ganz anders.


    Das auch immer mehr Menschen Allergien gegen "natürliche" Stoffe/Pflanzen, Umgebung etc, entwickeln, hat meiner Meinung auch mit dem erfolgreichen Schüren dieser Ängste zu tun.
    Und auch mit dem immer mehr zunehmenden Verlust der Instinkte. bei manchen Menschen.


    Merle

  • Zitat von Merle

    Das wird auch fleissig geschürt durch die Medien etc. mit immer reisserischen Berichten über Zecken, Wölfe, Luchse, Bären, Heilkräutern, die Todesfälle verursacht haben (sollen?) etc.

    Wolf-Dieter Storl hat ein sehr gutes und treffendes Video dazu gemacht:


    Wolf-Dieter Storl: Pharmazeutische Industrie und Heilkräuter