'Weise Frauen' als Opfer der frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen?

Schon gewusst…?

Asgard (altnordisch Ásgarðr „Heim der Asen“) ist sowohl nach der Edda des Snorri Sturluson als auch nach der Lieder-Edda der Wohnort des Göttergeschlechts der Asen. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist Asgard mit Midgard verbunden.

  • Zitat von Walter Rummel

    Der These vom obrigkeitlichen Vernichtungsfeldzug gegen die 'weisen Frauen' widerspricht schließlich so ziemlich alles, was die neuere Forschung der letzten 20 Jahre hinsichtlich der Rolle der Bevölkerung bei den Verfolgungen herausgearbeitet hat. Das Ausmaß, in dem Teile der Bevölkerung Verfolgungen gefordert, durchgesetzt und in ihrem Ablauf bis hin zur Opferselektion bestimmt haben, macht es unmöglich, von einer rein obrigkeitlichen Verfolgungsinszenierung zu sprechen. Warum aber sollte die Bevölkerung ihr volksmedizinisches Personal liquidieren? So kann es nicht überraschen, wenn die lokalen Prozessquellen im Grunde keine relevante Häufung von Hebammen als Hexen nachweisen. Denn für die Bevölkerung war weder die 'weise Frau' beziehungsweise die Hebamme noch die Geburtenverhinderung das Problem, sondern der Schadenzauber, den man im Krankwerden und Sterben der Menschen und Tiere reell erlebte. Grundsätzlich brauchte die breite Bevölkerung die 'weisen' Frauen, aber auch die 'weisen' Männer, für ihr Überleben. Natürlich sind Vertreter der Volksmedizin und -magie immer wieder mit ihren Kunden, sei es aus berufsspezifischen Gründen (gescheiterte Therapieversuche), sei es aus allgemeinen Gründen, in Konflikte und in deren Folge auch selbst in Hexenprozesse geraten. Doch hat diese Erscheinung den volkstümlichen Heilerinnen und Heilern keine größeren Anteile als Opfer der Verfolgungen eingetragen als ihr Gruppenanteil an der Bevölkerung, eher sogar noch geringer (Briggs). [...] Die Vermittlung der historischen Realität der Hexenverfolgungen sollte dadurch leichter werden, dass sie ja viel spannender ist, viel näher am Menschen, als eine abgedroschene Verschwörungstheorie, die sich wie ein Plattenbau in einem historischen Freilichtmuseum ausnimmt. Die archivalischen Quellen zu den frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen bestätigen nämlich, dass es sie wirklich gab, jene 'weisen' Frauen, und neben ihnen die 'weisen' Männer. Nur hatte es mit ihrer Rolle im Alltag und in den Hexenverfolgungen eine ganz andere Bewandtnis: Ganz im Sinne des anfänglich referierten begriffsgeschichtlichen Befundes gab es in der frühen Neuzeit in beiden Geschlechtern Personen, die in dem Sinne 'weise' waren, als sie über damals sehr stark nachgefragte volksmedizinisch-magische Kompetenzen verfügten: wichtig nicht allein bei Schwangerschaft und Geburt, sondern überhaupt bei allen Erkrankungen von Menschen und Tieren. Aber auch, wenn Verdacht auf Hexerei bestand, wandte man sich an diese Spezialisten, um sich Gegenmittel zu verschaffen - und Hinweise auf die Täter! Spätestens mit dieser Funktion als 'Hexenbanner' begaben sich die volkstümlichen Heiler selbst auf das gefährliche Feld magischer Rituale und setzten sich entsprechender Verdächtigungen bei den Obrigkeiten aus. Doch der Versuch ihrer Unterdrückung misslang, eben weil sich die Volksmagier einer ausgeprägten Wertschätzung seitens der Bevölkerung erfreuten.

    Ganzer Artikel: historicum.net: Weise Frauen als Opfer?