Reise zum Ich

Schon gewusst…?

Die politische Organisation der Wikinger gleicht am ehesten einem demokratischen System.
In Island tagte vor über 1000 Jahren zudem das „Thingvellir“, das als eines der ältesten Parlamente der Welt gilt.




  • Hallo und einen wundervollen Tag wünsche ich euch,


    auch wenn ich theoretisch nicht mehr neu bin, darf ich doch wieder anfangen um auf meine Beiträge zu kommen.


    Da ich aber ungern in irgendwelchen alten Threads einfach ein paar Kommentare hinterlassen würde (werde ich wohl trotzdem machen ;-) ),
    werde ich hier mal etappenweise, versuchen meine „kleine“ Reise zu mir und auch wieder zurück zum Forum zu beschreiben. Ich hoffe,
    dass ich euch nicht zu sehr damit langweile und die Etappen zügig hier niederschreiben werde. Anbei habt ihr schon mal die ersten beiden Schritte
    und ja manches mag fantastisch, ersponnen und erlogen klingen…. Aber es hat sich so zugetragen, glaubt es oder nicht, das kann ich nicht beeinflussen.



    Etappe 1, oder das Warum trifft es einen immer dann, wenn man es nicht brauchen kann……

    …tja, wie manchen vor etwas längerer Zeit hier im Forum mitbekommen haben, ging es mir gesundheitlich nicht wirklich so gut.
    Das Was und Wie lasse ich mal jetzt außen vor, war es effektiv gesehen eigentlich nur der „Auslöser“ für eine wirre Gedanken- und Gefühlswelt.
    Eine schlechte Nachricht kann oft dazu führen… oder sollte ich sagen, sollte dazu führen, dass man sein Leben, sein Tun und Handeln überdenken sollte….
    So hatte ich vor Jahren schon mal einen Schuss vor den Bug und auch der war auf die eine oder andere Art und Weise „heilsam“.


    Damals habe ich mir meinen nicht wirklich gesunden Lebensstil vor Augen führen dürfen und hab es doch tatsächlich geschafft diesen in sehr kurzer Zeit entsprechend umzukrempeln.
    Dieses Mal kam ich dann nicht umhin mein Inneres gehörig zu reflektieren und aus dem Brei der zurückgeblieben war, etwas Neues zu formen.


    Aber nun erst mal von Anfang an….


    „Warum immer ich“…..“Wieso trifft es nicht mal einen anderen“…….“Klar das mir so was passieren muss“…. sind oft die ersten , oder viel mehr die prägenden Gedanken, wenn einem mal wieder eine große Schei…. passiert und man (mal wieder) sieht, wie der „Nachbar“ freudestrahlend, trotz aller Fehlbarkeiten, sein glückliches Leben weiterführen kann.


    Die Leichtigkeit mit der man in ein selbstgeschaffenes, emotionales schwarzes Loch fällt ist wirklich faszinierend. Dem Gesetz der Schwerkraft gleich, rast man den Boden aus Beton entgegen, den man zuvor selbst gegossen hat.


    So genug der blumigen Wortfetzen….


    Jedenfalls nach meinen schlechten Nachrichten die ich erhalten hatte, habe ich mich genau in ein solches,
    selbstgegrabenes Loch begeben und mein Dasein an mir direkt vorbeilaufen lassen. Faszinierend ist auch, wie man dann jeden Tag neben sich steht
    und das Gefühl hat, man sieht sich einen schlechten Film an…. Manches hat mich wirklich an so manche schlechte deutsche Komödie erinnert *g*.


    Wenn dann auf einmal alles für einen selbst unwichtig geworden ist, Freunde, Familie, Herzensangelegenheiten…. Hat man meist nur noch zwei Möglichkeiten….
    Man ergibt sich allem, hört auf zu kämpfen und hofft jeden Tag, dass es einfach vorbei ist… oder man klammert sich an den kleinen Funken Leben den man hat, sieht oder vielmehr lernt wieder die kleinen Dinge, die das eigenen Leben ausgemacht haben zu sehen, zu schätzen und vor allem, daraus Kraft zu ziehen.


    Genau vor dieser Weggabelung stand ich…. Musste mich entscheiden….links… rechts…. Ein Zurück gab es nicht….

    Etappe 2, oder die Vernunft eines Tieres….

    Nun… wie oben geschrieben, stand ich an der Gabelung…… der eine Weg, voller Blumen, Sonnenschein…… so leicht… so einfach… ohne jegliche Kraftanstrengung….
    Der andere… dornig, voller Steine und Schatten…. Der eine versprach Leichtigkeit….Ruhe…..der andere harte Arbeit, Kämpfe und auch manchen Verlust…..


    Tja so stand ich da, musst mich entscheiden und der „Weg des Einfachen“ war sehr verlockend…


    An dem Tag saß ich draußen bei uns auf der Terrasse und schaute mir unseren Garten an, mein Kleinster spielte im Sandkasten und die Sonne strahlte. Ja ich weiß, ein sehr idyllische Bild…Früher hätte ich nie gezögert, wäre zu meinem Kleinen und hätte mit ihm zusammen im Sand „MatschePampe“ gemacht und Kleckerburgen gebaut.


    Doch dieses Mal war es anders. Ich saß einfach da und egal wie oft er mich auf seiner Art und Weise aufforderte mitzumachen, ich reagierte nicht mehr.
    Nicht mal, als er sich dann traurig abwandte und alleine anfing zu spielen. So saß ich da und ließ einfach die Zeit des Tages ablaufen.


    Wie manche „älteren“ Forumsmitglieder vielleicht noch wissen, habe ich vor längeren mal angefangen einen Raben im Garten zu füttern und mich mit ihm „anzufreunden“.


    Nachdem er eine Weile nicht mehr vorbeischaute und ich schon annahm, dass er entweder weitergezogen oder ihm was passiert ist, flog auf einmal ein Schatten durch den Garten und landete einen guten Meter neben meinem Kleinen am Sandkasten.


    Der Sohnemann hat ihn natürlich gesehen und ist schon freudestrahlend,
    aber langsam auf ihn zugegangen. Ich dachte mir schon, naja, der Rabe wird gleich wieder abhauen, wenn du Zwerg auf ihn so zu gestolpert kommst,
    doch weit gefehlt, er beäugte meinen Sohnemann zwar, aber machte keine Anstalten dazu sich in die Lüfte zu heben. Als Kind und Rabe gerade noch eine Handbreite auseinander waren,
    hüpfte der Rabe einen halben Meter weiter weg und wartete da wieder geduldig, bis der Kleine ihm hinterherkam. Das Spiel ging eine ganze Weile bis beide bei mir auf der Terrasse standen. Erst dann krächzte er einmal, breitete seine Flügel aus und flog in den nächsten Baum um uns von dort zu betrachten. Fragt mich jetzt nicht warum, aber genau das hat mich dann veranlasst aus mir wieder rauszukommen… meinen Zwerg zu schnappen und ihm den Raben zu zeigen, ihm zu erklären,
    was für tolle Tiere das sind und hab ihm dann auch gleich noch eine Geschichte dazu erzählt. Während der ganzen Zeit saß der Rabe still im Baum und
    beäugte uns aufmerksam, ab und an breitete er seine Flügel aus um dann sie wieder einzuklappen. Während ich also so dastand, meinen Kleinen im Arm,
    merkte, wie er aufmerksam zuhörte, dabei immer wieder zum Raben emporschaute, merkte ich… eher spürte ich…. Dass
    genau dies die Kraft und der Antrieb ist, den man oder eher ich, benötigt habe, dies wie-der zu sehen, diese kleinen Dinge und um daraus wieder Energie für den weiteren Weg zu schöpfen.....

    Mit dieser neuen Kraft wuchs auch eine Idee in mir, die ich eigentlich schon lange zu den alten Teilen meines Lebens im Archiv abgelegt hatte, aber
    irgendwie kam sie wieder zum Vorschein und hatte sich selbst in den Vordergrund gedrängt.




    Weiter Etappen folgen....

  • @ Damhain: Danke für Dein Vertrauen und das Teilen Deiner Gedanken mit uns. :)
    Manchmal sind es oft die einfachsten Dinge des Lebens, die einem ans Nachdenken bringen und dafür sorgen, das man seinen weiteren Weg mit belebenden Gedanken weitergehen kann.
    Guten Weg Dir! :thumbup:


    Merle

  • Ich habs jetzt zum vierten mal gelesen und würd gern viermal liken.


    Damhain, dir wurde ein großer, wenn nicht der größte Schatz geschenkt. Pass gut auf ihn auf und verwende ihn weise!

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Etappe 3, oder der schwere Weg ist doch der Bessere…..



    Nun, bevor ich jedoch meine Idee (zu der komme ich in späteren Etappen) umsetzen konnte, musste ich erst mal wieder dafür sorgen, dass mein selbstgegrabenes Loch für mich zu unbequem wird. Ein Auszug aus dieser, vermeintlich schützenden Umgebung manifestierte sich immer mehr in meinem Kopf, trotzdem fehlte der letztendliche Antrieb, die Kraft den eigenen Willen und den eigenen Gedanken wieder in eine Bahn zu lenken war ja nun vorhanden, doch die Energie diese Idee in etwas Körperliches umzusetzen war noch irgendwie nicht gegeben.


    So saß ich morgens beim Frühstück, alle waren bereits aus dem Haus, das Wetter war angenehm, nicht zu warm, eine leichte Brise ging durch den Garten und bewegte die Blätter an den Büschen und Bäumen. Der kleine Teich den ich erst kurz vor all dem angelegt hatte, hat sich gut entwickelt, die ersten Bewohner hatten sich auch schon eingenistet und man konnte zusehen, wie die Pflanzen täglich wuchsen. Die Oberfläche kräuselte sich leicht auf Grund des Windes. Also schnappte ich meinen Tee und ging auf die Terrasse, stellte mir einen Stuhl so hin, dass ich das „Schauspiel“ einfach genießen konnte und trank mein dampfendes Gebräu.
    Dazu muss ich sagen, dass ich da schon die ersten Behandlungen hinter mir hatte und bis zu oben erwähnten „Vorfall“ für mich entschieden hatte, dass ich damit nicht weitermachen will.


    So saß ich also draußen, vom Wind umspielt, das leise Rascheln der Blätter genießend, welches sich schon fast wie ein sanftes Raunen, gar Flüstern anhörte, welches zu mir sprach. Während ich also dem Wind lauschte krächzte es auf einmal hinter mir. Sehr überrascht und erschrocken drehte ich mich um, trotz meiner so plötzlichen Reaktion saß da „mein“ Rabe, beäugte mich, legte den Kopf schief, plusterte sein Gefieder auf, schritt, ohne Angst zu zeigen, an mir vorbei und flog dann davon. Mehr als verwirrt schaute ich ihm hinterher, bis er hinter den Bäumen verschwunden war. Warum auch immer verspürte ich den Drang im Gartne dann etwas zu machen, ich schnappte mir also meine Gerätschaften und legte noch zwei Hochbeete an und verschob den Komposthaufen von einer Ecke in die andere Ecke…


    Obwohl ich danach wie eine alte Dampflok schnaufte war ich zufrieden und voller Tatendrang. Tatendrang alteingesessene Dinge, die eigenen Faulheit die einen in solchen Situation beschleicht zu ändern…