Heilige Pflanzen: Aloe

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  • Aloe


    I. Pflanze


    Die Droge stellt den eingetrockneten Saft von afrikanischen und westindischen Aloearten (hauptsächlich von Aloe ferox) dar, der aus den dickfleischigen Blättern gewonnen wird. Eine Reihe von Aloearten werden als Zierpflanzen in Zimmern gezogen. Im Volke wird nicht selten die amerikanische Agave (Agave americana), die alle hundert Jahre nur einmal blühen soll1), als Aloe bezeichnet. Offenbar als Sympathiemittel werden Aloeblätter bei Nasenbluten aufgelegt2) und gegen Krämpfe benutzt3). Im Orient gilt die Aloe als Mittel gegen Hexerei und Zauberei4).



    II. Name einer der heiligen drei Frauen im Segen5). Ein Zauberwort αλων steht bereits auf einer antiken Hagelbeschwörung6). Im koptischen Physiologus wird ein dem Phönix paralleler Vogel Alloê bzw. Allȏê genannt7); da dieser Vogel mit der Auferstehung Christi in Beziehung gesetzt wird8) und die Frau des Segens eine der 3 am Grabe Jesu weilenden Frauen ist, könnte eine Verbindung bestehen. Erwähnt sei auch, daß der hebr. Name שהלה (der Murmeler, Beschwörer) Neh. 3, 12 Ἀλλωής 10, 24 Ἀλλωής geschrieben wird; es gab also einen bibl. Namen dieses Klanges. Nach von Lemm hat der Vogel seinen Namen vermutlich von der Pflanze ἀλόη.



    Lexikon: Aloë. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 1, S. 280 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Aloe-Arten


    Fam.: Asphodelaceae (Liliaceae).


    Vork.: tropische und subtropische Gebiete, bes. Afrika, Arabische Halbinsel und Mittelamerika.


    Aloe arborescens Mill. (syn. Aloe arborea, A. fructicosa, A. perfoliata var. arborescens, Catevala arborescens); Baumartige Aloe. Anbau u.a. in Süd-Japan,


    Droge: Aloe-arborescens-Blätter. Inh.: Anthron- 10-C-glykosyle, u.a. Aloine A und B (0,4 %, Bestimmung durch HPLC).


    Anw.: Der aus den frischen Blättern gewonnene und eingetrocknete Saft sowie das Gel aus dem wasserspeichernden Gewebe getrockneter Blätter werden insbes. in Japan verwendet, äußerlich bei Wunden, Verbrennungen, Insektenstichen und Fußpilz sowie zuweilen innerlich bei gastrointestinalen Beschwerden. In der Kosmetik als Bestandteile von Cremes und Lotionen.


    Aloe barbadensis Mill. (syn. Aloe chinensis, A. elongata, A. indica, A. officinalis, A. perfoliata, A. vera, A. vulgaris).


    Vork.: bes. Nordafrika, Mittelmeerraum, Kanaren, Madeira und Indien. Anbaugebiete v.a. Küstenregionen von Venezuela sowie subtropische Gebiete der USA und Mexikos.


    Drogen: 1. Curacao-Aloe (syn. Aloe barbadensis, Aloe hepatica), der zur Trockene eingedickte Saft der Blätter. Inh.: Anthron-C-glykosyle (35–38 % Aloine A und B (), ferner etwa 3 % 7-Hydroxyaloine A und B, 1,8-Dihydroxyanthrachinone (0,05–0,5 %) sowie die bitteren, bicyclischen Polyketide Aloeresine ().


    Anw.: In Form des eingestellten Extraktes als Laxans. Die Droge steigert direkt die Motilität und beschleunigt damit die Darmpassage, steigert die Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmvolumen und hemmt die Rückresorption aus dem Dünndarm. Füllungsdruck bedingt zusätzliche Anregung der Darmperistaltik. Die laxierende Wirkung setzt nach 8–12 Stunden ein.


    Dos.: TD der pulverisierten Droge 0,05–0,2 g, entsprechend 10–40 mg Hydroxyanthracen-Derivate; ED 0,05 g, abends. 2. Aloe-vera-Gel (syn. Aloe vera, Aloe-Extrakt). Die Droge besteht aus dem Schleim der Blätter und wird durch Auspressen oder Extraktion, meist mit heißem Wasser, gewonnen. Da das genuine Produkt instabil ist, sind die Handelsgele stabilisierte und konzentrierte, oft lyophilisierte Extrakte.


    Inh.: insbes. Gemische von Heteropolysacchariden unterschiedlicher Kettenlänge, meist mit Mannose als dominierendem Grundbaustein. Die Zuckereinheiten sind meist linear 1,4-verknüpft und teilweise acetyliert. Der mögliche Gehalt an Anthron-C-glykosylen ist abhängig vom Herstellungsverfahren. Neuere, meist patentierte Verfahren ermöglichen anthranoidfreie Gelprodukte.


    Wirk.: Zahlreiche Testungen ergaben bes. antiphlogistische und immunstimulierende Eigenschaften sowie die Beeinflussung der dermalen Ischämie mit Zubereitungen der Drogen. Anw.: In der Volksheilkunde legt man die der Länge nach geteilten Blätter mit der Innenseite, gegebenfalls nach Befestigung auf die erkrankten Hautpartien. Oft werden auch die nach Abschälen der äußeren, grünen Blattpartien erhaltenen Gelfilets angewendet. Die Droge kann ferner zur Stabilisierung von Öl-in-Wasser Emulsionen herangezogen werden. Sie dient in der Kosmetik als »feuchtigkeitsspendender« sowie »weichmachender« Bestandteil von Cremes, Körperlotionen, Shampoos, Zahnpasten, Antitranspirantien und Sonnenschutzpräparaten.


    Aloe ferox Mill. (syn. Aloe horrida, A. perfoliata, A. pseudoferox, A. socotorina, A. supralaevis, Pachidendron ferox, P. supralaeve), Bitterschopf, Gefährliche Aloe.

    Vork.: Südafrika, dort auch kultiviert.

    Droge: Aloe capensis (syn. Kap-Aloe). Die Droge wird aus Aloe ferox und Hybriden dieser Arten durch Eindampfen des nach Abschneiden der Blät ter bei Normaldruck ausgetretenen Saftes (Aloe lucida) gewonnen. Sie stellt dunkelbraune Stücke mit grünlichem Schimmer dar, oft mit gelblichem Puder bedeckt, und intensiv bitterem Geschmack. Inh.: Anthron-C-glykosyle ca. 18–22 % (Aloine A und B). Anw.: Analog Aloe barbadensis als Laxans, wobei im mitteleuropäischen Raum Aloe capensis der A. barbadensis traditionell vorgezogen wird.

    Hom.: Aloe HAB1; der zur Trockene eingedickte Saft der Blätter einiger Arten der Gattung Aloe, Handelsbezeichnung Kap-Aloe HAB1. Stammpflanzen sind einige Arten der Gattung Aloe, insbes. A. ferox Mill. Nicht verwendet werden darf Barbados-Aloe von A. barbadensis. Anw.-Geb.: bei Magen-Darm-Störungen, Stuhlinkontinenz und Hämorrhoiden.


    Aloe saponaria (Ait.) Haw. (syn. Aloe disticha, A. latifolia, A. leptophylla, A. perfoliata var. saponaria, A. saponaria var. latifolia, A. umbellata).


    Vork.: Südafrika, Swasiland, Zimbabwe.


    Droge: die frischen Blätter.


    Inh.: bes. Dihydroxyanthrachinone (frei und O-glykosidisch) und Heteropolysaccaride, u.a. teilacetylierte Glucomannane. Anw.: in der traditionellen Medizin der Heimatgebiete als Wundheilmittel.


    Aloe succotrina Lam. (syn. Aloe purpurascens, A. soccotrina, A. vera); Sokotra-Aloe (syn. Socotra-Aloe, Aloe Sokotrina). Stammpflanzen vermutlich Aloe perryi Bak. und A. rabaiensis Rendle (Kenia-Aloe).


    Droge: der eingetrocknete Saft der Blätter.


    Hom.: Aloe socotrina HAB34; der eingetrocknete Saft der Blätter. Anw.-Geb.: Magen-Darm-Störungen, Stuhlinkontinenz, Hämorrhoiden.


    Histor.: Der Name Aloe kommt vermutlich von Alloeh, dem arabischen Namen der Pflanze, her, während sich der Artname ferox vom Lateinischen (ferox = wild) ableitet.


    Aloe arborescens, Baumartige Aloe


    Lexikon: Aloe-Arten. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 1, S. 32 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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