Heilige Pflanzen: Andorn

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  • Andorn

    (Gottvergeß, Berghopfen, weißer Dorant, Mariennessel; Marrubium vulgare).


    1. Botanisches


    Lippenblütler (Labiate) mit gegenständigen, filzig behaarten Blättern und weißen Blüten, deren Kelchzipfel zottig behaart sind. Hin und wieder auf Schutt und an Dorfstraßen1).



    2. Der Andorn wird manchmal dem geheimnisvollen Dorant (s.d.), dem bekannten hexenwidrigen Mittel, gleichgesetzt2). Auch der bereits in den ahd. Glossen belegte Name »Gottvergeß« (›gotvirgeze‹, ›gotvergeze‹) weist auf abergläubische Beziehungen. Als hexenvertreibend erweist sich der Andorn, wenn er, nachts zwischen 11 und 12 Uhr auf einem Friedhof gepflückt, zum Scheuern der Milchgefäße benutzt wird, damit die Butter zusammengeht3), oder wenn er dem freßunlustigen Vieh an den Hals gehängt wird4). Der Andorn muß in der Johannisnacht geholt werden5). Unter die Bienenstöcke gelegt, soll er die Bienen zum Brüten reizen6). In der Sympathiemedizin scheint der Andorn früher öfter gebraucht worden zu sein7).



    Lexikon: Andorn. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 1, S. 397 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Marrubium vulgare L.

    (syn. Marrubium album, M. germanicum, M. lanatum, Prasium marrubium); Gemeiner Andorn (syn. Mauer-Andorn, Weißer Andorn, Weißer Dorant),


    Fam.: Lamiaceae (Labiatae).


    Vork.: besonders Mittelmeergebiet bis Zentralasien.


    Droge: Marrubii herba (syn. Herba Marrubii, Herba Marrubii albi, Herba Marrubii vulgaris, Herba Prasii); Andornkraut (syn. Weißes Andornkraut), die Blätter und blühenden Spitzen. Inh.: äther. Öl (0,05–0,06 %), u.a. Camphen, p-Cymol und a-Pinen enthaltend, ferner Diterpen-Bitterstoffe der Labdanreihe mit Marrubiin (0,1–1 %, Hauptkomponente) sowie Prämarrubiin (), Gerbstoffe (bis zu 7 %, u.a. Hydroxyzimtsäurederivate), Flavonoide mit Flavon- und Flavonolglykosiden.


    Anw.: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden mit leichten Magen- Darm-Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen, Katarrhe der Luftwege. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzelgabe ca. 1,5 g feingeschnittene Droge. Als mittlere Tagesdosis werden etwa 4,5 g empfohlen.


    Hom.: Marrubium vulgare HAB 1; Andorn, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen. Anw.-Geb.: Erkrankungen der Atemwege.


    Histor.: Der Name Marrubium wird vom hebräischen mar (bitter) und rob (viel) abgeleitet und ist in gleicher Weise ins lateinische marrubius überführt worden. Die Bezeichnung Andorn wird auch mit »ohne Dornen« in Zusammenhang gebracht. Der Andorn zählt zu den ältesten Arzneipflanzen, die uns durch Überlieferung bekannt wurden.


    Marrubium vulgare, Gemeiner Andorn


    Lexikon: Marrubium vulgare. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 2, S. 56 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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