Heilige Pflanzen: Asant, Teufelsdreck

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  • Asant, Teufelsdreck

    (Asa foetida)


    Das eingetrocknete Gummiharz gewisser asiatischer Doldenblütler (Ferula-Arten) von gelblicher, violetter oder bräunlicher Farbe, unangenehmem (an Knoblauch erinnernden) Geruch und etwas zäher (in frischem Zustand) Beschaffenheit. Nach dem Geruch und dem Aussehen heißt dieses Harz Teufelsdreck (excrementum diaboli). In der älteren Heilkunde wurde der Teufelsdreck bei Krämpfen, Nervosität usw. verwendet1). Als stark riechendes Mittel gilt er für hexenvertreibend2). Besonders die Ställe werden mit Teufelsdreck ausgeräuchert3). Die Slowaken räuchern, wenn der Kranke »vom Teufel besessen« ist (Geisteskrankheiten), das Zimmer mit Teufelsdreck aus4). Auch wird Teufelsdreck mit anderen antidämonischen Mitteln (z.B. Dorant, Dill, Kümmel) im Stall vergraben5). Wenn das Vieh zum ersten Male auf die Weide getrieben wird, werden ihm Kügelchen aus Teufelsdreck und Fölzow-Pulver (?) in die Haare geklebt, dann kann es nicht verrufen werden, und schlechte Augen können ihm nichts anhaben6). Ebenso knüpft man ins Säelaken (vorzugsweise in Litauen) Teufelsdreck, Knoblauch und einen Silbergroschen7). Ein Amulett, das gegen Abzehrung auf der Brust getragen werden muß, enthält u.a. auch Teufelsdreck8). Auch gibt man Kindern gegen die gleiche Krankheit drei kleine Körnchen in Rahm zum Essen. Das Mittel muß an einem Freitag bei »Abgangsmond« gereicht werden9). »Verrufenen« Menschen gibt man Teufelsdreck und die 25 Buchstaben der Sator-Formel mit Brot neun Tage nacheinander ein (Graudenz)10).


    Lexikon: Teufelsdreck. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 23631

    (vgl. HWA Bd. 8, S. 747 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Ferula foetida 1) Ferula assa-foetida

    2) Ferula foetida (Bunge) Regel

    (syn. Ferula scorodosma, Scorodosma assa-foetida, S. foetida).


    Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).


    Vork.: Iran, Afghanistan, Pakistan, Turkmenistan, die Wüsten Kara Kum und Kizyl Kum.


    Droge: Asa foetida (syn. Gummiresina Asa foetida, Lacryma syriaca, Laser foetidum, Stercus diaboli, Succus cyrenaicus antiquorum); Stinkasant (syn. Asam, Asant, Teufelsdreck), das durch Einschneiden der lebenden Rhizome und Wurzeln gewonnene Gummiharz.


    Inh.: Harz (Asaresin, zwischen 10 und 65 %, v.a. Ferulasäureester des Asaresinotannols), Asaresinotannol, Ferulasäure, Sesquiterpene, Umbelliferone, Gummi (20–30 %), äther. Öl (1–20 %, v.a. schwefelhaltige Verbindungen, die den knoblauchartigen Geruch bedingen () sowie a-Pinen).


    Anw.: Die Droge wurde früher bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet, z.B. bei Verhärtungen von Leber und Milz, Nabelgeschwüren, Amenorrhoe, Asthma, Bronchitis, Koliken, Krämpfen, Epilepsie, Husten, Spasmen, klimakterischen Beschwerden, Keuchhusten, Hysterie, Abdominaltumoren und bei nervösen Beschwerden. Die Wirksamkeit bei diesen Indikationen ist gegenwärtig nicht belegt. In der Parfümerie wird die Droge als Fixativ und Geruchskomponente eingesetzt. Auch als Gewürz kommt Asa foetida im Orient zur Anwendung ebenso wie als Repellent, um Wildtiere fernzuhalten.


    Hom.: Asa foetida HAB1, das getrocknete Gummiharz. Anw.-Geb.: chronische Entzündungen der Atemwege, nervöse Störungen der Verdauungswege, Knochenerkrankungen, Krampfaderleiden, Hautgeschwüre und Fistelbildung, Störungen der Milchabsonderung, Kopfschmerzen, verschiedenen nervöse Störungen.


    Histor.: Asa foetida wurde seit dem Altertum aus dem fernen Osten kommend im Mittelmeerraum und bes. in Persien als wichtige Droge verwendet. Oft verwechselt mit Silphium (Gummiharz von wahrscheinlich Thapsia garganica), diente sie zur Behandlung einer Vielzahl von Verdauungsbeschwerden und nervösen Leiden sowie als Gewürz. Von den arabischen Ärzten wurde Asant ebenso häufig verwendet und kam durch sie im Mittelalter nach Europa und Deutschland. Die volkstümliche Bezeichnung »Teufelsdreck« geht auf den unangenehmen Geruch der Droge zurück.


    Lexikon: Ferula foetida. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 1, S. 319 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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