Heilige Pflanzen: Berufskraut

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  • Berufkraut

    (blaue Dürrwurz; Erigeron acer).


    1. Botanisches


    Korbblütler mit lineallanzettlichen Blättern und blaßrot oder lila gefärbten, innen gelben Blütenköpfen. Die Früchte tragen eine weißliche Federkrone. Häufig an Wegrändern, an Rainen, an Mauern, an sandigen Plätzen usw.1). Der Name Berufkraut gilt auch noch für eine Anzahl anderer Kräuter, die im Aberglauben gegen das »Berufen« gebraucht v/erden, so für das Christophskraut (Actaea spicata), die Dürrwurz (Inula conyza), den Frauenflachs (Linaria vulgaris), das Kreuzkraut (Senecio vulgaris), die Sumpfgarbe (Achillea ptarmica), den Wundklee (Anthyllis vulneraria), den Ziest (Stachys recta), s. diese. Im gleichen Sinn wird für die genannten Pflanzen die Bezeichnung ›Beschreikraut‹ gebraucht.



    2. Ist ein Kind beschrien, so wäscht es die Mutter mit dem Absud des »Beschreikrautes« (welche Pflanze?). Wird die Brühe nach dem Waschen gallertartig, so war das Kind beschrien, bleibt sie klar, so war dem Kind auf andere Weise etwas angetan2). Wer Berufkrautbei sich hat, dem kann niemand etwas antun. Wenn Berufkrautim Stall ist, ist auch das Vieh geschützt3). Das kanadische Berufkraut(Erigeron canadensis) wird als »Widerruf« zum Räuchern (des behexten Viehs) verwendet (Jena)4). Auch in Berliner Apotheken soll diese Art gegen das »Beschreien« verkauft werden. Die Verwendung des kanadischen B.s im deutschen Aberglauben ist insofern bemerkenswert, als diese aus Nordamerika stammende Art sich erst im 18. Jh. bei uns einbürgerte5).



    3. Gegen den Donner steckt man Berufkrautan die Fenster und in die Ställe (Oberösterreich)6), oder hängt es unter das Dach oder an den Dachsparren7).



    Lexikon: Berufkraut. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 1, S. 1103 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Sideritis-Arten


    Fam.: Lamiaceae (Labiatae).


    Sideritis hirsuta L. (syn. Stachys recta); Berufkraut (syn. Beschreikraut, Eisenkraut, Gerader Ziest, Gliedkraut, Vesperkraut).


    Vork.: Mittel- und Südeuropa, Balkan.


    Droge: Sideritidis herba (syn. Herba Siteritidis, Herba Sideritis). Die Droge wird auch unter der Bezeichnung Püringer Tee genutzt.


    Inh.: äther. Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe. Anw.: als Tonikum, Diaphoretikum, Febrifugum.


    Sideritis clandestina (Chaub u. Bony) Hayek.


    Vork.: Mitteleuropa, Balkan, Nordamerika.


    Droge: Griechischer Bergtee - Inhaltsstoffe und Anwendung s. Sideritis hirsuta.


    Sideritis scardiaca.


    Vork.: Mittelmeergebiete, Balkan.


    Droge: Herba Sideritidis scardicae; Püringer Tee


    Inh.: äther. Öl, Gerbstoffe


    Anw.: in der Volksmedizin auf dem Balkan vielfältig eingesetzt, vor allem als Tonikum und Diaphoretikum.


    Histor.: Sideritis-Arten wurden seit dem Altertum therapeutisch und zu magischen Zwecken eingesetzt. Plinius berichtet über die Verwendung der Droge zur Heilung von Hieb- und Stichwunden. Die römischen Gladiatoren sollen sie als Amulett getragen haben. Die slawischen Völker benutzten eine Abkochung der Droge zum Baden ihrer Kinder, um sie gegen Krankheiten und gegen magische Einflüsse zu schützen.


    Lexikon: Sideritis-Arten. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 2, S. 281 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Conyza canadensis (L.) Cronq.

    (syn. Caenotus canadensisi, Erigeron canadensis, E. paniculatus, E. pusillus, E. strictum, Leptilon canadensis, Senecio ciliatus); Berufkraut (syn. Franzosenkraut, Franzosenstengel, Greisenblume, Hexenkraut, Kanadisches Berufkraut, Kanadische Dürrwurz, Kanadischer Katzenschweif, Wilder Hanf),


    Fam.: Asteraceae (Compositae).


    Vork.: ursprünglich Nordamerika, inzwischen auch in Europa und Asien weit verbreitet.


    Droge: Conyza canadensis-Kraut (syn. Herba Erigeronis, Herba Erigeronis canadensis); Berufkraut (syn. Kanadisches Berufkraut), die getrockneten, oberirdischen Teile (meist blühender) Pflanzen.


    Inh.: äther. Öl (0,3–0,6 %) mit Limonen als Hauptkomponente und Sesquiterpenen, u.a. b-Cubeben und b-trans-Farnesen sowie C10-Acetylenen vom Matricariaester-Typ als weiteren Bestandteilen. Außerdem Gerbstoffe, Flavonoide und Cholin.


    Anw.: volkstümlich bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Bronchialkatarrh und als Wurmmittel.


    Hom.: Conyza canadensis (syn. Erigeron canadensis) HAB1, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen.


    Anw.-Geb.: Gebärmutterblutungen, Blutungen bei Hämorrhoiden sowie der Harnblase, Entzündungen des Magens, der Leber und der Gallenblase.


    Conyza canadensis, Berufskraut

    Lexikon: Conyza canadensis. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 1, S. 215 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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