Heilige Pflanzen: Buchsbaum

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  • Buchsbaum


    (Buxus sempervirens)


    1. Botanisches


    Strauch mit lederartigen, eiförmigen immergrünen Blättern und kleinen unscheinbaren gelblichweißen Blüten. Die Heimat des Buchsbaums ist das südliche und westliche Europa, im südlichen Mitteleuropa kommt er an einzelnen Stellen wild vor. Sonst wird der Buchsbaum häufig in Gärten, Anlagen und in Friedhöfen angepflanzt1). Den Germanen der Urzeit war der Buchsbaum anscheinend nicht bekannt2).



    2. Die Zweige des Buchsbaums bilden besonders im westlichen Deutschland einen häufigen Bestandteil des Palms (s.d.) und teilen mit diesem die antidämonischen Eigenschaften3). Der Buchsbaum vertreibt den Teufel, weshalb ein niederdeutscher »Gart der Gesundheit« (Ortus Sanitatis)4) berichtet: »Bußboem verdryfft den duvel dat he neene stede mach in dem huße. vnde darumme leth men an velen enden gemeynliken bußboem wyghen up dem Palmdach meer wen ander kruet«5). Das Kräuterbuch des Hieronymus Bock v. J. 1546 bildet neben dem Holzschnitt des Buchsbaums den davoneilenden Teufel ab. Vielleicht hängt damit auch die sprichwörtliche Redensart zusammen »einen Ketzer mit Buchsbaum bestecken und dem Pluto (Teufel) zum Neujahr schenken«6). Die geweihten Buchsbaumzweige schützen vor Blitzgefahr7), bewahren das Vieh vor Krankheit und bösem Zauber (Aargau)8). Der Buchsbaum bringt Glück, daher stecken ihn die Burschen bei der Aushebung zu sich, um frei zu werden, oder nehmen davon ein Ästchen, wenn sie eine Reise tun, zu sich (Siebenbürgen)9).



    3. Als Orakelpflanze wird der Buchsbaum am Matthiastage (24. Febr.)10) von den Mädchen benutzt: Wenn sie mit verbundenen Augen an den auf den Tisch gelegten Buchsbaumzweig kommen, so werden sie noch in demselben Jahr Braut11). An Weihnachten oder Neujahr werden in einen mit Wasser gefüllten Teller so viele Buchsbaumblätter gelegt, als Familienmitglieder vorhanden sind, und jedes Blatt wird mit dem Namen eines solchen bezeichnet. Wessen Blatt am Morgen grün ist, bleibt gesund, ein fleckiges Blatt bedeutet Krankheit, ein schwarzes Tod12). Wölbt sich das auf einen heißen Ofen oder in die heiße Feuerstelle gelegte Buchsbaumblatt, so kommt der Soldat gut vom Krieg nach Hause, schrumpft es zusammen, so wird er verwundet, wird es schwarz, so stirbt er13). Die bulgarischen Mädchen legen zwei Buchsbaumblätter auf den warmen Herd; kommen die beiden Blätter beim Trocknen und Rollen zusammen, so bedeutet dies baldige Heirat14). Auch in Frankreich sind Orakel mit den auf den heißen Ofen gelegten Buchsbaumblättern gebräuchlich. Es wird hier besonders auf das Knistern der eintrocknenden Blätter geachtet15).



    4. In der Sympathiemedizin werden »Fieberpackerln« benutzt, die 72 Buchsbaumblätter16) enthalten. Sie werden vom Kranken abends um den Hals gehängt und dann morgens weggenommen17) oder nach dem »Abzählen« (s. zählen) von 72 bis 1 in fließendes Wasser geworfen18). Die Blätter des als »Palm« geweihten Buchsbaums werden gegen starkes Fieber gekaut19). In die vom Boden aufgenommene und in einen Topf geworfene Fußspur eines Menschen wird Buchsbaum gepflanzt. Wie dieser wächst, so muß der Mensch vergehen20). Unter einem Buchsbaum schlafen gilt als gefährlich21). »Paternoster« (Rosenkränze), Löffel oder Messerhefte aus Buchsbaumholz benehmen die Lust zur Unkeuschheit22).



    Lexikon: Buchsbaum. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 1, S. 1695 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Buxus sempervirens L.

    Buchsbaum.


    Fam.: Buxaceae.


    Vork.: Süd- und Mitteleuropa.


    Drogen: 1. Buxi folium (syn. Folia Buxi); Buchsbaumblätter (syn. Buchsblätter, Buxblätter), die getrockneten Blätter.


    Inh.: u.a. Alkaloide (ca. 70 Steroidalkaloide, v.a. Buxin, Parabuxin, Buxinidin, Cyclobuxin B () und Buxamin E), äther. Öl, Gerbstoffe.


    Anw.: in der Volksheilkunde als schweißtreibendes Mittel, bei Verstopfung, chronischem Rheumatismus, zur Blutreinigung sowie zur Förderung des Haarwuchses. Die Droge kann allergische Effekte auf der Haut auslösen (Kontaktdermatitis) und besitzt ein teratogenes Potential (Cyclobuxin-D). Die gepulverten Blätter werden in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung der Dasselfliegenlarven bei Pferden eingesetzt.


    2. Buxi lignum (syn. Lignum Buxi); Buchsbaumholz, die verholzten, oberirdischen Teile der Pflanze.


    Inh.: Steroidalkaloide, v.a. Cycloprotobuxin-D.


    Anw.: In der Volksheilkunde wird das Öl der Droge zur Krebsbehandlung, bei Malaria, als Narkotikum, bei Magenbeschwerden, Fieber und bei Eingeweidewürmern eingesetzt. In der Technik wird das Holz zu Schnitzereien, Musikinstrumenten, Druckstöcken sowie für Intarsien verwendet.


    Hom.: Buxus sempervirens HAB34; Buxbaum, die frischen, jungen Sprosse mit den Blättern. Anw.- Geb.: fettige, schuppige Kopfhaut mit Haarausfall.


    Lexikon: Buxus sempervirens. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 1, S. 127 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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