Heidnisches "Coming-Out"

Schon gewusst…?

Es sind derzeit leider keine Texte verfügbar.
  • :walhallo:


    Menschen UND auch Heiden;) sind ja alle unterschiedlich...


    Ich persönlich rede eigentlich erst mit jemandem über meinen Glauben, wenn ich diese Person schon jahrelang kenne...(und da auch nicht mit jedem)...:thumbup:


    Dennoch kommt iwann der Punkt, an dem man mal einem Menschen auch diesen Teil seiner Persönlichkeit offenbart...

    Mich würde interessieren, wenn ihr es denn teilen wollt, wie denn die Reaktionen darauf ausgefallen sind...:)

    ...positiv/negativ/interessiert/gleichgültig:/?

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Auch ich gehe mit meinem Glauben nicht hausieren.

    Meistens merke ich mit wem ich darüber sprechen kann und bei wem ich besser die Klappe halte.

    Aber wie Du schon geschrieben hast, manchmal ergibt es sich eben.


    Meine diesbezüglichen Erfahrungen sind hier sehr sehr (sehr) unterschiedlich.

    Mir kommt es aber so vor als ob es einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau der Mitmenschen denen ich mich oute und deren Akzeptanz gibt. Vielleicht täusche ich mich da aber auch.


    In vielen Fällen die ich erlebt habe wird das als eine Art Marotte, als Falbe, als Tick, als seltsame Eigenart angesehen, etwa so wie wenn jemand etwas ausgefallenes sammelt, oder ein außergewöhnliches Hobby hat.

    Den Heidnischen Glauben als solchen wirklich ernst zu nehmen scheint den allermeisten aber schwer zu fallen.

  • Das die meisten Außenstehenden den alten Glauben und Gläubigen eher nicht ernst nehmen, liegt aber meiner Meinung nach an uns selbst.


    Seid mal ehrlich, in unserer aufgeklärten Gesellschaft, werden Menschen die sich wie im Mittelalter kleiden oder sich für Wikinger, Hexen, usw. halten wahrscheinlich eher belächelt. So wie sich einige in der Öffentlichkeit geben, ist das auch für den Außenstehenden nicht als Glaube sondern eher als Sammelbecken für Cosplay Wikingerfans und gesellschaftliche Revoluzer wie alternative / esoterische Emos, Punks, Metaller, usw. zu sehen. Auf die Problematik der allgemeinen Haltung und Ansichten gegenüber Menschen die Runen, Thorshämmer, usw. um den Hals oder als Tattoo tragen will ich noch nicht mal eingehen.

    »Der germanische Geist ist der Geist der Freiheit.«
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 - 1831)

  • Manchmal wird man mitleidig belächelt, manchmal ungläubig beglotzt. Manche Leute wollen sich lustig machen und vergleichen einen mit den Jediritter. Ich befürchte mal das, das niemand ernst nimmt.

    Diese unsere alte Kultur, ist den meisten Menschen wirklich abhanden gekommen. Schon deshalb, weil die meisten Menschen nicht mal mehr wissen wer Donar ist.

    In der guten alten Zeit, als ich noch ein Trunkenbold war, segnete ich meine Biere immer mit einem Bronzehammer aus Norwegen. Natürlich bin ich da gefragt worden was ich da mache und wieso. Skeptisch haben die Leute immer geguckt.


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Hei!

    ich bin offen und verstecke meine Ansichten nicht...jeden unter die Nase reiben mache ich allerdings auch nicht...Es bereitet mir immer viel Freude mich mit Menschen über die verschiedensten Glaubens-und Weltanschauungskonzepte auszutauschen. Das erfordert natürlich auch eine gewisse Offenheit meinen Gegenüber betreffend. Jedes Lebewesen, welches meinen Weg kreuzt könnte ein verkleideter Gott sein. Und wenn es nur eine streitsüchtiger Loki ist...Die Godz sind in uns und um uns, manchmal schaffe ich es dem ein oder anderen dafür wieder eine Idee davon zu geben, wie gelebte Spiritualität funktionieren kann. Sogar der fromme Christ lauscht gerne wenn von Baldur, dem Licht der Welten berichtet wird...:prost:

    Ich habe mich vor kurzem mit einem alten Sandkastenkumpel darüber unterhalten, dass er seinen Kindern beibringt es gäbe keine Geister. Ich wiederum erkläre meinen kindern schon dass in Lebewesen, Pflanzen ja sogar in Steinen Geister wohnen. Keine Gruselgespenster sondern Land-, Gewässer-

    und Waldgeister, die alle ihre Aufgaben und Daseinsberechtigung haben. Mein Freund (Katholik) war sehr beeindruckt und hat gemeint, dass wäre ja auch eine schöne Möglichkeit mit der "Geisterthematik" umzugehen. :oops:

  • Bei uns hier oben im Norden ist eher genau anders rum!

    Belächelt wird, wer in die Kirche geht außerhalb von Hochzeit, Konfirmation u. ä.


    Zu sagen, ich folge dem alten Weg, ich halte an unseren alten Göttern fest, das ist wiederum kein Problem. Das wird von der Mehrheit akzeptiert. Fast jeder kennt hier, zumindest einiges aus der nordischen Mythologie, den Weltenbaum, Thorshammer (ohne rechtsextremen Hintergedanken) und der Aberglaube lebt, auch dafür versteckt sich niemand.


    Sicherlich ist das auch immer regional bedingt wie die Menschen mit dem heidnischem Glauben umgehen. Je weiter man in den Süden kommt, umso schwieriger wird ist. Wir haben bei uns das Glück , dass die Missionierung nicht besonders erfolgreich war!

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------

    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Den Menschen in meinem Umfeld ist es, gelinde ausgedrückt, Scheissegal. Sind eh Atheisten oder Papierchristen bzw. Muslime. Mit gläubigeren Menschen macht's eh keinen Sinn. Ist mir meine Zeit auch zu Schade für.


    Mein Glaubenswechsel war sowieso ein längerer Prozess was vermutlich dafür gesorgt hat das es Keinen sonderlich geschockt hat. Ein paar Witze hier und da, die aber auf Unwissenheit zurück zu führen waren. Aber nicht weiter nennenswert.


    Ich nehme es auch alles nicht Bierernst. Hab heute sogar noch augenrollend und kurz vorm Lachanfall stehend in der Weihnachtsmesse gesessen.

  • Meine Coming-Outs waren bisher so vielfältig wie die Reaktionen darauf.

    Das Gefühl, mich outen zu müssen, hab ich recht selten. In interessanten Gesprächen über Spirituelles sickert es ja ohnehin durch, dass ich nicht am Mainstream-Weltbild teilnehme.

    Freunde und Bekannte bekamen es bisher immer recht schnell aufgrund unserer Jahreskreis-Feiern mit. Spätestens wenn ich mich mit meiner Frau zum Opfern absondere und sie von Weitem beobachten was wir da so tun. Da kommen dann auch Fragen darüber.


    Aber gerade dann, wenn mich jemand aufgrund meiner bloßen Ethnien-Zugehörigkeit wie selbstverständlich in die christliche Ecke schiebt, oute ich mich gern demonstrativ.

    Für eine meiner Großmütter war es eine Todsünde, dass ich vom "Herrn Jesus" abgefallen bin. Bei jedem Treffen kam die Bitte, viel zum "Herrgott" zu beten. Sie schenkte mir aus Sorge sogar einen katholischen Heiligen-Talisman (Christopherus, glaube ich.). Es war echt schlimm für mich. Denn ich liebte diese meine Oma immer sehr.


    Ich kann mich gar nicht mehr im Detail an jede einzelne Reaktion erinnern.

    Die blödesten Reaktionen kamen aber immer von Anhängern dieses totalitären Wüsten-Saurons. Z.B. mit Aussagen wie "Du wurdest doch mal getauft. Also gehörst du Jesus!". Und Mohamedaner behaupten, dass ich in die Hölle komme.

    Möglicherweise gingen durch Outings auch Kontakte in die Brüche. Zumindest habe ich schon die einen oder anderen verschämten Blicke erhalten, als es "raus kam".

    So z.B. auf unserem letzten Oster-Fest, als ein paar Dinge erklären musste, die für neue Bekannte ungewöhnlich erschienen. Das dumme Rumgegrinse ging mir mächtig auf den Senkel.


    So manch einer vermutete auch schon, dass ich ein Rollenspieler sei.


    Immer öfter entstehen aber durchs Outing interessante Gespräche, was ich als positive Reaktionen werte.

    Was die Welt dir nicht gab,
    das kann die Welt dir nicht nehmen!

  • Danke, Wulfaz - unsere Geschichte gleicht sich wie ein Ei dem anderen. Deshalb seh ich auch nicht mehr ein, mich "zu outen" und dreh Gespräche, die in diese Richtung laufen, bereits im Vorfeld so, dass es nicht dazu kommt. Ich hab einfach keinen Bock mehr, mich erklären zu müssen.

    Die, die gleicher Gesinnung sind, merken es auch ohne Outing - und alle anderen können mich gelinde gesagt kreuzweise...

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Ich rede nur darüber, wenn ich aufgrund meiner Tätowierungen (ich trage keinen Hammer...der ist auch unter der Haut) darauf angesprochen werde.


    Betrunken neige ich (allerdings ebenfalls nur, wenn ich darauf angesprochen werde) schon mal zu wilden Gestikulationen und wüsten Schimpfereien auf die christliche Kirche und den Verlust meines Gegenübers der eigenen Wurzeln und Geschichte der Ahnen.

    Es könnte auch sein, dass ihr das erste Mal auf der Welt seid
    und eure Vergangenheit noch vor euch liegt.


    Boualem Sansal, algerischer Schriftsteller

  • Freunde und Bekannte bekamen es bisher immer recht schnell aufgrund unserer Jahreskreis-Feiern mit. Spätestens wenn ich mich mit meiner Frau zum Opfern absondere und sie von Weitem beobachten was wir da so tun

    hast du auch schon mal die Freunde mit genommen anstatt dich mit deiner Partnerin abzusondern?

  • Zitat

    hast du auch schon mal die Freunde mit genommen anstatt dich mit deiner Partnerin abzusondern?

    Nicht so direkt. Ich lasse es offen und durchblitzen, dass man auch gerne dazu kommen könnte.


    Klar, es klingt ein wenig schizophren, dass ich die Jahreskreis-Feiern auch mit nicht-heidnischen Freunden gestallte, die rituellen Teile aber zwischendurch etwas abseits von ihnen und da überhaupt eine Trennung zwischen Feier und Ritualen mache.
    Es steckt aber ein winzig kleiner missionarischer Gedanke dahinter. Aufgrund meiner Sehnsucht nach sowas wie ritueller Gemeinschaft.
    Und irgendwie fühlt es sich auch so an, wenn Freunde es schon ein paar Mal mitbekommen haben, und manche sogar schon dabei standen.

    Wer durchs Beobachten Interesse hat, weiß ja, dass er sich anschließen kann und dass ich immer Fragen beantworte.

    Was die Welt dir nicht gab,
    das kann die Welt dir nicht nehmen!

  • Ich verspüre auch nicht die Neigung, mich zu outen. Aber man merkt es eben, dass ich stark „abergläubisch” bin und dass ich mich sehr für alte und nicht ganz so alte Bräuche interessiere. Wie bei WulfazHerdja habe ich es ausdrücklich mal gesagt, als ich aufgrund meiner ethnischen Zugehörigkeit pauschal als Christ eingestuft wurde... doch da war ich nicht der einzige, eigentlich alle anderen weißen Kollegen haben da protestiert, da die meisten in MV doch eher noch Atheisten sind.


    Die meisten meiner Freunde und Verwandten können selbst nicht viel damit anfangen, finden es aber interessant und nehmen manchmal auch mal teil. Meiner einen Oma habe ich vor vielen Jahren, als ich noch total into Rodnovery war, eine schöne, große Swantevit-Statue gekauft. Letztens zum Totensonntag, als ich sie besuchte, bestätigte sie mir noch, dass sie interessierten Besuchern immer stolz sagt, das sei der erste Gott von Rügen gewesen. Aber sie fängt jetzt auf ihrer Veranda keine Spatzen oder Meisen, die sie dann dem Gott opfert oder so... Mache ich übrigens auch nicht...


    Schön ist es allerdings, wenn Freunde oder Verwandte meinen Rat in diesen Sachen einholen. Kommt jetzt nicht täglich, nicht einmal monatlich vor, aber als gute Freunde 2017-2018 ihre Hochzeit planten, da haben sie mich schon gefragt, ob es Dinge im Aberglauben gab, die es zu beachten gilt. Sie haben dann zwar trotzdem im Mai geheiratet, aber gut... (die beiden sind auch nach 8 Jahren noch so verliebt wie am ersten Tag, da kann man auch eine Hochzeit im Mai riskieren. Ich habe das mit in meiner Rede verarbeiten können, also, das war ganz net.)



    Klar, es klingt ein wenig schizophren, dass ich die Jahreskreis-Feiern auch mit nicht-heidnischen Freunden gestallte, die rituellen Teile aber zwischendurch etwas abseits von ihnen und da überhaupt eine Trennung zwischen Feier und Ritualen mache.

    Nö, überhaupt nicht. Von Nethus wird auch gesagt, dass NUR ihr Priester den heiligen Wagen berühren darf. Von Swantevit wurde geschrieben, dass nur der Priester das Heiligtum betreten durfte und auch nur bei angehaltenem Atem, um die Ritualhandlungen vorzunehmen, während draußen das Volk wartete.


    Für Menschen, die entweder Christen oder Atheisten sind, werden die Riten für unsere Götter immer etwas Lächerliches haben. Die einen können das besser verbergen hinter einer Maske höflichen Lächelns (oder gar ehrlichen Interesses), doch warum sollte man riskieren, ein nettes Beisammensein zu ruinieren?

  • Ich rede nur über Religion, wenn ich explizit gefragt werde. Dann kommt es drauf an was Thema ist, je nachdem erläutere ich dann Teile meines Weltbildes.


    Am häufigsten werde/wurde ich zu Amuletten gefragt, da war das Interesse eigentlich immer groß, Symbolik hat die Menschen schon immer fasziniert. ^^

    Wenns um das Wesen des christlichen Gottes geht bin ich Pantheist, da musste ich schon oft staunen wer mir so alles zustimmt. (Jaja, der Pantheismus, nach Heine die wahre, aber verborgenen Religion Deutschlands^^ die Meisten können nur mit dem Begriff nichts anfangen. )


    Wenns um den Alleingültigkeitsanspruch des abrahamitischen Gottes geht und alle Religionen sind doch gleich und bla bla, dann verweise ich ein bisschen auf die rund 3 Mrd. Asiaten, die das wohl anders sehen, erzähle etwas und erwähne, dass es hierzulande früher ähnlich aussah. Trifft auch meist auf Interesse. Die meisten sind, was wissen über Religion angeht, sehr sehr eingeschränkt.


    Trankopfer habe ich mal am Rande dargebracht, wenn es dafür einen Anlass gab. Meinen Freunden habe ich es nicht weiter ausgeführt, und sie haben auch nicht nachgefragt, waren eh zu besoffen. :whistling:

    Nur einmal hat mich ein Marokkaner gefragt, ob ich mit ihn auf Herakles trinken würde, ich hab ihm kurz von Thor erzählt und schon tranken wir auf Herakles und Thor. ^^

    Aber in der Regel sind die allermeisten bei allen Themen rund um Religion eh maximal desinteressiert, und ehrlich gesagt diskutiere ich eh nicht wirklich gerne drüber, daher ist mein Standartspruch im Zweifel einfach "Bringt Glück, ist'n alter Brauch" :whistling:

  • Aber in der Regel sind die allermeisten bei allen Themen rund um Religion eh maximal desinteressiert, und ehrlich gesagt diskutiere ich eh nicht wirklich gerne drüber, daher ist mein Standartspruch im Zweifel einfach "Bringt Glück, ist'n alter Brauch"

    Japp. Und auf die Frage nach meinem Knochen-Thorshammer hab ich mir die Standardantwort "Das ist ein Talisman" zurechtgelegt. 95 % der Frager geben sich damit zufrieden - vier Prozent fragen nach dem Material und ein Prozent will mehr wissen.

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden