Allvater-Dilemma?

Schon gewusst…?

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  • Für einen nicht unerheblichen Teil innerhalb der "Szene" scheint die Rolle Odins als Allvater fester Glaubensinhalt. (Vernachlässigen wir an dieser Stelle die Frage der historischen Authentizität und inwieweit es sich hierbei um christlichen Einfluss handelt.)


    Wogegen ja nichts einzuwenden ist. Doch frage ich mich hin und wieder, ob man Odin mit diesem Titel und der damit verbundenen Implikationen im Grunde nicht einen Bärendienst erwiesen haben mag. Und die vermeintliche Stärkung seiner Position nicht vielmehr seinen Status unterminiert. Läuft man mit einem solchen Titel, bzw. dessen Interpretation meines Erachtens doch nahezu zwangsläufig Gefahr, Odins "Wesen" zu verwässern.


    Schöpfer, Zerstörer, Heiler, Todbringer, Friedenbewahrer, Kriegstreiber, Ratgeber, Macchiavellist, Asket, Hedonist, etc., etc. Nichts, wofür der Allvater nicht stünde. Doch steht eine Gottheit, die für so ziemlich alles steht, nicht letztlich für überhaupt nichts? Und wird zur bloßen Symbolfigur eigener Ansichten herabgewürdigt? Göttlich verklärter Selbstbedienungsladen, um die eigene Weltanschaung anzubeten?


    Einhornstriegler faseln vom Weltfrieden und verweisen auf ihre gechannelten Odinsbotschaften. Auf den gleichen Gott beziehen sich postpubertäre Möchtegernkrieger, deren Erfahrungen mit Stahlgewittern sich auf Konsolenspiele gründen. Wer Moral für ein hohes Gut hält, zitiert aus dem Havamal. Wem hingegen der Sinn danach stünde, eine marodierende Bande zu gründen, dürfte sich ebenso guten Gewissens rühmen, im Einklang mit Odins Willen zu handeln. Sich dabei auf das vermeintliche Treiben kultischer Männerbünde und angeblicher Berserker in Friedenszeiten berufend.


    Gewiss, die Verehrung einer Gottheit kann zumindest am Anfang kaum ohne Interpretation, Charakterisierung und zugeordneter Attribute erfolgen, damit Abstraktes greifbar wird. Doch frage ich mich manchmal, ob mit der Zuerkennung des Allvatertitels der Bogen nicht nur überspannt, sondern gar gebrochen wurde. Ist der Beliebigkeit hierdurch doch Tor und Tür geöffnet.


    Natürlich könnte man nun entgegenhalten, dass es dem Individuum selbst überlassen sein sollte, eine Gottheit so zu verstehen, wie es sich richtig anfühlt. Schließlich hat jede subjektive Wahrheit ihre eigene Gültigkeit. Doch würde dies die Frage aufwerfen, was dies dann noch mit wirklicher Religion zu tun hätte.


    Lange Rede, hoffentlicher Sinn:


    1. Wie haltet Ihr es mit dem Allvaterprinzip?


    2. Wie definiert Ihr für Euch Allvater?


    3. Existieren Gottheiten als reale (wenn auch nicht zwingend anthropomorphe) Entitäten, so müssen über ihre Natur, ihr "Wesen", objektive Aussagen getroffen werden können. Grundstein, um einer Gottesverehrung abseits reiner Individualität Sinn zu verleihen, Dogmen, um eine Religion überhaupt erst zu rechtfertigen. Sind wir heutzutage überhaupt noch in der Lage, solche objektiven Wahrheiten zu erkennen? Oder klammern wir uns zu sehr an unsere subjektiven Wahrheiten, weil diese, da wir nicht in heidnischen Glaubensgemeinschaften großgeworden sind, überhaupt erst zu diesen Gottheiten führten?


    4. Erreichen Opfer und Gebete überhaupt ihren Adressaten, solange wir dessen wirkliches Wesen nicht zumindest ansatzweise ergründet haben? Heißt, um im Bild zu bleiben, nicht die exakte Anschrift wählen? Um es anhand eines flapsigen Beispieles zu verdeutlichen: Wenn ein Hippie, ein Panzerkommandant, ein Sozialpädagoge, ein Straßenschläger, ein Ökobauer und ein Industriemagnat in einer Kneipe auf Odin treffen und ihm Getränke ausgeben wollen, wie durstig ist er am Ende der Nacht?

  • Hei!


    also die meisten basteln sich denke ich ein "Weltanschauungkonzept" zusammen. Das geschieht in allen Religionen. Bei Christen, Hindus, Moslems und Heiden. Egal welche "Spirituelle" Weltanschauung einem nahesteht, es geschieht innerhalb einer Gruppe dass es Untergruppen bzw. verschiedene Meinungen gibt. Und jeder, wirklich jeder biegt sich diese Konzepte so zurecht, dass es seinem Ego gefällig ist.

    Natürlich könnte man nun entgegenhalten, dass es dem Individuum selbst überlassen sein sollte, eine Gottheit so zu verstehen, wie es sich richtig anfühlt. Schließlich hat jede subjektive Wahrheit ihre eigene Gültigkeit. Doch würde dies die Frage aufwerfen, was dies dann noch mit wirklicher Religion zu tun hätte.

    da hast du auch recht und mit Religion hat das auch nichts zu tun...Religion ist schon eher dazu da die Menschen in eine Schublade zu bekommen und dadurch leichter zu beherrschen...



    1. Wie haltet Ihr es mit dem Allvaterprinzip?

    ich denke Allvater ist zeitlos und unendlich sie das All



    2. Wie definiert Ihr für Euch Allvater?

    der Allvater scheint sich in Odin zu manifestieren bis er vom Fenrir verschlungen wird...danach wird Baldur eine Manifestation des Allvaters sein...

    Sind wir heutzutage überhaupt noch in der Lage, solche objektiven Wahrheiten zu erkennen? Oder klammern wir uns zu sehr an unsere subjektiven Wahrheiten, weil diese, da wir nicht in heidnischen Glaubensgemeinschaften großgeworden sind, überhaupt erst zu diesen Gottheiten führten?

    ich glaub wenn wir uns auf unsere innere Stille einlassen können wir alle Gott- und Wesenheiten spüren oder erkennen...aber ja ich denke es fällt uns schwer weil wir uns an diese subjektiven Wahrheiten klammen, dass wiederum aber nicht damit zu tun hat dass wir nicht in Heindnischen Gemeinschaften aufgewachsen sind...auch kinder die bei Heiden großwerden haben ihre zweifel, Ängste und Ungereimtheiten die sich nicht so einfach erklären lassen..


    Außerdem wer will sich das bitte herausnehmen zu behaupten etwas "besser" zu machen oder zu können wenn es um spirituelles Ausleben einer persönlichen Weltanschauung geht...


    :prost:



    Heil Woudanaz Heil Woudan Heil Heil Heil

  • Einhornstriegler faseln vom Weltfrieden und verweisen auf ihre gechannelten Odinsbotschaften.

    Ich weiß ich werde es bereuen, aber hast Du einen Link dazu?

    1. Wie haltet Ihr es mit dem Allvaterprinzip?

    Hab ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht...

    2. Wie definiert Ihr für Euch Allvater?

    Gar nicht - es liegt in der Natur des Götterbegriffs, das ich mit meinem menschlichen Verstand Götter nicht definieren kann - swonst wären sie ja irgendwie nur Menschen mit Superkräften.

    3. Existieren Gottheiten als reale (wenn auch nicht zwingend anthropomorphe) Entitäten, so müssen über ihre Natur, ihr "Wesen", objektive Aussagen getroffen werden können.

    Siehe oben.

    Persönlich bekomme ich immer Bauchschmerzen, wenn ich lese oder höre wie einige Heiden über Götter spekulieren und warum sie dieses oder jenes gemacht haben und das ganze nach menschlichen Moralvorstellungen des 20ten und 21ten Jahrhunderts interpretieren.

    Erreichen Opfer und Gebete überhaupt ihren Adressaten, solange wir dessen wirkliches Wesen nicht zumindest ansatzweise ergründet haben?

    Das will ich schwer hoffen, große Teile meines Weltbilds basieren auf der Annahme.

    Um es anhand eines flapsigen Beispieles zu verdeutlichen: Wenn ein Hippie, ein Panzerkommandant, ein Sozialpädagoge, ein Straßenschläger, ein Ökobauer und ein Industriemagnat in einer Kneipe auf Odin treffen und ihm Getränke ausgeben wollen, wie durstig ist er am Ende der Nacht?

    Naja bei den paar Getränken, ziemlich durstig. Aber ich weiß was Du meinst.


    Ich mach mir da immer viele Feinde, wenn ich schreibe Götter sind für alle da. Ich glaube nicht das die Götter bei den Beispielen einen großen Unterschied machen. Ich glaube auch das es vielen Göttern egal ist ob Du Serienmörder oder Kinderarzt bist oder ob Du AfD oder DKP wählst oder ob Dein Nachname Hitler oder Stalin war (solang Du nicht vergessen hast die Toten Deines Krieges ordnungsgemäß zu weihen).


    Wie oben gesagt, die "Heiden" neigen dazu die heidnischen Religionen immer mit den Augen des aktuellen Zeitgeistes zu sehen 1940 waren das Volk, Blut und Boden , Kampf und Rasse - heute Licht und Liebe, Toleranz, Friede, Freude Eierkuchen und Rettet den Regenwald und kauft mehr bio. Ich bin da auch keine Außnahme - schon allein, weil der Gesetzgeber etwas dagegen hat, wenn ich Leute die ich im Wald gefangen habe im Moor versenke oder den Hof eines Bauern überfalle um seine Pferde dem Wotan zu opfern.

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Ich mach mir da immer viele Feinde, wenn ich schreibe Götter sind für alle da. Ich glaube nicht das die Götter bei den Beispielen einen großen Unterschied machen.

    da kann man fast schon einen krieg anzetteln wenn man so eine aussage trifft bei manchen zeitgenossen

  • ...Religion ist schon eher dazu da die Menschen in eine Schublade zu bekommen und dadurch leichter zu beherrschen...

    Ich verstehe Deinen Punkt. Und berücksichtigt man die Historie zumindest zweier der Buchreligionen, so hast Du natürlich Recht. Doch wäre dies nicht ein zu negatives Bild von Religion an sich? Und würde das Grundübel, das monotheistische, missionarische Religionen per se dastellen, auf alle Religionen projizieren? (Eine Frage, die natürlich keineswegs verneinen soll, dass nicht auch im Namen anderer Religionen Schindluder betrieben wurde.)


    ... auch kinder die bei Heiden großwerden haben ihre zweifel, Ängste und Ungereimtheiten die sich nicht so einfach erklären lassen..

    Da stimme ich Dir natürlich zu.


    Außerdem wer will sich das bitte herausnehmen zu behaupten etwas "besser" zu machen oder zu können wenn es um spirituelles Ausleben einer persönlichen Weltanschauung geht...

    Beispielsweise im Grunde jeder, der hier in der Rubrik "Esosachen zum Lachen" postet? ;) (Nicht, dass ich besser wäre. Im Gegenteil.)


    Gar nicht - es liegt in der Natur des Götterbegriffs, das ich mit meinem menschlichen Verstand Götter nicht definieren kann - swonst wären sie ja irgendwie nur Menschen mit Superkräften.

    Im Grunde stimme ich Dir zu. Doch gänzlich ohne eine Art der Definition, welchen Sinn macht es dann von Göttern in der Mehrzahl zu sprechen, da es sodann keine erkennbaren Unterschiede zwischen ihnen gäbe. Wären sie unter diesem Gesichtspunkt sodann nicht nur willkürliche Hilfskonstrukte für den Menschen, um einzelne Aspekte zu betonen? Und die logische Schlußfolgerung wäre Pantheismus?


    Ich mach mir da immer viele Feinde, wenn ich schreibe Götter sind für alle da. Ich glaube nicht das die Götter bei den Beispielen einen großen Unterschied machen. Ich glaube auch das es vielen Göttern egal ist ob Du Serienmörder oder Kinderarzt bist oder ob Du AfD oder DKP wählst oder ob Dein Nachname Hitler oder Stalin war (solang Du nicht vergessen hast die Toten Deines Krieges ordnungsgemäß zu weihen).

    Eine Kausalbeziehung, die in sich natürlich auch eine Definition darstellt. Im Ernst, höchst interessanter Ansatz, Danke für das Gedankenfutter.


    Ich weiß ich werde es bereuen, aber hast Du einen Link dazu?

    Um das exakte Beispiel wieder zu finden, auf dass ich mich bezog, müsste ich mich in Tiefen des Internets stürzen, aus denen ich mich schon beim letzten Mal nur knapp mit halbwegs klarem Verstand und vollständigem Trauma befreien konnte. Allerdings bietet schon die Suchkombination von "Channeling" und "Odin" auf Youtube faszinierenden Stoff, der ungefähr in die gleiche Kerbe schlägt.


    Ich mag ja das:



    Mein persönliches Highlight jedoch ist das:



    Irgendwie bin ich ja neidisch. Manche Personen müssen nur die Augen schließen oder verklärt zur Seite gucken, um mit Odin in Kontakt zu treten. Aber wenn ich mir dabei den Arsch aufreisse, Leute in die Bäume zu hängen, interessiert das für gewöhnlich nur die Staatsanwaltschaft.

  • Zuviele Antworten auf Einzekfragen um den kompletten Threat zu lesen, mag es also sein das ich stellenweise andere wiederhole.


    Allvater ist ein mehrdeutiger Begriff, und das ist gut so. Ich glaube nicht das Wodan, Odin, Gangleri, Grimnir.... usw usf. sich auf eine menschlich begrenzte Form runter"deklinieren" lässt- Der Alvater steht für mich für eine Vielzahl von Eigenständigen Bezügen. ich versuch das mal zu definieren

    Totengott (Herr der Einherjer . Totenhalle Walhall) Raunächte Herr des Geisterheeres

    Schamanisch leidenbschaftlicher Gott und Zaubergott

    Wanderer über die Welt

    Oski

    Allvater auch weil er der Usprung der meisten Götter der Asen ist


    Inspirator viel Mythen Legenden Wesen Ursache und Handelnder der Schöpfung

    das akkes nennt sich auch der Einfachheit halber Allvater


    christlich wird es erst wenn wir Allvater mit allwissend allseinend allvernögend unendlich ewig assoziieren

    dann gute Nacht, völlig falsch interpretiert

  • Aber wenn ich mir dabei den Arsch aufreisse, Leute in die Bäume zu hängen, interessiert das für gewöhnlich nur die Staatsanwaltschaft.

    Oh ja, das Problem kenn ich...


    Ob ich es wagen soll eins dieser Videos anzuklicken :ugly:

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

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