Beziehung zu den Göttern aufbauen

Schon gewusst…?

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  • Hallo liebe Forenleute!


    Mittlerweile konnte ich bereits ein wenig in die Materie eintauchen, und ich glaube mich gut zurechtzufinden.

    Eine Frage des praktischen Kultlebens habe ich jedoch: Wie baut ihr eure Beziehung zu den Göttern auf und aus? Macht ihr dies kraft täglicher Rituale oder eher im Gebet zu/an den jeweiligen Gott? Verehrt ihr alle gleich oder habt ihr einen sogenannten "Fulltrui"? Und wenn ihr einen solchen habt, habt ihr ihn/sie gefunden oder er/sie euch?

    Eure Geschichten hierzu interessieren mich!
    Vielen Dank:)

  • Ich opfere an den allgemeinen Blots, also diese welche nach Monden oder Jahreszeiten ausgerichtet sind, Essen oder andere Gaben fuer die jeweilige Gottheit oder jeweiligen Gottheiten oder Wesenheit(en), die fuer die naechste Zeit vorherrschen sollen/die gerade wirken. Diese Gaben sollten der jeweiligen Wesenheit/Gottheit entsprechen/gefallen.


    Alle Goetter sind bei mir gleichgestellt, obschon es Goetter gibt zu denen ich mich eher hingezogen fuehle/ nach denen ich mich richte.


    Einen "Fulltrui" habe ich nicht, bisher auch nicht gebraucht, was wohl das "Problem" ist.


    Zu speziellen Momenten (Krankheit, Geburt, Wasauchimmer) opfere ich auch etwas, wenn es passt. Die meisten Opfer bzw. Rituale gibt es aber nebenbei.

  • Bei mir gibt es keine Rituale,keine Bittegebete.....

    Die Feiertage feiere ich wenn der Dienstplan es zuläßt.

    Ich kann gut drauf verzichten,das sie in meinem Leben mitmischen.

    Ich bin dankbar,wenn sie mich nicht beachten.

    Sowas bringt einem nur das Leben durcheinander.Sie können das menschliche Leben kaum verstehen.in seinen Begrenzen,Schmerzen und Qualen.

    Aber ich bin wachsam.

    Und wenn etwas überragend schönes passiert,danke ich dafür.

    Wenn ich ihre Anwesenheit spüre.......danke ich ihnen.

    Aber ansonsten versuche ich unauffällig zu sein.

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

  • Hei!


    eine Verbindung zu den Göttern, oder welchen Wesenheiten auch immer, aufzubauen ist nicht nötig. Denn meiner Meinung nach wirken sie in uns, um uns und durch uns. Auf manches "Wirken" könnte man aber ganz gut verzichten. Da hat Kendra völlig recht. Ich versuche lieber mal unauffällig zu sein.

    Von sog. "Blotgemeinschaften" die einen auf "Show" machen um ihr Ego zu befriedigen halten ich mich eher fern. Zum Glück teilen meine Mutter, meine Frau und meine Kinder ähnliche Ansichten, somit habe ich meine enge Familie mit denen ich mindestens vier mal im Jahr feiern darf, wenn es der Dienstplan zulässt. Wobei ich schon versuche die beiden Sonnwendfeiern freizuhalten.


    Tägliche Rituale oder Gebete gibt es bei mir nicht. Wenn die Götter wirken sind wir eh zumeist machtlos oder zumindest im Handlungsspielraum eingeschränkt (z.B. wenn Hel dich an die Hand nimmt). Sowas wie einen "Fulltrui" habe ich nicht, jedoch ertappe ich mich schon dabei manche Göttinnen und Göttern dass ich öfter mit ihnen Redebedarf habe. Das ist dann kein Gebet sondern eher ein Gespräch oder eine Versenkungsübung (gerne auch im Freien in der Natur). Manchmal kommt es mir auch so vor, dass die Götter mehr wirken bei den Menschen als den Menschen selbst bewusst ist. Z. B. Hat Loki seine Finger bei vielen Angelegenheiten drin und erfreut sich wohl am Chaos welches er dadurch verursacht.


    Etwas sehr wichtiges hat über mir Kendra schon geschrieben:

    Wenn ich ihre Anwesenheit spüre.......danke ich ihnen.

    Aber ansonsten versuche ich unauffällig zu sein.

  • Guten Mittag,


    ich versuche über klitzekleine Rituale die Beziehung/den Bund/den Pakt mit den Göttern zu erhalten. Meist in Form von Kopfnicken oder Handküsse. Neben Neujahr, Ostern und Weihnachten sind's bei mir die Donnerstage, die Sonntage, die Neulichttage, die Rauhnächte und ein paar Fixtage aus meiner Griechen/Römer-Zeit, an denen ich mich an bestimmte Vorschriften aus dem Volksglauben bzw. Antiken Götterkult halte. Die Bilder der Verwandten (verstorben oder quicklebendig), die Götterfiguren, die Sonne, den (neuen)Mond, fast jeden Holunder, Häuser (bzw. Deren Hausgötter und -geister) meiner Verwandten und Bekannten... alle diese grüße ich, wenn sie meinen Weg kreuzen.


    Den Donnerstag versuche ich mich an das Speisegebot von Erbsen zu halten und an das Spülverbot. Gelingt mir allerdings auch nicht immer.


    Den Sonntag versuche ich arbeitsfrei zu halten und dann opfere ich der Sonnengottheit nach römisch-antiker Manier, wobei der griechisch-römische Sol/Helios für mich identisch ist mit der deutschen Sünna und dem wendischen Swarozic.


    An den Neulichttagen versuche ich den neuen Mond im Freien zu erhaschen und dann die aus dem Volksglauben überlieferten Bräuche zu beleben. Räuchere an diesen Tagen zum Beispiel mein Bydlenje, meine Bude mit Wacholderbeeren aus.


    Durch Gebetsformeln und Opfergaben suche ich die Beziehung zu den Göttern und Geistern. Ich bin in der Beziehung auch nicht wirklich kreativ, halte mich in abergläubischer Scheu eher an das kärglich Überlieferte, wodurch mein Heidentum eben auch ekklektisch wirkt... und pragmatisch in dem Sinne, dass ich an Bestehendes anknüpfen und mich eben eher an die Götter und Geister wende, von denen Riten und Gebetsformeln usw. überliefert sind. Die mir eigentlich geographisch am nächsten liegenden Heidengott der Polaben (Swarozic, Swantevit, Tryglaw, Jarowit, Siwa) kommen so gesehen eigentlich zu kurz... wobei Swarozic und Swantevit (für mich) durchause solare Bezüge haben...

  • zu halten und an das Spülverbot.

    Darfste Donnerstags die Toilette nicht benutzen? :rofl:


    Bei mir war das so, das mir die alten Götter schon immer mehr zusagten als das Christentum. Donar und Wodan lagen mir dabei immer sehr am Herzen. Der Donnerer letztendlich am meisten.

    So langsam aber sicher fing ich dann mit Opfergaben und Gebeten an. Kann sein das sich das Ganze Ritualisiert hat. Es wurde halt langsam aber sicher zur Gewohnheit.

    Ich habe auch mal versucht Vereinsarbeit zu machen, bin dann aber nach einigen Jährchen wieder ausgetreten. Nun, dieser Verein, der sich für den Größten hält, hat es auf Dauer nicht gebracht. Hat sogar unseren gut aufgebauten berliner Ableger gesprengt.


    Irgendwie suchen sich die Götter ihre Anhänger aus. Alleine wenn man einen Namen aus den Götterfamilien liest, merkt man sofort welcher Gott einen am meisten zusagt. Auch wenn man noch gar nichts über diesen Gott weiß. Zumindest war das bei mir so. Donar und Wodan wirken bei mir am stärksten. In genau der Reihenfolge.

    Natürlich vernachlässige ich die anderen Götter nicht. Auch sie werden bei Blots und Gebeten beim Namen genannt. U.a. ist auch Utgard-Loki, Hel, Nehalenia und Jord (Gerda) dabei. Utgard-Loki der nicht als Gott gilt sondern als Riese, gefällt mir einfach.

    Es ist für mich halt wichtig, das alle die ich als Gottheiten einordne, beim Namen nenne. Götter leben davon beim Namen genannt zu werden.


    Beten tu ich jeden Tag, einfach weil es mir gefällt. Opfergaben hat es, momentan nicht, monatlich in Richtung Vollmond gegeben. In Richtung deshalb, weil nicht jeder Vollmond auf einen Sonnabend fällt, ich aber Sonnabends in den Wald fahre.


    Opfern ist wichtig, weil dadurch die Bindung gestärkt wird. Es entsteht dabei ein sehr, sehr starkes Band zwischen Gottheit und Mensch. :hammer:


    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Also, ich halte Blots zu den Feiertagen wie den Sonnenwenden, Ostara und der Ernte ab. Gerade Saat und Erntetermine sind mir als jemand mit Bauern in der Familie persönlich sehr wichtig.


    Auch halte ich kleine Opfer ab wenn etwas familiäres ansteht, also Medizinisches, Geburten und dem Tod.


    Täglich Beten tue ich persönlich aber nicht, meditiere regelmäßig, mehr zur Entspannung, was aber hin und wieder zu Kontakten mit den Göttern und der Zwischenwelt kommt.


    Zum Fulltrui, ist bei mir wohl der Allvater. Er hat mich aber nicht gefragt sondern in seiner eigenen Art und Weise genommen was er will. Und eine Beziehung ist mit ihm nicht einfach. Ständig stellt er mich vor Herausforderungen, "belohnt" mich aber damit ein wenig klüger geworden zu sein.

  • Opferungen ja täglich bei den Mahlzeiten durch das zusätzliche Gedeck am Tisch. Das was ich Interessant finde in der Ototoxischen Kirche Armeniens ist dieser Brauch auch auch im Glauben verankert. Das weis ich von meiner Frau sie kommt aus Armenien.

  • Aber im Ernst: mit dem Spülverbot meinte ich, dass man kein Geschirr spülen sollte, auch kein Bad oder keine Dusche nehmen, Haarwäsche auch unterlassen... dieser Tag gehört eben dem Wetter- und Gewitterherrn... übermäßiger Wassergebrauch könnte er, der Regenmacher, als Einschnitt seiner Rechte betrachten und ob dessen uns den lebensnotwendigen Regen vorenthalten... ich weiß nicht, ob DAS der dahinterliegende Gedanke ist... Ich habe mir das nur so zusammengereimt...

  • Wo hast du dieses Spülverbot eigentlich her, Iwan?

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Wo hast du dieses Spülverbot eigentlich her, Iwan?

    Aus einem *duck, wech* Buch... komme ich jetzt ins Moor? Oder an einen Baum?


    Nee, im Ernst. Aus dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (HDA). Dort heißt es in Band 2 unter dem Eintrag „Donnerstag” auf Seiten 333-336:


    „Dagegen deutet teilweise Arbeitsruhe am Tage selbst noch heute auf den heidnischen Festtag hin. Am Donnerstag (D.) darf kein Geschirr gereinigt, kein Holz gehauen und kein Mist ausgeführt werden. Im Nahetal darf Wäsche nicht gebeucht, d. h. in Holzaschenlauge gebrüht werden, denn das kostet ein Rind oder ein Kind. In Wagensteig bei Freiburg haben die Dienstboten im Winter bis Fastnacht jeden Donnerstagnachmittag frei und dürfen die Zeit für sich verwenden. Am Donnerstag tragen selbst die Vögel nicht zu Neste, was auch damit erklärt wird, dass am Donnerstag Gott die Vögel geschaffen hat.” (HDA, Band 2, S. 333-334)


    ...


    ”Als Feiertag gilt der Donnerstag auch bei den Schweden; in Norwegen darf an dem Tag nichts Wichtiges begonnen werden, doch ist er der geeignetste Tag für Zauberei. Die Wenden spinnen am Donnerstag nicht und fahren keinen Dünger.„ (HDA, Band 2, S. 334)


    ...


    „Am Himmelfahrtstage [heute ^^], an dem stets ein Gewitter kommen soll, darf man nicht nähen, sonst schlägt in dem Jahre ein Blitz ein (Ostpreußen) oder dem, der das Kleid trägt, ziehen die Gewitter nach (Voigtland). An dem Tage gesammelte und zu Kränzen gewundene Kräuter werden zum Schutz gegen den Blitz im Hause aufgehängt.” (HDA, Band 2, S. 335)


    ...


    „Auf Donar, dem die Erbsen heilig waren, weist der Brauch, am Donnerstag Erbsen zu essen. Man hat sie als Sinnbilder der von Donar gesandten Hagelkörner gedeutet, doch sind Hülsenfrüchte nach griechisch-römischem und deutschem Glauben überhaupt eine wichtige Geisterspeise.” [Kleine Anmerkung von mir: Bei den Römern werden den Lemuren, den Geistern „unreiner” Toten (also Totengeister von Verbrechern, aber auch von Menschen, die eines gewaltsamen Todes oder vor ihrer Zeit starben) bei ihrem Feste im Mai schwarze Bohnen geopfert, um sie zu besänftigen.] (HDA, Band 2, S. 335)


    ...


    „Der Donnerstag war auch der Hauptopfertag für die Elben.” (HDA, Band 2, S. 336)


    ...


    „Am Donnerstag ist auch der feurige Drache besonders tätig und zieht zuweilen das wilde Heer um.” (HDA, Band 2, S. 336)


    ...


    „Auch für die Zauberer ist der Donnerstag ein günstiger Tag.” (HDA, Band 2, S. 336)

  • Hab Dank für die Mühen! :goodpost:

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    Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück.

  • Nein nicht in das Moor nicht an den Baum du musst viel-erläutern warum und wieso. Aus gerechnet dieses Buch.

  • Man muss das Relativieren bei Landwirtschaft mit Tieren und Anderen Berufen. Mit der Enthaltsamkeit an diesen Tag. Es gibt da noch andere Schriften wo das genauer mit den Berufen geschildert.

  • du musst viel-erläutern warum und wieso. Aus gerechnet dieses Buch.

    Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens erscheint mir als das derzeit umfangreichste Nachschlagewerk für das Brauchtum der deutschsprachigen Gemeinschaft. Zumal hie und da auch ähnliche Bräuche und Vorstellung anderer Sprachgruppen (Griechen, Römer, Skandinavier, Slawen usw.) herangezogen werden.

  • Wichtig ist das man sich damit beschäftigt nur so lebt ein Glaube wie unserer. Denn nur wenn man Wissen Sammelt wird es ein gesamt Bild möglich.

    Da durch kann er wachsen und sich verbreiten.

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