Aberglaube: Untote

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  • https://www.teilzeithelden.de/…islaendischen-mythologie/


    "Viele Sagen verwenden den Begriff Draugr (Plural Draugar) nicht einmal. Dennoch gibt es heute aufgrund von Gemeinsamkeiten in den Erzählungen eine grundsätzliche Übereinkunft über die Beschaffenheit dieser Fabelwesen. Generell handelt es sich um einen Untoten, der in seinem Grabhügel weiterlebt.

    Stellenweise wird eine Unterteilung nach den Aktivitäten der Wesen angestellt. Trifft man den Untoten lediglich in seinem Grabhügel an, so wird er manchmal auch als Haugbui (= Hügelbewohner) bezeichnet. Dieser Wiedergänger ist vergleichsweise passiv.

    Gefährlich werden sie nur denjenigen, die sich in den Grabhügel des Haugbui wagen. Oftmals schützen die Untoten auf diese Weise ihre Grabbeigaben vor Räubern.

    Ein Draugr im klassischen Sinne ist jedoch deutlich gefährlicher. Diese Untoten können große Entfernungen von ihrem Grabhügel zurücklegen, um die Lebenden nachts zu terrorisieren. Oftmals handelte es sich bei den Verstorbenen bereits zu Lebzeiten um Unruhestifter, die ihre sozialen Konflikte noch nach dem Tod weitertragen. Die Charakterisierung als Störer des Allgemeinfriedens findet sich in der Literatur bei vielen späteren Draugar."


    Einer meiner liebsten Helden besiegte einen Draugr, bezahlte aber einen hohen Preis dafür.


    "Glámr in der Geschichte starken Grettir altisländische Taschenausgaben

    Glámr ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Untoten der nordischen Mythologie. Zu Lebzeiten verdingt er sich als Schafhirte, der schnell durch sein unsoziales Wesen auffällt. Er weigert sich klassische Verpflichtungen zu akzeptieren, verhält sich ablehnend und ist gegenüber der christlichen Denkweise seiner Gemeinschaft sehr skeptisch eingestellt. Hier zeigt sich ein wiederkehrendes Motiv, den künftigen Draugr schon zu Lebzeiten als schwierig zu porträtieren.

    An einem Heiligabend eskaliert ein Streit zwischen Glámr und der Frau seines Arbeitgebers, dem Bauern des Gehöfts. Der Schafhirte verschwindet und wird am nächsten Tag tot aufgefunden. Die Leiche ist „schwarz wie Hel und aufgeblasen wie ein Ochs“. Man vermutet die Einwirkung eines nahen Geistes. Mehrere Versuche den Leichnam zur Kirche zu bewegen und zu bestatten schlagen fehl, bis die Leiche an Ort und Stelle unter einem Steinhaufen begraben wird. Doch schon bald müssen die Leute feststellen, dass der Tote nicht ruht.

    Fortan beginnt Glámr die Bewohner seines ehemaligen Hofes und der Umgebung im Tal zu terrorisieren. Bewohner und Vieh werden entweder auf brutale Art und Weise getötet oder vertrieben. Erst der Held der Saga, Grettir Asmundarson, nimmt es mit dem Untoten auf. Es kommt zu einem epischen Ringkampf auf dem Hof, in dessen Verlauf selbst der übermenschlich starke Grettir dem Untoten zu unterliegen droht.

    Als der Held es letztendlich doch schafft den Untoten zu überwinden, erblickt er im Mondlicht das Antlitz von Glámr in all seinen schaurigen Details. Der Blick des Draugr frisst sich in Grettirs Seele, als Glámr ihn zu Unglück, Ruhelosigkeit und Einsamkeit verflucht. Dennoch schafft es der Held den Kopf des Monstrums abzuschlagen. Doch über die gesamte Saga hinweg muss Grettir an seinen seelischen Wunden leiden, da er ständig von Glámrs bösem Blick verfolgt wird."



    Donars Segen mit euch


    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Tot ist tot. Zombies und Vampire sind Legenden. Doch es ist gar nicht so lange her, dass die Menschen im Landkreis Stade sich bei einigen Toten große Mühe gaben, sie am Wiederkehren zu hindern. Archäologen haben erste Belege für einen regen Glauben an Untote gefunden - und sind sich sicher, dass dies erst der Anfang ist.


    Vor 150 Jahren wusste man in Norddeutschland noch genau, was man tun muss, damit ein Toter im Grab bleibt. Ludwig Strackerjan hat es in seiner Sammlung von Aberglauben und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg zusammengetragen: die Totenkleidung vollständig mitgeben, Hobelspäne in den Sarg legen, ebenso die Nadel, mit der das Totenhemd genäht wurde, und sofort das Herdfeuer ausgießen, wenn die Leiche aus dem Haus getragen ist, sie tief genug begraben. Und auf keinen Fall den Toten berauben oder mit den Gebeinen Spott und Unfug treiben.

    Und wenn die Magd vergaß, das Feuer zu löschen? Oder die Nadel verloren gegangen war? Dann hatte man ein Problem: einen Wiedergänger.


    Schädel beiseitegedrückt

    Einen dieser Untoten hat der Kreisarchäologe des Landkreises Stade, Daniel Nösler, gefunden. Und zwar auf seinem Computerbildschirm. "Ich habe mir alte Fotos von einer Grabung im Kreuzgang des ehemaligen Klosters Harsefeld angeschaut, und da fiel mir dieser seltsame Stein auf", sagt er und zeigt auf einen riesigen Brocken neben einem Totenschädel. Der Koloss hat den Schädel beiseitegedrückt und auch die übrigen Knochen verschoben.

    Von alleine wird er kaum ins Grab gerollt sein. Mindestens zwei starke Männer müssen mit angepackt haben, um ihn überhaupt bewegen zu können. Und zufällig herum lag er garantiert auch nicht. "Der Boden des Friedhofes ist sehr feinkörnig. Darin liegen sonst nicht mal Kieselsteine." Und da war noch etwas: "Die Erde genau darüber hat eine ganz leicht andere Färbung als die übrige Verfüllung des Grabes", sagt der Archäologe. Die haben den Stein nicht gleich reingeworfen - sondern das Grab an dieser Stelle noch mal aufgemacht, als der Tote schon einige Zeit dringelegen haben muss."


    Vampire an der Elbe?

    Tatsächlich kommt die Figur des Wiedergängers in Norddeutschland ganz häufig vor. Da ist zum Beispiel die Sage von der armen Frau bei Brake, die auf ihrem Sterbebett einer anderen Frau ihr Versteck für fünfzehn Taler verriet. Für das Geld wolle sie anständig beerdigt werden. Die Frau versprach zwar, für die Beerdigung zu sorgen, aber nachdem die Kranke verstorben war, behielt sie das Geld für sich. Fortan erschien die Tote allnächtlich wieder und suchte nach dem Geld, bis sie endlich gebannt wurde. So enden viele der Geschichten: …bis der oder die Untote gebannt wurde. Nur wie man die ruhelosen Toten bannte - darüber schweigen sich die Legenden aus.


    Zeit der großen Seuchen

    Als Nösler seinen Kollegen von dem Grab in Harsefeld erzählte, erinnerte sich auch Dietrich Alsdorf an ein ungewöhnliches Begräbnis ganz in der Nähe. Er hatte es ebenfalls vor 32 Jahren im westlichen Kreuzgang des Klosters von Harsefeld ausgegraben. "Der Sarg lag verkehrt herum in der Erde - mit dem Deckel nach unten", erinnert er sich.

    Außerdem lagen Ziegelsteine auf dem Grab, und der Sarg lag tiefer als gewöhnlich. "Jemand wollte diesen Toten definitiv sicher in der Erde wissen", sagt Alsdorf.

    Beide Wiedergängerbestattungen stammen aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. "Es war die Zeit der großen Seuchen", erklärt Nösler. "Wenn einer starb, dann folgten oft weitere Familienmitglieder. Damals war eine gängige Erklärung, dass der erste Tote die anderen ins Grab nachholt."

    Knochen über dem Hals

    Die sogenannten Nachzehrer waren ebenfalls häufig vorkommende Untote in den mittelalterlichen Legenden: Lag versehentlich ein Stück Stoff über dem Mund eines Toten, so saugte dieser daran - und holte so die Lebenskraft aus allen, die dieses Stück Stoff zuvor berührt hatten.

    In Oldendorf an der Niederelbe haben Nösler und seine Kollegen einen Nachzehrer gefunden. "Bei der Bestattung aus dem 11. oder 12. Jahrhundert lag ein fremder menschlicher Oberarmknochen quer über dem Hals", berichtet der Forscher. Der Knochen habe verhindern sollen, dass das Totenhemd mit dem Mund in Kontakt kommt.

    Nösler und Alsdorf sind sich sicher, noch mehr Untote auf den Friedhöfen im Landkreis Stade zu finden. "Jetzt wissen wir, dass die Leute in dieser Gegend tatsächlich an Wiedergänger geglaubt haben - und können ganz gezielt nach entsprechenden Hinweisen suchen."


    https://www.spiegel.de/wissens…en-auf-grab-a-990668.html


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    Uwe

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  • Nun würde es als Fabeln bezeichnen, denn bei Legenden ist immer eine Gewisse wahrheit dabei.

  • Aberglauben im Mittelalter


    „Mit den Schraubzwingen wurden die Beine so lange langsam zusammen gedrückt, bis die Knochen splitterten und das Mark aus ihnen heraus gequetscht wurde, so dass es an den Beinen herab lief“ erklärt Hermann Müller den Besuchern, die er durch die Kulmbacher Plassenburg führt. Die Ausstellung „Hexen, Werwölfe und Untote“ macht zum einen den Aberglauben der Menschen, zum anderen die Grausamkeit deutlich, mit der sie ihre Mitmenschen zu Tode quälten.

    Durch mit Steinkeile gespaltene Totenschädel, einem gepfählten Skelett und geschändete, menschliche Überreste erfahren die Besucher, wie real Vampire und Werwölfe noch vor einigen hundert Jahren für die Menschen waren. Während angebliche Vampire allerdings meist erst nach ihrem Tod gepfählt und geköpft wurden, traf es andere viel schlimmer: die Hexen.

    Die Menschen im Mittelalter konnten viele Phänomene und Krankheiten, die uns heutzutage die Wissenschaft plausibel erklären kann, nicht verstehen. Deshalb glaubten sie an höhere Mächte und versuchten, diese mit allerlei Ritualen und Bräuche zu bekämpfen. Amulette, magische Zeichen, Zauberformeln und verschiedene Kräuter, sollten das Böse bekämpfen und Schaden von den Menschen fern halten.

    Der Glaube an das Böse durch viele Katastrophen gefördert. Der 30-jährige Krieg, schwierige klimatische Bedingungen, die zu Ernteausfällen führten und eine schlimme Pestepidemie, die fast die Hälfte der Bevölkerung das Leben kostete, lösten Angst und Schrecken unter den Menschen aus.

    Die Kirche ging ab dem 15. Jahrhundert konsequent gegen die Menschen vor, die nicht nach der kirchlichen Glaubenslehre lebten. Mit der Zeit wurde die Wissenschaften immer interessant, der Glaube an Gott hinterfragt. Die Kirche musste durchgreifen: Ketzer und Kirchenkritiker wurden wie Hexen gefoltert und bestraft. Um das gewünschte Geständnis von den Verurteilten zu erhalten, kannten die Inquisitoren Mittel, ihre Opfer zum Reden zu bringen.

    Natürlich erhielten die Verurteilen eine angebliche Chance zu beweisen, dass sie unschuldig waren. Die Regeln hierfür legte der 1486 veröffentlichte „Hexenhammer“ fest, der in der Ausstellung auf der Plassenburg ebenfalls zu finden ist.

    Eine der wichtigsten Proben, ob es sich um eine Hexe handelt, oder nicht, war die Nadelprobe. Bei dem Opfern wurde dabei ein Hexenmal gesucht, häufig ein einfaches Muttermal. Man stach mit einer Nadel hinein und wenn es blutete, galt die Unschuld als bewiesen. Ein paar Nadeln, die aus dieser Zeit noch erhalten sind, weisen allerdings einen Mechanismus auf, der bewirkt, dass sich bei Druck die Nadelspitze in den Schaft zurückzieht. Dadurch entstand weder Schmerz, noch blutete es und die angebliche Hexe galt als schuldig.

    Bei den zahlreichen Foltermethoden, die der Inquisition zur Verfügung standen, war es einfach, die vermeintliche Hexe zu dem gewünschten Geständnis zu bewegen. Unter den Qualen der Folter brach jeder früher oder später zusammen und erzählte den Inquisitoren das, was sie hören wollten.

    Die Hexen wurden anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Feuer sollte dabei ihre Seele reinigen und sie von ihrer Schuld rein waschen. Als „Akt der Gnade“ wurden manche Opfer vorher erdrosselt, enthauptet oder bekamen ein Schwarzpulversäckchen um den Hals, das im Feuer explodieren sollte.

    Auch, wenn die meisten Menschen heute nicht mehr an leibhaftige Hexen glauben, existieren in unserem täglichen Leben immer noch viele, alte Bräuche, die auf diese Zeit des Aberglaubens und der Hexenverfolgung zurückzuführen sind. Bunt geschmückte Bäume, lodernde Walpurgisfeuer und ausgelassener Frühlingstanz sind Relikte aus einer Zeit, als die Menschen noch an Hexen und Vampire glaubten.


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    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Für unsere Vorfahren war die Angst vor Untoten ganz real. Das zeigt ein Blick unter die Erde: Mit Steinen beschwert, festgeschnürt, mit Glöckchen im Grab oder enthauptet – die Indizien sind vielfältig. Archäologen sind auf der Jagd nach den "lebenden Toten".

    Wie rund um die St. Marien- und Bartholomäi-Kirche im niedersächsischen Harsefeld im Landkreis Stade. Dort lassen archäologische Funde ahnen, welche Angst unsere Vorfahren vor Untoten hatten - und welche Maßnahmen sie ergriffen, um sie im Grab zu halten. Aufhocker, Nachzehrer, Wiedergänger - im Aberglauben unserer Vorfahren konnten die "lebenden Leichen" unterschiedliche Gestalten annehmen, um den Lebenden den Schlaf zu rauben.


    Noch heute halten sich solche Vorstellungen zum Teil hartnäckig, auch in Teilen Europas. In manchen Gegenden Rumäniens sind alte Rituale zur Abwehr von Untoten bis heute lebendig. Doch auch in Großbritannien sind solche Fantasien präsent. Laut Umfragen glauben dort mehr Menschen an Gespenster als an Gott. Mit Kulturanthropologin Deborah Hyde geht "ZDF-History" auf Geisterjagd und sucht nach wissenschaftlichen Erklärungen für die Gruselerscheinungen. Auch der Historiker Prof. Ronald Hutton von der Universität Bristol forscht zu Hexenglauben und Magie. Er entschlüsselt rätselhafte Zeichnungen in Höhlen, die dem Schutz vor "bösen Geistern" dienen sollten, und zeigt, wie tief die Angst vor dem Unheimlichen bis heute in uns verwurzelt ist.


    https://www.zdf.de/dokumentati…des-aberglaubens-100.html


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    Uwe

    Wer davon lebt einen Feind zu bekämpfen,
    hat ein Interesse daran, das der Feind am Leben bleibt.
    Friedrich Nietsche

  • Firnwulf

    Hat den Titel des Themas von „Aberglaube Untote“ zu „Aberglaube: Untote“ geändert.
  • Ja in den Karpaten werden heute noch Verstorbene mit einen Holzpflock durch stoßen damit sie keine Rückkehrer werden und das Dorf heimsuchen.

  • Mittelalter - So schützten sich die Menschen vor den Untoten


    Wiedergänger sind Tote, die ins Reich der Lebenden zurückkehren. Vor allem in früheren Jahrhunderten waren sie gefürchtet. FOCUS-Online-Expertin Marita Genesis erklärt, wer zum Wiedergänger wurde und was die Menschen dagegen unternahmen.

    Das Mittelalter ist als finster und dunkel verschrien. Ob es tatsächlich so war, sei dahingestellt. Und doch nimmt hier auch eine Entwicklung seinen Anfang, die sich noch heute ganz klar unter der Erde wiederfinden lässt – die Angst vor Wiedergängern.

    Sie kennzeichnet eine der Urängste der Menschheit, die Rückkehr der Toten ins Reich der Lebenden. Umfangreiche Abwehr- und Schutzmaßnahmen, die sich zum Teil noch heute bei den Toten finden lassen, spiegeln Bannriten und apotropäische Praktiken zur Abwehr lebender Leichname wieder.

    Hier traten die "lebenden Toten" häufiger auf

    Diese auch als „lebende Tote“ bezeichnete Gruppe von Menschen trat regional unterschiedlich auf. So sind sie im süddeutschen Raum eher selten, dagegen häufig in Schlesien, Sachsen, Nordhessen, Thüringen, Preußen, Pommern, Mecklenburg und Holstein in den schriftlichen Quellen anzutreffen. Archäologisch dagegen ist ihr Auffinden noch relativ selten vermerkt.

    Steine auf der Brust, um Schaden zu vermeiden

    Den frühesten Fund barg A. Tsaliki auf Zypern: Hier waren den Toten auf Kopf und Brust Steine gelegt worden, damit sie, so Tsaliki, nicht mehr aus dem Grab aufstehen und den Lebenden schaden können. Die Menschen waren vor etwa 9000 Jahren begraben worden.

    In Mittelalter und Neuzeit hingegen gibt es immer wieder Zufallsfunde, wie zum Beispiel in der Nekropole von Sosopol (Pfahl durch Brust) oder auf der Richtstätte Alkersleben (Steinbeschwerung). Sie sind jedoch noch immer zu wenig, um Häufigkeiten zeitlich oder lokal auszumachen.

    Nachzehrer, Totenschmatzer, Vampire

    Zudem gibt es feine Unterscheidungen bei den Wiedergängern. Neben ihnen existieren zwei weitere Gruppen, die mit mehr negativen Attributen besetzt sind. Es handelt sich zum einen um Nachzehrer oder Totenschmatzer und zum anderen um Vampire.

    Rückkehr aus dem Grab, um Schrecken zu verbreiten

    Es handelt sich dabei um jene Verstorbenen, die dazu verdammt waren, nach ihrem Ableben noch einige Zeit auf der Erde umher zu wandeln, bis sie ihre heimlichen, nicht gebeichteten Sünden verbüßt hätten. Tatsächlich findet man eine der frühesten Beschreibungen eines Wiedergängers in der Historia Rerum Anglicarum des William von Newburgh (1136 - nach 1198). Dabei handelt es sich um die Geschichte eines Mannes, der aus seinem Grab zurückkehrte, um die Menschen seines Heimatortes Berwick in Schrecken zu versetzen.

    Was dabei auffällt: Dieser Mann stank so entsetzlich, dass er die Luft verunreinigte und eine furchtbare Seuche ausbrach. Bis sich einige Mutige fanden, die dem Untoten folgten und ihm mit einem Spaten den Kopf abschlugen. Dabei spritzte, so wird berichtet, viel Blut. Zu guter Letzt wurde der dergestalt misshandelte Leichnam verbrannt.

    Bis ins 19. Jahrhundert finden sich Hinweise auf Abwehrzauber

    Im 14. Jahrhundert mehren sich die Berichte sogenannter Wiedergänger und erreichen in der Neuzeit ihre Hochphase. Bis zur Mitte des 19. Jahrhundert lassen sich noch immer Hinweise auf Abwehrzauber gegen Wiedergänger finden.

    So wurde man zum Wiedergänger

    Wie wurde man zum Wiedergänger? Waren es die nicht befolgten christlichen Rituale bei der Bestattung oder eine nicht vollzogene Blutrache? Oder waren es zu Lebzeiten besonders - psychisch oder physisch - auffällige oder bösartige Menschen? So einfach ist das Phänomen wohl nicht zu erklären. Zunächst lassen sich bestimmte Merkmale aus den Quellen ziehen, wer die Wiedergänger waren:

    • „arme Seelen“ – noch nicht erlöst, plagen diejenigen am meisten, die zuletzt bei ihnen waren

    • vorzeitig Verstorbene – eines plötzlichen oder auch „schlimmen Todes“ Gestorbene, sprich ohne Beichte und Absolution, sie müssen umhergehen, bis ihre Zeit um ist. Dies waren Verunglückte, Ermordete, zum Teil im Kampf Gefallene, Wöchnerinnen

    • Hingerichtete, Selbstmörder – Wiederkehr, zum Teil, um Verzeihung von den Lebenden zu erbitten oder aus Rache, schon der Ort ihrer Grablege, die Richtstätte außerhalb des Gottesackers, war prädestiniert für Spuk, Zauberei und das Umhergehen der Gerichteten. So ist bei Bächtold-Stäubli zu lesen, dass es: „...an Galgenplätzen und ehemaligen Richtstätten unheimlich (sei),…die Geister der Hingerichteten (gingen) klagend und kopflos (umher)….“



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  • Furcht vor den Untoten: Die lebenden Leichen vom Harsefelder Klosterpark

    jd. Harsefeld. Der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler stieß in altem Gemäuer auf ungewöhnliche Bestattungen. Wer im Dunkeln durch den Harsefelder Klosterpark geht, dem dürfte künftig ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Dort könnte es nämlich spuken. Wiedergänger wandeln womöglich nächtens durch die Ruinen des ehemaligen Benediktinerstiftes. Alles Unsinn? Von wegen: Der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler ist auf handfeste Hinweise gestoßen, dass im Kreuzgang des Klosters drei Untote bestattet worden sind. Die Abtei war im Mittelalter ein Machtzentrum der katholischen Kirche, doch das hielt die Menschen nicht davon ab, sich mit unchristlichen Methoden gegen dunkle Mächte zu wehren.

    Über die Leinwand huschen sie als Zombies, Vampire oder böse Geister. Doch Untote sind keine Erfindung von Hollywood: Seit grauer Vorzeit fürchten sich die Menschen vor wandelnden Leichen, die dem Grab entsteigen, um sich den nächsten Todgeweihten zu holen. Der Aberglaube, dass solche Wiedergänger die Lebenden heimsuchen, war vor allem im Mittelalter weit verbreitet, hielt sich teilweise aber bis ins vorige Jahrhundert. In alten Legenden wird über Bannzauber berichtet, mit denen die Untoten daran gehindert werden sollten, ihre Gruft zu verlassen.

    Solche heidnischen Rituale sind offensichtlich auch in Harsefeld praktiziert worden. Nösler stieß bei der Archivierung von Fotos der Ausgrabungen, die in den 1980er Jahren im Kloster vorgenommen worden sind, auf eine erstaunliche Entdeckung: Auf dem Bild eines Grabes ist ein Skelett zu sehen, über dessen Kopf sich ein großer Feldstein befindet. "Dieser dicke Brocken ist erst nach der Bestattung und dem Schließen des Grabes dorthin gekommen", sagt der Archäologe.

    Laut Nösler könnte sich folgendes Szenario abgespielt haben: Im Schutze der Dunkelheit schlichen sich zwielichtige Gestalten in den Kreuzgang, öffneten die Grabstelle, buddelten einen schmalen Schacht zum Kopfende des Sarges und platzierten dort den schweren Stein. Dieser sollte die Rückkehr des Verstorbenen als Untoter verhindern. Bei einer anderen Bestattung wurde der Sarg aus der Gruft geholt und dann mit dem Deckel nach unten wieder in der Erde versenkt. Dem nun in Bauchlage befindlichen Toten wurde der Weg nach oben in die Welt der Lebenden zusätzlich erschwert, indem man seine Füße fesselte und den Sarg mit Ziegeln beschwerte.

    Noch radikaler war das Vorgehen bei einem dritten Grab: "Dem vermeintlichen Wiedergänger wurden die Schädelknochen zertrümmert und die abgeschlagenen Unterschenkel neben den zerstörten Kopf gelegt", berichtet Nösler. Solche Praktiken seien zwar nicht unbedingt mit dem christlichen Glauben vereinbar, galten aber als letztes Mittel, wenn sich ein Fluch nicht mit Gebeten oder durch einen vom Priester vollzogenen Exorzismus abwenden ließ.

    Doch worauf begründet sich die Furcht vor den Untoten? "Die Gräber wurden im 14. oder 15. Jahrhundert angelegt. Damals suchten verheerende Seuchen wie die Pest Europa heim", erläutert Nösler. Durch solche Epidemien seien ganze Dörfer hinweggerafft worden. Wenn jemand gestorben sei, habe er zuvor andere Personen in seiner Umgebung infiziert, die dann auch der Seuche zum Opfer gefallen seien. "Die Menschen wussten noch nichts von Bakterien oder Viren und dachten daher, die Verstorbenen seien als Wiedergänger unterwegs, um die Angehörigen ins Totenreich zu holen."


    https://www.kreiszeitung-woche…rpark_a50812#gallery=null


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