Walter Baetke - ,Gottesdienst und religiöses Brauchtum' aus ,Die Religion der Germanen in Quellenzeugnissen'

Schon gewusst…?

Es sind derzeit leider keine Texte verfügbar.
  • Weiter geht's mit den kultrelevanten Quellen nach Baetke.

    Die einzelnen Punkte des Inhaltsverzeichnisses werden, wie gehabt, als einzelne Beiträge innerhalb dieses Themas eingestellt.



    B. Glaube und Frömmigkeit

    II. Gottesdienst und religiöses Brauchtum


    Inhalt:


    1. Fromme Scheu und Ehrfurcht vor den Göttern

    2. Gebet

    3. Private Opferfeste und Einzelopfer

    4. Julfest und Eberopfer

    5. Pferdeopfer

    6. Opferorakel

    7. Losorakel

    8. Die Hochsitzsäulen der isländischen Landnehmer

    9. Vogel- und andere Vorzeichen

    10. Zukunftskundige Frauen

    11. Weihe von Menschen, Tieren und Sachen

    12. Wasserweihe

    13. Kindesaussetzung

    14. Begräbnis <----(Verlinkung zum Thema "Von den Germanen genutzte Begräbnisformen")

  • 1. Fromme Scheu und Ehrfurcht vor den Göttern


    1. Dem Hain (der Semnonen) wird auch sonst Verehrung gezollt: nur in Fesseln betritt man ihn, im Gefühl der Untertänigkeit um die Macht der Gottheit zu bekunden. Wenn zufällig jemand hinfällt, darf er nicht aufgehoben werden oder selbst aufstehen. Am Boden wälzt er sich hinaus. Dieser Glaube geht auf die Vorstellung zurück, da gleichsam dort der Ursprung des Volkes sei, dort der allherrschende Gott und alles andere ihm untertan und gehorsam. – T. G. 39.


    2. Der Jarl (Hakon) ging allein von allen Mannen fort und sagte, niemand dürfe mit ihm gehen, und blieb eine Weile aus. Er fiel auf die Knie und hielt die Hände vor die Augen. – Nj. S. 88 (Th. 4, 190)


    3. Bui wandte sich zum Tempel, und als er dorthin kam, sah er, daß die Tür der Einfriedung unverschlossen war und ebenso der Tempel. Bui ging nun hinein in den Tempel. Da sah er, daß Thorstein mit dem Gesicht nach unten vor Thor an der Erde lag. – Kj. S. Kap. 4.


    4. Früh morgens ritt Indridi allein ab und geradewegs nach Thyrill. Dort stieg er vom Roß und ging den Indridisteig hinunter am Hof entlang und wartete dort, bis Thorstein nach seiner Gewohnheit sein Opferhaus aufsuchte. Thorstein kam und ging in das Opferhaus und fiel vor dem Steine nieder, an dem er opferte und der dort in dem Tempel stand, und betete davor. – H. S. 38 (Th. 8, 251)


    5. Als Helgi Island erblickte, ging er sich bei Thor zu befragen, wo er Land nehmen sollte. Die Befragung aber wies ihn nordwärts um das Land. Da fragte sein Sohn Hrolf, ob Helgi auch ins Eismeer steuern wolle, wenn Thor ihn dorthin wiese; denn der Schiffsmannschaft schien es höchste Zeit, von See zu kommen, da der Sommer schon sehr zur Neige ging. (Aber Helgi gehorchte der Weisung des Gottes.) – Lnb. (Th. 23, 117)

  • 2. Gebet


    1. Alsbald hebt, wenn in gemeiner Sache (das Los) befragt wird, der Priester des Volkes, wenn in privater, der Hausvater selbst unter Anrufung der Götter die Losstäbchen auf. – T. G. 10.


    2. Die Erde bitt ich und den Oberhimmel

    Erke, Erke, Erke, der Erde Mutter!

    Es gönne dir (der Allwaltende…)

    Acker wachsend und aufsprießend,

    Voll schwellend und kräftig treibend…

    Und der breiten Gerste Früchte…

    Und des weißen Weizens Früchte

    Und alle Erdenfrüchte! –

    Heil sei dir, Erdflur, der Irdischen Mutter!

    Sei du grünend in Gottes Umarmung,

    Mit Futter gefüllt, den Irdischen zu Frommen. – Ags. Flurgangshymnus


    3. Heil dir, Tag!

    Heil euch, Tagsöhne!

    Heil, Nacht und Nachtkind!

    Mit holden Augen schaut auf uns

    und gebt uns Sitzenden Sieg!

    Heil euch, Asen!

    Heil euch, Asinnen!

    Heil dir, fruchtbare Flur!

    Rat und Rede

    gebt uns ruhmreichen beiden

    und Heilkraft den Händen. – Sdm. 4 (Th. 1, 134)


    4. Und da sie Island in Sicht bekamen, ging Hreidar an den Mastbaum und sagte, er würde seine Hochsitzsäulen nicht über Bord werfen; denn das dünkte ihn zu bedeutungslos, um danach zu entscheiden; lieber, sagte er, wolle er Thor anrufen, daß er ihm Land auserlese. – Lnb. (Th. 23, 112)


    5. Örlyg stieß in See und auf einem zweiten Schiff ein Mann namens Koll, sein Ziehbruder. Sie fuhren zusammen. Aber als sie Island bald nahe sein mußten, überfiel sie ein gewaltiger Sturm und trieb sie westwärts um Island. Da betete Örlyg zu seinem Ziehvater, dem Bischof Patrek, um Landung für sich und gelobte den Ort, wo er landen würde, nach seinem Namen zu benennen… Aber Koll betete zu Thor. – Lnb. 43.


    6. Thorstein kam und ging in den Tempel und fiel vor dem Stein nieder, dem er opferte und der dort in dem Tempel stand, und betete davor. – H. S. 38 (Th. 8, 251)


    7. Es war dazu gekommen, daß Gunnlaug mit ihm ringen sollte; und in der Nacht vorher betete Thord um Sieg für sich zu Thor. – G. O. 13 (B. H. 5, 107)


    8. Nun ging der Jarl auf die Insel Primsignd hinauf und wanderte fort in den Wald, warf sich auf die Knie nieder und betete und wandte sich nach Norden. Mit seinen Gebeten kam es darauf hinaus, daß er seine Beschützerin Thorgerd Hölgabrud anrief, aber sie wollte seine Bitte nicht hören und war zornig… – J. S. (Th. 19, 427)


    9. Starkad war ein großweiser Riese. Er raubte aus Alfheimar Alfhild, die Tochter König Alfs. Da betete König Alf zu Thor, daß Alfhild wiederkommen sollte. – Gtr. S. Kap. 3.

  • 3. Private Opferfeste und Einzelopfer


    1. Freyja: Helfen muß ich, daß der junge Held (Ottar) Seiner Ahnen Erbteil habe. Er stellte das Weihtum aus Stein mir auf. Dem Glase gleich glänzt nun der Stein. Er rötet ihn frisch mit Rinderblut. Ottar ehrte die Asinnen stets. – Hy. L. (Th. 2, 96)


    2. Opfern will ich und anflehen Thor, Daß immer hold er Hyndla sei; Ob feind er auch den Frauen der Riesen. – Hy. L. (Th. 2, 95)

    3. König Adlis war der größte Opferer und voll von Zauberei. – R. K. S. 13 (Th. 21, 246)


    4. Den nächsten Herbst bei Winters Anfang hielt Gode Snorri ein großes Herbstfest ab und lud seine Freunde dazu ein. Da gab es ein Biergelage, und es wurde viel getrunken. – Eyrb. 37 (Th. 7, 90)


    5. Thorgrim beabsichtigte, zu Anfang des Winters ein Herbstfest zu veranstalten, um den Winter zu Begrüßen und Frey ein Opfer zu bringen. – G. S. 15 (B. H. 4, 62)


    6. Kollsvein der Starke hieß ein Mann. Er nahm Land zwischen der Thvera und der Gljufra und wohnte zu Kollsveinsstadir oberhalb von Thvera. Er verrichtete Opfer in Hofsstadir (Tempelstätten). – Lnb. 195.


    7. Als er (Vedastus), zu dem Schmaus herbeigerufen, voller Schreck herbeigeeilt war und in das Haus eintrat, erblickte er Gefäße herumstehen, die nach heidnischem Brauch mit Bier gefüllt waren. Er forschte nun nach, was es denn mit diesen in der Mitte des Hofes stehenden Gefäßen auf sich hätte. Er erhielt zur Antwort, daß sie teils nach christlichem, teils nach heidnischem Brauch zum Opfer bestimmt seien. – V. V. 7.


    8. Am Morgen sind sie früh auf den Beinen und ziehen sich an. Da kommt König Geirröd zu ihnen und bittet sie, den Abschiedstrunk für ihn zu trinken. Das taten sie. Da wurden nach den Mahlzeiten zuerst die Hörner Weißling getrunken; aber dann wurde die Minne Thors und Odins getrunken. – Th. B. Kap. 9.


    9. Der Herse Thorir machte sich nun zu dieser Fahrt fertig. Er rief Arinbjörn zum Gespräche – „ich werde jetzt“, sagte er, „zum Opferfest fahren; ich wünsche aber nicht, daß Egil dorthin kommt… Thorolf aber soll mich begleiten“, sprach er weiter, „und die übrigen Fahrtgenossen. Thorolf soll dort opfern und um Heil für sich und seinen Bruder bitten.“ – E. S. 49 (Th. 3, 129)


    10. Und an dem Tag, wo auf Ölfussee Tempelheiligkeit gehalten wurde – Grimkel war nämlich ein großer Opferer (blótmadr) – saß Signy mitten in der Stube auf ihrem Stuhl. – H. S. 7 (Th. 8, 197)


    11. Der König sandte Botschaft an Gest den Blinden, er solle zu ihm kommen, und bestimmte ihm einen Tag; sonst, ließ der König ihm sagen, würde er Leute zu ihm schicken. Ihm sagte keine von beiden Bedingungen zu… Da opferte er Odin und bat ihn um Beistand und gelobte ihm große Gaben. – Hv. S. Kap. 12.


    12. Helgi vermählte sich mit Sigrun, und sie gebar ihm Söhne. Aber ihr Bruder Dag sann auf Rache für den Vater (den Helgi erschlagen hatte). Er opferte dem Odin, und Odin lieh ihm seinen Speer. Damit durchbohrte Dag den Helgi im Fesselwalde. – H. Hb. II (Th. 1, 150)


    13. Nach dieser Tat läßt Styr zwei zweijährige Stiere von der Weide holen und schlachtet sie. Denn damals glaubte man, wenn man das täte, würde nichts aus der Verfolgung. – Hvg. S. 2 (Th. 8, 266)


    14. Erst wurde der Fluch von Hadding genommen, als er seine Freveltat durch Opfer sühnte und die Gunst der Götter wieder gewinnen konnte. Damit die ihm wieder ihre Gnade zuwandten, opferte er dem Gotte Frö schwarze Opferstiere. Diese Art des Opfers wiederholte er im jährlichen Umlaufe der Tage und hinterließ sie auch der Nachwelt zur Nachachtung. Fröblod nennen die Schweden dieses Opfer. – S. G. 1, 30.


    15. Hallstein, der Sohn von Thorolf Mostrarskegg, nahm die Thorskafjordküste und wohnte zu Hallsteisnes. Er opferte Thor dazu, daß er ihm Hochsitzsäulen sende, und gab dafür seinen Sohn. Darauf trieb ein Baumstamm an sein Land, der war dreiundsechzig Ellen lang und zwei Faden dick. Der wurde zu Hochsitzsäulen verwandt, und es sind daraus die Hochsitzsäulen auf fast allen Gehöften um die Querfjorde gemacht. – Lnb. 131.


    16. (Glum zwingt Thorkel, ihm den Hof Thvera abzutreten.) Bevor Thorkel von Thvera fortzog, ging er zu dem Tempel Freys; er führte einen alten Ochsen mit dorthin und sprach: „Frey, du bist lange mein Schutzfreund gewesen und hast viele Gaben von mir angenommen und mir wohl gelohnt – heut bringe ich diesen Ochsen dar mit dem Wunsche, daß Glum einst ebenso gegen seinen Willen vom Thveraland fortgehe wie ich jetzt. Und laß du mich ein Zeichen sehen, ob du die Gabe annimmst oder nicht.“ Der Ochse aber geriet so in Wut, daß er aufbrüllte und tot niederstürzte; Thorkel nahm das für einen guten Ausgang und war nun froher, weil er meinte, daß sein Gebet angenommen sei. – Vg. S. 9 (B. H. 1, 64)


    17. Und als Odd sich zum Wegzug rüstete, ließ er einen Stier schlachten und kochen. Und den ersten Ziehtag, als Odd zum Aufbruch fertig war, ließ er längs der Bänke Tische aufstellen, und das ganze Geschlachtete vom Stier wurde aufgetragen. Dann ging Odd hinzu und hielt eine Rede: „Hier ist nun der Tisch sorgsam zugerichtet, so wie für meine liebsten Freunde. Dieses Mahl gebe ich ganz und gar Frey, damit er einst den, der an meine Stelle kommt, mit nicht geringerem Harm von Oddstadir fortziehen lasse. Als ich jetzt ziehe.“ – B. Th. 59.


    18. Nach dem Tode Vegeirs verfeindete sich Vebjörn mit Jarl Hakon, wie vorhin erzählt wurde; daher fuhren die Geschwister nach Island. Sie hatten eine harte und lange Überfahrt. Im Herbst landeten sie in der Hlöduvik westlich von Horn. Da veranstaltete Vebjörn ein großes Opfer; er meinte, Jarl Hakon opfere an diesem Tage zu ihrem Verderben. Aber als er beim Opfer war, trieben ihn seine Brüder zur Weiterfahrt an, und er ließ das Opfer im Stich, und sie gingen in See. Denselben Tag scheiterte ihr Schiff bei schwerem Sturm an großen Klippen; sie retteten sich mit Not und Mühe an Land, wobei Vebjörn voranging. – Lnb. (Th. 23, 99)


    19. Thorstein sprach: „- - - jetzt wird wohl seine Mutter Ljot für den Sommer opfern, wie sie es nach ihrer beider Brauch zu tun pflegt. Wenn aber ihr Opfer vorher vollbracht ist, wird unsere Rache nicht gelingen.“ – Vd. S. 25 (B. H. 6, 87)


    20. Am ersten Abend, als sie das Lager teilten, wollte er sein Recht als Gatte ausüben, sie aber entzog sich ihm und sagte…:

    „Laß uns die drei Nächte

    Liegen, jeder allein,

    Aber doch vereinigt,

    Ohne den Göttern zu opfern.

    Dann wird kein schwerer Schaden

    Beschieden meinem Sohne.“ – R. L. S. 6 (th. 21, 153)


    21. Thorolf bestahl und beraubte die Leute und wurde ein arger Dieb; er hatte auch Opfergruben, weshalb man von ihm glaubte, daß er sowohl Menschen wie Tiere opferte. – Vd. S. 30 (B. H. 6, 102)


    22. Thorolf stand im Verdachte, daß er Menschen opferte, und im ganzen Tal gab es keinen, der verhaßter gewesen wäre als er. – Vd. S. 16 (B. H. 6, 66)


    23. …Wer einen Menschen dem Teufel opfert und ihn nach heidnischer Sitte den Dämonen als Opfer darbringt, soll des Todes sterben… – K. C. S. 9.


    24. Desgleichen ermahnen wir euch, auch eure übrigen Untertanen in weiser Zucht zu halten, damit sie nicht den Götzen opfern, nicht Bäume anbeten und nicht mit Tierköpfen einen gottesfrevlerischen Opferdienst treiben. – P. G. I. Ep. (an Brunichilde, 597).


    25. Alle Opfer, die sie auf Steinen oder bei Quellen oder bei Bäumen dem Jupiter (Donar) oder Merkurius (Wodan) oder anderen Göttern der Heiden opfern… – 6. Pseudobonifat. Predigt.


    26. …Wir haben ferner beschlossen, daß jeder Bischof in seiner Diözese dafür Sorge tragen soll, daß das Volk Gottes nichts heidnisches treibe, sondern alles Heidentum abstreife, als da ist: Totenopfer, Losdeuterei, Zauberei, Amulette, Wahrsagerei, Beschwörungen, Tieropfer oder jene gotteslästerlichen Feuer, die sie Niedfyor nennen… – B. B. 56

  • 4. Julfest und Eberopfer


    1. Nun soll erzählt werden, aus welchem Grunde die Heiden ihr Julfest feierten, denn damit steht es ganz anders als bei den Christen. Denn diese halten ihr Julfest wegen der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, aber die Heiden begingen das Fest zu Ruhm und Ehren des bösen Odin. – O. Tr. S. Ftb. I, 564.


    2. König Heidrek opferte Frey. Den größten Eber, den er bekommen konnte, sollte er Frey darbringen. Den hielt man für so Heilig, daß man über seinen Borsten in allen wichtigen Sachen schwören sollte. Und man sollte diesen Eber zum Sühneopfer opfern. Am Julabend sollte man den Sühneeber in die Halle vor den König leiten; da pflegten die Leute die Hände über seine Borsten zu legen und heilige Gelübde abzulegen. – Hv. S. Kap. 12.


    3. Einmal, am Vorabend des Julfestes, als er alleine von der Jagd im Walde heimging, traf er auf ein Riesenweib. Hedin schlug ihre Gefolgschaft aus.; da sagte sie: „Dafür sollst du büßen beim Weihebecher!“ – Denselben Abend führte man den Opfereber in die Halle; die Männer legten ihm ihre Hand auf und leisteten ihre Gelübde zum Weihebecher. – H. Hj. (Th. 1, 172)


    4. Dag ging zum Eberopfer zur Befragung (Losorakel). – Y. S. 18 (Th. 14, 43)


    5. Als die Männer am ersten Julabend auf ihre Sitze gekommen waren, stand Hrvar auf und sagte: „ Hier steige ich auf den Pfosten und leiste dies Gelübde, daß ich vor nächstem Jul den Hügel des Wikings Soti erbrochen haben will.“ – H. S. 14 (Th. 8, 212)


    6. Eines Julabends in Bolm leistete Hjörvard das Gelübde beim Bragibecher, wie es Sitte war, daß er Ingibjörg, die Tochter des Königs Yngvi von Uppsala, zum Weibe haben wolle. – Hv. S. Kap. 4.


    7. Moldi sagte: „Ich fordere dich auf den Holm drei Nächte nach Jul.“ Thorstein sagte: „Warum nicht gar! Schlagen wir uns doch vor Jul, und am liebsten auf der Stelle, wenn dir`s recht ist.“ Moldi sagte: “Nein, ich will die heilige Götterzeit nicht entweihen…“ – Sd. S. 7 (Th. 11, 244)


    8. Es wird berichtet, daß Thorberg durch seinen Knecht Otrygg das Vieh, das er zu Jul schlachten wollte, auf die Inseln im See bringen ließ, dazu auch Rinder und Lastpferde. – R. S. 18 (Th. 11, 343)


    9. Jarl Hakon hatte im Winter ein großes Julfest ausgerichtet. Und am Vorabend des Festes kamen von Norden her aus Norwegen zwölf Leute dorthin, Sendboten des Jarls Erich, und sie führten Geschenke für Jarl Sigurd mit sich. – G. O. 8 (B. H. 5, 99)


    10. Arinbjörn gab ein großes Julfest. Er lud dazu seine Freunde und die Bauern der Umgegend. Da waren viele Menschen und eine gute Bewirtung. Arinbjörn schenkte Egil als Julgabe ein seidenes Schleppgewand mit goldener Borte, unten bis zum Saum besetzt mit goldnen Knöpfen. – E. S. 67 (Th. 3, 199)


    11. König Hakon nahm Gunnar gut auf und lud ihn ein, den Winter bei ihm zu bleiben. Er nahm das an und kam bei jerdermann in hohe Achtung. Am Julfest schenkte ihm der Jarl einen goldenen Ring. – Nj. S. 31 (Th. 4, 83)


    12. Der König schenkte Olaf zum Julfest einen ganzen aus Scharlach geschnitzten Anzug. – Ld. S. 22 (Th. 6, 76)


    13. König Hakon war ein guter Christ… Er gab ein Gesetz, das Julfest künftig zu derselben Zeit abzuhalten wie die Christen. Da sollte jeder ein bestimmtes Maß an Bier brauen oder sonst Strafe zahlen, und er sollte die Zeit heilig halten, solange das Bier reichte. Vorher hatte das Julfest aber in der Hökunacht, d. i. Mittwinternacht, begonnen, und dann war Jul drei Tage (Nächte) lang gefeiert worden. – Hk. (Th. 14, 148)

  • 5. Pferdeopfer


    1. Thorbjörn der Starke besaß dort ein Gestüt, daß er oben auf der Bergweide grasen ließ, und er wählte sich davon gewöhnlich ein Roß aus, um es im Herbst zu schlachten. – Eyrb. 18 (Th. 7, 39)


    2. Thormod und sein Sohn Eyjolf hatten ein graues Roß mit starker Mähne. Sie pflegten Pferde zum schlachten zu verkaufen. – R. S. 23 (Th. 11, 355)


    3. "Und im Frühjahr nach Ostern, als du heimgekommen warst nach Borg, sagtest du, als mir dreißig auf Winterweide gehende Pferde gefallen waren, daß man die alle gegessen hätte.“ – Bm. S. 10 (Th. 10, 299)


    4. Svein, der Schwager des Königs,… bot den Schweden an, die Opfer vor ihnen zu verrichten, wenn sie ihm das Königtum gäben. Dem stimmten sie alle zu. Da wurde Svein zum König angenommen über ganz Schweden, und es wurde ein Roß aufs Thing geführt und entzweigehauen und zum Essen verteilt, und mit dem Blute röteten sie die Opferbäume. – Hv. S. Kap. 16.


    5. Im Herbst nahe dem Winter fand ein Blutopfer in Lade statt, und der König begab sich zu diesem… Am nächsten Tage aber, als man zur Tafel ging, drangen die Bauern heftig in den König und verlangten, er solle das Roßfleisch essen. Das wollte der König aber durchaus nicht. Dann forderten sie ihn auf, die Roßbrühe zu trinken. Aber auch das lehnte er ab. Endlich wollten sie, daß er von dem Roßfett äße, doch er weigerte sich wieder. – Hk. (Th. 14, 153)


    6. So wurde nun dies als Gesetz verkündet, daß alle, die hierzulande noch ungetauft wären, Christen werden und die Taufe nehmen sollten; aber für die Kindesaussetzung und das Pferdefleischessen sollten noch die alten Gesetze gelten. – Ib. 7 (Th. 23, 51)


    7. Der König (Olaf Tryggvason in der Svolderschlacht) fragte: „Welcher Führer ist bei den Bannern, die da draußen zur Rechten sind?“ Ihm wurde gesagt, das sei König Olaf, der Schwedische, mit dem Schwedenheer. Der König sagte: „Leichter und erfreulicher wird es den Schweden vorkommen, daheim zu sitzen und ihre Opferkessel auszuschlecken, als heute gegen eure Waffen den ,Wurm‘ (sein Kriegsschiff) anzugreifen. Ich glaube, wir brauchen die Schweden, diese Pferdefresser, nicht zu fürchten.“ – O. Tr. S. Kap. 250


    8. Ich heiße Skarphedin, und du hast keinen Grund, mich mit Hohnworten zu bedenken unverschuldetermaßen… Es liegt dir auch näher, dir das Stück Mastdarm von der Mähre aus den Zähnen zu stochern, das du aßest, ehe du aufs Thing rittest, und es sah dein Hirte und wunderte sich, daß du eine solche Ekelhaftigkeit begingst… – Nj. S. 120 (Th. 4, 258)


    9. …Du berichtest, daß einige Leute wilde Pferde, mehr aber noch zahme Pferde essen. Das darfst du in Zukunft um keinen Preis mehr dulden… – P. G. III an Bonifatius

  • 6. Opferorakel


    1. Heim brachten Wild die Walgötter, Darbend nach Trunk, den Durst zu löschen. Sie schüttelten Zweige, beschauten das (Opfer-) Blut. Bei Aegir sollte Überfluß sein. – Hkv. 1 (Th. 2, 17)


    2. Önund der Weise hieß ein Mann. Er nahm Land vom Merkigil aufwärts, das ganze östliche Osttal; aber als Erik zufahren wollte, um den ganzen westlichen Teil des Tales in Besitz zu nehmen, veranstaltete Önund ein Opferorakel, um zu wissen, wann Eirik zufahren würde, um sich das Tal anzueignen. – Lnb. (Th. 23, 113)


    3. In jenem Winter veranstaltete Ingolf ein großes Opfer und bat um Heil für sein Schicksal… Das Orakel wies Ingolf nach Island. – Lnb. (Th. 23, 66)


    4. Thorolf Mosterbart veranstaltete ein großes Opfer und fragte seinen geliebten Freund Thor um Rat, ob er sich mit dem Könige verständigen oder aus dem Lande ziehen und woanders sein Heil versuchen solle. Des Gottes Bescheid aber wies Thorolf nach Island. – Ryrb. 4 (Th. 7, 17)


    5. Als Helgi Island erblickte, ging er sich bei Thor zu befragen, wo er Land nehmen solle. Die Befragung aber wies ihn nordwärts um das Land. – Lnb. (Th. 23, 117)


    6. Als Jarl Hakon ostwärts vor Gautland kam, warf er den Opferspan, und es offenbarte sich so, als wenn er einen günstigen Tag zur Schlacht haben sollte, und er sah zwei Raben, die schrieen und dem Kriegsvolk allewege folgten. – Fgsk. Kap. 48.


    7. Im nächsten Frühjahr zog dann König Granmar nach Uppsala, um zu opfern, wie dies gegen Sommer Sitte war, daß Friede wäre. Da fiel ihm der Opferspan so, daß er nicht mehr lange leben würde. So fuhr er denn wieder in sein Reich zurück. – Y. S. 3 (Th. 14, 67)


    8. König Wikar segelte von Agdir nordwärts nach Hördaland und hatte ein großes Heer. Er lag lange in einigen Schären und hatte starken Gegenwind. Sie warfen den Opferspan um Fahrwind, und er fiel so, daß Odin einen Mann aus dem Heere, durch Losfall zu bestimmen, ihm zu hängen forderte. Da wurde das Kriegsvolk zum Losen aufgestellt, und es kam das Los König Wikars heraus. – Gtr. S. Kap. 7.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden