Heilige Pflanzen: Lorbeer

Schon gewusst…?

Mjölnir (isländisch; aus altnordisch Mjǫllnir, Bedeutung umstritten, womöglich „Malmer“, „Blitz“ oder „glänzende Blitzwaffe“) heißt in der germanischen Mythologie ein Kriegshammer, die magische Waffe des Gottes Thor, mit der dieser die Feinde der Götter, vor allem die Thursen (Riesen) und die Midgardschlange, bekämpfte.

  • Lorbeer

    (Laurus nobilis)


    1. Strauch oder Baum mit lanzettlichen immergrünen, lederartigen Blättern. Die eigentliche Heimat des Lorbeers sind Kleinasien und der Balkan; in Mitteleuropa gedeiht er nicht im Freien, dagegen wird er dort häufig als Kübelpflanze gezogen. In der Antike spielte der Lorbeer in Reinigungsriten, in Zauberei und Wahrsagung eine große Rolle1).




    2. Als typische Mediterranpflanze tritt der Lorbeer im deutschen Aberglauben wenig hervor. Die Predigtanweisungen des hl. Pirmin (gest. 753) verbieten an den Vulkanalien (die germanischen »Jahresfeuer«) »laurus obponire« (Lorbeer aufzustellen). Vielleicht haben wir es mit einem »Neujahrsmaien« (s. Lebensrute) zu tun, den römische Soldaten oder Kaufleute nach dem Elsaß, wo Pirmin wirkte, brachten2), vgl. die ähnliche Stechpalme. Als Lebensrute (s.d.) wird der Lorbeer 1785 aus Bayreuth genannt3). Der antike Glaube, daß der Lorbeer vor Blitz schütze4) ist in die mittelalterliche Literatur übergegangen, so sagt Megenberg5): »den paum laidigt der donr und das weterplitzen nicht«. Auch die allgemein apotropäische Wirkung, die man ihm manchmal zuschreibt, geht wohl mittelbar auf die Antike zurück. Am Vorabend vor Dreikönig wird u.a. mit geweihtem Lorbeer geräuchert, der als Mittel gegen »finstere Gewalten« gilt. Am Christabend ißt man drei Lorbeerbeeren, um das ganze Jahr vor Krankheit geschützt zu sein6), den Kühen gibt man im Jahre dreimal (besonders im Mai) Lorbeern und Meisterwurz (s.d.) mit Salz7). Daß das in ein Lorbeerblatt gewickelte Kraut »Sonnenwirbel« zusammen mit einem Wolfzahn beliebt mache und Diebe entdecken lasse8), stammt ebenfalls z.T. aus der antiken Zauberliteratur, s. Wegwarte. Die westdeutsche Sitte, daß die Führer des Leichenwagens oder die Totengräber ein Lorbeerblatt im Munde9) tragen, hat vielleicht ursprünglich eine apotropäische Bedeutung, s. Zitrone. Die beim Begräbnis getragenen Lorbeerblätter werden dem Toten ins Grab nachgeworfen10). In den Pyrenäen legt man Lorbeerzweige auf den Sarg11). Da die Lorbeerblätter bei Beerdigungen vielfach die früher gebrauchten Rosmarinblätter (s.d.) ersetzt haben12), so wird wohl die Redensart entstanden sein »Lorbeer verträgt sich nicht mit Rosmarin«13).



    3. Die Wurzelausläufer der Lorbeerstöcke wachsen nur, wenn sie von »Mannsleuten« gepflanzt werden; »Weibsleute« haben nie Erfolg damit14).



    4. Gegen Krankheiten werden Zauberworte auf Lorbeerblätter geschrieben15), was schon griechische Zauberpapyri erwähnen16), vgl. Salbei. Damit zwei einander feind werden, teile ein Lorbeerblatt, schreib auf den einen Teil seinen Namen, auf den andern den ihren, steck eine neue Nadel durch und wirf es ins Wasser17). Man kann zu einer bestimmten Stunde erwachen, wenn man so viele Lorbeerblätter unter das Kopfkissen legt als man Stunden schlafen will, ein Mittel, das bei Bettpissen praktisch verwendet wird18). Wenn ein Kind schöne Augen bekommen soll, muß die Mutter während der Schwangerschaft jeden Morgen eine Lorbeerbeere essen19). In der Pfalz bekreuzt man als Präservativ gegen Krämpfe das Kind nach jedesmaligem Wickeln mit dem am Bettvorhang hängenden Lorbeerstrauß20).



    Lorbeer. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (vgl. HWA Bd. 5, S. 1349 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.

  • Laurus nobilis L.

    (syn. Laurus officinale); Lorbeer (syn. Lorbeerbaum).


    Fam.: Lauraceae.


    Vork.: subtropische Regionen, u.a. Mittelmeergebiete.


    Drogen: 1. Lauri folia (syn. Folia Lauri, Folia Lauri nobilis); Lorbeerblätter, die vorsichtig getrockneten Laubblätter.


    Inh.: äther. Öl (ca. 3 %), u.a. Cineol enthaltend, ferner Sesquiterpenlactone, u.a. Costunolid (), Eremanthin () und Dehydrocostuslacton, Aporphinbasen, u.a. Boldin, Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Catechine und Procyanidine.


    Anw.: Stomachikum und Gewürz.


    2. Lauri fructus (syn. Baccae Lauri, Grana Lauri, Fructus Lauri); Lorbeeren (syn. Lorbeerfrüchte, Mutterlorbeeren), die getrockneten, reifen, beerenartigen Steinfrüchte;


    Inh.: äther. Öl (0,8–4 %) mit Cineol und a-Pinen, ferner Sesquiterpenlactone, u.a. die Guajanolide Dehydrocostuslacton, Eremanthin und Zaluzanin D sowie fettes Öl (ca. 26 %).


    Anw.: volkstümlich bei Verdauungsstörungen sowie zur Diuresesteigerung.


    3. Lauri aetheroleum (syn. Oleum Lauri aetheroleum ex foliis, Oleum Lauri foliorum); Laurus-nobilis-Blattöl (syn. Lorbeerblattöl), das durch Wasserdampfdestillation gewonnene äther. Öl der Blätter.


    Inh.: 1,8- Cineol (25–55 %) als Hauptkomponente sowie u.a. a-Pinen, b-Pinen, Sabinen, Terpinen-4-ol, Eugenol und b-Bisabolol.


    Anw.: äußerlich als Hautreizmittel, außerdem als Aromatikum in der Lebensmittel- und Genußmittelindustrie sowie in der Kosmetik.


    4. Lauri oleum (syn. Oleum Lauri, Oleum Lauri expressum); Lorbeerbutter (syn. Lorbeerfett, Lorbeeröl), das aus den Früchten unter Anwendung von Wärme gepreßte oder durch Auskochen gewonnene, grüne, salbenartige Gemenge von Fett und äther. Öl.


    Inh.: Gemisch von äther. Öl (s. Lauri fructus), Chlorophyll und fettem Öl, das Glyceride mit Laurinsäure, gefolgt von Linol- und Ölsäure, als Hauptkomponenten enthält.


    Anw.: in der Veterinärmedizin, u.a. als Eutersalbe, volkstümlich mitunter äußerlich bei rheumatischen Beschwerden sowie zur Behandlung von Furunkeln und Abszessen, ferner in der Kosmetik zur Aromatisierung, u.a. von Seifen.


    Hom.: Laurus nobilis HAB 34, die frischen Blätter.


    Histor.: Die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. nennen Lorbeer als schweiß-, harn- und menstruationsförderndes Mittel sowie gegen Bienen- und Wespenstiche. Für Kultzwecke hat die Pflanze seit dem Altertum Bedeutung.


    Lexikon: Laurus nobilis. Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen (vgl. LAD Bd. 2, S. 10 ff.)

    „Ich bin so etwas wie ein Antikörper der New-Age-Bewegung. Meine Funktion besteht darin, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, hey, weißt du, einiges von all dem Kram könnte auch riesengroßer Quatsch sein!“


    Ceterum censeo progeniem hominum esse deminuendam.