Juleide

Schon gewusst…?

Im „Wikinger Museum Haithabu“ kann man ein Wikinger-Dorf besuchen, das so authentisch nachgebaut ist, dass man glaubt, man wäre mit einer Zeitmaschine angereist

Zur Seite des Museums geht es hier entlang: Wikinger Museum Haithabu

  • (...)

    Wann genau schwört ihr euren Juleid und wie läuft das bei euch ab? Und, wenn ihr mögt, was besagt euer Juleid in diesem Jahr?

    (...)


    Ich werde dieses Mal meinen Eid in der Nacht des 27. Januar ablegen. Vollmond ist zwar erst in der darauf folgenden Nacht, doch wird es mir da aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich sein.


    Da ich mir einige persönliche Freiheiten herausnehmen werde, mag man darüber streiten können, inwieweit es sich um einen wirklichen Juleid handeln wird. So werde ich nicht auf Freyr, sondern auf Jólnir/ Odin schwören, entsprechend statt auf einen Eber auf ein Hufeisen. Als Zeugen werde ich die Ahnen und die Wesen des Ortes anrufen, an denen ich den Eid tätigen werde. Bekräftigt wird dann mit Bier.


    Der Anlass für den Eid wird sich auf den ersten Blick als denkbar banal lesen, so werde ich schwören, mit dem Rauchen aufzuhören. Dass ich einen heiligen Eid in einem solchen Rahmen dennoch für angebracht und angemessen halte, liegt hierbei in der diesbezüglichen Motivation begründet. Sind hier doch nicht gesundheitliche, finanzielle oder sonstige gute, aber profane Gründe verantwortlich, sondern vielmehr religiöse.


    Ich fühle mich primär dem Wodan verpflichtet. Als Gebetsformel nutze ich oftmals Wôðanaz als Mantra. Nun verbinde ich den Gott nicht zuletzt mit Atem. Und seit einiger Zeit hat sich der merkwürdige Gedanke in mir festgesetzt – und nagt seither zunehmend stärker – dass es irgendwie „lästerlich“ (nicht ganz passendes Wort, aber mir fällt kein besseres ein) sei, den Namen gerade diesen Gottes mit Atem zu nutzen, den ich vorher „verunreinigt“ habe. (Keine Ahnung, ob das irgendwie nachvollziehbar ist, wie ich das meine.) Mit dem Rauchen aufzuhören ist somit eine Art der eigenen Selbstreinigung für meinen Gott.


    Hinzu kommt, dass, habe ich mich meiner einzigen Sucht entledigt, ich guten Gewissens die Götter als einzige Fesseln (Hafte und Bande) in meinem Leben werde adressieren können.


    Einhergehen wird der Eid mit einer Selbstverfluchung bei Scheitern. So werde ich die Wesen des Ortes auffordern, meine Lebenskraft bei Nichterfüllung verdorren zu lassen, wenn ich ihre Wirkungsstätte wieder betrete. Die Ahnen, mich zu verstoßen. Des Weiteren werde ich mich dazu selbst verdammen, bei Versagen der Wilden Jagd nach meinem Tod als ewige Beute zu dienen.


    (Ironischer Zusatz: In diesem Falle wäre es auch kontraproduktiv, würde ich den Eid vor Bekannten oder Freunden ablegen. Denn die wären die Ersten, die mich zum Eidbruch auffordern würden. Sind sie es doch, die in der ersten Zeit unter meiner Laune werden leiden müssen.)

  • Auch eine interessante Sichtweise:)!

    Interessant, weil germanisch.;)

    Zitat

    Was ist, wenn man jemandem "Treue" schwört und sich diese Person so sehr zum Negativen entwickelt, dass du nicht mehr zu ihr stehen kannst/willst! KA wenn der Mensch zum Mörder, Terroristen wird oder jemandem von deiner Familie etwas antut...Dann bindet dich ein Eid an einen Menschen, den du vll sogar inzwischen verachtest.. So jemandem müsstest du dann eben noch die Treue halten, weil du einen Schwur geleistet hast...

    Deswegen schwört man sich Treue gegenseitig und unter bestimmten Bedingungen ("Solange du auch ehrhaft bist..."). Wenn er jemanden tötet, käme es mir auf den Kontext an. Die anderen beiden Fälle wären aber Eidbruch seinerseits, vor allem der letzte.


    Tut mir wirklich Leid, wenn der rote Part deine Erfahrung ist, wundert mich aber auch nicht bei dem Schalg Mensch, der sich heutzutage am ehesten dem Heidentum zuwendet. Aber das sind wohl eher nicht die Leute, die einen Eid leisten sollten, bzw. denen man selbst einen leisten sollte.

    Umso mehr ist das bei Eiden der Fall;)

    Wer sich "auf einem Eid ausruht" oder ihn als "nicht mehr als schöne Worte" empfindet hat den Charakter eines Eides nicht verstanden! Genau das meinte ich mit fehlender Ehrfurcht.^^


    Zum Rest:Wieso schließt denn das Eine das Andere aus? Wer eine germanische Sicht- und Denkweise verinnerlicht hat, der Pflegt auch eine Freundschaft.

    Wenn ich genau weiß, ich kann mich auf den anderen Verlassen, er war immer für mich da, ein guter Freund und ein ehrbarer Mann, dann, und auch nur dann ziehe ich überhaupt einen Treueeid in Erwägung. Ich schließe nicht den Eid um eine Freundschaft zu knüpfen, ich schliße ihn eher, weil sie besteht und ich bereit bin alles dafür zu tun, dass das auch so bleibt. Und ja, auch wenn die Freundschaft einschläft oder man sich aus den Augen verliert, meine Treue hat sich der Andere mit vorangegangenen Taten verdient und die ist ihm auch sicher, wenn er sie einfordert.


    Zitat

    Liebe: Wenn man jemanden liebt, dann WILL man dieser Person treu sein. Und meiner Meinung nach, sollte man eine Beziehung so pflegen, dass dein Gegenüber dir treu sein WILL auch wenn sie es nicht MÜSSTE. Wenn ich eine Partnerin hätte, die liebend gerne mit jemand anderem zusammen wäre, aber ein Eid bindet sie an mich...dann wäre ihre Treue in meinen Augen nicht viel wert, auch wenn sie objektiv eingehalten wird...!

    Auch da, ja. Wer einen bedingungslosen Treueeid leistet, muss ihn einhalten.

    Das ist aber, vor allem im Hinblick auf die Ehe, realitätsfern und wurde so nie praktiziert (außer vielleicht bei "zu lieben und zu ehren, bis das der Tod euch scheidet", das deckt sich aber auch nicht mit dem germanischen Scheidungsrecht). Die meisten Ehegelöbnisse werden an Bedingungen geknüpft (gegenseitige Treue, "solange ich dir ein guter Mann/Gatte/Gefährte bin" oder "...du mir eine gute Frau/Gattin/Gefährtin bist"). Und wenn ihr euch keine Bedingungen setzt, steht es dir als gutem Mann nicht nur frei, sie bei Unglück von ihrem Eid zu entbinden, sondern das gebietet auch die Ehre.

    Der Ehrgewinn durch richtiges Handeln ist hierbei größer, als der Ehrverlust durch Eidbruch deinerseits.


    Es ist halt ein sehr delikates Thema, bei dem es auf Verhalten, Abwägung und Formulierungen ankommt. Und sicher kann man die gesetzten Bedingungen auch absolut ad absurdum führen.

    Aber da stimme ich dir HANGATYR voll und ganz zu, ein Eid à la "Ich schwöre dir Treue, bis ich's mir anders überlege." ist in derTat sinnlos.^^




    @Waudlhund gutes gelingen, dein Vorhaben finde ich klasse!

    Aber mach dir um's Datum keinen Kopf, der Julvorabend ist doch voll i.O..:saint:

  • Interessant, weil germanisch. ;)

    Wie ist das gemeint...?

    Deswegen schwört man sich Treue gegenseitig und unter bestimmten Bedingungen ("Solange du auch ehrhaft bist...")

    Wozu braucht es da bei ehrenwerten Menschen überhaupt einen Schwur? Dass sich Freunde gegenseitig gut behandeln und dass die Freundschaft endet, wenn der eine den anderen schlecht behandelt ist doch ganz natürlich...auch ohne "heiligem Eid"...!


    Ich stehe meinen Freunden auch bei, wenn mich kein Schwur bindet und auch mir haben meine Freunde immer in schweren Zeiten beigestanden, obwohl sie mir keinen Eid geleistet haben...:)Das ist doch normal!


    Es ist doch dem zwischenmenschlichen Zusammensein immanent, dass man sein Gegenüber so lange gut behandelt, solange das auch wieder zurückkommt... Das muss man nicht durch einen Schwur absichern...


    Tut mir wirklich Leid, wenn der rote Part deine Erfahrung ist, wundert mich aber auch nicht bei dem Schalg Mensch, der sich heutzutage am ehesten dem Heidentum zuwendet. Aber das sind wohl eher nicht die Leute, die einen Eid leisten sollten, bzw. denen man selbst einen leisten sollte.

    Meine Erfahrung ist nicht, dass Menschen schlecht sind, sondern, dass sich Menschen ändern...


    ...und das tun ja im Laufe ihres Lebens praktisch alle... Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache...

    Niemand hat in jeglicher Hinsicht die gleiche Einstellung wie im Kindergarten, wenige haben dieselben Ansichten/Perspektiven auf das Leben (Politik, Wirtschaft etc) wie mit 18 Jahren und wieder andere können sich schon innerhalb von 6 Monaten zu komplett anderen Menschen entwickeln...


    Beispiel: Die meisten Heiden heutzutage hatten früher eine andere Religion... Fast alle die hier sind, haben ihren Blickwinkel auf Werte, Religion und Tradition im Laufe ihres Lebens drastisch geändert...Sonst wären die meisten ja noch Christen!


    Wieso schließt denn das Eine das Andere aus? Wer eine germanische Sicht- und Denkweise verinnerlicht hat, der Pflegt auch eine Freundschaft.

    Und wozu braucht man denn dann einen Eid, wenn man es ohnehin tut...?


    Im übrigen brechen sogar die Götter, auch Odin, mehrmals geschworene Eide... Was sagt das über den Charakter von Eiden aus:/? Demzufolge hätten die Götter auch die germanische Sicht- und Denkweise nicht verinnerlicht...^^


    Den Ringeid, sagt man, hat Odin geschworen:
    Wer traut noch seiner Treue?
    Den Suttung beraubt er mit Ränken des Mets
    Und ließ sich Gunnlöd grämen.


    Havamal

    Wenn ich genau weiß, ich kann mich auf den anderen Verlassen, er war immer für mich da, ein guter Freund und ein ehrbarer Mann, dann, und auch nur dann ziehe ich überhaupt einen Treueeid in Erwägung.

    Wenn man ein ehrbarer Mensch ist, dann hält man einem Freund automatisch die Treue... Und wenn ich die Person zur Absicherung mit einem Schwur an mich binden muss, dann kann er nicht sehr vertrauenswürdig sein, denn ansonsten würde ich mich auf ihn auch ohne Eid verlassen...


    Liebe: Wenn man jemanden liebt, dann WILL man dieser Person treu sein. Und meiner Meinung nach, sollte man eine Beziehung so pflegen, dass dein Gegenüber dir treu sein WILL auch wenn sie es nicht MÜSSTE. Wenn ich eine Partnerin hätte, die liebend gerne mit jemand anderem zusammen wäre, aber ein Eid bindet sie an mich...dann wäre ihre Treue in meinen Augen nicht viel wert, auch wenn sie objektiv eingehalten wird...!

    Auch da, ja. Wer einen bedingungslosen Treueeid leistet, muss ihn einhalten.

    Und was hat man dann davon? Wenn dich jemand nicht mehr liebt & nicht mehr mit dir zusammen sein will, aber durch einen Eid dazu gezwungen ist...dann ist das doch für keinen der beiden in irgendeiner Hinsicht positiv...?(



    Die meisten Ehegelöbnisse werden an Bedingungen geknüpft (gegenseitige Treue, "solange ich dir ein guter Mann/Gatte/Gefährte bin" oder "...du mir eine gute Frau/Gattin/Gefährtin bist").

    Um mit jemandem eine glückliche Beziehung führen zu können, MUSS man doch nicht verheiratet sein...

    Man muss auch nicht verheiratet sein, damit man treu ist und seine Partnerin nicht betrügt...



    Wie gesagt: Ich finde, als ehrbarer Mensch steht man automatisch für Familie & Freunde ein und vertraut ihnen (-auch ohne Absicherung), dass sie dasselbe für einen machen...:thumbup:


    Wenn ich mir das durch Eide absichern lassen müsste, hätte ich kein starkes Vertrauen in sie...

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Es geht um EIDE...


    Zwar nicht mehr explizit um Jul, aber thematisch verwandt & legitim... Das geht aber jetzt schon länger in dieses Seitenthema...


    Interessant, dass du das nicht vorher bei den Beiträgen eingeworfen hast, die deine Meinung stützen...

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Ich will keinen Streit um den Glauben denn er ist so Vielschichtig da ich ein Herse einer Glaubensgemeinschaft bin.

    Und wir bei mir auf dem Grundstück wieder eine Neugestaltung unserer Kultstätte machen nach dem die Drei Nussbäume für meine Waffensammlung gefallen sind. Ja das ist jetzt auch kein Problem wegen Corna. Nächstes Jahr neuer Platz an selber stelle. für 63 Mitgläubige. Wir sind eine Gemeinschaft aus drei Glaubensgemeinschaften die ich mit Vereinigt habe.

  • Und der Zitierschwall wird immer länger, ohne dass einer von uns etwas neues sagt.^^

    Wie ist das gemeint...?

    Habe ich dich ungermanisch genannt? Es geht doch hier um die Sichtweise, und deine ist nunmal modern während meine mit der früher Vorherrschenden nahezu deckungsgleich ist. Ich will dich weder von meiner Ansicht überzeugen, noch sage ich, dass du als Person ungermanisch bist, oder dass meine Sichtweise richtig und deine falsch wäre, genauso wie ich weiß, dass du das ebenfalls nicht willst, bzw. tust. Im Gegenteil, ich begrüße deine Haltung sogar!

    Wenn man nichts von Eiden hält und keine leistet, ist das tausend Mal besser (und ehrbarer!!!), als wenn jemand die selbe Sicht hat aber jede Woche einen neuen macht. Siehe dazu das von dir angeführte Odinsbeispiel.:prostanim:


    Zitat

    Wozu braucht es da bei ehrenwerten Menschen überhaupt einen Schwur? Dass sich Freunde gegenseitig gut behandeln und dass die Freundschaft endet, wenn der eine den anderen schlecht behandelt ist doch ganz natürlich...auch ohne "heiligem Eid"...!

    ...

    Wozu brauchen wir Gesetze? Gibt doch trotzdem Mörder und Räuber.


    Ich habe auch nicht gesagt, dass die Menschen schlecht sind. Sie sind unbeständig aus Mangel an Ehrfurcht. Und genau dafür ist ein Eid: Er verpflichtet, egal was passiert! Er sichert dich gegen einen plötzlichen Sinneswandel ab, stärkt das Ehrgefühl und das Pflichtbewusstsein und bindet an mögliche Konsequenzen.

    Kein Mensch wird als ehrbarer Mann geboren, aber durch sein Verhalten kann man seine Ehre mehren oder verlieren. Die Einhaltung von Eiden ist eine solche, ehrbare Tat.

    Das sagt nichts über den Charakter von Eiden aus, sondern über den Charakter der Götter. Odin vergewaltigt, mordet zur Belustigung, streitet mit seiner Sippschaft. Ist das alles in Ordnung, oder die Vermeidung dessen nichts wert, nur weil dein Namenspatron das so handhabt?

    Unsere Götter sind nicht unfehlbar, vor allem der schreckliche Ase. Odin handelt hier schändlich und seine Vertrauenswürdigkeit wird daraufhin zurecht in Frage gestellt. Da es hier um den Raub von Ódrörir geht ist auch von vornherein klar, dass Odin den Eid nicht ernst meint: Er plant den Eidbruch um an den Dichtermet zu gelangen. Dafür ist dieser Vers im Hávamál. Er zeigt, dass ein Eid nicht leichtfertig geleistet werden sollte und man mit Konsequenzen rechnen muss, wenn man Eidbruch begeht. Odin entkommt allerdings Suttungr und damit ebenfalls seiner eigentlich verdienten Strafe.


    Zitat

    Und wenn ich die Person zur Absicherung mit einem Schwur an mich binden muss, dann kann er nicht sehr vertrauenswürdig sein, denn ansonsten würde ich mich auf ihn auch ohne Eid verlassen...

    Nochmal, warum schließt das Eine das Andere aus? Du bindest den Anderen ja nicht, sondern er sich selbst freiwillig an dich! Es ist eine Ehrung deiner Person, deines Charakters, deiner Verlässlichkeit, etc. und gleichzeitig eine Möglichkeit für ihn, seine eigene Ehre durch Einhaltung des Eids zu mehren (wiedermal Ehrfurcht und Ehrgeiz). Ein Eid ist im idealfall eine Win-Win-Situation, stellt aber im Falle einer Lose-Lose-Situation sicher, dass der Eidbrecher den größeren Schaden hat, weltlich UND spirituell.


    Zitat

    Und was hat man dann davon? Wenn dich jemand nicht mehr liebt & nicht mehr mit dir zusammen sein will, aber durch einen Eid dazu gezwungen ist...dann ist das doch für keinen der beiden in irgendeiner Hinsicht positiv...?(

    Habe ich oben doch schon beantwortet, denn...

    Zitat

    Um mit jemandem eine glückliche Beziehung führen zu können, MUSS man doch nicht verheiratet sein...

    Man muss auch nicht verheiratet sein, damit man treu ist und seine Partnerin nicht betrügt...

    ...die Ehe ist die einzige Beziehungsform, die einen Treueschwur als Eid beinhaltet, sowie der angestrebte Normalfall bei den Germanen.


    Du hast natürlich recht, man muss nicht verheiratet sein um sich zu lieben und Untreue ist kein Missgeschick, sondern eine Wahl. Genau so wie Treue keine Wahl ist, sondern eine Pflicht.

    Allerdings hat Untreue in einer "einfachen" Beziehung (als ob es sowas gäbe:ugly:) auch keine weitreichenden rechtlichen oder gesellschaftlichen Folgen, außer, dass man im schlimmsten Fall getrennte Wege geht und die Kollegen lästern.

    Schaue dir dagegen mal an, was einen Ehebrecher im germanischen Recht (und Eidbrecher darin sowie in der Mythologie) erwartet, oder generell einen Mann nach der Scheidung.

    Der Treueeid bindet auch hier die Pflicht an die Konsequenzen, seien diese nun gut oder schlecht, weltlich oder spirituell.


    Fazit:

    Wer Eide für Sinnvoll hält, soll sie mit Bedacht leisten, wer das auf irgendeine Weise anders sieht, der lässt es halt.

  • Es geht doch hier um die Sichtweise, und deine ist nunmal modern während meine mit der früher Vorherrschenden nahezu deckungsgleich ist.

    DAS KANN NIEMAND heutzutage ernsthaft von sich behaupten...;)! Die heidnische Sichtweise (vor hunderten von Jahren) kann heutzutage NIEMAND mehr haben...


    Zum einen weil viel zu wenig überliefert wurde, an das wir uns halten könnten und es noch unglaublich viele offene Fragen gibt... Und zum anderen weil wir nicht mehr im Frühmittelalter bzw. davor leben...


    Und es ist ein großer Unterschied, ob man sagt, dass man dem so gut man kann nacheifert oder dass die eigene Sichtweise mit der damaligen "nahezu deckungsgleich" ist...


    Germanische Stämme erachteten auch Sklaverei, Menschenopfer, Blutrache etc. als legitim... Wenn deine Sichtweise "nahezu deckungsgleich" wäre, müsstest du diese Dinge folgerichtig ja auch gutheißen...


    Wozu brauchen wir Gesetze? Gibt doch trotzdem Mörder und Räuber.

    Weil Gesetze "weltliche Konsequenzen" androhen und auch Menschen mit unterschiedlichen Werten bindet, die darauf nicht freiwillig schwören würden...


    Wie effektiv wäre es dagegen, wenn man sagen würde:" Wir schwören uns jetzt gegenseitig einen heiligen Eid, dass wir uns nicht gegenseitig bestehlen (...)" Der pure "Ehrverlust" in den Augen einiger Menschen (-bzw. der Götter) würde mit Sicherheit weniger Leute abschrecken, als die Aussicht auf Gefängnisstrafe...


    Was hätte wohl schlimmere Konsequenzen?: Wenn man auf der ganzen Welt die Gesetze abschafft oder die Eide?

    Das sagt nichts über den Charakter von Eiden aus, sondern über den Charakter der Götter. Odin vergewaltigt, mordet zur Belustigung, streitet mit seiner Sippschaft. Ist das alles in Ordnung, oder die Vermeidung dessen nichts wert, nur weil dein Namenspatron das so handhabt?

    Doch es sagt schon etwas über den Charakter von Eiden aus, nämlich dass deren Einhaltung sogar bei den Göttern nicht wirklich gelingt... Und nein, es ist nicht in Ordnung, weil MEIN Namenspatron ^^ so handelt...aber Eide sind ganz eindeutig da auch keine Lösung;)!


    Nochmal, warum schließt das Eine das Andere aus? Du bindest den Anderen ja nicht, sondern er sich selbst freiwillig an dich!

    Das eine schließt das andere NICHT aus... Aber das eine BENÖTIGT das andere nicht...und kann daher für sich alleine stehen:thumbup:!


    Wahre Freunde können sich auch ohne Eid die Treue halten...folglich ist es auch nicht nötig, einen zu leisten, wenn man sich auch so aufeinander verlassen kann & einander vertraut...!


    Freiwillig kann man natürlich ALLES machen... Ich verstehe jedoch nicht, wieso es dann so wichtig sein soll, wenn es einfach ein ergänzendes Element ist, ohne dem es auch funktioniert...

    Allerdings hat Untreue in einer "einfachen" Beziehung (als ob es sowas gäbe :ugly: ) auch keine weitreichenden rechtlichen oder gesellschaftlichen Folgen, außer, dass man im schlimmsten Fall getrennte Wege geht und die Kollegen lästern.

    Schaue dir dagegen mal an, was einen Ehebrecher im germanischen Recht (und Eidbrecher darin sowie in der Mythologie) erwartet, oder generell einen Mann nach der Scheidung.

    Das Gefühl (Liebe, Freundschaft), das meiner Meinung nach das Fundament aller Beziehungen ist, wird nicht stärker oder schwächer, wenn einem Konsequenzen drohen... Die hohen Scheidungsraten beweisen das leider...


    Daher bin ich eben der Meinung, dass man sich im Alltag gegenseitig einfach sehr viel Achtsamkeit schenken sollte...DAS ist mMn das Entscheidende, damit man erfolgreich Beziehungen führt...


    ...man KANN natürlich darüber hinaus auch tausend Eide ablegen, braucht sie aber nicht, weil es keinen Sinn macht, wenn man ohnehin ehrenvoll miteinander umgeht;). Und wenn man Schwüre braucht, weil man OHNE SIE nicht liebevoll/ehrenvoll/treu zueinander wäre, macht die Beziehung doch eigentlich auch keinen Sinn, oder?


    Seit der Serie "Vikings" gibt es generell einen Hype um Schwüre, insbesondere hinsichtlich der Armringe, auf die sie abgelegt wurden (-wie in der Serie dargestellt);).


    Ich denke aber, dass es letztlich effektiver ist, Menschen und Götter ohne Schwüre (-ohne das zwingende Element) zu ehren...frei aus dem Herzen...!

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:



  • noch mehr Off topic aber DANKE

    "immer wieder auferstehen,
    ein Ende gibt´s nicht"

    Hagazussa
    im Endloselfchen... Dank dafür

  • DAS KANN NIEMAND heutzutage ernsthaft von sich behaupten...;)! Die heidnische Sichtweise (vor hunderten von Jahren) kann heutzutage NIEMAND mehr haben...

    Wo habe ich behauptet, die heidnische Sichtweise zu vertreten, geschweige denn in allen Themen?

    Es geht hier doch UM DEN EID, und da ist meine Meinung nunmal nahezu deckungsgleich.


    Auch christianisierte Germanen haben das germanische Rechts- und Sittenwesen lange Zeit beibehalten (siehe Allthing) und die Quellenlage ist, was das angeht, super.

    Für die Bedeutung von Eiden ist die Überlieferung zu dünn, für deine Negativbeispiele reicht sie aber aus.:topanim:

    Nur weil etwas alt ist, muss es deswegen doch heute nicht zwangsweise falsch sein, oder? Ich behaupte ja auch nicht, dass es zwangsweise richtig ist, sondern, dass ich es für mich als richtig erkannt habe.


    Aber 100 Punkte zu den Gesetzen! Sie knüpfen Pflicht (Einhaltung) an (in diesem Fall weltliche) Konsequenzen.

    Es ging mir nicht um die Abschaffung der Gesetze sondern darum dir den oben stehenden Grundsatz zu verdeutlichen.

    Außerdem stehen auf Meineid vor Gericht ja keine weltlichen Konsequenzen, außer bis zu 15 Jahre Knast. Da ist der Ehrverlust natürlich das größere Problem.:ugly:


    Zitat

    Doch es sagt schon etwas über den Charakter von Eiden aus, nämlich dass deren Einhaltung sogar bei den Göttern nicht wirklich gelingt.

    Ist der andere Teil meiner Antwort uninteressant, oder hast du ihn überlesen? In der ganzen Geschichte um den Raub des Sinnregers handelt Odin nur, um am Ende den Met zu ergattern. Er plant den Eidbruch!

    Und wenn man Schwüre braucht, weil man OHNE SIE nicht liebevoll/ehrenvoll/treu zueinander wäre,

    Das hat doch auch nie jemand behauptet.;(

    Zitat

    Seit der Serie "Vikings" gibt es generell einen Hype um Schwüre, insbesondere hinsichtlich der Armringe, auf die sie abgelegt wurden (-wie in der Serie dargestellt);).

    Habe ich immer noch nicht nicht gesehen:asche:, für Leute, denen wirklich etwas an Eiden liegt halte ich es jedoch für eine gute Idee/zeitgemäße Umsetzung des Eidrings (Tempelrings).

    Aber in der derzeitigen Verfassung des Heidentums ahne ich Übles.



    Naja für mich war's das hier.
    Mir reicht's für diese Woche mit falsch verstanden werden. Seien wir uns wenigstens einig, dass wir uns nicht einig sind.:handshake:

  • Lass gut sein @HANGATYR

    Das zu schreiben, nachdem du direkt zuvor lange & ausführlich gegen meine Argumente geschossen hast, wirkt iwie unglaubwürdig...?( Und ich soll das jetzt unbeantwortet stehen lassen? Hättest du ja auch können... aber gut...

    Seien wir uns wenigstens einig, dass wir uns nicht einig sind. :handshake:

    :handshake:

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Das zu schreiben, nachdem du direkt zuvor lange & ausführlich gegen meine Argumente geschossen hast, wirkt iwie unglaubwürdig...

    Das war meine Reaktion auf deine Reaktion (?().

    Natürlich kannst du gerne Antworten oder Stellung nehmen, da kommt aber doch eh nichts bei rum, wenn du den klaren Text noch für verwirrend hältst.


    War hier nie anders, wird sich nicht ändern. Gibt halt unterschiedliche Meinungen.

  • Wir kommen zumindest in diesem Thread auf keinen grünen Zweig, deswegen schlage ich vor, dass wir das hier einfach so stehen lassen :thumbup:und im Bedarfsfall per PN weiterdiskutieren (-da können wir dann auch ausholen & sind nicht durch ein Leitthema limitiert...:))

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer: