Walter Baetke - ,Religion und Rechtsordnung' aus ,Die Religion der Germanen in Quellenzeugnissen'

Schon gewusst…?

Die Frauen der Wikinger waren ihren Männer gleichgestellt.

Schlug oder betrog ein Mann seine Frau oder konnte er nicht für Unterhalt aufkommen, durfte sie die Scheidung einreichen.

  • Die einzelnen Punkte des Inhaltsverzeichnisses werden, wie gehabt, als einzelne Beiträge innerhalb dieses Themas eingestellt. Ich bitte wiedermal, Zwischenposts zu vermeiden. Danke!



    A. Die Religion im Volksleben

    III. Religion und Rechtsordnung



    Inhalt:


    1. Heiligkeit des Things

    2. Mannheiligkeit und Unheiligkeit

    3. Heiligkeit des Eides

    4. Der Gang unter den Rasenstreifen

    5. Gebet und Opfer beim Zweikampf

    6. Gottesurteil

    7. Heiligkeit von Recht und Sitte

    8. Der heilige Umgang

    9. Thor als Weiher

    10. Zorn der Götter über Friedens- und Rechtsbruch

    11. Strafe für Weihtumsschändung

  • 1. Heiligkeit des Things


    1. Deo Marti Thingso (dem Gotte Mars Thingsus). – Inschrift auf einem Altar friesischer Soldaten im römischen Heer


    2. Die gesamte an der Versammlung teilnehmende Menge, die aus den verschiedensten Völkerschaften zusammengesetzt war, ließ es sich zuerst angelegen sein, ihrer Voreltern Gebräuche zu erfüllen, nämlich ihren Göttern Gebete und Opfer darzubringen. – V. Lb. P. 282.


    3. Schweigen (in der Volksversammlung) wird durch die Priester geboten, denen hier auch das Strafrecht zusteht. – T. G. 11.


    4. Alle Goden, die zu einem Thing gehören, sollen zu Beginn des (Frühjahrs-)Things kommen. Der Gode, der die Thingheiligkeit zu hüten hat, soll das Thing heiligen (den Dingfrieden setzen) an dem ersten Abend, wenn man zum Thing kommt. Dann soll jedes Mannes Buße um die Hälfte erhöht werden, solange er am Thing ist, was ihm auch geschehen mag an Worten und allen bösen Werken. – Grg. Kb. I a, 56.


    5. Das Herbstthing soll man heiligen gleich wie die (eigentlichen) Thinge, und er erhöht sich die Rechtsbuße des Mannes dort an dem geheiligten Herbstthing wie an den Thingen. – Grg. Kb. I a, 61.


    6. Das ist altes Recht, daß die Vögte aus allen Gauen heilige Schranken (vébönd) hier auf dem Thingfeld machen sollen. Soweit sollen aber die Gerichtsschranken sein, daß darinnen Raum zu sitzen haben, die in die lögrétta (gesetzgebende Versammlung) berufen sind. – Frostl. I, 2.


    7. Das ist nun als nächstes zu sagen, daß der Gesetzesmann (lögmaðr) heilige Gerichtsschranken (vébönd) auf dem Allthing machen lassen soll, so daß die darin Raum haben zu sitzen, die in die lögrétta (gesetzgebende Versammlung) berufen sin. – Jarns. 3 N. G. L. I, 260.


    8. Wo das Gericht tagte, war ein ebenes Feld, und es waren Haselstangen rings im Kreise in die Erde gesteckt und Schnüre herumgelegt; das nannte man die heiligen Gerichtsschranken (vébönd); aber in dem Kreise drinnen saßen die Richter. – E. S. 56 (Th. 3, 155)


    9. Ihre Gefallenen bergen sie selbst in heißen Gefechten. Seinen Schild zu verlieren, gilt als eine unerhörte Schande. Der so Verfehmte darf weder an den Opfern teilnehmen noch das Thing besuchen, und es hat schon mancher, der so aus dem Kriege heimkam, seiner Schmach durch den Strick ein Ende gemacht. – T. G. 6.


    10. Dort auf dem Vorgebirge, wo Thor (das ist der Hochsitzpfeiler mit Thors Bild) angetrieben war, hielt Thorolf alle Gerichte, und es wurde dort ein Bezirksthing errichtet… (Vgl. B II, 8, 2) – Lnb. (Th. 23, 85)


    11. Wenn aber die Männer dort auf dem Thing waren, durften sie dort nicht ihre Notdurft auf dem Lande verrichten, dazu war eine Schäre bestimmt…; denn sie wollten einen so heiligen Grund nicht beschmutzen lassen. [Später kommt es wegen eines Versuchs, dies Gebot zu übertreten, zu einem blutigen Kampf auf dem Thingfeld.] Weil nun beide Teile nicht von ihrer Sache lassen wollten, war der Grund durch das Blutvergießen unheilig geworden. Da wurde beschlossen, das Thing von dort zu verlegen, und zwar weiter auf die Halbinsel hinauf, da wo es jetzt ist. Dort war damals eine große Friedensstätte (helgistaðr). – Lnb. 97 (vgl. Th. 23, 85)


    12. Die Leute von Thorsnes erklärten alle Kjallaklinge [ihre Gegner die die Thingstätte hatten verunreinigen wollen (vgl. Nr. 11)] für unheilig wegen des Gesetzesbruchs, den sie auf dem geheiligten Thing verübt hatten. – Eyrb. 10 (vgl. Th. 7, 36)


    13. Tötet ein Mann einen andern auf dem Thing, das ist Neidingswerk. – Westgl. I Orb. 1.


    14. Spricht ein Mann auf einen andern eine Neidstrophe (Schmähung) am Gesetzfelsen, darauf steht Waldgang und er fällt unheilig (bußlos) vor diesem bis zum nächstfolgenden Allthing. – Grg. Kb. I b, 238.


    15. Alle waren eines Sinnes gegen den, der die Tat getan hatte, aber keiner konnte es rächen; dort war eine so heilige Friedensstätte. – Sn. E. (Th. 20, 104)


    16. Es wurde angeordnet, Odd solle außerhalb des geheiligten Thingbezirks seine Zelte aufschlagen, dürfe aber zu den Gerichten kommen und seinen Geschäften nachgehen; nur sollten er und seine Leute sich gesittet verhalten und keine Streitsucht an den Tag legen. – Hth. S. 18 (Th. 8, 52)

  • 2. Mannheiligkeit und Unheiligkeit


    1. Das ist das erste in unserem Mannheiligkeitsgesetz, daß jeder friedheilig in unserm Lande sein soll, binnenlands und im Ausland. – Frostl. IV, 1.


    2. So ist gesagt, daß freie Männer in ihrer Heimstätte alle friedheilig sein sollen. – Frostl. IV, 5.


    3. Wenn ein Mann einen Neidingstotschlag begeht, so fahre er hin geächtet und unheilig (bußlos, verletzbar). – Gul. 178.


    4. Wer einen Friedensbrecher tötet, bleibt dafür ohne Strafe, wenn er das selbstsiebend bezeugen kann, daß er ihn verwundete auf der Flucht oder bei der Tat, da er den Frieden brach. – Ssp. II, 69.


    5. Der Mann, der auf einen andern losschlug, fällt unheilig (bußlos) vor ihm. – Grg. Kb. I a 86.


    6. Tötet ein Mann einen andern, wird er dann getötet ihm zu Füßen (d. h. gleich nach seiner Tat), liege er bei seinen Werken (d. h. infolge seiner Tat „unheilig“). – Westgl. Mandr. 6.


    7. Fährt ein Mann heim zu einem andern, bereitet ihm Heimsuchung (d. h. überfällt ihn), wehrt dieser ihn von sich ab und tötet ihn an seiner Hausecke, so klage er gegen den Toten, urteile ihn unvergeltbar (bußlos) am Thing. – Westgl. Mandr. 9.


    8. Es fielen dann beide Brüder (die Björn überfallen hatten). Björn und sein Oheim begruben die Brüder dort in der Lava. Sie „unheiligten“ sie (erklärten sie für unheilig“) dem Gesetze gemäß, wegen ihres hinterhältigen Angriffs. – B. S. 18 (vgl. Th. 9, 103)


    9. (Njal zu Gunnar:) „Grabe die Toten aus (die von Gunnar Erschlagenen) und ernenne Zeugen zu den Wunden und „unheilige“ (erkläre für unheilig) alle die Toten, darum, daß sie gegen dich mit der Absicht ausgezogen, dir Wunden und jähen Tod zu bereiten“… Ein paar Tage später ritten die Njalssöhne und Gunnar dahin, wo die Leichen waren, und gruben sie alle aus, die beerdigt worden waren. Gunnar verklagte sie alle auf Unheiligkeit wegen Überfall und Verrats. – Nj. S. (Th. 4, 148)


    10. Helgi schlug (den Ehebrecher) Björn tot und verklagte ihn auf Unheiligkeit, weil er aus gültigem Grunde erstochen worden war. – D. S. 6 (B. H. 3, 117)


    11. Im Frühjahr strengte Vigfus auf dem Thorsnesthing Klage an wegen der Wunde, Snorri aber verklagte Björn auf Unheiligkeit wegen des Schlags. (Björn hatte Vigfus mit einem Stock geschlagen und war darauf von diesem mit einem Schwert verwundet worden.) Der Rechtsgang ging so aus, daß Björn wegen seines Angriffs für unheilig (unbüßbar) erklärt wurde. Er erhielt keine Buße für seine Verwundung. – Eyrb. 23 (Th. 7, 57)


    12. Glum (der Sigmund erschlagen hatte) erhob Klage gegen Sigmund und verklagte ihn wegen Diebstahls und erklärte, ihn auf seinem Grundstück erschlagen zu haben, und verklagte ihn auf Unheiligkeit, da er auf seinem Eigentum gefallen war, und grub Sigmund aus. – Vg. S. 9 (B. H. 1, 62)


    13. Örn wurde verurteilt, daß er von der Hand der Önundssöhne unheilig fallen sollte überall außer in Vaelugerdi und im Friedberreich (helgi = Heiligkeit) einer Pfeilschußweite von seinem Grundbesitz. – Die Önundssöhne paßten ihm ständig auf, aber er nahm sich wohl in acht. Endlich kamen sie ihm bei, als er Rindvieh von seinem Lande trieb. Da erschlugen sie Örn, und die Leute hielten dafür, er sei bußlos gefallen. – Thorleif Funken, Örns Bruder, gab Thormod, Thjostars Sohn, Geld, daß er Örn friedheilig mache (helga). Thormod war damals gerade erst aus Norwegen in Eyrar angekommen. Er schoß da mit seinem Handbogen so weit, daß die Stelle, wo Örn gefallen war, im Friedberreich seines Pfeilschusses lag. Da erhoben Hamund Gunnarsson und Thorleif die Klage wegen Örns Tod. – Lnb. 288 (Th. 23, 146)

  • 3. Heiligkeit des Eides


    1. Als Der Tag graute und auf beiden Seiten die Hörner das Zeichen gaben zur Ergreifung der Waffen gaben, versuchten die Barbaren (Goten), nachdem die nach ihrem Brauch einander Schwüre geleistet hatten, die erhöhten Punkte des Geländes zu besetzen… - A. M. X X XI, 7, 10.


    2. Sie (die Quaden) erhielten Verzeihung und kamen den Befehlen (des Kaisers Constantius) nach: sie gaben ihre Kinder als Geiseln zur Sicherheit dafür, daß sie die auferlegten Bedingungen erfüllen würden und schwuren mit gezückten Schwertern, die sie wie Götter verehren, daß sie den Römern die Treue halten würden. – A. M. XVII, 12.


    3. Die Barbaren (die Kimbern) rückten auf das jenseits des Natison liegende Kastell und nahmen es ein, und sie ließen die römische Besatzung, die sich tapfer behauptet und würdig ihres Vaterlandes der Gefahr getrotzt hatte, voll Bewunderung über ihre Haltung nach Abschluß eines Vertrages abziehen, den sie bei dem ehernen Stier beschworen, der später nach der Schlacht (von den Römern) erbeutet und in das Haus des Catulus als Erstlingsgabe des Siegers gebracht sein soll. – Pl. M. 23.


    4. Danach machte der König (Alfred der Große) Frieden mit den Dänen; sie stellten dem Könige als Geiseln Männer, die in dem Heere die vornehmsten waren. Sie schworen ihm Eide auf den heiligen Ring, was sie vorher keinem Volke hatten tun wollen, daß sie schleunigst aus seinem Königreich fahren wollten. – The Anglo-Saxon Chronicle. Z. J. 876.


    5. Derjenige, der einen Tempeleid schwören sollte, nahm den Silberring in die Hand, der mit dem Blute des Rindes gerötet war, das man geopfert hatte, und nicht weniger als drei Ören wiegen sollte. – Vg. S. 25 (B. H. 1,107)


    6. Jeder Mann, der vor Gericht eine Rechtshandlung zu erledigen hatte, sollte vorher einen Eid auf den Ring (auf dem Altar) schwören und sich zwei oder mehr Zeugen ernennen. „Ich ernenne sie zum Zeugnis“, sollte er sagen, „daß ich einen Eid leiste auf den Ring, einen Gesetzeseid. So helfe mir Frey und Njörd und der allmächtige Ase, wie ich in dieser Sache Klage führen oder abwehren oder Zeugnis oder Wahrspruch oder Urteil abgeben und alle Thinghandlungen, die auf diesem Thing an mich gelangen, so erledigen will, wie ich es als Wahrstes und Gerechtestes und dem Gesetz Gemäßestes weiß.“ – Lnb. (Th. 23, 134)


    7. Auf dem Altar sollte ein großer aus Silber gefertigter Ring liegen, den sollte der Tempelgode am Arm haben bei allen Versammlungen. Darauf sollten alle Eide geschworen werden. – Kj. S. Kap. 2.


    8. Dann leistete Sveinung einen Eid auf den Altarring und mit ihm die beiden andern, daß sie gesehen hätten, daß Björn mit Erde bedeckt worden war. Damit war die ganze Klage Helgi Asbjörnssohns zunichte gemacht. – D. S. 6 (B. H. 3, 118)


    9. Arnkel, der Gode, ging nun vor Gericht und schwor auf den Altarring, daß seine Schwester Geirrid keine Schuld habe an Gunnlaugs Verwundung. Mit ihm schwuren Thorrain und Zehn andere Männer. Darauf fällte Helgi ein freisprechendes Urteil. – Eyrb. 10 (Th. 7, 26)


    10. Da sprach Glum folgende Worte: „Ich rufe Asgrim auf zum Zeugnis und zum anderen Gizur zum Zeugnis, daß ich den Tempeleid auf den Ring leiste und dies dem Asen sage, daß es nicht wahr: daß ich dort nicht wr und dort nicht zuhieb und dort nicht Spitze und Schneide rötete, wo Thorwald Krok den Tod empfing. Mögen nun die klugen Männer auf den Eid achten, die dabei stehen.“ Thorarin und seine Begleiter verfielen nicht darauf, Anstoß zu nehmen, sagten aber, sie hätten es vorher nie in dieser Weise aussprechen hören. – Vg. S. 25 (B. H. 1, 107)


    11. Wird ein Mann erschlagen und des Lebens beraubt, so soll (der Erbe) den Totschlag am Thing künden… Dann soll der Erbe schwören: So seien mir die Götter hold und meinen Eideshelfern (wie es wahr ist), daß du brachtest auf ihn Spitze und Schneide (der Waffe) und daß du bist sein wahrer Totschläger… – Westgl. MAndr. 3 pr.


    12. Sobald aber die Tische aufgestellt und alle Leute auf ihren Platz gekommen waren, sprang Herstein, der Bräutigam, hervor über den Tisch und schritt auf einen Steinblock zu. Er stieg mit dem einen Fuß auf den Stein und sprach: „Dieses Gelübde leg ich ab“, sagte er, „ehe das Allthing aus ist diesen Sommer, will ich den Goden Arngrim in volle Acht getan haben – oder sonst das Selbsturteil!“ Darauf stieg er an seinen Platz zurück. – Hth. S. 14 (Th. 8, 48)


    13. Will um alles Eide leisten

    beim geweihten weißen Steine,

    daß nichts ich tat mit Thjodars Sohn,

    was Mann und Maid meiden sollen. – Gdr. III (Th. 1, 86)


    14. Mit manchem Eid hat Asmund uns

    Frieden gelobt, das Volk weiß es;

    Untreue übt kein edler Fürst,

    noch überfällt er im Frieden uns. – I. L. (Th. 1, 214)


    15. Weiter sprach König Harald: „Ich lege ein Gelübde darauf ab und schwöre es bei dem Gott, der mich Schuf und über alles herrscht, daß ich mein Haar nicht scheren will noch kämmen, ehe ich mir ganz Norwegen mit Abgaben, Einkünften und die Herrschaft darüber zu eigen gemacht habe, andernfalls aber will ich sterben…“ – Hk. (Th. 14, 93)


    16. Thorstein Goldknopf setzte Thorbjörn nach der Insel über, und als Hörd und Geir den Mann sahen, waren sie über ihn verschiedener Ansicht: Geir war dafür, ihn aufzunehmen, Hörd aber sagte, er halte ihn für einen Späher. Was Geir wollte, geschah, und er schwur ihnen vorher Eide, ehe sie ihn aufnahmen. – H. S. 27 (Th. 8, 235)


    17. Hroar sagte, er wolle umkehren und sich nicht länger mit diesem Teufel abgeben; andere waren auch dafür. Da antwortete Hörd: „Es taugt nicht, sein Gelübde nicht zu erfüllen; wir wollen’s noch einmal versuchen.“ – H.s: 15 (Th. 8, 214)


    18. Eins gab Högni

    zur Antwort drauf:

    „Dies zu begehn,

    dünkt mich nicht recht,

    mit dem Schwert zu brechen

    geschworne Eide,

    geleistete Eide, gelobten Frieden.“ – Sg. 17 (Th. 1, 61)


    19. Hrafnkel zu Einar: „… Wie aber, hast du nicht Freyfaxi gestern ein bißchen geritten?“ Einar sagte, das könne er nicht abstreiten. „Warum hast du dies Pferd geritten, das dir verboten war, wo genug da waren, die dir erlaubt waren? Dennoch hätte ich dir diese eine Sache hingehen lassen, hätte ich nicht so hoch geschworen. Du hast es aber ehrlich eingestanden.“ Aber in dem Glauben, daß einem Manne, der sein Gelübde breche, nichts Gutes widerfahre, sprang er vom Pferd auf ihn zu und gab ihm den Todesstreich. – Hrk. S. (B. H. 9, 21)


    20. Wofür ist Sigurd dir Sühne schuldig,

    daß du den Tod des Tapfern willst?“

    „Der Held hat mir Eide geschworen,

    heilige Eide, und alle gebrochen.“ – Br. (Th. 1, 35)


    21. Als Kjartan auf die Insel kam, erzählte er Hörd, die Bauern seien zu einem Vertrag beiert; Illugi und seine Freunde hätten sich sehr dafür ins Zeug gelegt, daß sie freien Abzug bekämen. Geir traute dem und hielt es für glaubwürdig, weil Kjartan Thorsteins Boot hatte; denn er hatte ihnen doch geschworen, sie niemals zu verraten… da sagte Hörd; „… Mir scheint als hätten die drüben übel gewählt, als sie gerade Kjartan eine solche Friedensbotschaft bringen ließen, an der beiden Parteien so viel gelegen ist; denn die Freundschaft zwischen uns und Kjartan war bisher nicht groß.“ Kjartan antwortete: „… Ich sage euch nichts als die Wahrheit und will es euch beschwören, wenn es euch dann sicherer erscheint.“ Hörd sagte, er sähe so aus, als käme es ihm auf einen Meineid an…“ – H. S. 34 (Th. 8, 245)


    22. Das rat ich zum andern, daß keinen Eid du schwörst,

    Der sich als wahr nicht bewährt.

    Grimme Fesseln folgen dem Eidbruch.

    Verflucht ist, der Schwüre bricht. – Sdm. (Th. 2, 139)


    23. So geh dir’s, Atli, wie die Eide du hieltest,

    Dem Gunnar geschworen, die einst du gelobtest

    Bei der südlichen Sonne und Sigtyrs Fesseln,

    Dem Roß des Ruhbetts und dem Ringe Ulls. – Akv. 30 (31) (Th. 1,48)


    24. Einen Saal sah ich, der Sonne fern,

    Am Totenstrand, das Tor nach Norden:

    Tropfendes Gift träuft durch das Dach;

    Wurmleiber sind die Saalwände.


    Dort sah ich waten durch Sumpfströme

    Meineidige und Mordtäter;

    Dort sog Nidhögg entseelte Leiber,

    Der Wolf riß Leichen – wißt ihr noch mehr? – Vsp. 38-39 (Th. 2, 39)

  • 4. Der Gang unter den Rasenstreifen


    1. So war die Sitte berühmter Männer beibehalten worden, jener, die die Gesetze miteinander aufgestellt hatten, daß einer den andern rächen sollte, der länger lebte. Da sollten sie unter drei Erdstreifen gehen, und das war ihr Eid. Der Hergang war diesermaßen: Man mußte drei lange Rasenstreifen aus der Erde schneiden – ihre Enden mußten alle in der Erde bleiben – und die Mitten hochheben, so daß man darunter gehen konnte. Diesen Brauch übten Thormod und Thorgeir bei ihrem Versprechen. – F. S. 2 (B. H. 2, 36)


    2. Gisli sagte: „ - - Wir wollen unsere Freundschaft förmlicher festigen als vorher und uns alle vier zu Blutsbrüdern schwören.“ Ihnen erschien dies ratsam. Sie gingen nach der Spitze der Landzunge und schnitten einen Rasenstreifen aus dem Boden, so daß beide Enden an der Erde festblieben, und stellten in der Mitte darunter einen Runenspeer, dessen Schaftnägel ein Mann mit der Hand erreichen konnte. Sie mußten alle vier darunter treten: Thorkel, Gisli, Thorgrim und Vestein. Nun ritzten sie sich blutig und ließen ihr Blut auf die Erde träufeln, die unter dem Rasenstreifen Bloßgelegt war, und vermischten Blut und erde miteinander. Darauf fielen alle auf die Knie nieder und schworen den Eid, jeder solle den andern wie seinen Bruder rächen, und riefen dazu die Götter zu Zeugen. – G. S. 6 (B. H. 4, 42)


    3. Später kamen die Männer nach dem Thing und versuchten einen Vergleich. Aber Berg sagte, er würde keine Geldbuße annehmen und könne sich nur dadurch versöhnen lassen, daß Jökul unter drei Rasenstreifen ginge, wie es damals Brauch war nach großen Missetaten. – Vd. S. 33 (B. H. 6, 107)


    4. Vergleiche: A III, 6, 3.

  • 5. Gebet und Opfer beim Zweikampf


    1. Es kam dazu, daß zwischen Gunnlaug und Thord ein Ringkampf stattfinden sollte. Und in der Nacht vorher rief Thord zu Thor um Sieg für sich. – G. O. 13 (B. H. 5, 107)


    2. Es wurde nun ein großer alter Stier vorgeführt. Man nannte ihn das Opfertier. Den sollte der niederhauen, der den Sieg gewann. Bisweilen war es ein Tier, manchmal ließ aber auch jeder eins vorführen, wenn er zum Holm ging. – E. S. 65 (Th. 3, 197)


    3. (Egil besiegt und tötet Atli.) Egil lief nun schnell dorthin, wo das Opfertier stand. Er griff ihm mit der einen Hand ins Maul, mit der anderen ans Horn und stürzte es so um, daß die Füße nach oben standen und das Genick brach. – E. S. 65 (TH. 3, 197)


    4. Sie gingen nun auf den Holm. Thorward gab der Thordis mehr Geld, und der Opferstier wurde vorgeführt… – Km. S. 22 (Th. 9, 195)


    5. Darauf stritten sie. Kormaks Schwert wollte nicht schneiden, und so wechselten sie eine Zeitlang Hiebe, ohne daß ihre Waffen verwundeten. Zuletzt hieb Kormak dem Thorward mit einem so mächtigen Schlag in die Seite, daß jener taumelte. Die Rippen waren Thorward gebrochen. Er war kampfunfähig, und so schieden sie. Kormak sah nach dem Opferstier und hieb ihn nieder. – Km. S. 22 (Th. 9, 196)


    6. Dann opferte Kormak einen Bullen, wie es Sitte war, und sprach: „Böse haben wir euren Übermut und Thordis‘ Zauberei gebrochen.“ – Km. S. 23 (Th. 9, 199)

  • 6. Gottesurteil


    Die Kesselprobe.


    1. Mit dem Schwert räche den Schimpf Högni;

    nun muß ich mich selbst vom Makel befreien…

    Will dir um alles Eide leisten

    bei dem weißen heil‘gen Steine…


    Sie griff zu Grund mit glänzender Hand

    und hielt empor die hellen Steine.

    „Schaut nun, Männer, schuldfrei ward ich,

    Heiliglich – wie das Wasser wallt“.

    Das Herz im Leibe lachte Atli,

    als heil er sah die Hände Gudruns. – Gdr. III, 3, 8-10 (Th. 1, 87)


    Die Eisenprobe.


    2. Eyjolf sagte: „… Willst du durch Handschlag die gesetzliche Buße geloben, falls sie sich durch Gottesurteil reinigt und Brands Vaterschaft anerkennen, wenn sie rein dasteht?“ Thorkel antwortete: „Es wird schlimm für uns stehen, wenn ich Brands Vaterschaft anerkenne und ein anderer dessen überführt wird. Aber das Gottesurteil will ich nicht ablehnen; zwar meinen einige, es sei ein veralteter Brauch, doch will ich die Buße dem Priester in die Hand geloben, der das Gottesurteil vornimmt…“ Danach fastete Fridgert. Eyjolf erbot sich, das Gottesurteil zu beschauen; er sagte, es sei augenscheinlich, daß jene noch weiter den Handel stören wollten, „und desto mehr soll man Sorge tragen, genau nachzusehen…“ Thorkel kam, und nun wurde die Binde von der Hand gelöst. Der Priester gab nicht sogleich das Urteil ab. Da sagte Thorkel: „Was bist du für ein entarteter Mensch, daß du nicht sagst, daß sie verbrannt ist?“ Und er nannte sich Zeugen dafür. – Lj. S. 4 (Th. 11, 195)


    Die Rasenprobe.


    3. Thorkel aber verlangte das Ganze für sich allein und forderte sie auf, die Reinigungsprobe (Gottesurteil) nach Brauch und Sitte anzustellen. Die Reinigungsprobe fand damals in der Weise statt, daß man unter einen erdstreifen treten mußte, indem ein Stück Rasen von dem Boden gelöst wurde. Die beiden Enden des Rasenstreifens saßen im Boden fest, und der Mann, der die Reinigung auszuführen hatte, mußte darunter treten… Die Heiden fühlten nicht geringere Verantwortung, wenn sie so etwas zu vertreten hatten, als jetzt die Christen empfinden, wenn Reinigungsproben vorgenommen werden. Der galt als gereinigt, der unter den Erdstreifen trat, ohne daß er über ihm zusammenfiel. – Ld. S. 18 (Th. 6, 60). (Vergleiche: A III, 4,3.)

  • 7. Heiligkeit von Recht und Sitte


    1. Rinder, ein gezäumtes Roß, ein Schild mit Spieß und Schwert: auf solche Gaben hin empfängt der Mann die Gattin, und sie bringt dem Mann als Gegengabe irgendein Stück der Waffenrüstung. Solches gilt als das stärkste Band, als die heiligen Weihen, dies sind die Schutzgötter der Ehe. – T. G. 18.


    2. Gastfreunde zu verletzen halten sie für sündlich; wer aus irgendeinem Grunde zu ihnen kommt, den schützen sie vor Unbill und halten ihn heilig. – B. G. VI, 23.


    3. Als die Langobarden nun endlich nach Mauringa kamen, entrissen sie viele Sklaven ihrem Joche und überführten sie in den Stand der Freien, um die Zahl ihrer Streiter zu vergrößern; und damit sie für Freigeborene gelten könnten, bekräftigten sie ihnen in herkömmlicher Weise vermittels eines Pfeiles die Weihe und murmelten dabei noch einige Worte in ihrer Sprache, um der Sache Festigkeit zu verleihen. – P. D. I, 13.


    4. Önund… schoß mit einem brennenden Pfeil über den Fluß und weihte (heiligte) sich so das Land westlich vom Fluß als eigen. – Lnb. (Th. 23, 113)


    5. Da kaufte sich Einar mit zwei Brüdern, Vestman und Vemund, in ein Schiff ein. Sie fuhren nach Island und segelten an der Nordseite des Landes entlang und westlich um die Sletta herum in den Fjord hinein. Sie stellten auf dem Reistargnup eine Axt auf und benannten danach den Öxarfjord (d. i. Axtfjord), und an einer dritten Stelle stellten sie ein Kreuz auf und nannten sie Krossas (d. i. Kreuzrücken); so heiligten sie sich den ganzen Öxarfjord. – Lnb. 234 (Th. 23, 126)


    6. Höskuld sagte: „Ich werde ihn auf Verlust der Godenwürde vorladen.“ Ofeig sagte: „Dann wird’s zum Losschlagen kommen.“ Höskuld sagte: „Wir wollen uns mit Opferblut röten nach altem Brauch“ – damit hieb er einen Widder nieder, eignete sich den Anteil Arnsteins an der Godenwürde zu und rötete die Hände im Blute des Widders. Danach ging Höskuld auf den Thinghügel und Lud Thorgeir vor auf Verlust der Godenwürde, ernannte Zeugen dafür und danach die Richter. – Lj. S. 4 (Th. 11, 140)

  • 8. Der heilige Umgang


    1. Die später herübergekommenen Landnehmer fanden, daß ihre Vorgänger sich zuviel Land genommen hätten; aber König Harald schlichtete den Streit dahin, daß niemand mehr nehmen sollte, als er mit seinen Schiffsgenossen an einem Tage mit Feuer umschreiten könnte. Man sollte Feuer machen, so daß man eins vom andern aus sehen könnte; aber die Feuer, die angemacht waren, als die Sonne im Osten war, sollten bis zur Nacht brennen. Darauf sollten sie gehen, bis die Sonne im Westen stünde, und dort wieder Feuer anmachen. – Lnb. (Th. 23, 143)


    2. Im Sommer durchforschte Helgi die ganze Gegend und nahm des ganzen Eyjafjord zwischen Siglunes und Reynisnes in Besitz; er machte bei jeder Seemündung ein großes Feuer an und heiligte sich so das ganze Gebiet… – Lnb. (Th. 23, 117)


    3. Darauf umging Thorolf sein Land mit Feuer von der Mündung der Stafa bi zu einem Flusse, den er Thorsa nannte. – Eyrb. 4 (Th. 7, 18)


    4. Ein herrenloser Streifen Landes lag zwischen der Krossa und dem Jöldustein. Dies Land umging Jörund mit Feuer und legte es zum Tempel. – Lnb. (Th. 23, 144)


    5. Während Saemund seine Landnahme mit Feuer umzog, nahm Skefil alles Land nördlich der Sauda. – Lnb. (Th. 23, 111)


    6. Er reckte sich nach einem Birkenbalken und zog ihn mit einem Ruck aus dem Gebäude, ritt alsdann, dem Sonnenlauf entgegen, mit dem lohenden Brande um die Häuser und sprach: „Hier nehme ich mir Land, dieweil ich hier nun keine bewohnte Heimstätte sehe. Es sollen’s hören, die als Zeugen zugegen sind!“ Darauf spornte er sein Pferd und ritt davon. – Hth. S. 10 (Th. 8, 41)

  • 9. Thor als Weiher


    1. Geirröds Gegner begleitet ihn,

    Der Menschen Helfer,

    Er heißt Veorr (Weiher);

    Sieh, sie sitzen im Saalgiebel,

    Hinterm Balken bergen sie sich. – Hkv. (Th. 2, 19)


    2. Thor weihe dich, der Riesen Fürst (Herr)! – Runeninschrift von der Insel Man.


    3. þur viki þasi kuml

    (Thor weihe diese[n] Grabhügel). – Runenstein von Virring.


    Þur viki þasi Runar

    (Thor weihe diese Runen). – Runenstein von Glavendrup.


    4. Loga þore Wodan, wigi þonar

    (Die Heirat ersiege Wodan[?], weihe Donar!). – Runeninschrift auf der Nordendorfer Spange.


    5. Da sagte Thrym,

    der Thursen König:

    „Bringt den Hammer,

    die Braut zu weihen!

    Leget Mjölnir

    der Maid in den Schoß!“ – Thkv. (Th. 2, 15)


    6. Dann ward Baldrs Leiche auf das Schiff hinausgetragen. Als das seine Frau sah, Nanna, Neps Tochter, da zersprang ihr das Herz vor Leid, und sie starb. Sie wurde auf den Scheiterhaufen getragen und dieser angezündet. Thor stand dabei und weihte den Scheiterhaufen mit dem Mjölnir. – Sn. E. (Th. 20, 106)

  • 10. Zorn der Götter über Friedens- und Rechtsbruch


    1. „Komm du jetzt nur zu der zum Holmgang bestimmten Zusammenkunft, wenn du mehr Mut hast als eine Mähre! Wenn aber einer von uns nicht kommt, dann soll man ihm eine Neidstange errichten mit der Verwünschung, daß er eines jeden Mannes Neiding sein soll und nirgends sich aufhalten in der Gesellschaft anständiger Männer, aber der Götter Grimm und eines Friedensbrechers Namen tragen!“ – Vd. S. 133 (B. H. 6, 103)


    2. Jetzt wandte sich Egil um und sagte: „Ich berufe mich auf dich, Arinbjörn, und auf dich, Thord, und auf alle die Männer, die meine Worte hören können… daß ich bei allen Ländereien, die Björn besessen hat, Einspruch gegen ihre Bebauung und Nutznießung erhebe… Wenn es aber einer trotzdem tut, dem lege ich Verletzung der Landesgesetze und Rechts- und Friedensbruch zur Last und den Zorn der Götter darauf.“ – E. S. 56 (Th. 3, 158)


    3. Götter, treibt den Trüber

    Meines Rechts fort: rächt mich!

    Odin, edle Asen: Er stahl mir alles!

    Frey und Njörd, verfolgt des

    Landes Feind mit Schande:

    Treffe den tollen Frevler

    Thors Zorn hart und dornig! – E. S. 56 (Th. 3, 162)


    4. Wie sie (die Droplaugssöhne) ein Viertel des Weges hinter sich hatten, überfiel sie ein heftiger Schneesturm, und sie wußten nicht, wo sie waren, bis sie an eine Hauswand kamen, und sie gingen rechts ums Haus herum; da fanden sie eine Tür, und Helgi merkte, daß es das Opferhaus Bessis war. Sie kehrten von da wieder um und kamen, als zwei Drittel der Nacht vorbei waren, nach Arneidarstad zurück. Aber das Unwetter hielt einen halben Monat an, und das kam den Leuten recht lange vor; aber Bessi sagte, das lange Unwetter komme daher, daß die Droplaugssöhne rechts um das Götterhaus herumgegangen wären, und außerdem davon, daß sie den Totschlag an Thordyfil nicht kundgemacht hätten nach den Gesetzen. Das habe die Götter erzürnt. – D. S. 4 (B. H. 3, 111)

  • 11. Strafe für Weihtumsschändung


    1. Wer ein Heiligtum erbrochen und dort etwas von den Weihgegenständen geraubt hat, wird ans Meer geführt; und auf dem Sande, den die Flut regelmäßig bedeckt, werden ihm die Ohren geschnitten, und er wird entmannt und den Göttern geopfert, deren Heiligtum er geschändet hat. – L. F. XII.


    2. Er (Glums geächteter Sohn Vigfus) war nun lange in Uppsalir; man glaubte aber, er wäre in andern Vierteln des Landes; und er wollte nicht außer Landes fahren in der gestellten Frist. Da wurde er in die volle Acht getan, und Glum hielt ihn verborgen. Es sollten sich aber keine geächteten Männer dort aufhalten, weil Frey es nicht erlaubte, dem der Tempel der dort stand gehörte. – Vg. S. 19 (B. H. 1, 88)


    3. Ingmund ging als erster in den Tempel und tat so, wie wenn er es nicht merkte, daß Hrafn mit dem Schwerte eilig in den Tempel trat. Ingmund wandte sich nach ihm um und sagte: „Es ist nicht Sitte, Waffen in den Tempel zu tragen; du wirst dich dem Zorn der Götter aussetzen, und solches ist gefährlich, wenn nicht Buße geleistet wird…“ Ingmund sagte, die beste Buße wäre, wenn er den Göttern ehre erwiese, fügte aber hinzu, es gereiche ihm zur Entschuldigung, daß er das Verbrechen aus Versehen begangen habe. – „Darum wird die Strafe gar nicht so groß zu sein brauchen, wie es sich sonst geziemte“; er meinte, es wäre am besten, wenn er ihm das Schwert auslieferte, denn auch darüber, sagte er, habe er zu entscheiden, und so den Götterzorn besänftigte. – Vd. S. 17 (B. H. 6,68)


    4. Da sprang Eyvind auf, zog sein Schwert und schwang es auf Thorwald. Er versetzte ihm eine volle Todeswunde. Darauf sprangen sie von beiden Seiten auf, alle die Königsleute, wie Thorirs Hausgenossen. Aber die Männer da drinnen waren alle Waffenlos, denn da herrschte Tempelheiligkeit, und es traten Leute dazwischen und trennten die, die am wütendsten waren… Eyvind hatte an heiliger Stätte gemordet. Er war friedlos (vargr) geworden und mußte sogleich fliehen. – E. S. 49 (Th. 3, 130)


    5. Özur der Weiße hieß ein Mann, ein Sohn Thorleifs aus Sogn. Er beging in den Upplanden einen Totschlag an heiliger Stätte, als er mit Sigurd Riese auf Brautfahrt war, wurde darum Landflüchtig und ging nach Island. – Lnb. (Th. 23, 151)


    6. Er (Bui) entzündete an dem geweihten Feuer (vgl. Nr. A I, 4, 9) einen Brand; danach trug er diesen durch den Tempel und warf ihn auf die Teppiche. Das Feuer griff schnell um sich, und in kurzem stand der Tempel innen in Flammen… Thorgrim (der Tempelgode) sagte…: „Wir wollen, daß du und Bui Hund, deinen Pflegesohn, herausgibst; wir werden ihm einen schimpflichen Tod geben, wie er’s verdient.“ Esja antwortete: „Was hat mein Pflegesohn getan, daß er den Tod verdient hat?“ Thorgrim sagte: „Das wird dir nicht so ganz unbekannt sein… Er hat meinen Sohn Thorstein erschlagen und noch dazu, was viel schlimmer ist, er hat den Tempel und unsere Götter verbrannt…“ – Kj. S. Kap. 4.


    (7.) Bui fuhr nach Drontheim auf einem Lastschiff, und als er nach Steinker kam, ging er vor den König… Der König sprach: „… Weil du die Neidingstat verübtest, Bui, daß du unsere Götter im Tempel verbranntest, die zu ehren allen Leuten gebührt, dafür hätte ich dich töten lassen müssen, wenn du dich mir nicht auf Gnade und Ungnade ergeben hättest.“ – Ebenda Kap. 12.