Die Kampfmüde oder Garm?

Schon gewusst…?

Die Wikinger glaubten, dass Nordlichter die aufblitzende Rüstung und Speere der Walküren seien, die auftauchten, um getötete Kämpfer einzusammeln.

  • Moin,


    mich plagt da mal eine Frage und ich hoffe das ihr mir vielleicht dabei helfen könnt.

    Und zwar habe ich letztens gelesen, dass Hermod, als er in das Totenreich ritt, Die Kampfmüde antraf sich kurz mit ihr Unterhielt. Danach ist er dann über das Gittertor gesprungen ohne auf Garm zu treffen. Aber ich habe sehr früh gehört und gelesen, dass Garm das Totenreich bewachen soll.

    Darauf hin habe ich das Netz durchsucht und kam immer wieder auf die zwei verschiedenen Versionen.


    Das irritiert mich ein wenig. Deswegen die folgenden Fragen:


    Ist Garm ein christlicher Einfluss? ;Pfaffe;

    Oder ist Garm gar kein Hund?

    Ist Die Kampfmüde, Garm?


    Ich freue mich über Antworten oder Ideen zu diesem Thema :prost:

  • Ich denke, hier ist von Modgudr (-nicht gleichzusetzen mit Garm) die Rede. Sie ist die Bewacherin der Jenseitsbrücke Gjallarbrú, die in das Totenreich Hel führt.


    "Aber von Hermod ist zu erzählen, daß er neun Nächte lang durch dunkle und tiefe Täler ritt, so daß er nichts sah, bis er zu dem Fluß Gjöll kam und auf die Gjöllbrücke ritt. Sie ist mit leuchtendem Gold gedeckt. Modgud wird die Jungfrau genannt, die die Brücke bewacht. Sie fragte ihn nach seinem Namen und nach seiner Herkunft und sagte, am Tag vorher seien fünf Scharen toter Männer über die Brücke geritten."


    Garm ist der Hund der Totengöttin Hel, Herrscherin der Unterwelt und bewacht am Totenfluss Gjöll den Eingang zur Unterwelt, wobei er in der Höhle Gnipahellir lebt.


    Von christlichen Einflüssen wüsste ich nichts, eher von griechisch-heidnischen...Zerberus (-mehrköpfiger Hund, der den Eingang zur griechischen Unterwelt bewacht, damit kein Lebender eindringt und kein Toter herauskommt) könnte eine Inspiration gewesen sein...

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Heil euch!

    Ist schon etwas älter, das Thema hier

    -aber was soll's.

    Ich halte es schon für recht wahrscheinlich, das der Hel- Hund Garm, der griechischen Mythologie entlehnt wurde, da ja auch Lokis* Bestrafung auf den griechischen Prometheus- Mythos zurückzugehen scheint.

    Ebenso das es Bereiche in Helheim ģeben soll, in denen "Sünder" bestraft werden

    - erinnert irgendwie schon recht stark an den Tartaros des griechischen Hades.

    Das gleiche mit dem Totenfluss, obwohl dieser auch eine gesammt-indoeuropäische Glaubensvorstellung sein könnte**.

    Snorri, der ja im Kloster erzogen wurde und dort wohl auch lesen und schreiben lernte, könnte in der Klosterbibliothek, auf ein Buch oder eine Schriftrolle, mit altgriechischer Mythologie gestossen sein und hat dann eben verschiedene Sagenelemente daraus in die Edda "reingebastelt".



    * der ja in der Edda nicht nur Fenrirs, sondern auch Garms Vater ist

    -Garm, vielleicht als eine domestizierte Version von Fenrir?

    ** als natürliche Grenze, zwischen Leben und Tod, was auch den Kult um das Totenschiff/ Totenboot erklären würde

    - z.B. Schiffsgräber und Schiffssteinsetzungen, die nicht mal ansatzweise in der Nähe des Meeres oder wenigstens eines großen Flusses errichtet wurden.