Walter Baetke - ,Magie' aus ,Die Religion der Germanen in Quellenzeugnissen'

Schon gewusst…?

Die Dächer ihrer Häuser deckten die Wikinger für eine effektive Wärmedämmung mit Grassoden.
Im Inneren des Hauses brannte immer ein offenes Feuer. Rundherum bauten die Wikinger Bänke, die Schlaf- und Sitzplätze für die gesamte Familie boten.

  • Die einzelnen Punkte des Inhaltsverzeichnisses werden, wie gehabt, als einzelne Beiträge innerhalb dieses Themas eingestellt. Ich bitte wiedermal, Zwischenposts zu vermeiden. Danke!


    C. Magie


    Inhalt:


    1. Runenzauber

    2. Zauberer und Hexen

    3. Wetterzauber

    4. Strafe für Schadenzauber

  • 1. Runenzauber


    1. wiþr Afunþ (Gegen Mißgunst). – Runeninschrift auf dem Amulett von Valby.


    2. Siegrunen lerne, willst Sieg du haben!

    Schneid auf den Schwertknauf sie!

    Auf die Blutrinne und des Rückens Breite

    Und nenne zweimal Ty(r) [die Rune :teiwaz:]. – Sdm. 6 (Th. 2, 165)


    3. Da begab sich’s, daß Thord Ringer Klaufi höhnisch zum Ringkampf forderte, und ein Mann mit Namen Heklu-Skeggi, das ist Mantel-Skeggi, ward mit einem Runenstäbchen zu Klaufi gesandt. Skeggi aber war Klaufis Freund; er nahm das Stäbchen und verwahrte es. – Sd. S. 15 (Th. 11, 253)


    4. Jung König aber

    Kannte Runen,

    Hegerunen

    Und Heilrunen;

    Auch konnte er

    Krieger schützen,

    Den Sturm stillen,

    Stumpfen das Schwert.

    Er stillte Feuer,

    Verstand die Vögel,

    Die See zu sänftigen,

    Sorgen zu lindern,

    Gewann die Kraft

    Von acht Kriegern. – Rth. 43-44 (Th. 2, 119)


    5. Älrunen (Bierrunen) lerne,

    Soll eines andern Weib

    Nicht trügen dein Vertraun (d. h. dich vergiften)!

    Aufs Horn soll man sie ritzen

    Und auf den Handrücken

    Und ziehn auf dem Nagel „Not“ (die Rune :naudhiz:).

    Den Becher soll man segnen

    Und vor Bösem sich schirmen,

    Werfen Lauch in den Labetrank;

    Dann bin ich gewiß,

    Daß Böses dir nicht

    Gemischt wird in den Met. – Sdm.7-8 (Th. 2, 165)


    6. Bard weihte den Becher mit dem Zeichen von Thors Hammer und händigte ihn dann der Schenkin ein. Sie brachte ihn Egil und forderte ihn auf, zu trinken. Egil aber zog sein Messer und stach in die Hand. Er nahm das Horn, ritzte Runen hinein, bestrich sie mit Blut und sprach:

    Runen ritzt ins Horn ich:

    Rot wie Blut sie lohten.

    Wählte kernigen Wahlspruch

    Wisents Hauptschmuck, ihr Disen:

    Gern gutlauniger Dirnen

    GoldigenTrank ich schwinge!

    Was du, Baröd, weihtest:

    Wie’s bekommt, jetzt siehe!

    Da sprang das Horn entzwei, und der Trank flog nieder auf die Streu. – E. S. 44 (Th. 3, 116)


    7. Da trug mir Grimhild

    den Trank herbei,

    kühl und herbe,

    den Harm zu löschen;

    vereint war in ihm

    der Erde Kraft,

    eiskalte See

    und Eberblut.


    Viel Böses war

    im Bier gemischt,

    gebrannte Eckern

    und Baumwurzeln,

    Herdes Asche,

    Eingeweide,

    des Schweines Leber;


    Allerhand Stäbe

    standen im Horn,

    rote, geritzt,

    nicht riet ich sie:

    der Heidefisch,

    des Haddingenlands

    ungeschnittne Ähre,

    das Innre der Tiere.


    Da schwand mein Grimm.

    Alsbald vergaßen

    vom Biertrunke

    alle im Saal

    des Edlings Fall. – Gdr. II, 21-24 (Th. 1, 96)


    8. Zum Walde ging ich, ins grüne Holz,

    den Zauberzweig zu finden. Den Zauberzweig fand ich.

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    Einen Thursen (die Rune :thorisaz:) ritz ich dir

    Und der Stäbe drei:

    Lüsternheit, Wahnsinn und Ungeduld. – Skm 32, 36 (Th. 2, 32)


    9. Ein Sechzehntes kann ich,

    Wenn von besonnener Maid

    Ich Liebe und Lust begehr:

    Dem weißarmigen Weib

    Wend ich den Sinn

    Und wandle den Willen ihr. – Hvm. 161 (Th. 2, 175)


    10. Egil fragte Thorfinn, wer das Weib wäre, das dort so krank läge. Thorfinn meinte, sie hieße Helga und wäre seine Tochter – Sie habe schon lange krank gelegen. Sie litte an Auszehrung. Keine Nacht schlief sie und war wie wahnsinnig. „Habt ihr irgendwelche Mittel gegen ihre Krankheit versucht?“ fragte Egil. Thorfinn sprach: „Runen sind geritzt worden, und ein Bauernsohn ganz in der Nachbarschaft ist’s, der dies tat. Es steht aber seitdem viel schlimmer als vorher. Kannst du, Egil, etwas wider solches übel tun?“ Egil meinte: „Möglich, daß es nicht schlechter wird, wenn ich mich daranmache.“ Als Egil gegessen hatte, ginger dorthin, wo das Mädchen lag, und sprach zu ihr. Er bat, sie von dem Platz zu heben und reines Zeug unter sie zu legen. Das geschah. Darauf durchsuchte er den Platz, auf dem sie gelegen hatte und fand dort ein Fischbein, auf dem Runen geritzt waren. Egil las sie. Darauf schabte er die Runen ab und warf sie ins Feuer. Er verbrannte das ganze Fischbein und ließ das Zeug, das das Mädchen gehabt hatte, in den Wind tragen. Dann sprach Egil:

    Runen ritze keiner,

    Rät er nicht, wie’s steht drum!

    Manches Sinn schon, mein ich,

    Wirren Manns Stab irrte.

    Zehn der Zauberrunen

    Ziemten schlecht dem Kiemen:

    Leichtsinn leider machte

    Lang des Mädchens Krankheit.

    Egil ritzte Runen und legte sie unter das Polster des Lagers, auf dem das Mädchen ruhte. Ihr deuchte da, als ob sie aus dem Schlafe erwachte, und sie sagte, sie wäre gesund, wenn auch noch schwach. – E. S. 72 (Th. 3, 214)


    11. Ein Mann hieß Thorgrim mit dem Beinamen Nase… Er stak voller Zauber und Hexereien und war ein so großer Hexenmeister wie nur einer… Thorgrim war ein geschickter Schmidt… Es wird erzähl, daß die beiden, Thorgrim und Thorkel, in die Schmiede gingen, die sie hinter sich abschlossen. Nun nahmen sie Bruchstücke von Grauseite (einem Schwert), die dem Thorkel bei der Güterteilung der Brüder zugefallen waren, und Thorgrim machte einen Spieß daraus. Er war zum Abend fertig. Magische (Runen-) Zeichen (mál) waren darauf angebracht. – G. S. 11 (B. H. 4, 52)

  • 2. Zauberer und Hexen


    1. Ein Mann hieß Thorgrim mit dem Beinamen Nase. Er stak voller Zauber und Hexereien und war ein so großer Hexenmeister wie nur einer. – G. S. 11 (B. H. 4, 51)


    2. Lodmund waren riesenstark und zauberkundig… Als Lodmund alt war, wohnte ein gewisser Thrasi in Skogar. Das war ein Zauberer. Einmal geschah es, daß Thrasi am Morgen einen gewaltigen Wasserstrom sich nähern sah. Durch Zauber leitete er das Wasser nach Osten auf Solheimar zu. Aber ein Knecht Lodmunds sah das und rief, die See stürze von Norden über das Land auf sie los. Lodmund war damals blind. Er befahl dem Knecht, ihm in einem Eimer etwas von dem zu bringen, was er die See nenne. Und als er zurückkam, sagte Lodmund: „Das scheint mir kein Seewasser zu sein.“ Darauf befahl er dem Knecht; ihne zu dem Wasser zu führen – „und strecke die Spitze meines Stockes ins Wasser“. An dem Stab war ein Ring; Lodmund umfaßte den Stab mit beiden Händen und biß in den Ring. Da begannen die Wasser wieder nach Westen auf Skogar zu zu strömen. So lenkten beide immer wieder das Wasser von sich ab, bis es sich in einer Kluft traf. Da einigten sie sich darauf, daß der Strom den kürzesten Weg nach dem Meere zu nehmen sollte. Er heißt jetzt die Jökulsa und trennt die beiden Landesviertel. – Lnb. (Th. 23, 132)


    3. Thorgeir selbst war sehr reich. Er war ein großer Opferer (Verehrer der Götter) und zauberkundig. – E. S. 37 (Th. 3, 104)


    4. Grimkel antwortete, jedenfalls sei es für Hörd kein Vorteil, wenn sich an ihm das Sprichwort bewahrheite, daß man am meisten nach den Mutterbrüdern artet: „denn du kannst die Gestalt wechseln, und nichts schiene mir schlimmer für ihn, als wenn er das von dir mitbekäme.“ – H. S. 10 (Th. 8, 205)


    5. Bödmod hielt den Schild vor Ketil (in einem Zweikampf zwischen Ketil und Framar), aber keinen vor Framar. Der sagte: „Nun sollst du viel eher mein Feind sein als mein Sohn.“ Bödmod sagte, er habe ihrer Verwandtschaft aufgesagt wegen seiner Zauberkunst. – K. H. S. Kap. 5


    6. Thorward hieß ein Mann… Er war alt und recht unbeliebt. Er galt für einen großen Bösewicht, und man sagte, er verändere seine Gestalt. – Fb. S. 29 (Th. 10, 169)


    7. Odd war seitdem feindselig und schwierig im Umgang. Er besaß solche Berserkerkraft, daß er, als die Leute vom Thjorsardal seine Schwester wegen Zauberei und Hexerei steinigen wollten, zu ihrem Beistand des Abends von Hraunhjöfn fortging und am Morgen darauf im Thjorsardal ankam. – Lnb. (Th. 23, 127)


    8. König Adils war der größte Opferer und voll von Zauberei. – R. K. S. 13 (Th. 21, 246)


    9. Raud war noch ein großer Opferer und gar zauberkundig. – Hk. (Th. 14, 281)


    10. Thrand war ein äußerst starker und gewalttätiger Mann, auch schnell zu Fuß wie keiner. Er war vordem bei Gode Snorri gewesen und galt als Doppelgänger, solange er Heide war. Die meisten aber verloren ihre Zauberkraft dann, wenn sie getauft waren. – Eyrb. 61 (Th. 7, 149)


    11. König Olaf zog nun nach Tönsberg, und er hielt dort wieder ein Thing ab. Auf diesem Thinge bestimmte er, daß alle die, von welchen es bekannt und bezeugt wäre, daß sie Spuk und Hexerei trieben, und sämtliche Zauberer alle außer Lande fahren sollten. Darauf ließ der König nach solchen Männern fahnden in den Gehöften, die dort in der Nähe lagen, und ließ sie alle zu sich kommen. Als sie zu ihm kamen, war auch ein Mann darunter, der hieß Eyvind Quelle. Er war ein Enkel von Rögnvald Gradebein, dem Sohn von Harald Schönhaar. Eyvind war ein Zauberer und sehr zukunftskundig. König Olaf hieß alle diese Männer in einer Stube unterbringen und ließ diese schön herrichten. Dann veranstaltete er für sie ein Gelage und ließ ihnen starke Getränke vorsetzen; und als sie trunken waren, ließ Olaf Feuer an die Stube legen, und diese verbrannte mit dem ganzen Volk, das drinnen war. – Hk. (Th. 14, 269)


    12. Helga hieß eine Frau, sie war mit Berg nach Island gekommen und war seine Kebse. Sie war ein stattliches Weib und tüchtig, vorraussehend und in die Zukunft blickend und kundig jeden Zaubers. – Vd. S. 33 (B. H. 6, 109)


    13. Eine Frau hieß Thorveig. Sie war sehr zauberkundig. – Km. S. 5 (Th. 9, 153)


    14. Seine Mutter hieß Thorbjörg Katla. Sie wohnte in Buschen; sie war sehr zauberkundig und eine große Hexe (galdrakona). – H. S. 24 (Th. 8, 230)


    15. Alof Kjannök war eine sehr weise Frau und sah mehr als andere und hielt treu zu den Gudmundssöhnen. Sie war zauberkundig und heidnisch gesinnt. – Hvg. S. 16 (Th. 8, 305)


    16. Thurid Sundfüllerin und ihr Sohn Völustein… nahmen die Bolungarvik und wohnten in Vatsnes. Sundfüllerin wurde sie deshalb genannt, weil sie bei einer Teuerung in Halogaland jede Meerenge voll Fische zauberte. – Lnb. (Th. 23, 98)


    17. Geirhild hieß ein zauberkundiges und gefährliches Weib. Hellseherische Männer sahen, wie Steinröd sie einst überraschte; aber sie verwandelte sich in eine mit Wasser gefüllte Ochsenhaut. – Lnb. (Th. 23, 118)


    18. Man erzählt, daß Gunnhild Zauberei (seið) zu üben pflegte und solchen Zauber wirkte, daß Egil Skallagrimssohn in Island nie Ruhe finden sollte, als bis sie ihn wiedersähe. – E. S. 59 (Th. 3, 173)


    19. Arinbjörn begab sich ins Obergemach zu Egil und fragte, wie es denn mit dem Liede vorwärtsginge. Egil sagte, noch sei nichts gedichtet. Er sprach: „Eine Schwalbe hat hier am Fenster gesessen und die ganze Nacht gezwitschert, so daß ich noch keine Ruhe habe finden können.“ Da ging Arinbjörn heraus zu der Tür, die von außen den Aufstieg am Hause ermöglichte und setzte sich an das Fenster des Obergemaches, wo vordem der Vogel gesessen hatte. Da sah er wie eine Zauberin weg vom Hause fuhr. – E. S. 59 (Th. 3, 178)


    20. Geir fuhr ab und hatte wenig Wind. Sie kamen nach Wik (in Norwegen) und schlugen dort am Land ihre Zelte auf. Das erfuhr Gunnhild, die Königinmutter, und sandte Leute aus, Geir zu töten… Die Leute meinten, Gunnhild habe Geir mit ihrer Zauberei nach Norwegen gezogen. – H. S. 18 (Th. 8, 220)


    21. Thorveig sprach: „Du kannst es gewiß leicht durchsetzen, daß ich aus der Gegend verbannt werde und meine Söhne ungerächt bleiben. Aber so werde ich mich rächen: Nie sollst du Steingerd zu eigen haben.“ Kormak erwiderte: „Darüber wirst du keine Gewalt haben, du böses altes Weib!“ – Km. S. 5 (Th. 9, 156)


    22. Nun fanden Verhandlungen statt, und dabei gab es Streitigkeiten wegen der Mitgift. Als alles geordnet war, kam es seltsamerweise dahin, daß Kormak sich wenig mehr um die Hochzeit kümmerte. Der wirkliche Grund aber war der Zauber Thorveigs, der bewirkte, daß Kormak und Steingerd sich einander nicht haben sollten. – Km. S. (Th. 9, 157)


    23. Die Brüder hatten kaum die Reede verlassen, als neben dem Schiff ein Walroß auftauchte. Kormak warf einen Hakenspeer auf das Tier. Er traf es, so daß es untersank. Die Männer erkannten in seinen Augen die der Zauberin Thorveig. Das Waltier kam seitdem nicht wieder zum Vorschein, aber von Thorveig hieß es, sie läge todkrank, und alle Welt sagte, sie sei von dem Schuß gestorben. – Km. S. 18 (Th. 9, 184)


    24. Du warst, Hexe (hala), vor des Herrschers

    Schiffen und lagst vorn im Fjord; des

    Königs Recken wolltest du Ran geben,

    Doch traf dich die Lanze in den Leib. – H. Hj. Str. 18.


    25. Als sie an den Strand kam, hinkte sie (die Zauberin Thurid) das Meer entlang, wie wenn es ihr gewiesen wäre, bis dahin, wo ein Baum mitsamt der Wurzel vor ihr lag, ungefähr so groß, daß ihn ein Mann auf seiner Schulter forttragen konnte. Sie blickte prüfend den Klotz an und ließ ihn auf die andere Seite wenden. Da sah er wie angekohlt und gerieben aus. Sie ließ auf der abgescheuerten Seite eine kleine Fläche glatt schnitzen. Danach zog sie ihr Messer aus der Tasche, ritzte Runen auf die Baumwurzel, bestrich die eingeschnittenen Runen mit ihrem Blute und murmelte einige Zauberworte. Dann hinkte sie rückwärts um den Klotz, und zwar in der entgegengesetzten Richtung zum Sonnenlaufe und sprach viele zauberkräftige Worte über den Klotz. Darauf ließ sie die Wurzel in das Meer hinausschleudern und gebot ihr, nach Drangey zu treiben und Grettir zum größten Schaden zu werden. – Gr. S. 79 (Th. 5, 207)

  • 26. Kurze Zeit darauf brachen sie auf, Kotkel und Grima und ihre Söhne; es war in der Nacht. Sie begaben sich zum Hofe Hruts und begannen dort einen starken Zauber (seið). Und als die Zauberklänge sich erhoben, da konnten die Laute im Hause sich gar nicht denken, was das bedeuten sollte; aber schön war die Weise anzuhören. Hrut allein kannte diese Töne und verbot allen, während dieser Nacht hinauszuschauen – „und bleibe jeder wach, soweit er kann, dann wird uns kein Schaden enkommen, wenn wir uns so halten.“ Aber doch schliefen alle ein. Hrut hielt sich am längsten wach, dann schlief er auch ein. Kari hieß ein Sohn Hruts, der war damals zwölf Jahre alt und der trefflichste unter Hruts Söhnen. Er liebte ihn sehr. Kari schlief fast gar nicht, denn gegen ihn war der Zauber gerichtet, daher fand er keine Ruhe. Er sprang auf, um hinauszuschauen. Er ging auf die Zauberstelle zu und stürzte sofort tot nieder. – Ld. S. 37 (Th. 6, 117)


    27. Kormak sagte seiner Mutter, was er vorhatte. Sie fragte, ob er auf Erfolg für sich dabei erhoffe? „Warum nicht?“ versetze Kormak. Dalla sprach: „Doch wirst du, wie es jetzt steht, kein Glück haben; Denn Thorward wird kaum kämpfen wollen, ohne daß ihm eine Zauberin hilft! Es scheint mir ratsam, daß du die Weissagerin Thordis aufsuchst, denn ohne Böse Schliche wird es nichts werden.“ – Km. S. 22 (Th. 9, 194)


    28. Nun fuhren sie zum Holm. Thordis aber traf den Thorward wie vorher. Kormak suchte nicht ihre Hilfe nach. Sie machte Kormaks Schwert stumpf, daß es nicht biß; aber doch hieb dieser so gewaltig auf Thorwards Schulter, daß das Schlüsselbein brach und sein Arm kampfunfähig wurde. Durch diese Mißhandlung verlor er alle Kraft zum Streit und mußte sich mit einem zweiten Ringe vom Tode lösen. – Km. S. 23 (Th. 9, 198


    29. Denselben Abend, als die Sonne untergegangen war, sah ein Schafhirt, Daß Groa hinaustrat, in der Richtung gegen den Sonnenlauf um ihr Gehöft schritt und sprach: „Schwer wird es werden, sich dem Glücke der Söhne Ingimunds entgegenzustellen.“ – Vd. S. 36 (B. H. 6, 116)


    30. Odd erwiderte, es sei nicht leicht, mit diesem Höllenkerle und der Zauberkunst seiner Mutter anzubinden – „Die Leute sagen, er trage ein Wams, das Waffen nicht beißen.-“ – Vd. S. 19 (B. H. 6, 72)


    31. Bersi sagte: „War es so, daß Kolbak das Eisen nicht verletzte?“ Thormod antwortete: „Oftmals schlug ich nach ihm mit dem Schwert, und es schnitt nicht mehr, als wenn ich ihn mit einem Fischbeinstab geschlagen hätte.“ Bersi sprach: „Das kam von Grimas Hexerei (trollskapr).“ – F. S. 9 (B. H. 2, 72)

  • 3. Wetterzauber


    1. Swan nahm ein Ziegenfell, wickelte sich’s um den Kopf und sagte: „Es komme Nebel und komme Verblendung und Spuk über alle, die dich verfolgen!“ Nun ist davon zu berichten, daß Oswifr und die Seinen das letzte Joch hinaufritten. Da kam ihnen ein dicker Nebel entgegen. Oswifr sagte: „Daran wir Swan schuld sein, und es wäre gut, wenn nicht noch Schlimmeres folgte!“ Wenig später sank es ganz schwarz vor ihren Augen herab, so daß sie nichts mehr sahen; sie fielen vom Sattel und verloren die Pferde und gerieten selbst in die Sümpfe oder andere in den Wald, so daß es hart an Leibesschaden kam; die Waffen kamen ihnen abhanden. – Nj. S. 12 (Th. 4, 50)


    2. Auf dieser Reise wurden sie von einem Unwetter überfallen und meinten, es wäre durch Zauberei erregt. Bard hieß ein Mann mit dem Beinamen Styrfin, er ritt mit ihnen. Sie baten ihn, das Sturmwetter abzustellen, denn er war zauberkundig. Er befahl ihnen da, sie sollten einander an den Händen fassen und einen Kreis schließen; dann ging er dreimal der Sonne entgegen und sagte einige irische Worte; er forderte sie auf, „ja“ dazu zu sagen. Sie taten so. Hierauf schwang er ein Fell nach dem Gebirge hin, und da ließ das Unwetter nach. – Vd. S. 47 (B. H. 6, 148)


    3. Die Alte konnte in der Nacht nicht schlafen. Sie ging hinaus und war sehr mißvergnügt. Das Wetter war kalt draußen, und es war windstill und unbewölkt. Sie ging einige Male gegen den Sonnenlauf ums Haus. Da begann das Wetter sich zu ändern, und es erhob sich ein dichtes Schneegestöber, und darauf taute es. Schneemassen setzten sich am Bergabhang in Bewegung, und eine Lawine stürzte auf Bergs Gehöft herab; dabei starben zwölf Mann. Und die Spuren des Bergrutsches sieht man noch heutigen Tages. – G. S. 18 (B. H. 4, 71)


    4. Thorodd bestach im Winter die Zauberin Thorgrima, daß sie einen Schneesturm über Björn heraufbeschwören solle, wenn er über die Heide zöge. Eines Tages ging Björn wieder nach Frodisach hinüber. Am Abend aber, als er heim wollte, wurde die Luft dick und trübe, auch regnete es etwas, und er verspätetet sich ziemlich. Als er aber auf die Heide kam, wurde das Wetter kalt, und es trat Schneegestöber ein. Es wurde so dunkel, daß er den Weg vor sich nicht mehr sehen konnte. Darauf aber brach ein Unwetter mit solchem Sturm herein, daß er sich kaum mehr aufrecht zu halten vermochte. – Eyrb. 40 (Th. 7, 100)


    5. So wird erzählt, daß an demselben Morgen, an dem man zum Holmgange aufbrechen sollte, ein so heftiges Schneegestöber mit Frost heraufgekommen war, daß kein Mensch das Haus verlassen konnte… Faxa-Brand und Jökul waren der Ansicht, es wäre ein durch Zauberei erregtes Sturmwetter und schrieben es Helga von Borg zu. – Vd. S. 34 (B. H. 6, 110/113)


    6. Denselben Sommer forderte Jökul Finnbogi zum Holmgang und ebenso Thorstein Berg den Kühnen… Als der Tag herankam, sagte Dalla (Bergs Frau) zu ihren Verwandten, daß ihr der Plan nicht gefalle: „Ich werde ein solches Unwetter wecken, daß weder ihr noch sonst jemand draußen sein kann…“ Und das sagte sie nicht umsonst. Es erhob sich ein so gewaltiges Unwetter, daß man sich nicht erinnerte, solchen Sturm und solches Schneefegen erlebt zu haben… Das Unwetter hielt drei Tage an. Als es sich gelegt hatte, war keine Spur von Schnee mehr zu sehen. – Fb. S. 34 (Th. 10, 179)


    7. Hallstein schien die Sache hoffnungslos, als der Knecht sein Erlebnis erzählte, daß er einen gewaltigen Schlag bekommen habe und die Braut geraubt sei, und so dick, sagte er, sei die Finsternis gewesen, daß er keine Ahnung habe, wo sie hingekommen sei. Hallstein und seine Freunde aber meinten, die Finsternis sei Zauberei, und vermuteten, Vemund habe das angestiftet, und redeten viel darüber hin und her. – R. S. 14 (Th. 11, 332)


    8. Thorbjörg Katla prahlte damit, daß die Leute von der Insel ihr niemals etwas anhaben würden, so sehr vertraute sie auf ihre Zauberkunst. Als die auf der Insel davon hörten, sagte Geir, er wolle das erproben, und brach mit elf Mann auf, als das Thing vorüber war… Aber als Thorbjörg Katla herauskam, wurde sie es durch ihre Zauberei und ihre Sehergabe gewahr, daß ein Schiff von der Insel gekommen war. Da holte sie ihren Umhang und schwenkte ihn hoch über ihrem Kopf. Da kam eine große Finsternis über Geir und seine Leute. – H. S. 25 (Th. 8, 232)


    9. Sie blickte hinauf ins Gebirge und schwang ein Ziegenfell oder ein Tuch, in das sie viel Gold, das sie besaß, geknüpft hatte, und sprach: „Jetzt geschehe, wozu die Anstalten getroffen sind!“ Darauf ging sie hinein und schloß die Tür hinter sich. Da sauste ein Erdrutsch auf das Gehöft nieder, und alle Menschen starben, die darinnen waren. Als das bekannt wurde, vertrieben die Brüder Thorey, die Schwester Groas, aus dem Bezirke. Dort war es seitdem nicht mehr recht geheuer, wo Groas Hof gewesen war, und keiner wollte später dort wohnen. – Vd. S. 36 (B. H: 6, 117)


    10. Zauberer und Urheber von Unwettern, die im Rufe stehen, durch irgendwelche Zaubersprüche Hagel über Weinberge und Saaten zu schicken, und Leute, die unter Anrufung von Geistern den Menschen in den Wahnsinn treiben, oder solche, die zur Nachtzeit den Geistern Opferfeiern veranstalten und sie mit frevelhaften Formeln leichtfertig anrufen, sollen in aller Öffentlichkeit…, wo sie auch vom Richter, Verwalter oder Aufseher des Ortes gefunden und entdeckt werden, öffentlich mit 200 Rutenhieben gezüchtigt werden. – L. V. VI, 2.

  • 4. Strafe für Schadenzauber


    1. Gunnlaug kam am Abend nicht nach Hause, man sprach davon, daß man nach ihm suchen wolle, es geschah jedoch nicht. In der Nacht, da Thorbjörn hinaussah, fand er seinen Sohn Gunnlaug vor der Tür. Er lag dort bewußtlos. Man brachte ihn nun ins Haus und entkleidete ihn. Da war er an den Schultern ganz blutrünstig, und das Fleisch war von den Knochen gerissen. Den ganzen Winter lag er an seinen Wunden, und viel wurde über seine Krankheit geredet. Odd brachte herum, die Hexe Geirrid habe ihn wohl geritten. Er bemerkte, die beiden seien des Abends in Unfrieden geschieden. Und die meisten glaubten auch, daß dem so wäre. Im Frühjahr, um die Vorladezeit, ritt Thorbjörn nach Mavahlid, und er lud dort Geirrid vor Gericht, weil sie eine Hexe (Nachtreiterin) sei und Gunnlaugs Unheil verschuldet habe. Die Sache kam vor das Thorsnesthing. Gode Snorri lieh seinem Schwager Thorbjörn seine Unterstützung. Gode Arnkel aber führte für seine Schwester Geirrid die Verteidigung. Das Zwölfmännergericht hatte zu urteilen, aber keiner von beiden, weder Gode Snorri noch Arnkel durften den Wahrspruch verkündigen, wegen ihrer nahen Verwandtschaft mit Ankläger und Beklagter. So wurde Helgi, der Gode von Hofgardar, zur Verkündigung des Wahrspruches bestimmt. Er war der Vater Björns. Dessen Sohn war Gest, der Vater Skalden-Refs. Arnkel, der Gode, ging nun vor Gericht und schwor den Eid auf den Altarring, daß seine Schwester Geirrid keine Schuld habe an Gunnlaugs Verwundung. Mit ihm schworen Thorarinn und zehn andere Männer. Darauf fällte Helgi ein freisprechendes Urteil. So kam sie Klage Snorris und Thorbjörns zu Fall, und beide hatten nur Unehre von diesem Verfahren. – Eyrb. 13 (Th. 7, 36)


    2. Thord kam zum Hofe Kotkels (vgl. C 2, 26) mit neun Mann. Die Söhne Kotkels waren nicht zu Hause. Darauf lud er Kotkel und Grima und ihre Söhne vor wegen Diebstahl und Hexerei und klagte auf Friedlosigkeit. Er lud sie vor das Allthing und kehrte dann auf das Schiff zurück. – Ld. S. 35 (Th. 6, 111)


    3. Olaf sagte, sie wollten nun auf der Stelle Kotkel, seine Frau und seine Söhne töten – „und das hätte längst geschehen sollen“. Olaf und Hrut zogen aus mit fünfzehn Mann. Und als Kotkel und die Seinen den Trupp anreiten sahen, flohen sie ins Gebirge. Da wurde Hallbjörn „Schleifsteinauge“ gefangen und ihm ein Sack übern Kopf gezogen. Es wurden Leute bestimmt, die ihn zu bewachen hatten, und andere verfolgten Kotkel, Grima und Stigandi ins Gebirge. Man holte sie ein auf dem Rücken zwischen dem Haukadal und dem Laxadal; da wurden sie gesteinigt und über ihnen ein Steinhaufen aufgeworfen, man sieht noch Reste davon, die Stelle heißt Skrattavardi. – Ld. S. 37 (Th. 6,118)


    4. Börk aber zog nach Annmarkasstadir hinauf und ließ Audbjörg greifen. Er führte die auf Saltnes hinaus und steinigte sie dort. Nachdem dies geschehen war zog Gisli nach Nefstadir, nahm Thorgrim Nase gefangen und führte ihn nach Saltnes hinaus. Dort zog er ihm ein Kalbfell über die Ohren, steinigte ihn und scharrte ihn dort neben seiner Schwester ein auf dem Bergzug zwischen Haukadal und Medaldal. Danach blieb alles ruhig, und der Frühling verging. – G. S. 19 (B. H. 4, 71)


    5. Ein Walfisch trieb an seinen Strand, und er schnitt etwas ab. Der Sturm riß ihn wieder ins Meer, und er trieb an das Land des Einar Sigmundson. Lon-Einar erklärte, dahinter stecke eine Zauberei der Hildigun… Nach Sigismunds Tode ritt Einar mit 6 Mann nach Laugarbrekka und lud Hildigun wegen Zauberei vor. – Lnb. (Th. 23, 81)