Kann man als Heide Agnostiker sein?

Schon gewusst…?

Die politische Organisation der Wikinger gleicht am ehesten einem demokratischen System.
In Island tagte vor über 1000 Jahren zudem das „Thingvellir“, das als eines der ältesten Parlamente der Welt gilt.

  • Heil euch!

    Ich hab grad mal wieder die Hardcore- Band "Agnostic Front" gehört!

    Ich hatte auch mal ein T-Shirt von denen, hab es dann aber doch verschenkt, weil ich irgendwie schon der Meinung war, das es sich vom Inhalt her ein bisschen mit meinem Mjöllniramulett beisst!

    Dann hab ich mir aber eben überlegt- da wir uns ja nicht als Religion, in dem Sinne bezeichnen, sondern als "alte Sitte", ob jemand, der zwar nicht wirklich von der Existens der Götter überzeugt ist, aber nur zur Sicherheit, trotzdem regelmäßig Opfer darbringt und auch die Jahreskreisfeste feiert, weil er sich sagt:

    " vielleicht existieren sie ja aber doch- egal ob ich daran glaube oder nicht"

    - ob so jemand nun Heide ist (weil er opfert) oder eben nicht (weil er ja nicht zu 100% von der Existens der Götter überzeugt ist)?

    Was meint ihr dazu?

  • Ich sehe das auch so. Mit dem Vollzug der überlieferten Rituale wird man zum Heiden oder zur Heidin. So etwas wie ein Glaubensbekenntnis, eine "Konfession", scheint es im Heidentum nicht gegeben zu haben, zumindest nicht bei den Stammesreligionen.


    Na ja, brauche mich ja nicht in tausend Beispielen zu verlieren. Im Prinzip kann man wohl auch Agnostiker/in oder sogar Atheist/in sein und gleichzeitig Heide. Jedenfalls bereitet das Heidentum einem/r weniger Kopfzerbrechen. Oder auch nicht.

  • Tja, unangenehme Menschen gibt es wohl immer. Solange sie mich nicht an der Ausübung meiner Rituale hindern, ist mir deren Gerede egal. Ohnehin täte ich mich nicht an einer Diskussion über Glauben und Götterexistenz beteiligen.

  • Kann mich Grout und Iwan-Dummerjan nur anschließen.:prostanim:


    Aber die Atheisten die ich bisher so kennengelernt habe, scheinen in ihrem Nicht- Glauben, noch fast fanatischer zu sein, als die Taliban:

    Liegt daran, dass es eben keine Atheisten waren, sondern wahrscheinlich begriffsstutzige Deppen.:ugly:

    Die Weltanschauung vieler Menschen, die sich heute als Atheisten (nicht als Antitheisten) bezeichnen, teilt in der Regel dieselben Gedanken, die auch die Grundaussagen des Antitheismus darstellen. Diese Haltung lässt jedoch den grundlegenden Unterschied außer Acht, dass der fehlende Glaube an die Existenz Gottes (Atheismus) philosophisch und psychologisch etwas völlig anderes ist als die Überzeugung, dass ein solcher Glaube irrational und/oder schädlich ist (Antitheismus).

    Ist im Prinzip genau wie bei "Asozial" und "Antisozial", oder bei "Anachrie" und "Anomie". Bekommen die Leute einfach nicht auf die Reihe.^^

  • Ob ein Atheist Leben nach dem Tode per se ausschließt, kann ich nicht sagen, was das andere angeht: Unsere Götter sind ja glücklicherweise so geartet, dass sie auch eine physische Existenz haben, oder wolle man etwa Erde und Wind, Sonne und Mond, Meer, Flüsse, den Sturm, Wacholder und Holunder usw. leugnen?


    Mein Vater ist ein Atheist, vielleicht sogar ein Antitheist (stammt aus DDR-Zeiten), aber auch er hat letztes Jahr die Jahreskreisfeste für sich entdeckt, will sagen, die Tagundnachtgleichen und die Sonnenwenden und nimmt diese als Anlass, Feuer im Garten zu machen (er hat eine Feuerstelle...). Er huldigt dabei keinen Göttern und auch nicht unseren verstorbenen Ahnen, wobei bei Familienfeierlichkeiten der Verstorbenen doch irgendwie immer gedacht wird. Aber für einen ultra-bibelfesten Christen wäre das wohl schon Grund genug, meinen Vater einen Heiden zu schimpfen.

  • Ob sich nun aber viele Agnostiker oder Atheisten für das Heidentum interessieren, kann ich indess nicht sagen... Wie war das denn bei mir? Ich komme ja aus einem atheistischen-agnostischen (ex-)DDR-Haushalt. Ich war nicht auf der Suche nach einem Glauben oder einer Sinngebung. Ich fand und finde einfach Gefallen an Ritualen und Bräuchen.

  • Als moderne Menschen sind wir es gewohnt eine wissenschaftliche, logische Ordnung in unsere Weltsicht bringen zu wollen, von daher wird man sich heute sicher fragen wie sinnvoll es ist bestimmte Einstellungen zu kombinieren, aber prinzipiell kann man jede Philosophie/Religion mit "Dem Heidentum" kombinieren, eben weil das Heidentum keine feste Theologie hat.

    In Japan gibt es Christen, die an Shinto-Festen teilnehmen, im Germanischen Raum haben wir Zeugnisse von Christen, die sowohl die heidnischen als auch den christlichen Gott angebetet haben, unter den antiken Philosophen gibt es Monotheisten, Agnostiker und (quasi) Atheisten und die haben trotzdem an den Ritualen teilgenommen und sie zumindest nicht als Schädlich eingestuft.


    Man könnte genauso gut fragen, ob man als Agnostiker/Atheist Münzen in einen Wunschbrunnen werfen, oder beim Bleigießen mitmachen darf. Die Motive da mitzumachen bleiben einem selbst überlassen. Wenn man das macht ist das schon Aussage genug.


    Und speziell jetzt Agnostizismus ist ja nun auch keine per se ablehnende Haltung, nur ein gutes Maß Skeptizismus. Problematisch ist das nur für Religionen, die den unbedingten (und richtigen) Glauben für das höchste Gut halten.