Insekten in der germanischen Mythologie/Heidentum

Schon gewusst…?

Balder


Schöner Sohn von Odin und Frigg. Bei allen beliebt, außer bei Loki. Macht wenig, außer durch einen Mistelzweig zu sterben – wodurch der Untergang der Welt eingeleitet wird.

  • :walhallo:


    Obwohl es ohne Bienen keinen Met gäbe, werden diese sowie andere Insekten meines Wissens nach sehr spärlich in der Mythologie erwähnt & auch in anderen Quellen findet man kaum was hinsichtlich Verehrung oder Rituale ihnen zu Ehren...


    Ad hoc fällt mir nur ein,


    • dass sich Loki in eine Mücke verwandelt (-um Brokk ins Augenlid zu stechen)
    • Beyla, die Magd von Frey einen Bezug zu Bienen gehabt haben könnte (!). Ihr Name wird nämlich manchmal als Kuh & manchmal als Biene übersetzt.
    • dass der Hirschkäfer, auch bekannt als Donnerguggi ist. Er ist offenbar nach Donar benannt ..

    Was wissen sie noch, Ladies & Paganmen:/?

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Moin, Moin und heilo!

    In einer Naturdoku, wurde auch erwähnt, das der Hirschkäfer, dort in der Region, Donnerkäfer genannt würde, weil er mit dem alten Germanengott Donar, in Zusammenhang stünde.

    Ich geh mal davon aus, das vor allem der Hirsch selbst, einen Bezug zu Thunar hat -vermutlich wegen dem "Donnergeräusch", das die Geweihe machen, wenn zwei kämpfende Hirschböcke aufeinander prallen!

  • der Hirschkäfer, dort in der Region, Donnerkäfer genannt würde, weil er mit dem alten Germanengott Donar, in Zusammenhang stünde.


    dass der Hirschkäfer, auch bekannt als Donnerguggi ist. Er ist offenbar nach Donar benannt ..

    :ugly:

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    Die Würde des Thor ist unantastbar... :vikinghammer:

  • Im Slaventum gilt die Biene als heilig. Neuigkeiten wie Hochzeiten, Geburten und Tod müssen zuerst den Bienenvölkern erzählt werden.

    Bienen archivieren das Wissen des Volkes mit Honig.

    Sie schützen auch die Stammlinie eines Volkes.

    Schon allein deshalb behüten die Imker heiliges Wissen.

    Die Biene wird Perun als Nachrichtenbringer dienen, untersteht seiner Frau-Perunka, die befreundet mit Mutter Erde-Mokosch ist.

    Die Wespe wird nur als faule Schwester der Bienen gesehen....nun man hat immer ein schwarzes Schaf in der Verwandschaft.

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

  • In dem Buch: "Wyrd- der Weg eines angelsächsischen Zauberers"*, heisst es zumindest, das Bienen mit den Nornen, in Zusammenhang stehen würden ( ? )

    Vieleicht weil Die Struktur der Honigwaben ein bisschen an ein (Schicksals-) Netz erinnert?

    Motten gelten- zumindest im keltischen Volksglauben, als "Seelentiere" oder auch direkt, als die Seelen verstorbener Menschen.

    Der Wurm ist zwar kein Insekt, gilt im Volksglauben aber als Krankheitsdämon ( siehe diverse "Wurmsegen"), wobei "Wurm" eigentlich auch nur ein Sammelbegriff für alles ist, das wuselt und krabbelt und von den meisten Menschen, als eklig betrachtet wird!

    Also auch Spinnen, Schaben, Käfer u.s.w.!


    * der Autor behauptet, in Besitz einer alten angelsächsischen Schrift, zum Thema, magische Pflanzenheilkunde zu sein.

  • Ad hoc fällt mir nur ein,


    • dass sich Loki in eine Mücke verwandelt (-um Brokk ins Augenlid zu stechen)

    Ich kenn es auch als Pferdefliege, die in die Hand beißt. Mücke und Fliege sind ja eigentlich Synonym, aber ich muss mal nachschlagen, wieso man bei Brokk sowohl das Auge, als auch die Hand als gestochenes Körpterteil übersetzt, das geht aber wohl ins [Off-Topic].:ugly:

    In dem Buch: "Wyrd- der Weg eines angelsächsischen Zauberers"*, heisst es zumindest, das Bienen mit den Nornen, in Zusammenhang stehen würden ( ? )

    Vieleicht weil Die Struktur der Honigwaben ein bisschen an ein (Schicksals-) Netz erinnert?

    Bates bezieht sich auf den eigentlich titellosen, altenglischen Zauberspruch "für einen Bienenschwarm", quasi eine kürzere Variante des Lorscher Bienensegens, in dem das Wort "Siegfrau" als Umschreibung der Biene auftaucht. Unter anderem haben auch Jacob Grimm und John Mitchell Kemble ihrerzeit eine Verbindung dieses Beinamens mit den Walküren vermutet. Wahrscheinlich nimmt der Name allerdings nur Bezug darauf, dass die Biene ein "siegendes Schwert", aka. einen Stachel, trägt.

    Dass Bates die Nornen mit einbezieht, liegt das warscheinlich an einer Gleichsetzung dieser eigentlichen Loswerfer (!) mit den Schlachtenverlauf webenden Walküren (siehe Njáls Saga), weil auch Bates vom Motiv der Parzen/Moiren geprägt ist. Der Gedankengang wäre demnach

    Bienen = Siegfrauen = webende Walküren = webende Parzen/Moiren = Lose werfende Nornen.


    Dass man nur wenig von Insekten im Bezug auf den Kult hört oder ließt, liegt daran, dass die meisten, genau wie beispielsweise Ratten und Mäuse, im wahrsten Sinne des Wortes Ungeziefer sind, wobei es sich dabei lediglich um das Gegenstück von "Geziefer" (meint: "opferbares Tier") handelt, auch wenn heutzutage beide Wörter synonym verwendet werden.

    Dass man diese Tiere für "nicht opferbar" hielt, hing wohl sehr stark mit ihrer "wahrgenommenen" (heute wissen wir ja einiges mehr darüber, wie ein Ökosystem funktioniert;)) Nützlichkeit zusammen; die Mücke/Pferdefliege taucht ja in der Skláldskaparmál z.B. auch nur auf, um Brokks arbeit zu stören.


    Mir fiele da noch der altniederdeutsche Wurmsegen ein, auch wenn dieser sich eher gegen körperinterne Parasiten denn speziell gegen Insekten richtet:

  • Ich kenn es auch als Pferdefliege, die in die Hand beißt. Mücke und Fliege sind ja eigentlich Synonym, aber ich muss mal nachschlagen, wieso man bei Brokk sowohl das Auge, als auch die Hand als gestochenes Körpterteil übersetzt

    Das liegt ja eigentlich auf der Hand (kleines Wortspiel; ha ha- wie unlustig), da die Hand ja den Blasebalg bedient und das Auge, die richtige Temperatur der Kohlen, in der Esse abschätzen muss.

    Also die zwei massgeblichen Körperteile, beim Bedienen des Blasebalgs ebend.

    Da fällt mir noch spontan der Marienkäfer ein, den man über den Marienkult, auf Frouwa/ Freya zurückführt, wohl nicht zuletzt, weil rot, als Farbe Frouwas, aber auch Thunars gilt!

    Darüber hinaus, soll die Farbe rot, auch besonders geisterabwehrend wirken.

    Und da wäre noch der Maikäfer, auch wenn mir da jetzt keine Götterzuordnung, zu bekannt ist, ist er ja doch ein Frühlingssymbol* und gehört (nach meinem Empfinden) auch irgendwie zu hohe Maien/ Beltane mit dazu**.


    * die weissen, dreieckigen Zacken, könnte man vieleicht sogar als

    Sonnenstrahlen ( ? ) interpretieren.

    Ansonsten ist ja auch das Dreieck an sich, von hohem Symbolgehalt (z.B. der Valknut)!

    ** zu dieser Jahreszeit, sieht man ja auch oft Mai- und Marienkäfer, aus Schokolade, in den Läden.

  • Ja.. und im Osten Europas sind Nachtfalter die Seelen der Verstorbenen.

    Jeder Käfer hat so auch eine Bestimmung-aber ehrlich. So genau hatte ich dann keine Lust mehr ...

    Bestimmte Bockshornkäfer nahm man zur Verbesserung des selbstgeernteten Tabak-den die Männer auch gerne in der Pfeife pafften.

    Da die Kultur der Männer und der Frauen oft getrennt gelebt werden fehlt mir als Frau da der Zugang.

    Sowie die Eule der Gegenspieler vom Hahn ist,ist der Totenkopfschwärmer der Gegner der Bienen

    So haben selbst Mücken,Libellen, Marienkäfer ihre Bedeutung.

    In meinen russischen Orakel versuche ich das noch raus zu kriegen....

    Die schönste Art fern zu sehen ist immer noch der Sternenhimmel in der Nacht

  • Heil dir, Kendra!

    Ich weiss, das war jetzt eher symbolisch gemeint, aber da Bienen Ja, wenn es dunkel wird, schlafen gehen und Nachtfalter (wie der Name ja schon sagt) meist erst in der Abenddämmerung aktiv werden, werden die beiden "Gegenspieler", sich wohl nie gegenüberstehen!

    Das gleiche mit dem Hahn und der Eule,

    oder warum Eisbären keine Pinguine fressen!

    Ja- ich bin der Besserwisser, den man in der grossen Pause, immer kopfüber ins Klo getunkt hat!

    Ich hab das bei meinen Mitschülern aber auch immer bemängelt und ihnen dargelegt, wie sie das Tunken, noch effektiver gestalten könnten!

  • Beitrag von Kendra ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Ad hoc, obwohl so einiges bereits gesagt wurde... Schönes Thema übrigens, na denn...


    Maikäfer (vom Widulf bereits erwähnt) ist Frühlingsbote und soll als solcher vor nicht allzu langer Zeit eigens gesucht und aus Wald und Flur in Stadt und Dorf (vermutlich wohl eher nur Dorf) gebracht worden sein. An einem Stock mit Faden oder ... ganz grausam ... mit einem Nagel befestigt... Mutter und ich haben diesen Brauch vor Jahren wieder aufgegriffen und „fangen” den ersten Maikäfer mit der Handykamera ein und schicken den dann ungewollt an alle Kontakte. :D


    Marienkäfer ist ein Glücksbringer: ein gutes Zeichen ist's, wenn er sich auf einen niederlässt. Soll auch Sonnekäfer geheißen haben.

    schoko-maikaefer-und-marienkaefer.jpg  Widulf erwähnte sogar den Brauch der Schokoladenkäfer !


    Zu meinen geliebten Bienen kann ich jetzt aus dem Stegreif gar nichts aus unserem Volksglauben und -bräuchen berichten. Eigentlich schändlich. Spontan fällt mir nur die Magd des Gottes Freyr ein, eine gewisse Beyla oder Bejla, von der ich las, dass sie zuweilen als Bienengöttin galt. Sie hat im Baltikum die Kollegin Austeja/Austaja.


    Userin Kendra hat bereits von den Bienen im Slawentum berichtet. Möchte noch ergänzen, dass der ostslawische Imker im Frühjahr dem Wassergott/-mann einen Bienenstock opferte, aufdass der Wassergott die anderen verschonen täte. Nach einem belarussischen Volksmärchen erschuf der Teufel Wespen und Hornissen, indem er nachts in einen von Gott geschaffenen Bienenstock spuckte.


    Eine Biene war es, die den eines Tages plötzlich verschwundenen hethitischen Vegetationsgott Telipinuš fand.


    Nebst der Ziege Amaltheia sollen Bienen das Zeuskind in seiner kretischen Grotte genährt haben. Einer späteren Fabel zufolge, erboste Zeus sich über den an ihn gerichteten Wunsch der Bienen, er möge sie mit einem Stachel ausstatten, sodass sie sich gegen die Räuber ihres Honigs behaupten können... Er erfüllte ihnen diesen Wunsch, verabschiedete sogleich aber auch, dass sie nur ein Mal stechen würden können und daran sterben würden.


    Die Biene ist auch ein überall wiederkehrendes Symbol in der kleinaziatischen Stadt Ephesos, berühmt ob ihres als Weltwunder geltendes Artemistempels. Bei den oftmals als „Brüsten” gedeuteten runden Gegenständen an der Kultstatue der Ephesischen Artemis könnte es sich um eine symbolische Darstellung Waben von Wildbienen handeln. So wie Schwalben unter dem Kinn des Rügengottes Rugiewit nisteten, so könnten vielleicht auch Wildbienen am ursprünglichen Artemisbildnis, welches freilich sicherlich aus Holz ward, genistet haben (die Statuen, die wir von der ephesischen Artemis kennen, sind künstlerische Nachbildungen aus jener Zeit, wie das eigentliche Kultbild im Innern des Tempels wirklich aussah, wissen wir nicht). Die „Brüste” könnten Zellen sein, in denen sich bereits verpuppte Larven befinden.


    78ab6b9516d38875385598224b6c8232.jpg images?q=tbn:ANd9GcRWwgtBLAwNorpQ9G8FaBZDhWBAmjOAy1HcAw&usqp=CAU Erinnern mich doch eher an Wespenwaben, als an den aus Wachs gemachten Zellen der Bienen.


    Dann kennt die griechische Mythologie auch noch die Thrien oder Thriai oder Thriae:

    Plaque_bee-goddess_BM_GR1860.4-123.4.jpg


    P1050692.JPG


    Die Thrien waren drei jungfräuliche, geflügelte Bergnymphen, die dem Apollon die Kunst des Weissagens lernten. Wurden sie mit süßem Honig gespeist, so sagten sie die Wahrheit.



    Das griechische Wort für Schmetterling lautet „Psyche”, welches auch Seele bedeutet : Ähnlich wie bei den Iren und Osteuropäern gab es also auch im Mittelmeerraum die Vorstellung, dass die Seele des Verstorbenen wie ein Schmetterling davonflog.


    Spinnen sind KEINE Insekten, in den ostslawischen Landen bringt es allerdings Unglück, eine Spinne im Haus zu töten (wohl weil man sich dessen bewusst war, dass Spinnen Insekten wie lästige und krankheiterregende Fliegen und Mücken fraßen). Stammmutter aller Spinnen war eine Weberin namens Arachne aus Lykien (Kleinasien, die heutige Türkei), der ihre Begabung im Weben dermaßen zu Kopfe stieg, dass sie die Göttin Athene, die Göttin des Webens, zu einem Duell herausforderte, diesen verlor oder im Laufe des Duells zur Besinnung kam oder sogar die Göttin besiegte (gibt verschiedene Varianten), und sich dann aufknöpfen wollte. Athene bekam Mitleid, rettete dem Mädchen das Leben, ließ sie aber fortan als Spinnentier durchs Leben gehen. So konnte sie weben, weben, weben. Und wir können kieken, kieken, kieken. Was der deutsche Volksglauben zu Spinnen sagt, müsste ich nachschlagen tun...

  • Beyla, die Magd von Frey einen Bezug zu Bienen gehabt haben könnte (!). Ihr Name wird nämlich manchmal als Kuh & manchmal als Biene übersetzt.


    Spontan fällt mir nur die Magd des Gottes Freyr ein, eine gewisse Beyla oder Bejla, von der ich las, dass sie zuweilen als Bienengöttin galt.

    Da weiss ich auch gleich, WO ich es gelesen habe :D