Aufgeklärtes Heidentum - über missverstandene Spiritualität

Schon gewusst…?

Der norwegische König Olav I. Tryggvason drohte im 10. Jahrhundert damit, alle Isländer in Norwegen töten zu lassen, nachdem ihm der aus Island zurückgekehrte Missionar Þangbrandr (Thangbrand) mitgeteilt hatte, dass wenig Aussicht auf eine Christianisierung des Landes bestehe.

  • Bestimmt war das nur ein unglücklicher Versprecher. Die Namen liegen lautlich auch ziemlich nah aneinander. Oder ihm ist die nordgermanische Götterwelt einfach nicht so geläufig.

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    E.T.A Hoffmann, Der Sandmann

  • Der Name geht auf den römischen Tagesnamen dies Veneris, also Tag der (Liebesgöttin) Venus, und dieser wiederum auf den babylonischen Wochentagsnamen zurück. Als die südlichen Germanen die Siebentagewoche von den Römern übernahmen, übersetzten sie ihn mit ihrer als ähnlich wahrgenommenen Göttin Frija, die im Norden Frigg hieß (vgl. althochdeutsch frîatac, altenglisch frīgedeag).[1] Sie war in der isländischen Edda eher Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Danach würde man eher die nordgermanische Liebesgöttin Freya an dieser Stelle erwarten, die deshalb auch oft als Namensgeberin des Freitags genannt wird. Allerdings kann ihr Name, der urnordisch *fraujōn (Herrin) gelautet hätte, nicht zu frîatag geführt haben.[2] Eindeutig geklärt ist die Zuweisung jedoch nicht. Im Altnordischen gab es sowohl die Bezeichnungen Freyjudagr als auch Frjádagr als Namen für den Freitag, einmal auf Freya und das andere Mal auf Frigg verweisend. Vermutlich war Frijas Rolle ursprünglich der Venus ähnlicher als später in der isländischen Literatur des Mittelalters. In Skandinavien wurde der Name allerdings nicht nach der dortigen Namensform Frigg gebildet, sondern nur der südgermanische Name übernommen[3] (vgl. schwedisch/dänisch/norwegisch fredag).

    Demnach hat Herr Mang die südgermanische Frîja nicht mit der nordgermanischen Freyja gleichgesetzt, sondern nur gesagt, dass der "Freitag" im Skandinavien nach dieser Göttin Freyja benannt ist, was, wie der Wikipediaartikel zeigt, teils offenbar auch stimmt.

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    E.T.A Hoffmann, Der Sandmann

  • Interessantes Interview. Ich finde es beeindruckend, dass auch ein Physiker sich offen zum Heidentum bekennt und für den gemeinen Atheisten bzw Agnostiker, der wohl mittlerweile den Großteil der Gesellschaft ausmacht, ein Verständnis des Heidentums präsentiert, dass in die heutige Welt passt und inspirierend wirkt. Besonders gut finde ich die Buchempfehlungen am Ende, bisschen was zum stöbern ist immer gut.