Kleiner Beitrag zum Thema "Fulltrúi"

Schon gewusst…?

Midgard ist eine germanische Bezeichnung für die Welt oder die Erde. Das Wort ist in dieser oder ähnlicher Bedeutung als gotisch midjungards, altnordisch miðgarðr, altenglisch middangeard, altsächsisch middilgard und althochdeutsch mittil(a)gart überliefert und wurde sowohl in sakraler als auch profaner Sprache verwendet. Midgard, wörtlich „Mittelhof“ oder „Mittelgarten“, meint dabei genau genommen den Wohnort der Menschen in der Mitte der Welt.

  • Unter anderem Bezug nehmend auf diesen Thread hier (nochmals danke Haganrix)


    http://asatru-forum.de/board49…ortes-fulltrui/#post89232


    möchte ich dieses in der Vergangenheit des Öfteren ja etwas arg umstrittene Thema noch einmal "aufwärmen" und um ein weiteres Schriftzeugnis ergänzen.


    Da dem Fulltrúi-Gedanken ja immer wieder entgegengehalten ward (vornehmlich aufgrund mangelnder Verfügbarkeit der Quellen), historisch nicht verortbar bzw. nachweisbar zu sein (was Haganrix' korrekte Stellungnahme eigentlich ja ad acta gelegt haben sollte...), möchte ich euch hiermit eine weitere alte Quelle vorstellen, und zwar sowohl in Altnordisch als auch in deutscher Übersetzung durch meine Wenigkeit. ^^


    Ich hoffe sehr, ihr könnt etwas damit anfangen. :oops:
    Und an alle Quellenhasser: Mund halten schadet bisweilen auch nicht und mag durchaus hilfreich sein beim Gesichtsfaltenglätten... nur mal so nebenbei... 8)


    Wie auch immer, ich wünsche euch allen viel Freude und Erkenntnis bei der Lektüre des hier eingestellten kleinen Schriftchens:


    Und natürlich wie immer: Dicker Gruß vom Alten Brockmann. :prost:

  • Brockmann,


    bloß weil ein Wort in einem Text steht, kann man nicht darauf schließen, dass ein bestimmtes heute gebräuchliches Konzept schon immer damit verbunden war.
    Die Quelle allein, sagt da also nicht sehr viel aus. man muss sie schon auch einer äußeren wie inneren Quellenkritik unterziehen. (Von wann stammt sie eigentlich? Hab dazu auf die Schnelle gerade nichts gefunden.)


    Und dass es das Wort gab, wird ja nun nicht bestritten. Heute bedeutet das übrigens "Stellvertreter" oder auch "Anwalt" hab ich mir sagen lassen. Bereits in der Edda wird das Wort benutzt um Beziehungen zwischen Menschen zu beschreiben. Es gibt also keinen Grund anzunehmen, es sei irgendwann plötzlich und kurzfristig ein konkretes theologisches Konzept gewesen - ein Konzept noch dazu, welches überhaupt nur Sinn macht, wenn man geschlossene Pantheonsvorstellungen voraussetzt, die überhaupt erst in der Rennaissance "erfunden" (bzw. aus missdeutungen heraus entstanden).


    adfag

  • Ohne Worte


    Und an alle Quellenhasser: Mund halten schadet bisweilen auch nicht und mag durchaus hilfreich sein beim Gesichtsfaltenglätten... nur mal so nebenbei... 8)



    Die Quelle allein, sagt da also nicht sehr viel aus. man muss sie schon auch einer äußeren wie inneren Quellenkritik unterziehen. (Von wann stammt sie eigentlich? Hab dazu auf die Schnelle gerade nichts gefunden.)



    Und dass es das Wort gab, wird ja nun nicht bestritten. Heute bedeutet das übrigens "Stellvertreter" oder auch "Anwalt" hab ich mir sagen lassen.


    Quelle? (interessiert mich aber gar nicht, nur mal so! Warum immer alles zerpflücken?)

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    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen


    - Goethe -

  • Zitat

    Bereits in der Edda wird das Wort benutzt um Beziehungen zwischen Menschen zu beschreiben. Es gibt also keinen Grund anzunehmen, es sei irgendwann plötzlich und kurzfristig ein konkretes theologisches Konzept gewesen


    Siehe angehängten Lexikonartikel, Swartaz.


    Zitat

    Die Quelle allein, sagt da also nicht sehr viel aus. man muss sie schon auch einer äußeren wie inneren Quellenkritik unterziehen. (Von wann stammt sie eigentlich? Hab dazu auf die Schnelle gerade nichts gefunden.)


    Tolle Quellenkritik, Swartaz... :rolleyes:


    Wie war das nochmal mit dem Blinden und seinem Krückstock? ;)


    Gruß vom Alten Brockmann. :)


    Lille hat geschrieben:


    Zitat

    Quelle? (interessiert mich aber gar nicht, nur mal so! Warum immer alles zerpflücken?)


    Vielleicht, weil manchen im Winter die Blumen fehlen? :D

  • Zitat

    Eine Klasseübersetzung!
    Bin schwer beeindruckt.


    *rotwerd* :oops:


    Zitat

    Wußte gar nicht,das diese Praktiken sogar aufgeschrieben wurden!


    Gibt recht viele Quellen, Kendra. Ein ander Mal mehr, falls erwünscht. :)


    Gruß vom Alten Brockmann.

  • Brot af Sigurðarkviðu:
    Brockmann,


    keine Ahnung, auf welche Passagen dein Lexikon-Eintrag bezieht, aber er lässt zumindest diese hier aus:


    Übersetzt Krause mit

    Zitat

    "Mir hat Sigurd Eide geschworn,
    Eide geschworn alle gebrochen;
    dann täuscht' er mich, als er treu
    alle Eide halten sollte."


    Und generell ist die Edda da wohl zuverlässiger als die Saga-Literatur, die teilweise erst aus dem 15. Jh stammt (Und wo von Vorchristlichen Kulten z.T. einfach analog zu christlichen Heiligenkulten berichtet wurde).
    Eine ungefähre Datierung deiner Quelle ist übrigens für dieses Thema nach wie vor interessant.

  • Zitat

    Brockmann,


    keine Ahnung, auf welche Passagen dein Lexikon-Eintrag bezieht


    Das ist traurig, denn die Quellenangaben stehen ja jeweils dabei. :rolleyes:


    Gruß vom Alten Brockmann.

  • Ja Brocki, bist der Geilste, weiß ich doch.
    Deshalb könntest du aber trotzdem mal auf die vorgebrachten Einwände eingehen. Also wie Passt diese Eddastelle in das theologische Fulltrui-Konzept? Wie passt das Konzept zum heutigen Wortgebrauch? Wie fügt sich ein theologisches Konzept, dass ein geschlossenes Pantheon erfordert in ein Konglomerat verschiedener Kulte, in dem es kein geschlossenes Pantheon gibt?

  • Zitat

    Also wie Passt diese Eddastelle in das theologische Fulltrui-Konzept?


    Das musst du mir erklären, die Eddastelle hast ja du zitiert. :rolleyes:


    Zitat

    Ja Brocki, bist der Geilste, weiß ich doch.


    Musste das sein? :oops:


    Gruß vom Alten Brockmann.

  • Zitat

    Musste das sein?

    Sag du's mir :rolleyes:



    Zitat

    Das musst du mir erklären, die Eddastelle hast ja du zitiert.

    Geht's noch? Ich behaupte nicht, dass da ein theologisches Konzept besteht, welchem die Stelle wiedersprechen könnte. Du schon. Also bitte! und die übrigen Fragen bleiben wohl auch offen, ja? Dann mal mal lieber noch ein paar rolleye-Smileys und vermeide die ernsthafte Debatte. Könnte am Ende ja noch was bringen...

  • Zitat

    Geht's noch? Ich behaupte nicht, dass da ein theologisches Konzept besteht, welchem die Stelle wiedersprechen könnte. Du schon.


    Wieso sollte die von dir angeführte Eddastelle dem Fulltrúi-Prinzip widersprechen? Sie hat mit diesem Thema ja rein gar nichts zu schaffen und ist hiermit auch keineswegs als Argument mit Negativbeweiskraft zu gebrauchen - da sie mit dem Thema nichts zu tun hat.


    Gruß vom Alten Brockmann.

  • Die Stelle beweist zu Mindest schon mal, dass der Begriff keiner Gott-Mensch Verbindung vorbehalten war, was behauptet wurde und was man bei einem theologischen Konzept auch annehmen könnte.


    Zitat

    Sie hat mit diesem Thema ja rein gar nichts zu schaffen [...] da sie mit dem Thema nichts zu tun hat.

    Aha, sie hat mit dem Thema also nichts zu tun, weil sie mit dem Thema nichts zu tun hat. Du "steuberst" mein tautologischer Freund ;)

  • Wollte dir nur aufzeigen, dass zwei unterschiedliche Begriffe dasselbe meinen können, während zwei scheinbar identische Begriffe etwas Unterschiedliches bedeuten können.
    Danke, Swartaz. ;)


    Gruß vom Alten Brockmann.

  • Willst du mir erzählen, wir haben hier ein Teekesselchen? Dafür ist die Bedeutungsebene aber wieder zu nah aneinander.
    Hier liegen eindeutig keine Unterschiedlichen Begriffe vor, sondern dasselbe Wort im selben Sinn nur in anderem Kontext. Und das spricht einfach gegen ein klar definiertes theologisches Konzept.


    Das heist übrigens nicht, dass die Menschen sich ihren Göttern nicht "anvertraut" hätten. Aber das die Menschen aus einem geschlossenen Pantheon mit klaren Funktionszuordnungen einen bestimmten Gott rauspickten und mit diesem (unabhängig von örtlichen Kulten) ein Sonderbündnis eingingen, ist neuzeitliche Projektion. (Ich habe übrigens überhaupt nichts dagegen, wenn das jemand heute so machen will. Wenns ihm gut tut, bitte schön. Aber muss man deshalb eine nicht haltbare Historizität konstruieren (und damit wieder mal den "invented tradition Vorwurf befeuern)? Ich denke nicht.)

  • es sei irgendwann plötzlich und kurzfristig ein konkretes theologisches Konzept gewesen - ein Konzept noch dazu, welches überhaupt nur Sinn macht, wenn man geschlossene Pantheonsvorstellungen voraussetzt, die überhaupt erst in der Rennaissance "erfunden" (bzw. aus missdeutungen heraus entstanden).


    adfag

    Wieso braucht man ein geschlossenes Pantheon um eine innige Beziehung zu einem Gott zu haben? Ein Pantheon, Texte, Lieder, Überlieferungen zu haben, ist immer eine Hilfe beim gedanklichen Erfassen der eigenen Erlebnisse und erleichtert auch die Kommunikation über die Erfahrungen mit anderen Menschen, aber ich sehe nicht, wie all das Voraussetzung für das Erlebnis an sich sein soll?

  • Zitat

    Wieso braucht man ein geschlossenes Pantheon um eine innige Beziehung zu einem Gott zu haben?


    Hab ich mich auch gefragt, Mutilla. Danke. :)


    Zitat

    Ein Pantheon, Texte, Lieder, Überlieferungen zu haben, ist immer eine Hilfe beim gedanklichen Erfassen der eigenen Erlebnisse und erleichtert auch die Kommunikation über die Erfahrungen mit anderen Menschen, aber ich sehe nicht, wie all das Voraussetzung für das Erlebnis an sich sein soll?


    Naja, vielleicht hatte ja noch nicht jeder solch ein Erlebnis, Mutilla, und sucht sich dann Ersatz in rein äußeren Strukturen?


    Gruß, Brocki.