Beiträge von Hēdewit

Schon gewusst…?

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    Aber dafür kann ja nun nicht unbedingt jeder Mensch etwas (oder zumindest nicht in gleichen Maßen) - soll heißen, man kann ja nicht jeden einzelnen Menschen dafür hassen, dass seine Vorfahren bzw. Mitmenschen den Planeten zur Schande rotzen.

    Och, du... es ist ja nicht nur das. Es sind auch ganz alltägliche, grundlegende Sachen, die sich irgendwann irgendwo bei jedem Menschen finden lassen. Vielleicht nicht alle, aber das ein oder andere stets. Gleichgültigkeit, Verschwenudngssucht, Gier, Arroganz, Intriganz, Hetze, Böswilligkeit, Idiotie, Machtstreben, Intoleranz, Vorurteile, Hochmut,... um sich davon zu lösen müsste man wohl Asket sein oder ähnliches. Aber stimmt schon; es ist die Natur des Menschen, das muss man akzeptieren. Aber es heißt ja nicht dass man das Akzeptierte gut heißt.

    Wo ist die Seite denn besonders Fragwürdig? ist mir bisher wie gesagt nicht sonderlich aufgefallen.

    Och, du, das sind so ganz viele kleine Sachen. Diese Kategorisierung Gut-Böse zieht sich da überall durch, und nach meinem Empfinden und dem manch anderer zu viel (siehe auch: Fenrir, Jormungand und Co. als "Höllenvolk", Riesen grundlegend böse, "Lokis Bosheit färbt auf die Menschen ab"...), als dass man es bei Seite schieben könnte. Nicht nur dies widerspricht dem heidnischen Denken eigentlich, sondern auch solche Aussagen, wie dass es einen Gott gibt, der schon vor Ginnungagap existierte und das alles schuf, und der nach Ragnarok wiederkehren wird, erinnern mMn zu stark an den Christengott. LGM nennt diesen Gott "Allvater", bringt diesen Begriff aber auf keinster Weise mit Odin in Verbindung. Diesen Gott setzt die Seite auch wörtlich mit dem Christengott gleich. Dies und noch weiteres kann von Anfang an ein völlig falsches Bild von der germanischen Mythologie machen. Hinzu kommen solche komischen Sachen wie dass Germania eine germanische Göttin gewesen sei oder Krodo ein Gott des Schalkes oder oder oder... meines Erachtens ist das einfach zu viel.

    Womit du nun anfangen solltest, könnte ich dir so nicht sagen, aber ich kann dir sagen, welche Sagen wohl auf jeden Fall hinein sollten :) :

    • Die Schöpfung
    • Ragnarok
    • Der Wanenkrieg und der Skalden-Met
    • Die Schaffung Mjölnirs und der anderen heiligen Artefakte
    • Des Hammers Heimholung
    • Die Sagen von Thiazi und Skadi
    • Die Otterbuße und die Nibelungen-Sage
    • Thor und Loki bei Utgardloki
    • Balders Tod
    • Lokis Spottreden und die Jagd nach ihm

    ...

    Die Wissenschaft ist für mich nur eine andere Form der Religion-mit den gleichen unzureichenden Aussagen.

    Nur dass wissenschaftliche Experimente beliebig oft durchgeführt werden können mit stets dem selben Ergebnis. Bei Spiritualität/Religion ist das nicht so.


    Wissenschaft und Religion kann man mMn auch gar nicht vergleichen, es sind Äpfel und Birnen. Beide Disziplinen haben ganz andere Bereiche, in denen ihre Aussagen wahr sind, und ganz andere Faktoren, die eine Aussage wahr machen. Die Aussagen, die der Glaube macht, beschränken sich auf die persönliche geistliche Ebene und bedürfen Überzeugung um als wahr zu gelten. Aussagen, die die Wissenschaft macht, beschränken sich auf die säkulare und messbare Welt jenseits der geistlichen Ebene, den zwischenmenschlichen Konsens, und bedürfen eines Beweises, um wahr zu sein. Das ist wie wenn man die StVO mit dem Steuerrecht vergleichen will...


    Wobei, um ehrlich zu sein bin ich eh der Ansicht, dass sich alle Phänomene der geistlichen Ebene naturwissenschaftlich erklären lassen. Ob der Mensch jemals so weit sein wird, dies auch tun zu können, ist eine andere Frage... die Wissenschaft als Antagonisten der Religion zu betrachten ist jedenfalls der falsche Weg.

    Von vielem wissen wir in der Tat nichts, aber wir haben in sehr vielen Punkten ziemlich starke Indizien und dürfen uns erlauben, mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeiten zu hantieren ;)

    Wie Hedewit schon sagte, könntest Du meißeln, aber bei solche kleineren Steinen und ohne Vorerfahrung sicherlich ein eher ungutes Unterfangen.

    Ich glaube, dazu sollte gesagt sein, dass früher die Runen eher auf großen Setzsteinen, wie Gedenk-, Grab- oder Grenzsteinen gemeißelt wurden, und nicht auf Kieseln und ähnlichem ^^
    Da wäre die Meißelei wahrlich ein Wunderwerk...

    Ich habe meine Runen nur auf die Steine aufgemalt, ich habe jetzt aber von mehreren Berichten gelesen dass man die Runen in den Stein einritzen muss. Stimmt das?

    Ja, da ist das mit dem >mit Rötel bestreichen< natürlich schlecht... :D Historisch wurden Runen meist in Buchen-Stäbe (daher: Buchstaben) eingeritzt, um sie für ein Orakel zu verwenden. Für andere Zauber wurden sie auch in Holz geritzt, in Stein gemeißelt, auf Amuletten eingestanzt,...


    Was man aber mit den Runen machen muss kann ich dir aber nicht sagen.

    Mit diesem Rötel wurden die Runen dann bestrichen, eingerieben? Weißt du mehr darüber? Auch den Hintergrund, die Bedeutung um Rötel und warum es zum Runenweihen verwendet wurde?

    Viel mehr weiß ich nicht und kann da nur spekulieren. Rot ist seit je her eine Farbe, die mit Kraft und Leben in Verbindung gebracht wird. Vielleicht wurden die Runen so "zu Leben erweckt". Vielleicht aber entstand dieser Brauch daraus, dass man früher Geweihtes und Geheiligtes mit Blut besprenkelt/bespritzt haben könnte und Blut schlichtweg zu aufwendig wurde? Oder es hatte ganz pragmatische Gründe und rot leuchtet einfach nur so schön herrlich... wer weiß.
    Ich denke mal, am ehesten wird man die Runen quasi mit knallig-strahlender Rötel-Tusche nachgepinselt haben, dass sie auch schön klar erkennbar waren.

    Zitat von Lille Runa

    Rötel ist roter Stein oder?

    Jupp. Um genau zu sein ein Mineral aus Kreide, Ton und Eisenoxid. Rötel wird schon seit Jahrtausenden verwendet; schon die Menschen der Eiszeit bemalten damit Höhlenwände. Heute wird Rötel gerne noch z.B. zum zeichnen genutzt, weswegen man ihn eigentlich in jedem guten Bastel-Laden finden müsste :)
    Übrigens: Ein altes, nordseegermanisches Wort für Rötel ist Teafor bzw. Töfer - davon kommt letztendlich, eben weil es für das Weihen der Runen verwendet wurde, unser hochdeutsches Wort "Zauber" ;)

    Also soll der Schleier der bloße Umstand sein, dass es eine diessetige bzw. nicht-feinstoffliche Welt und eine jenseitige bzw. feinstoffliche Welt gibt oder was? Und hinter den Schleier zu blicken wäre demnach in die Geisterwelt einzutauchen?

    Naja mit dem "Schleier" ist etwas gemeint, dass die anderen Wesen und uns trennt. Sie sind zwar in gewisser Weise da, aber irgendwie auch nicht, es ist schwer zu erklären Jedenfalls sollen die meisten Menschen genau deswegen die andeen Wesen nicht wahrnehmen können.

    Ah... naja, ich hoffe, Ravena, Kendra oder Lykaon können mir das noch ein wenig genauer erläutern :D
    Denn wenn es das wirklich gibt, dann frage ich mich: Wieso nur wir Menschen? Müsste es dann nicht eigentlich auch so sein, dass Zwerge nur sich selbst wahrnehmen können, aber Trolle, Riesen, Elfen und Menschen dafür nicht?
    Ansonsten würde ich schlichtweg sagen, dass es gar keinen Schleier gibt - sondern einerseits diese Wesen sich recht gut verstecken können, und andererseits die Menschen ziemlich *blind* geworden sind :|

    Oh ja, Schwäne...

    Schwäne stehen ja auch in enger Bindung zu den weiblichen Schicksal-Geistern, wie sie bei den Germanen charakteristisch sind. Insbesondere stehen sie als Wassertiere für die Nixen, deren weiße Kleider - die sie beim Baden am Ufer lassen - mit Schwanenfedern geschmückt sind. Legen sie diese Kleider an, verwandeln sie sich in Schwäne und können fort fliegen, eine deutliche Verbindung zu Friggs und Freyjas Falkenkleidern ist hier :)

    Die Brüder Odin, Vili und Ve töten ihre Mutter, die Riesin Bestla; um oder dadurch? können sie zu Gottheiten aufsteigen.

    Vorsicht hier bei! Ja, die alten Sagen erzählen uns davon, wie die drei Brüder das schlafende Ymir erschlugen, und dass in der Flut des sich aus der Wunde ergießenden Blutes alle Riesen umkamen - bis auf Bergelmir und dessen Frau, die ja dann die Urahnen des heutigen Riesen-Geschlechts wurden.
    Aber! Manche Theorien heute halten es durchaus für möglich, dass doch nicht alle Riesen umgekommen sind! Das wird dann immer an Mimir fest gemacht, dem weisen Berater Odins. Denn interessanter Weise endet sein Name auf "-mir", eine Endung, die wir hauptsächlich bei "vor-sintflutigen" Riesen erkennen: Bergelmir, Thrudgelmir, Aurgelmir/Ymir,... übrigens könnte man hier noch Hymir mit rein zählen, den Vater Tyrs. Sollte er ebenfalls vorsintflutig sein, würde das auf ein hohes Alter Tyrs schließen, Überreste von Tyrs ehem. sehr hoher Stellung womöglich.
    Wie dem auch sei, also zum einen lässt der Name Mimirs einige Ideen zu, zum anderen finden wir aber auch in den Hávamál die Stelle, wie Odin erzählt, dass sein Onkel ihm dereinst alte Zauberlieder beibrachte. Hierbei könnte es sich ebenfalls um Mimir, also Odins direkten Onkel (!), handeln, denn auch nach der Sintflut sucht Odin noch sehr häufig den Rat des weisen Mimir auf.
    Also: Ist es gar möglich, dass letzten Endes doch nicht alle Riesen bei der Sintflut umkamen? Gehen wir davon aus, dass Mimir überlebt hat - weshalb soll dann nicht auch Bestla überlebt haben, eventuell sogar Bur und Buri? :rolleyes:


    Daraus resultiert die ewige Zweitracht zwischen den Götttern und den Riesen und auch Lokis Gram über die Macht der Asen, ekläre ich mir dadurch.

    Diese ewige Zwietracht leite ich eher davon ab, dass die Götter dereinst nicht nur fast das ganze Geschlecht der Riesen auf grausame Art und Weise umbrachten, sondern auch, dass sie später die Riesen von der warmen, fruchtbaren Mitte der neuen Welt ausschlossen und sie im kargen, kalten Utgard ließen. Ich wäre da auch stinkig ^^
    Dass Loki allerdings den Asen ob ihrer Macht gramt würde ich nu nich so sehen... Immerhin tritt er in vielen, wenn nicht den meisten Sagen als einer der "Guten" auf, anderen Asen gleichgestellt, und ist ja selbst Blutsbruder Odins, was ja auch bedeuten würde, dass er offiziell Ase ist, sogar vom Blute her.
    Dass Loki an Ragnarok gegen die Asen kämpft, sehe ich eher entweder darin begründet, dass er sich für seine Bindung rächen will, oder darin, dass er ja weiß, dass das Schicksal nicht auf zu halten ist, und wie Hagen im Nibelungen-Lied es so schnell wie möglich hinter sich bringen will.



    Somit komme ich u. a. zu dem Schluss, dass das "Blut" der Riesen auch durch die "Adern" der Asengötter fließt.

    Das will ich doch annehmen. In unseren Götter-Definitions-Thread sagte ich ja auch, dass ich den einzigen Unterschied zwischen Riesen und von selbigen abstammenden Asen sehe, dass die Asen von uns verehrt werden.



    Gibt es über die Herkunft/Entstehung der Vanen wirklich nicht mehr wissen, als das sie neben den Asen einfach da sind?

    Nicht das ich wüsste. Soweit ich weiß, steht in der Prosa-Edda, dass sie älter seien als die Asen - also auch schon vorzeitlich? Ob sie sich wohl ganz heimlich dann in Yggdrasils Krone eingenistet haben, als die drei Schöpfer da rumgewerkelt haben? :rolleyes:


    Ansonsten, weshalb die Götter die Riesen töteten, da denke ich: Schlichtweg aus Machtbestreben. Alle heutigen Taten Odins lassen sich schluss endlich auf den Erhalt Yggdrails, also seiner Schöpfung, zurück führen. Dafür geht der Greise auch über Leichen. Wenn er nun dereinst ebenso machthungrig war, musste er - um sein eigenes Reich zu schaffen - erstmal überhaupt die alten Herrscher aus dem Weg räumen, sprich Ymir und Co. Eventuell war auch damals schon ein "Wir-Ihr"-Trennungsgedanke bei Riesen und Asen, denn jene stammen ja im Gegensatz zu den Riesen von Bur ab.

    Ist natürlich nur die Frage, wie wahrscheinlich so ein Ereignis war. Gesichert ist, dass es mindestens einen Einschlag zwischen 500 v.Chr. und 500 n. Chr. gegeben hat, aber der hatte nun nicht das Ausmaß für eine Apokalypse, die Tsunamis und Feuerwellen auslöst. Viel mehr ist es wohl eher ein Ereignis wie in Tunguska gewesen, vielleicht etwas größer.

    Wieso gehst du davon aus, dass ein Ereignis von ähnlicher Größe wie Ragnarok bereits statt gefunden haben muss, damit der Mythos sich entwickeln konnte?


    Entschuldige die Frage, aber wurde der Heliand nicht verfasst, um den Sachsen das Christentum näherzubringen / um zu missionieren?


    Wenn ja wäre das doch keine von den Germanen überlieferte Quelle, sondern eher eine Christliche.

    Richtig, es ist keine von den heidnischen Germanen direkt überlieferte Quelle - die christlichen Quellen in den Tagen nach/während der Christianisierung sollten aber nicht außer Acht gelassen werden! Ich halte es durchaus für sehr gut möglich, dass der Verfasser des Heliands den heidnischen Sachsen die Apokalypse anhand eines ihnen bereits bekannten Begriffes verständlicher machen wollte - nämlich des Weltenbrandes a.k.a. Mudspelli.