Beiträge von Galdr

Schon gewusst…?

Tyr / Ziu


Gott des Krieges, stürzt sich immer mit dem Schwert ins Getümmel. Verliert die rechte Hand, als er mit den anderen Göttern den Fenriswolf fesselt.

    Ich kann den Ansatz nachvollziehen, würde das explizit auf Thusen "ausgerichtetes" Blot aber auf jeden Fall von dem "normalen" für die Götter trennen. Bei einem Blot für die Thursen muss es sich ja nicht automatisch um einen Schadenszauber handeln, z.B. könnte man im Winter, wenn man abgelegen wohnt und die Last des Schnees gar zu arg wird Snior um Schonung bitten.


    Einen etwas anderen Ansatz, welchem ich aber ergänzend zum Obigen beipflichten würde, beschreibt W. D. Storl im Bezug auf ein Opfer an die Dämonen (innerhalb einer normalen Puja, also einem Blot): "Vor einigen Jahren luden wir Virendra (ein Hindi-Lehrer) in den Schwarzwald ein, damit er uns mehr über die heiligen Rituale beibringen konnte. (...) Begeistert schauten wir zu, wie er für die vielen Götter, (...) für die Ahnen und für die Naturgeister das Wasser goss. Aber unser Verstand stockte, als er auch für die Dämonen (...) und andere üble Wesen Wasser goss. Darauf angesprochen erklärte Virendra, dass auch die Unholde Teil des Ganzen sind, Teil des göttlichen Universums. Man soll für sie gießen, damit sie ihren Platz in der kosmischen Ordnung finden. (...) Wenn man sie nur mit Hass und Ablehnung füttert, dann nimmt ihre Aggressivität und Zerstörungswut zu." (aus: Naturrituale, S. 132)


    Die Passende Ausrichting wäre sicherlich Norden, welcher Kälte, Finsternis, Winter, Tod aber auch Stille, Meditation und Wachheit des Geistes verkörpert. Die Thursen sind ja nicht nur als z.B. Naturkatastrophen im Makrokosmos präsent (Bedrohungen, welchen wir in unserer Zeit ja eher weniger ausgesetzt sind) , sondern haben auch im Mikrokosmos, im Unterbewusstsein des Menschen ihre Kollegen, seien es nun z.B. Krakheitsgeister physischer oder psychischer Art. Und wie aus dem Zitat oben schon ersichtlich wurde, kann es sogar auch ganz "einfaches " Wasser tun. Wobei Wasser (wie Feuer) niemals "einach" ist, da absolutes Urelement.


    Ich hoffe, dass hat etwas weiterfelfen können.


    ragnar: Die Unterteilung "Schadenbringend & Heilend" ist was anderes als die in "Gut & Böse"!


    Surtr: Wieso opferst du dem Herrn der Riesen? Rein Interresse halber...

    Ich kann den Ansatz nachvollziehen, würde das explizit auf Thusen "ausgerichtetes" Blot aber auf jeden Fall von dem "normalen" für die Götter trennen. Bei einem Blot für die Thursen muss es sich ja nicht automatisch um einen Schadenszauber handeln, z.B. könnte man im Winter, wenn man abgelegen wohnt und die Last des Schnees gar zu arg wird Snior um Schonung bitten.


    Einen etwas anderen Ansatz, welchem ich aber ergänzend zum Obigen beipflichten würde, beschreibt W. D. Storl im Bezug auf ein Opfer an die Dämonen (innerhalb einer normalen Puja, also einem Blot): "Vor einigen Jahren luden wir Virendra (ein Hindi-Lehrer) in den Schwarzwald ein, damit er uns mehr über die heiligen Rituale beibringen konnte. (...) Begeistert schauten wir zu, wie er für die vielen Götter, (...) für die Ahnen und für die Naturgeister das Wasser goss. Aber unser Verstand stockte, als er auch für die Dämonen (...) und andere üble Wesen Wasser goss. Darauf angesprochen erklärte Virendra, dass auch die Unholde Teil des Ganzen sind, Teil des göttlichen Universums. Man soll für sie gießen, damit sie ihren Platz in der kosmischen Ordnung finden. (...) Wenn man sie nur mit Hass und Ablehnung füttert, dann nimmt ihre Aggressivität und Zerstörungswut zu." (aus: Naturrituale, S. 132)


    Die Passende Ausrichting wäre sicherlich Norden, welcher Kälte, Finsternis, Winter, Tod aber auch Stille, Meditation und Wachheit des Geistes verkörpert. Die Thursen sind ja nicht nur als z.B. Naturkatastrophen im Makrokosmos präsent (Bedrohungen, welchen wir in unserer Zeit ja eher weniger ausgesetzt sind) , sondern haben auch im Mikrokosmos, im Unterbewusstsein des Menschen ihre Kollegen, seien es nun z.B. Krakheitsgeister physischer oder psychischer Art. Und wie aus dem Zitat oben schon ersichtlich wurde, kann es sogar auch ganz "einfaches " Wasser tun. Wobei Wasser (wie Feuer) niemals "einach" ist, da absolutes Urelement.


    Ich hoffe, dass hat etwas weiterfelfen können.


    ragnar: Die Unterteilung "Schadenbringend & Heilend" ist was anderes als die in "Gut & Böse"!


    Surtr: Wieso opferst du dem Herrn der Riesen? Rein Interresse halber...

    Freigeist: Könntest du mir bitte deinen letzte Satz erklären?


    @Beleg: Je suis completement d`accord avec toi, ganz deiner Meinung.
    Doch halte ich es für sinnlos, den Begriff "Sünde" auf das Heidentum anzuwenden, da es nunmal eines der Schlagworte des Christentums ist (Bei "Gott" z.B. müssen wir uns wohl oder übel auf Diskussionen einlassen, allerdings sind hier Missverständnisse von vornherein eher kleiner). Was auch die "wahre" Etymologie von Sünde überflüssig macht, da es hier um Inhalte geht.
    Die für mich in diesem Kontext relevante Grundfrage lautet eher: "Gibt es das, was alle Welt (die Westliche) heute unter Sünde versteht oder gibt es das nicht?" Ich meinerseits sage "Nein!" In diesem Sinne breche ich den Terminus aber nicht auf das Christentum herunter, sondern alle Welt bricht auf mir rum, bis ich einbreche und mich nicht mehr getraue es in den Mund zu nehmen... oder so... Klugscheiss-Modus aus :)

    Freigeist: Könntest du mir bitte deinen letzte Satz erklären?


    @Beleg: Je suis completement d`accord avec toi, ganz deiner Meinung.
    Doch halte ich es für sinnlos, den Begriff "Sünde" auf das Heidentum anzuwenden, da es nunmal eines der Schlagworte des Christentums ist (Bei "Gott" z.B. müssen wir uns wohl oder übel auf Diskussionen einlassen, allerdings sind hier Missverständnisse von vornherein eher kleiner). Was auch die "wahre" Etymologie von Sünde überflüssig macht, da es hier um Inhalte geht.
    Die für mich in diesem Kontext relevante Grundfrage lautet eher: "Gibt es das, was alle Welt (die Westliche) heute unter Sünde versteht oder gibt es das nicht?" Ich meinerseits sage "Nein!" In diesem Sinne breche ich den Terminus aber nicht auf das Christentum herunter, sondern alle Welt bricht auf mir rum, bis ich einbreche und mich nicht mehr getraue es in den Mund zu nehmen... oder so... Klugscheiss-Modus aus :)

    @Beleg:


    Der Sündenbegriff ist derart vom Christentum geformt und geprägt worden, dass ich ihn aufs Heidentum angewandt schlichtweg ablehnen würde. Und besonders die letzte der zwei von dir gegebenen weiterführenden Interpretatiosmöglichkeiten scheint mir recht merkwürdig. Erstere ist bekannt, aber eben nur für den Sünde, der eben nicht an "Gottesmangel" leidet. D.h.: Für den Atheisten ist dies im "real-live" psychisch wie physisch kein Problem. Nur für Gott (für den Atheisten vielleicht nach seinem Tod). Allerdings sind wir hier wieder bei unseren Christen. Zweitens: Wieso sollte Zielverfehlung "Sünde" sein? Sünde setzt nunmal Strafe mit an und wieso sollte ich eine Zielverfehlung bestrafen?


    Was unsere "polytheistischen Brüder" angeht: Für mich handelt es sich dabei nicht um Sünden, sondern um, besonders von den Stoikern, aufgestellte Un-Tugenden, welche erst durch die Übername durch das Christentum zur Sünde wurden. Neid z.B. war "vorher" eine nicht gerade empfehlenswerte Eigenschaft, die noch dazu nicht besonders nett ist. Sie wirkt sich eben auf Dauer eher schädlich auf einen selber aus. "Nachher" wurde es zu dem, was ich unter Sünde verstehe, d.h. ein unveränderliches, von Gott gegebenes Gesetz, was mich automatisch Gott gegenüber verantwortlich macht und mir ggf. die Verdammung einträgt. Der Unterschied dabei ist: Vorher kann ich mich nur gegen mich selbst "versündigen" (weswegen es keine Sünde mehr ist), nachher versündige ich mich gegen Gott.


    Ich will nicht bestreiten, dass man sich auch gegen die Götter "versündigen" kann - sich also ihnen gegenüber "absolut daneben" verhält (gezielte Beleidigung, Haine und Tempel abfackeln etc...), dann sollte man keinerlei Hilfe mehr von ihnen erwarten ohne entsprechende Wiedergutmachung. Aber das ist eher etwas, was für mich unter die Kategorie "Respekt meinen mit-Wesen gegenüber" fällt. Seien es nun Menschen, (andere) Tiere, Geister, Elementarwesen, Pflanzen oder eben Götter.

    @Beleg:


    Der Sündenbegriff ist derart vom Christentum geformt und geprägt worden, dass ich ihn aufs Heidentum angewandt schlichtweg ablehnen würde. Und besonders die letzte der zwei von dir gegebenen weiterführenden Interpretatiosmöglichkeiten scheint mir recht merkwürdig. Erstere ist bekannt, aber eben nur für den Sünde, der eben nicht an "Gottesmangel" leidet. D.h.: Für den Atheisten ist dies im "real-live" psychisch wie physisch kein Problem. Nur für Gott (für den Atheisten vielleicht nach seinem Tod). Allerdings sind wir hier wieder bei unseren Christen. Zweitens: Wieso sollte Zielverfehlung "Sünde" sein? Sünde setzt nunmal Strafe mit an und wieso sollte ich eine Zielverfehlung bestrafen?


    Was unsere "polytheistischen Brüder" angeht: Für mich handelt es sich dabei nicht um Sünden, sondern um, besonders von den Stoikern, aufgestellte Un-Tugenden, welche erst durch die Übername durch das Christentum zur Sünde wurden. Neid z.B. war "vorher" eine nicht gerade empfehlenswerte Eigenschaft, die noch dazu nicht besonders nett ist. Sie wirkt sich eben auf Dauer eher schädlich auf einen selber aus. "Nachher" wurde es zu dem, was ich unter Sünde verstehe, d.h. ein unveränderliches, von Gott gegebenes Gesetz, was mich automatisch Gott gegenüber verantwortlich macht und mir ggf. die Verdammung einträgt. Der Unterschied dabei ist: Vorher kann ich mich nur gegen mich selbst "versündigen" (weswegen es keine Sünde mehr ist), nachher versündige ich mich gegen Gott.


    Ich will nicht bestreiten, dass man sich auch gegen die Götter "versündigen" kann - sich also ihnen gegenüber "absolut daneben" verhält (gezielte Beleidigung, Haine und Tempel abfackeln etc...), dann sollte man keinerlei Hilfe mehr von ihnen erwarten ohne entsprechende Wiedergutmachung. Aber das ist eher etwas, was für mich unter die Kategorie "Respekt meinen mit-Wesen gegenüber" fällt. Seien es nun Menschen, (andere) Tiere, Geister, Elementarwesen, Pflanzen oder eben Götter.

    Danke dafür Weißdorn


    Trotzdem - und da sehe ich mich in einer Reihe mit den von dir angesprochenen Traditionen - besteht doch ein wesensmäßiger Unterschied zwischen Gott und Mensch, möcht ich behaupten. Trotz der leibhaftigen Anwesenheit auch als Menschen in Midgard. (Oder habe ich dich missverstanden?) In dieser Hinsicht würde mich auch interessieren, wie du zwischen manifestieren und materialisieren unterscheidest.

    Danke dafür Weißdorn


    Trotzdem - und da sehe ich mich in einer Reihe mit den von dir angesprochenen Traditionen - besteht doch ein wesensmäßiger Unterschied zwischen Gott und Mensch, möcht ich behaupten. Trotz der leibhaftigen Anwesenheit auch als Menschen in Midgard. (Oder habe ich dich missverstanden?) In dieser Hinsicht würde mich auch interessieren, wie du zwischen manifestieren und materialisieren unterscheidest.

    Ich stimme dir im Großen und Ganzen zu und werde mich erklären ;)


    Ich habe "Seelenheil" oben im christlichen Sinne verwendet. Wie das in jener Religion zu erlangen ist, ist ja hinlänglich bekannt. Natürlich kann ich den Begriff auch auf mich, der ich die Existenz der Seele keinesfalls leugne, anwenden, allerdings hat er dann eher die von dir gegebene Bedeutung. Das ist allerdings die Krux der Um- und Verformung bestimmter Begriffe durch das Christentum: Man kann seeehr lange drüber diskutieren, was gemeint ist. Das fängt bei "Religion" an, geht bei "Gott/ Götter" weiter und hört bei der "Seele", bzw. dem "Seelenheil" noch lange nicht auf. Aber das wissen wir ja alle...


    Natürlich hat jede Gesellschaft einen "Verhaltenskodex", sonst würd ja nüscht funktionieren. Der Witz, bzw. die Frage is bloß: Handelt es sich bei diesen Kodizes um einen Ist-Zustand. oder sind sie vielmehr Mittel zum Zweck? Mit Ist-Zustand meine ich jetzt auf metaphysischer Ebene, d.h. bin ich jetzt "böse", nur weil ich xy getan habe? Was ich für genuin christliches Denken halte. In diesem Sinne ist der Begriff der Sünde eben auch nur hier anzutreffen, weil Sünde "Schandtat, die ich vor Gott verantworten muss, d.h. auch gar nicht verantworten kann" heißt, im Gegensatz zu: "Schandtat, die ich nur mir selbst und evtl. dem Geschädigten bzw. der Gesellschaft gegenüber verantworten muss, wobei das gute oder schlechte der Tat allein in meinem Ermessensspielraum liegt". Gerade weil die Schwere der Gewichtung der Sanktion subjektiv sein muss handelt es sich nicht um Sünde.


    Is ja auch ziemlich egal, wie meine eigenen Richtlinien zustande gekommen sind, viel wichtiger (in diesem Zusammenhang) ist doch, ob andere über mein "prinzipielles Verhalten", also den moralischen Wert, richten dürfen, oder nur ich selber.

    Ich stimme dir im Großen und Ganzen zu und werde mich erklären ;)


    Ich habe "Seelenheil" oben im christlichen Sinne verwendet. Wie das in jener Religion zu erlangen ist, ist ja hinlänglich bekannt. Natürlich kann ich den Begriff auch auf mich, der ich die Existenz der Seele keinesfalls leugne, anwenden, allerdings hat er dann eher die von dir gegebene Bedeutung. Das ist allerdings die Krux der Um- und Verformung bestimmter Begriffe durch das Christentum: Man kann seeehr lange drüber diskutieren, was gemeint ist. Das fängt bei "Religion" an, geht bei "Gott/ Götter" weiter und hört bei der "Seele", bzw. dem "Seelenheil" noch lange nicht auf. Aber das wissen wir ja alle...


    Natürlich hat jede Gesellschaft einen "Verhaltenskodex", sonst würd ja nüscht funktionieren. Der Witz, bzw. die Frage is bloß: Handelt es sich bei diesen Kodizes um einen Ist-Zustand. oder sind sie vielmehr Mittel zum Zweck? Mit Ist-Zustand meine ich jetzt auf metaphysischer Ebene, d.h. bin ich jetzt "böse", nur weil ich xy getan habe? Was ich für genuin christliches Denken halte. In diesem Sinne ist der Begriff der Sünde eben auch nur hier anzutreffen, weil Sünde "Schandtat, die ich vor Gott verantworten muss, d.h. auch gar nicht verantworten kann" heißt, im Gegensatz zu: "Schandtat, die ich nur mir selbst und evtl. dem Geschädigten bzw. der Gesellschaft gegenüber verantworten muss, wobei das gute oder schlechte der Tat allein in meinem Ermessensspielraum liegt". Gerade weil die Schwere der Gewichtung der Sanktion subjektiv sein muss handelt es sich nicht um Sünde.


    Is ja auch ziemlich egal, wie meine eigenen Richtlinien zustande gekommen sind, viel wichtiger (in diesem Zusammenhang) ist doch, ob andere über mein "prinzipielles Verhalten", also den moralischen Wert, richten dürfen, oder nur ich selber.

    Sieht auf jedenfall mal lesenswert aus (und seis nur, um festzustellen, dass man als Asentreuer nicht schon im Vorwort die glatte Wänd`nuff gehe muss). Der Kollege hat noch mehr recht interessante Sachen verfasst, sie hier

    Sieht auf jedenfall mal lesenswert aus (und seis nur, um festzustellen, dass man als Asentreuer nicht schon im Vorwort die glatte Wänd`nuff gehe muss). Der Kollege hat noch mehr recht interessante Sachen verfasst, sie hier

    Ich schließe mich da voll und ganz Wulfila an, wobei ich besonders einen Unterschied in Sachen Verantwortung sehe: Die Straftat wird ja erst durch das "sich verantworten" jhemandem gegenüber zu einer Solchen. Hier klafft für mich persönlich dann auch der große Unterschied zwischen einem heidnischen Begriff von Schande und dem christlichen von der Sünde. Denn die Sünde ist grundsätzlich ans Seelenheil gekoppelt, d.h. ich muss mich grundsätzlich vor Gott verantworten - nicht vor mir selber. Wie es (vermutlich) der Heide sieht. Die Sünde setzt einen universalen Verhaltenscode vorraus, der Begriff der Schande hingegen lässt meiner Meinung nach noch den Freiraum zu relativieren. Durch eine Schandtat habe ich mich in irgendeiner Weise jemandem gegenüber "schlecht" verhalten, dass können natürlich auch die Götter sein. Es betrifft aber nicht a priori die Götter. Und nur ich selber kann für mich enscheiden, ob das jetzt gut oder schlecht war, unabhängig von den, den Gesetzen des Wyrd gemäßen, Reaktionen, die unweigerlich auf jede Tat folgen. Man sollte halt bei jeder Entsceheidung abwägen: Ist es das, was die Gesellschaft will, das was ich will, und wie verhällt sich das zueinander?

    Ich schließe mich da voll und ganz Wulfila an, wobei ich besonders einen Unterschied in Sachen Verantwortung sehe: Die Straftat wird ja erst durch das "sich verantworten" jhemandem gegenüber zu einer Solchen. Hier klafft für mich persönlich dann auch der große Unterschied zwischen einem heidnischen Begriff von Schande und dem christlichen von der Sünde. Denn die Sünde ist grundsätzlich ans Seelenheil gekoppelt, d.h. ich muss mich grundsätzlich vor Gott verantworten - nicht vor mir selber. Wie es (vermutlich) der Heide sieht. Die Sünde setzt einen universalen Verhaltenscode vorraus, der Begriff der Schande hingegen lässt meiner Meinung nach noch den Freiraum zu relativieren. Durch eine Schandtat habe ich mich in irgendeiner Weise jemandem gegenüber "schlecht" verhalten, dass können natürlich auch die Götter sein. Es betrifft aber nicht a priori die Götter. Und nur ich selber kann für mich enscheiden, ob das jetzt gut oder schlecht war, unabhängig von den, den Gesetzen des Wyrd gemäßen, Reaktionen, die unweigerlich auf jede Tat folgen. Man sollte halt bei jeder Entsceheidung abwägen: Ist es das, was die Gesellschaft will, das was ich will, und wie verhällt sich das zueinander?

    Ich würde mich hüten, menschliche Verhältnisse/ Wertevorstellungen den Göttern anzulegen!


    Frigg ist - zumindest für mich - die Göttin der freien Liebe, mit Betonung auf die Mutterschaft, die Mutterliebe. Die Ehe hingegen ist ein "Gebilde von Menschenhand". Drum ist sie nicht a priori schlecht und ablehnenswert, aber so nicht direkt auf die Götter zu übertragen. Aber: Die Ursache für eine gute Ehe sollte ja wohl das sein, was man landläufig unter "wahrer Liebe" versteht. Und gerade Frigg hat davon doch ganz besonders viel übrig, wenn sie Odin immer wieder aus Neue verzeiht, ihm treu bleibt. Daraus lässt sich durchaus eine "Funktion Eheschutzgöttin" ableiten. Aber nur, wenn man betont, wofür Ehe steht.


    Andersrum betrachtet: Die Mythen vermitteln uns ja einen Blick der Menschen auf die Götter (nicht andersrum, wie`s einem diverse Buchreligionen ihrerseits weismachen wollen). Jetzt kenn ich das "Prinzip Stärke" und ich nehme an, dass es einen Gott gibt, der das Wetter "macht". Mit anderen Worten: Der dafür zuständig ist, dass Blitz und Donner plus Hagelschlag und Regen undwasnichalles orndnungsgemäß funktioniert. Wir nennen ihn Thor. Dieser wiederum ist im Mythos Fjoergyns und Odins Sohn, d.h. der Sohn der Mutter Natur sowie des weisen Grenzen-Überschreiters, was doch ziemlich logisch erscheint. Da ist Frigg eben überhaupt nicht dabei, weil: Mutterliebe brauchts im Kampf gegen das Chaos dieser Welt eher weniger.


    Gleichzeitig - um mal die Ebene des Mythos zu verlassen und ins Sein zurück zu kommen - SIND die Götter: Punktum. Es existiert etwas da draußen, dass das Gleichgewicht der Welten erhält und uns sogar Segen bescheren kann. Wir denken es im Plural, wir meinen es so zu wissen - kein Problem. Das Konzept hat globale Beliebtheit. Aber wie genau die Beziehung zwischen diesen "Göttern" aussehen, das wissen wir nicht. Nur eben prinzipiell, allegorisch, "auf einer anderen Ebene". Zwischen realem Mythos und realem Kult besteht ein meilenweiter Unterschied, ist das eine doch eher Interpretation und das andere "Verbindung mit den Göttern". Welche schon immer wahren - geboren von wem und wann? Wir wissen es nicht. Welche SIND - aber wie? Wir wissen es nicht. Und auch sein werden - wie lange noch? naja... bis dieser Kreis sich schließt.


    PS: Gedanken, in luftleeren Raum geworfen... vllt brauchbar vllt auch nicht...

    Ich würde mich hüten, menschliche Verhältnisse/ Wertevorstellungen den Göttern anzulegen!


    Frigg ist - zumindest für mich - die Göttin der freien Liebe, mit Betonung auf die Mutterschaft, die Mutterliebe. Die Ehe hingegen ist ein "Gebilde von Menschenhand". Drum ist sie nicht a priori schlecht und ablehnenswert, aber so nicht direkt auf die Götter zu übertragen. Aber: Die Ursache für eine gute Ehe sollte ja wohl das sein, was man landläufig unter "wahrer Liebe" versteht. Und gerade Frigg hat davon doch ganz besonders viel übrig, wenn sie Odin immer wieder aus Neue verzeiht, ihm treu bleibt. Daraus lässt sich durchaus eine "Funktion Eheschutzgöttin" ableiten. Aber nur, wenn man betont, wofür Ehe steht.


    Andersrum betrachtet: Die Mythen vermitteln uns ja einen Blick der Menschen auf die Götter (nicht andersrum, wie`s einem diverse Buchreligionen ihrerseits weismachen wollen). Jetzt kenn ich das "Prinzip Stärke" und ich nehme an, dass es einen Gott gibt, der das Wetter "macht". Mit anderen Worten: Der dafür zuständig ist, dass Blitz und Donner plus Hagelschlag und Regen undwasnichalles orndnungsgemäß funktioniert. Wir nennen ihn Thor. Dieser wiederum ist im Mythos Fjoergyns und Odins Sohn, d.h. der Sohn der Mutter Natur sowie des weisen Grenzen-Überschreiters, was doch ziemlich logisch erscheint. Da ist Frigg eben überhaupt nicht dabei, weil: Mutterliebe brauchts im Kampf gegen das Chaos dieser Welt eher weniger.


    Gleichzeitig - um mal die Ebene des Mythos zu verlassen und ins Sein zurück zu kommen - SIND die Götter: Punktum. Es existiert etwas da draußen, dass das Gleichgewicht der Welten erhält und uns sogar Segen bescheren kann. Wir denken es im Plural, wir meinen es so zu wissen - kein Problem. Das Konzept hat globale Beliebtheit. Aber wie genau die Beziehung zwischen diesen "Göttern" aussehen, das wissen wir nicht. Nur eben prinzipiell, allegorisch, "auf einer anderen Ebene". Zwischen realem Mythos und realem Kult besteht ein meilenweiter Unterschied, ist das eine doch eher Interpretation und das andere "Verbindung mit den Göttern". Welche schon immer wahren - geboren von wem und wann? Wir wissen es nicht. Welche SIND - aber wie? Wir wissen es nicht. Und auch sein werden - wie lange noch? naja... bis dieser Kreis sich schließt.


    PS: Gedanken, in luftleeren Raum geworfen... vllt brauchbar vllt auch nicht...

    Ich versteh die Problematik im Moment nicht so ganz, denn: Es werden unsereinem wohl kaum Menschen unterkommen, die sich Ásatrú nennen und es nicht sind, da sie in Wahrheit irgendwelche Esofuzzis sind (Die wollen sich aber vermutlich garnicht so sehr "festlegen"). Es passiert eher, dass es Personen gibt, die quasi zu sehr Ásatrú sind und in einem dogmatisch-reingermanischen Glauben versinken.


    Darüber hinaus würde ich mich eher an der "Schnittmenge von mir verehrter Götter" orientieren, als an den "9 Tugenden". Ich verstehe mich in erster Linie als Heide. So, eine Form von Religiosität ist also vorhanden. Bloß welche? Jetzt komme ich aus einem bestimmten Kulturkreis und/ bzw. fühle mich zu einer bestimmten Sichtweise auf die Götter hingezogen, in meinem Fall wär das der Wust zwischen Alpen und Nordpol. Diese also ziemlich germanische Fixierung sagt mir, dass ich zur Ásatrú gehöre. Jetzt stell ich daneben aber noch fest, dass viele heidnische Religionen Parallelen aufweisen und darüber hinaus - was z.B. Riualistik angeht- unsere eher mager ausfällt (historisch gesehen). Macht es mich zu weniger Asentreu, wenn ich (hinduistisch inspiriert) den Tag mit einem Gebet anfange und beende? Wohl kaum. Aber damit glaube ich nicht "an irgendwas", sondern habe im Einklang mit meinen Überzeugungen BEWUSST - und das ist hier das absolute Schlüsselwort - eine bestimmte Form von Verehrung gewählt. Echt-germanische Glaubensinhalte sind rar gesäht und die 9 Tugenden auch "nur" ein Konstrukt. Wenn auch ein sehr gutes. Im Übrigen waren auch unsere Ahnen nicht unfehlbar...


    ...und: Generiert ein bestimmtes Pantheon spezifische Glaubensvorstellungen? Natürlich - aber der Freraum innerhalb grober Eckpunkte ist offensichtlich immernoch immens...

    Ich versteh die Problematik im Moment nicht so ganz, denn: Es werden unsereinem wohl kaum Menschen unterkommen, die sich Ásatrú nennen und es nicht sind, da sie in Wahrheit irgendwelche Esofuzzis sind (Die wollen sich aber vermutlich garnicht so sehr "festlegen"). Es passiert eher, dass es Personen gibt, die quasi zu sehr Ásatrú sind und in einem dogmatisch-reingermanischen Glauben versinken.


    Darüber hinaus würde ich mich eher an der "Schnittmenge von mir verehrter Götter" orientieren, als an den "9 Tugenden". Ich verstehe mich in erster Linie als Heide. So, eine Form von Religiosität ist also vorhanden. Bloß welche? Jetzt komme ich aus einem bestimmten Kulturkreis und/ bzw. fühle mich zu einer bestimmten Sichtweise auf die Götter hingezogen, in meinem Fall wär das der Wust zwischen Alpen und Nordpol. Diese also ziemlich germanische Fixierung sagt mir, dass ich zur Ásatrú gehöre. Jetzt stell ich daneben aber noch fest, dass viele heidnische Religionen Parallelen aufweisen und darüber hinaus - was z.B. Riualistik angeht- unsere eher mager ausfällt (historisch gesehen). Macht es mich zu weniger Asentreu, wenn ich (hinduistisch inspiriert) den Tag mit einem Gebet anfange und beende? Wohl kaum. Aber damit glaube ich nicht "an irgendwas", sondern habe im Einklang mit meinen Überzeugungen BEWUSST - und das ist hier das absolute Schlüsselwort - eine bestimmte Form von Verehrung gewählt. Echt-germanische Glaubensinhalte sind rar gesäht und die 9 Tugenden auch "nur" ein Konstrukt. Wenn auch ein sehr gutes. Im Übrigen waren auch unsere Ahnen nicht unfehlbar...


    ...und: Generiert ein bestimmtes Pantheon spezifische Glaubensvorstellungen? Natürlich - aber der Freraum innerhalb grober Eckpunkte ist offensichtlich immernoch immens...

    Auch ich habe drittens Angekreuzt und stimme meinen Vorgängern in Hinsicht der Komplexität und Schwierigkeit des Themas voll und ganz zu, leider fehlt mir iim Moment die Zeit etwas längeres zu schreiben, also in aller Kürze...


    Ich benutze zur Charakterisierung der Götter gerne einen Vergleich: Stellen wir uns die Natur mal als Auto vor. Nun bin ich kein Experte auf dem Gebiet, absolut nicht. Aber wo z.B. die Christen ihren Gott quasi als Autobauer/ -mechaniker auftreten lassen, sehe ich die Götter als das Benzin, welches die ganze Schose am Laufen hält (oder als Fahrer, der das Auto lenkt - hier müsste man eine Gebundenheit/ Abhängigkeit des Fahrers an sein Gefährt vorraussetzen.) Die Götter sind existente Persönlichkeiten, bzw. das, was wir davon erkennen können/ glauben zu erkennen, nur eben auf geistiger Ebene, ein Umstand, der sie trotzdem nicht weniger real und wirkmächtig sein lässt ("geistige Ebene" ist in diesem Falle kien Bruch runter auf eine pure Psychologisierung!!).


    ...und in diesem Sinne sind die Götter genauso Wesen wie Prinzip.

    Auch ich habe drittens Angekreuzt und stimme meinen Vorgängern in Hinsicht der Komplexität und Schwierigkeit des Themas voll und ganz zu, leider fehlt mir iim Moment die Zeit etwas längeres zu schreiben, also in aller Kürze...


    Ich benutze zur Charakterisierung der Götter gerne einen Vergleich: Stellen wir uns die Natur mal als Auto vor. Nun bin ich kein Experte auf dem Gebiet, absolut nicht. Aber wo z.B. die Christen ihren Gott quasi als Autobauer/ -mechaniker auftreten lassen, sehe ich die Götter als das Benzin, welches die ganze Schose am Laufen hält (oder als Fahrer, der das Auto lenkt - hier müsste man eine Gebundenheit/ Abhängigkeit des Fahrers an sein Gefährt vorraussetzen.) Die Götter sind existente Persönlichkeiten, bzw. das, was wir davon erkennen können/ glauben zu erkennen, nur eben auf geistiger Ebene, ein Umstand, der sie trotzdem nicht weniger real und wirkmächtig sein lässt ("geistige Ebene" ist in diesem Falle kien Bruch runter auf eine pure Psychologisierung!!).


    ...und in diesem Sinne sind die Götter genauso Wesen wie Prinzip.