Beiträge von artjulain

Schon gewusst…?

Die Dächer ihrer Häuser deckten die Wikinger für eine effektive Wärmedämmung mit Grassoden.
Im Inneren des Hauses brannte immer ein offenes Feuer. Rundherum bauten die Wikinger Bänke, die Schlaf- und Sitzplätze für die gesamte Familie boten.


    Hey sogar der SadoMasoHeide Himself lässt sich wieder blicken und beehrt uns mit seinem geistigen Ergüssen. War das Andreaskreuz besetzt?


    Klar, damit mich die SMHeiden besuchen kommen und mal richtig durchpeitschen


    Ist das ein Thema für euch ? - Wen wollt ihr damit erreichen ? glaubt ihr der Anteil heidnischer Kleinbürger im AF ist dafür groß genug - im Grunde entlarvt ihrt euch doch nur selbst mit diesen peinlichen Kindereien von wegen "Weltoffen" - ihr generiert euch hier als blanke Spießer (ganz abgesehen davon daß dieses Verhalten bei Ausenstehenden ja auch noch ganz andere (durchaus auch persönliche) Defizite suggerieren kann, das habt ihr ja mit diesem Blödsinn gar nicht mehr in der Hand. Das ganze könnte sich zum Boomerang entwickeln - indem die Szene am Ende nicht mich , sondern euch als peinlich empfindet.


    Wie dem auch sei - ich habe meinen Meinung zu dem ganzen Hickhack zwischen dem AF und dem Rest der Szene dargelegt, Ihr müsst am Ende selbst wisen wie ihr euch innerhalb der neuheidnischen Szene plazieren möchtet - nun geh ich wieder meine alten Beiträge kopieren und schweige stille. :rolleyes:

    schuld sind immer die (gerne auch DIE) aus dem AF - und meistens Arti oder Firni - manchmal auch Firni und Arti, aber einer von denen war es immer.


    Ja - mit dem feinen Unterschied, daß der liebe Arti im Moment von Euch beiden der einzige ist, der dafür dann auch gegebenenfalls den Kopf hinhalten muss, und daß dies bei all den Umtrieben an denen Mitglieder des AF mutmaßlich beteiligt waren ( und sind ?) bisher ohnen nenenswerte Folgen für ihn blieb, ist lediglich der Tatsache geschuldet, daß Rechtsanwälte und Internet Regergen eben nunmal Geld kosten, das dann am Ende bei Arti nicht zu holen ist - so jedenfalls das allgemeine "Szenengeflüster" das da durch die Stammtische weht.


    Da Du aber so gerne deinen Namen in seinem Windschatten nennst, fände ich es einen Akt der Solidarität, wenn du deinen eigenen Klarnamen nebst Adresse unter seinen ins Impressum scheiben würdest - vielleicht als Administratator des Spaßheidentums ?- oder Chef der heidnischen Inquisition untere anderem wider das Hobbyheidentum und die Babymetaller ?


    Ich denke da hätten dann einige richtig Spaß dran ;)


    ps
    Vor allem könnten dann vielleicht wenigstens ein Teil der ganzen "schwebenden Verfahren" die diese Szene so sehr zur Lachnummer verkommen lässt höchst richterlich zur Akte gelegt werden, zumal ich keinen Moment daran zweifle, daß dein besonderer Witz hieraus allenthalbe siegreich hevorgehen würde.


    :prost:


    PS: Ich finde die Beitraege vom "Kind" wesentlich erwachsener als manches Rumgeschwafel, hinter dem mitunter nicht so viel verborgen ist.


    Liebe Wanderin - wer weiß daß ich das Profil "Volkwin ... " für einen Fake halte (und das wissen eigentlich einige), der weiß auch daß der Beitrag ironisch gemeint war ... ;)


    @ Firnwulf
    Wurde ich gesperrt ? - war aber ein kurzes Vergnügen, so viel Disziplinierung auf Ein Mal tut echt weh. ;)

    @ Volkwin
    Liebes Kind - ich danke dir für deinen Zuspruch, jetzt geht es mir schon echt besser - und sag deinere Mamma sie soll dich nicht immer so lange auflassen, das kann bei Pubertierenden zu Entwicklungstörungen führen. ;)

    @ Firnwulf
    Nun Firni - Es gibt sicher Menschen in diesem Forum, für die wäre ein Forum ohne Firnwulf ein besseres Forum, und sicher gibt es auch welche, die sich ohne Artjulain geradezu befreit fühlen würden. Es gibt sicher auch einige, die mir die eine oder andere Kompetenz absprechen (ich denke allerdings nicht sehr viele), wohingegen es sicher Menschen im Forum gibt, die dir gar nicht erst eine zubilligen - schon gar keine "Soziale" - zumal dann wenn man dort die Achtung Neopaganer Menschen einfordert (ausgerechnet von Menschen die das nie in Zweifel liesen), um hier ungebremmst seine Witzchen über "Spritualisten" , "Hobby-Heiden" und sonstige neuheidnische Erscheinungen zu reißen, die dem Herrn Firnwulf als misslich erscheinen.


    Du bist durch deine Stellung geschützt und darfst öffentlich tief und genüsslich in den verbalen Unrat deiner Gedankenwelt tauchen - andere dürfen das nicht öffentlich - aber die Gedanken sind schließlich frei, damit muß man leben Alter.


    Im Vergleich zu deinen persönlichen Verbalattaken im Forum, ist das hier auch sicher relativ harmlos formuliert, eine manierliche Offtopic-Antwort (ist das hier im Wolfsgeheul überhaupt offtopic ?) auf einen eher unmanierlichen persönlichen Offtopic-Angriff, sowie auf deine immer wieder zu Tage tretende grundsätzliche Einstellung zu weiten Teilen des von dir ach so verteidigten Neuheidentums - was manche wohl durchaus als verlogen betrachten könnten -Was ich natürlich nicht tue (Trotzdem bin ich realtiv sicher, daß das wieder zu einer deiner Abmahnungen führt, es gibt eben einfach Menschen, die sich auf Grund ihrer Stellung ein wenig "Gleicher" fühlen, darfst Du ja auch - kleiner Mann)


    Wo?


    Zur historischen Korrektheit und wissenschaftlichen Untermauerung der Fylgjen




    Okay.. und warum erwähnst Du es dann?


    Das sollte nur ein Beispiel benennen, daß ich eure Ansätze auch einfach mal unhinterfragt stehen lassen kann, sie sind desswegen ja nicht falsch, es bschreibt die Märchen eben aus psychologischer Sichtweise - mein Ansatz wäre in anderer, aber er würd alles verkomplizieren .- also ist es einfach gut so (ich wiß nicht wie oft ich jetzt noch schreiben soll, daß es "Gut so ist".

    Wenn Du gerne Deine heidnische Sicht einbringen würdest, oder Etwas "heidnischer" sehen möchtest, dann liegts doch an Dir, dies zu tun, anstatt anderen - hier wieder unterschwellig - Vorwürfe zu machen. Wenn Du das nicht in Anspruch nimmst... was soll dann die Aussagen mir jetzt explizit sagen? Dass "Du" es ja viel besser weißt!?


    Kein Vorwurf - nur ein Hinweis, daß ich eben explizit nicht überall meinen Senf dazu geben muss, wenn sich vermuten lässt, daß dieser nur wieder zu Grundsatzdebatten führt - das ist euer Kind und gut is



    Und das mit der guten Fee ist mir grad nicht in Erinnerung in Bezug auf Firnwulf, aber Firnwulf, vielleicht könntest Du Dich ja mal dazu äußern, ob in der AG Märchen und Mythen Dir der Mund verboten worden ist, bzw. Du artjulain mir bezgl. dessen mal die Passagen des gescheiterten Versuchs heraussuchst.


    Firnwulf hat das in einem Beitrag zur Fylgja geschrieben - ein sehr interessanter Ansatz, der halt nicht aufgegriffen wurde.

    Zitat von 'Suchender_Ex_Christ


    Ich bin mir relativ sicher das noch Bindungen in der unsichtbaren Welt vorhand


    Wie kannst du wissen, dass sie noch besteht und gleichzeitig sagen, dass es mit dem Glauben nichts zu tun hat, wenn ihre Existenz vorraussetzt, dass du an sie glaubst?


    Er kann es schon deshalb WISSEN, da er diese Bindung mystisch „ERFAHREN“ hat, was mit bloßem kirchlichem Glauben gar nichts zu tun hat, diesen vielmehr hinter sich lässt und eine eigene spirituelle REALITÄT schafft, deren Bindungen zu einem Göttlichen REAL existieren.


    In diesem Sinn möchte ich unserem neuen Forums-Atheisten den folgenden Link auf eine unserer Forums-Seiten empfehlen, auf daß er sich „heidnisch“ ein wenig weiterbilden möge um mal all die vielschichtigen und vielseitigen Weltbilder kennenzulernen, die sich da im germanischen Neuheidentum so entwickelt haben –


    Mit einem kleinen Hinweis vielleicht noch –
    Wenn Du schon selbst real existierende Götter oder ein reales Göttliches (unabhängig jeglicher Glaubensvorausstzungen) verneinst, dann halte dich doch einfach bei Themen ein wenig zurück, bei denen es um nichts anderes als genau dieses Thema geht (die sind gar nicht so häufig), denn was bitte hättest du denn dazu beizutragen, als in einem „Heidenforum“ das spirituelle Weltbild eines Heiden in Frage zu stellen (bzw. „nicht zu verstehen“ ) ?


    Wenn wir hier aber – bei der im Neuheidentum herrschenden Diversifizierung spirituellen Lebens – anfangen uns gegenseitig die spirituellen Weltbilder zu hinterfragen - dann fliegt uns bald der ganze neuheidnische Laden um die Ohren – Das beleuchtet dann auch ein wenig den Wutanfall von Alvara.


    Für dich also – und alle anderen die es ein wenig vergessen haben mögen - der folgende Link
    Vom Wesen der Götter




    Und weil sich da ja wieder so richtiger Aufruhr breit macht und sich Menschen angegriffen fühlen die ja nur „helfen“ wollten
    @ Kisa @Ravena Lille Runa @ Kendra


    Einem Mystiker aus einer archetypischen (oder einer ihr verwandten) Weltsicht heraus helfen zu wollen, ist in meinen Augen schlicht Blödsinn – ich maße mir ja auch nicht an, in euren Beiträgen irgendwo die tiefenpsychologischen oder sonstigen „gedanklichen“ Ansätze und Betrachtungsweisen spiritueller Zusammenhänge mit meinem mystisch-schamanistischen Promborium zu blästigen – wo hätte ich das je getan.


    Nehmen wir z.B. die „AG Märchen“
    Naehzu alle Besprechungen einzelner Märchen finden auf einer eher tiefenpsychologischen Ebene statt – vorchristlich Motive (also eigentlich heidnische) als Motivquelle kommen faktisch nicht vor - Firnwulf hat mal vergeblich einen Versuch gestartet „Die Fylgja als „Gute Fee“ – ich würde mich da nimals einmischen, das ist euer Ding und damit Ausdruck eurr Weltsicht und das ist ok so.


    Den Rest eurer Verlautbarungen vergessen wir jetzt einfach - das sind die üblichen psycho-verbalen Streitäxte die ihr in solchen Fällen schwingt - das hat schon was schmunzelndes - und das meine ich jetzt auch ganz ehrlich ;)

    Zitat:
    "Wer sagt „Wir sind was wir denken“ – der erfährt folglich alle Erscheinung auch gedanklich – ergo stellt er sich die Götter nur vor, mystische /schanmanistische Gotteserfahrungen sind hier reine Vorstellung / gedankliche Entrückungen an sich rein materieller Begebenheiten. "
    So ein oberflächliches ..... ist mir selten vorgekommen.


    Liebe Kendra


    1) Ist das beileibe nicht nur meine Meinung hier im Forum


    2) Werte ich spirituelle Weltbilder nicht (Das weiß man eigntlich auch hier im Forum, wennman es wissen will) - also auch keine Archetypischen oder Verwandte - diese Negativwertung hat sich jetzt schlicht in deinen eigenen Gedanken gebildet - das muss ich nicht kommentieren.



    Denn gegen Ende hatte ich schon das Gefühl,das er eine Idee hatte,wie der Weg weitergehen kann-ohne
    "heidnische Menschen, denen ich die Fähigkeit dazu absolut zutraue, und denen es eine Ehre und Aufgabe wäre, einen „Suchenden“ auf seinem Weg zu neuen spirituellen Ufern zu begleiten (Was immer dann diese Ufer auch sein mögen)"
    Die Delegation einer Aufgabe,die man selber erledigen kann,weil es den eigenen Geist,den eigenen Körper und die eigene Seele betrifft entmündigt den Fragesteller und stellt ihn auf die Stufe eines Unmündigen.
    Es ist immerhin ein Unterschied,ob ich meine Gemeinde in Abhängigkeit ob meines hohen Wissens züchten muß,oder ob ich es mit freien Erwachsenen zu tun habe!


    Das ist schlichter Quatsch - denn


    1) kann eine rituelle Lösung nur in intensiver Zusammenarbeit mit dem Betroffenen stattfinden, wobei ein schamanisch befähigter Mensch hier nur den Begleiter stellen kann - so wie es bei zahlreichen vergleichbaren Fällen innerhalb schamansitischer Völker Heute tagtäglich üblich ist - in deiner ständigen Fixierung auf westlich-klerikale oder sektiererische Strukturen, hast du völlig außer Acht gelassen, daß das was du angreifst sich auch auf existente schamanische Traditionen stützt - (was gar nich mal unbedingt nötig wär - da gäbe es auch noch andere heidnische Traditionen, aber diese stellen in meinem Umfeld eben die sträksten Kräfte und die würden eben niemals Geld dafür verlangen oder sich irgendwelche Anhängerschaften wünschen oder irgenn so ein Blödsinn.


    2) Was ein Betroffner und der Schamanenbegleiter seiner Wahl miteinander besprechen und wie sie dabei vorgehen geht uns alle - mit Verlaub - einen feuchten Kehrricht an, das könnte ich deshalb schon nicht wissen, weil es noch gar nicht erarbeitet wurde - was möchtest Du da also von mir hören ?

    Zunächst dank ich Alvara für ihren Beitrag, ich glaub ohne diesen kleinen Wutausbruch, hätte ich mich auf Grund der Gemengelage innerhalb des Forums kaum zu meinem eigenen hier aufgerafft.


    Ich denke ich fasse den ganzen bisherigen Thread-Verlauf mal ein wenig zusammen, auf daß da einige den Schrott erkennen mögen, der da teilweise abgesondert wurde, und wir alle noch mal zurück auf Los gehen, um dann in "heidnischem Sinne" vernünftig mit dem Anliegen von *Suchender_Ex_Christ“ umzugehen.


    Dazu zunächst mal die Texte des Thread-Erstellers zusammengefasst :



    Bis hier her sind alle vorherigen Antworten „Makulatur“ – Da bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar sein konnte, daß es sich hier nicht um eine bloße „Wassertaufe“ als Auffnahmeritual einer kirchlichen Gemeinschaft (Verein) handelt, sondern um eine WIRKSAME GOTTESERFAHRUNG IM RAHMEN EINES SPIRITUELLEN RITUALS – das heißt es handelt sich um ein MYSTISCHES / SCHAMANISTISCHS Erlebnis, die eine WIRKSAM BINDUNG an ein GÖTTLICHES geschaffen hat , und nur mystisch/schamanistisch aufzulösen ist.


    Zudem wurde auch klar, daß die Person sich längst aus dem rein „kirchlichen“ Zusammnhang gelöst hatte, daraus also auch nicht mehr „BEFREIT“ werden muss – sondern daß es ausschließlich um jene mystische Bindung an ein Göttliches geht.


    Von allen weiteren Antworten hätte man spätestens JETZT also erwarten müssen, daß sie DIESEN Umstand einer DIREKTEN GOTTSERFAHRUNG thematisch aufnehmen und entsprechend würdigen – erschreckender Weise trat jedoch das Gegenteil ein, und ehrlich, ich glaube daß die meisten überhaupt nicht begriffen haben wovon der Mann da eigentlich spricht.


    Um das zu verdeutlichen hab ich das folgende ein wenig verändert, und habe die Antworten die den spirituellen Vorgang als Akt des Glaubene ODR des Denkens betrachten usammengefasst.


    @Dvrger @ Lill Runa @ Ravna Cal @ Kisa

    Zitat von 'Suchender_Ex_Christ


    Ihr geht hier von einer atheistischen / archetypische / gedankliche Realität aus. Ihr sagt ja quasi aus, das etwas nur deshab existiert weil ich daran glaube / daran denke.
    Das sehe ich aber anders. Angenommen es gibt eine unsichtbare Welt die zwar nicht sichtbar ist aber trotzdem existiert, dann existiert die ja auch wenn ich nicht daran glaube / denke. Es können ja auch Dinge real sein ohne das jemand daran glaubt / denkt.


    Was folgte war, daß Menschen die sich selbst als Heiden bezeichnen diese seine Gotteserfahrung wie eine Krankheit behandelten (was unser neuer Forums-Atheist dazu zu schreiben wusste, fällt aus naheliegenden Gründen dagegen ja eher weniger ins Gewicht – der könnte auch über ein Rezept zur Gulaschsuppe schreiben, das hätte in etwa den gleichen inhaltlichen Wert zum Thema)

    - Enigermaßen drollig fand ich noch den Vorschlag ihn zum Sektenberater zu schicken. Ich denk der Mann wäre leicht überfordert, einem Hilfesuchenden die mystische Bindung an ein Göttliches „aufzulösen“ – und der Absprung aus der religiösen Gemeinschaft ist ja längst vollzogen – was soll der arme Mann also noch beraten ? (den Gang zum Psychiater ? – sihe unten ?)

    - Weniger drollig fand ich die Sache mit der „Gehirnwäsche“ – denn das würde bedeuten, daß ich allen anderen religiösen Gemeinschaften die Fähigkeit zu wahre Gotteserfahrungen (religiöser Mystik) schlicht abspreche – sondern davon ausgehe daß jegliches mystisch Ereignis aus einer Gruppe heraus, das Ergbenis psychischer Manipulation darstellt.


    - Richtig kriminell wird es jedoch, wenn ich ein so glasklar als Gotteserfahrung geschildertes mystisches Ereignis direkt als persönliche „Wahnvorstellung“ behandle und zum Psychiater rate.
    (Muss ich dann davon ausgehen, daß das auch heidnische „Wahnvorstellungen“ betrifft ? – Denn wo läg der Unterschied ?)


    Wer so denkt, der verneint im Grunde die Möglichkeit mystischer Gotteserfahrung, wobei ich persönlich der Meinung bin daß die Vorstellung der Götter als „GEDANKLICHE“ Archetypen einem so definierten Gott ohnedies kaum mystisch begegnen kann (muss er auch nicht !) - Wer sagt „Wir sind was wir denken“ – der erfährt folglich alle Erscheinung auch gedanklich – ergo stellt er sich die Götter nur vor, mystische /schanmanistische Gotteserfahrungen sind hier reine Vorstellung / gedankliche Entrückungen an sich rein materieller Begebenheiten.


    Niemand verlangt jedoch von den einzelnen Anhängern der zahlreichen divergierenden spirituellen Weltbilder des Neuheidentums, daß sie die jeweils anderen nachvollziehen müssen, was aber absolut vorauszusetzen ist, das ist der Respekt für andere spirituelle Ansätze, und Gottserfahrungen zu pathologisieren (Psychiater), nur weil sie für jemand nicht nachvollziehbar scheinen, das ist eines Heiden unwürdig.

    Der langen Rede kurzer Sinn – Ich teile Alvaras Meinung, hier wurde durch ein mystisches Ereignis eine Bindung an ein Göttliches geschaffen, das nur rituell (vorzugsweise in einem mystischen Vorgang) aufzulösen ist.
    Ich kenne heidnische Menschen, denen ich die Fähigkeit dazu absolut zutraue, und denen es eine Ehre und eine Aufgabe wäre, einen „Suchenden“ auf seinem Weg zu neuen spirituellen Ufern zu begleiten (Was immer dann diese Ufer auch sein mögen) und das selbstverständlich ohne einen einzigen Cent dafür zu verlangen.

    artjulain
    Sehr interessant - nochmals danke dafür.
    Nur, wenn es nicht zu persönlich ist - jetzt würds mich aber schon interessieren, wie du es mit deinem Geburtstag hältst. Wieviel von dem Geschriebenen schaffst du, für dich umzusetzen? Nur aus reiner Neugier...


    Aus meiner Familie war ich der Erste dessen Geburtstag im Zeichen seines "Schutzgeistes" stand. Damals war jedoch weder meinen Eltern noch sonstigen Mitgliedern der Familie der Namen Fylgja ein Begriff - der Umstand daß mein Geburtstag so gefeiert wurde, hatte keine Tradition als Hintergrund, sondern stand direkt in Zusammenhang mit Ereignissen um einen Unfall den ich im selben Jahr (mit 6 Jahren) hatte - letzlich war es eine Idee meiner Großtante Colomba.


    Im Laufe der Zeit gewöhnten sich mehr Familienmitglieder an, an ihrem Geburtstag auch ihren Schutzengeln oder Schutzgeistern (je nach religiöser Ausrichtung) zu danken. Das beeinflußte dann auch mit der Zeit den Freundeskreis. In dieser Zeit forschten dann auch die ersten nach möglichen realen Wurzeln. Daß mein Schutzgeist eine Fylgja ist, weiß ich zum Beispiel erst durch Lektüre seit Ende der 80er Jahre - daß sie mir als Waldhabicht begegnet, dagegen schon immer.


    Der Geburtstag meines Sohnes wurde von Anfang an auch als Opferfets der Fylgja gefeiert - allerdings 1 Tag später in der Perchtennacht zusammen mit dem Opfer an Frija, da zwei Feste hintereinander zuviel Aufwand wären. Dann bringt die Perchta ab nächstem Jahr auch die Geschenke (D.h. wenn die Eltern sich endlich über das Aussehen dieser Perchta geeinigt haben, aber sie haben ja fast noch 1 Jahr Zeit :) )


    ps
    Meine Schwieger freuen den sich immer mehr mit dem Gedanken an, an ihren Geburtstagen ihrem Schutzengel eine Kerze zu entzünden - die Idee scheint religionsübergreifend einen tiefen Eindruck zu hinterlassen.

    Wenn ich hier jetzt das Thema „Germanische Geburtstagsvorstellung“ aufgreife, möchte ich zugleich die Gelegenheit nutzen, die Bedeutung der im weitesten Sinne mit Sippen- und Clan-Traditionen verbundenen antiken Familien-Kulte (Ahnenkulte) herauszuarbeiten.


    Würde man die These aufstellen, daß die bronzezeitlichen Kulturen Europas, die sich seit 2.200- 1.800 v. Chr. aus dem megalithen und indouropäischen Neolithikum entwickelt haben, aus einer gemeinsamen schamanistischen Grundhaltung heraus, alle zu vergleichbaren Familien- und Sippen-Kulten gefunden haben, so wär es bei aller Vorsicht erlaubt, die dokumentierten Kulte einzelner früher europäischer Zivilisationen auf die proto-germanischen Verhältnisse zu transferieren, soweit sich dort zumindest EINZELNE Elemente eines vergleichbaren Kultverständnisses nachweisen lassen.


    Die Bronzezeit kann durchaus für alle europäischen antiken Völker, als „Wiege“ ihrer spirituellen und mythologischen Weltbilder bezeichnet werden, jene Zeit in der ihre beiden starken neolithischen Wurzeln – megalithische und indoeuropäische Kultur - miteinander verwuchsen.


    Prägend und damit kultisch beherrschend für diese Zeit war jedoch die Erfahrung als oftmals wandernde Kleingruppe (der Sippe, des Clans), die sich auch im Verlauf größerer Gruppenbildungen in der frühen Eisenzeit erhielt (bis in die Begründung früher Stadtpolis durch solche Stammesverbände hinein).


    Aus diesem Denken im Sippen- und Clan/Familien-Zusammenhang entwickelten sich alle Kulte die die Lebenskreis-Ereignisse der einzelnen Sippen und Familienmitglieder betrafen und beherrschten das Denken der frühen Polis (Mykenisch, Frühgriechisch / Ionisch, etruskisch, Keltisch, Italisch etc.) weit stärker als irgend welche übergeordneten „staatstragenden“ Strukturen.


    Dieses Sippen- und Clan-Denken und ihr kultisches Selbstverständnis , wurzelte jedoch (wie bschrieben) in ältesten schamanistischen Weltbildern, die nicht nur die Lebenskreis-Erfahrungen der LEBENDEN umspann, sondern den Clanverband über das Diesseits hinaus ins Jenseits führte, indem es die Verstorbenen daurhaft durch Ahnenkult und Ahnnverehrung an die Sippe oder den Clan band. Lange bevor sich also ein greifbares Göttliches Verständnis von der Welt entwickelte, in dem göttlich Kräfte die Geschicke der Menschen beeinflussten, beherrschten neben den Geistern der Natur vor allem die Geister der Toten das Geschick der menschlichen Gemeinschaft, und dieses Übergewicht erhielt sich selbst in die antike Völkerwelt hinein, deren PERSÖNLICHE Kulthandlungen zu etwa 80 % die Welt der Ahnen-Geister betraf, und nur zu etwa 20 % die Welt der Götter – und wir reden hier von vergleichsweisn „modernen“ Hochkulturen wie den Griechen und den Römern.


    Daraus lassen sich zwei „plakative“ Feststellungen treffen :

    1) Die antiken Lebenskreisfeste feiern die Lebenden und VOR ALLEM die Toten der eigenen Sippe / Familie – es sind demzufolge immer auch Ahnenfeste.

    - Die Präsenz der Götter spielt daher in den entsprechenden Kulthandlungen keine oder eine gesellschaftlich übergeordnete Rolle, nämlich dort , wo die Sippe als gesellschaftlicher Träger eines Staatswesens (Polis) verstanden wird, dort werden solche Ahnenfeste zu gesellschaftlichen Ereignissen, die sich unter den Schutz der jeweiligen Staats-/Stadgottheiten stellen – damit jedoch immer noch nicht Teil des direkten kultischen Vorgangs sind.
    .
    2) Das kultische Alltagsleben des Einzelnen, ist in der überwältigenden Mehrheit seiner persönlichen Kulthandlungen auf die Erscheinungen und Phänomen ausgerichtet, die sich aus einem bronzezeitlichen Sippen und Ahnenverständnis erzeugen – und nur zum geringsten Teil direkt auf die Welt der Götter bezogen.
    - Diese Welt des Göttlichen entwickelte sich sehr viel mehr aus der sozio-politischen Gemeinschaft heraus, war also immer sehr stark gesellschaftlich geprägt. Gerade aus diesem soziomorphen Gottsverständnis heraus, entwickelte sich ja das durch die Gesellschaft getragene Priester- , Tempel- und Orakelwesen – also das Delegieren der Gottsverehrung und Gottsbefragung an eine besondere, darauf spezialisierte gesellschaftliche Gruppe.


    In diesem Sinne, würde sich das Neuheidentum in seinem kultischen Alltagsleben zu sehr auf die Welt der Götter konzentrieren – ja, man könnte sagen, daß das Bild von der „Rückkehr der Götter“ nur zum geringen Teil das antike / frühmittelalterlich heidnische Selbstverständnis erfasst, und erst eine „Rückkehr der Geister“ den eigentlichen heidnischen Alltag beschreiben könnte.


    Wenn wir aber von der Bedeutung dieser Geister sprechen, so verbinden sich vor allem zwei Momente des menschlichen Daseins in besonderem Maße mit ihrem Wirken, und beides waren dem zufolge immer auch Ereignisse welche die ganze Gemeinschaft betraf – Geburt und Tod.



    Apaturia – oder von der Bedeutung einer Geburt


    Laut Pauly das „Fest der Söhne des gleichen Stammesvaters“ – ein dreitägiges Fest der ionisch-attischen Geschlechterverbände (Clans).
    Kaum ein frühantikes Fest steht hier noch so tief in der Tradition des bronzezeitlichen Sippen- und Stammesverbandes, die sich bis über die Gründung der frühen Polis hinaus in deren gesellschaftliches Selbstverständis fortpflanzt.
    Als gesellschaftliches Ereignis stand die Apaturia allgemein unter dem Schutz des Zeus oder der jeweiligen Stadtgottheit (z.B. Athene)


    Die drei Tage standen unter dem Motto


    - Festmal der „Phratoren“ (der Clan-Oberhäupter) – dabei wurden allgemeine politische und gesellschaftliche Fragen der Polis besprochen – aber auch Ehen vereinbart und Clandifferenzen beigelegt.


    - Schlachtung der Opfertiere – als Akt der Bstätigung der Gemeinschaft aller Clans / Geschlechter einer Polis


    - „Kureotis“ (Haarschurtag) – der wahrscheinlich bedeutendste Tag des Festes
    An diesem Tag wurden die nach der vorjährigen Apaturia geborenen Familien / Clan-Mitglieder der Gemeinschaft vorgestellt, und ihre Namen in die Geschlechterbücher der Polis eingetragen –also in die Gemeinschaft aufgenommen.
    „Mannbar“ gewordene Mitglieder wurde zum Zeichen der kultischen Aufnahme in die Mitverantwortung der Gemeinschaft erstmals das Haar geschoren.


    Damit stellt die Apaturia als Festereignis eine archaische Form der Vergesellschaftung von Geburtsereignissen dar, aus einem sehr alten Denken heraus, indem die Geburt eines neun Sippen/Clan-Mitgliedes immer auch eine Angelegenheit der ganzen Gruppe darstellte.


    Wenn aber die Geburt eines Menschen erst zu einem bestimmten Tag innerhalb eines Geburtsjahres „öffentlich festgestellt „ wurde, so bschreibt das ja noch nicht das Geburtsereignis selbst, oder dessen jährliche Wiederkehr, sondern nur dessen öffentliche Bedeutung.


    So lang die Geburt eines Menschen aus dem Sippendenken heraus vor allem gesellschaftliche Bedeutung hatte, reichte ein solches järhliches „Sippen- oder Geschlechter-Fest, das alle lebenden und toten Mitglieder zugleich erfasste, völlig aus. Ein mit dem Ahnen- / Familienkult verbundenes individuelles Lebenskreisfest wie der Geburtstag, konnte sich dagegen nur aus einer „PERSÖNLICHEN“ Begründung entfalten, die den Moment der Geburt auch kultisch so sehr mit den Ahnen verband, daß er jährlich zu begehen war. Und hier nun erscheint uns eines der ältesten und für das EINZELNE Individuum lebenslang bedeutendsten Elemente des altgriechischen Ahnenkultes - der DAIMON des Menschen.



    Der Daimon – oder der Seelenbegleiter des griechischen Menschen


    Erstmals bschrieb Hesiod den Daimon im 8. Jahrh. v. Chr., als verstorbene Seelen eines „Goldenen Ahnenzeitalters“, die als wohlwollende Geister den Menschen durchs Leben begleiteten.

    Aber nachdem nun jenes Geschlecht absenkte das Schicksal,
    Werden sie fromme Daimonen der oberen Erde genennet,
    Gute, des Wehs Abwehrer, der sterblichen Menschen Behüter,
    Welche die Obhut tragen des Rechts und der schnöden Vergehung,
    Dicht in Nebel gehüllt, ringsum durchwandelnd das Erdreich,
    Geber des Wohls: dies ward ihr königlich glänzendes Ehramt.

    [Hesiod Werke und Tage V. 121-126. Übersetzung von Johann Heinrich Voß].


    Zunächst also gemäß der alten Sippenvorstellung einer Verbindung von verstorbenen Ahnen und lebenden Menschen noch direkt im Ahnenkult verankert, wurde in den folgenden Jahrhunderten auch die Vorstellung des persönlichen Daimons Gegenstand der konkurierenden philosophischen Betrachtungen, und durchlief etliche abstrakte Mystifikationen, wobei sie als Geistwesen auch eine gewisse Rolle als Mittler zwischen den Göttern und den Mnschen einnahmen.

    - Sokrates spricht von einem „Daimonion“ (Dem unbstimmten „Göttlichen“) wenn er erzählt - eine Stimme nämlich, welche jedes Mal, wenn sie sich hören lässt, mir von etwas abredet, was ich tun will, - zugeredet aber hat sie mir nie. [Platon - Apologia]


    - Bei Platon und anderen philosophischn Schulen wird der Daimon zum schicksalsbstimmenden Begleiter.
    Es beginnt mit eurer Geburt eine andere Periode eines sterblichen und todbringenden Geschlechts, nicht euch erlost das Lebensverhängnis drs Daimon, sondern ihr wählt euch das Geschick......
    ..... Einem jeden sei der Daimon der von ihm erwählten Lebensweise zum Beschützer seines Lebens und zum Vollstrecker seiner Wahl mitgeschickt. Dieser Daimon habe nun die Seele (Seins Schützlings) zunächst zur Klotho gebracht und unter ihre den Wirbel der Spindel treibende Hand geführt, um das Geschick, welches jene gelost, (im Lebensfaden) zu befestigen. .....
    .... Es wird gesagt, dass, wenn ein Mensch gestorben ist, der Daimon eines jeden, der ihn während seines Lebens zugelost erhalten hat, diesen nach der Stätte führe, wo die Seelen abgeurteilt werden
    .[Platon - Phaidon]


    Das schicksalhafte Wirken des Daimon, bleibt auch bei Platon eine Begleitung in „Gutem Geiste“ – er bestimmt nicht das Geschick seines Schützlings, das tut dieser schon selbst, sondern er sucht ihn positiv zu beeinflussen.. Schon im Umstand daß der Mensch seinen Daimon bei seiner Geburt als Begleiter „erlost“, soll verdeutlichen, daß dieser Begleiter aus dem Unbewussten heraus gewählt wurde, um durch seinen Rat sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden, um so sein Geschick zum Guten zu wenden.


    Bei Menander verstärkt sich diese Vorstellung noch
    Neben jeden Menschen stellt sich gleich, wenn er geboren wird, ein Daimon, ein guter Mystagoge des Lebens; denn man darf nicht glauben, daß es einen bösen Dämon gibt, der das Leben schädigt, oder daß ein Gott böse ist, sondern es ist alles Gute; diejenigen aber, die nach ihrem Charakter schlecht sind (eigentlich „unfähig“ im Sinn von „dumm handeln“) sprechen dem Daimon die Schuld zu und nenne ihn schlecht, obgleich sie es selber sind.



    Der Geburtstag oder das Fest des Daimon


    Mit der Geburt des Menschen verbunden, wurde nun der Tag dieser Geburt zum schicksalhaften Moment einer lebenslangen Verbindung von Geistwelt und Mensch. Der Tag aber, an dem dieser Bund seinen Anfang nahm, wurd zum Fsttag dieser Verbindung.


    Erste Hinweise auf einen jährlich gefeierten, persönlichen Geburtstag gibt es bereits für das 6. Jahrh.v Chr., seit dem Hellenismus (ab 300 v. Chr) zahlreich dokumentiert, stand das Fest mit Festmahl und Gastgeschenken immer auch im Zeichen eines Opferfestes für den persönlichen Daimon, auch wenn dessen Geistwesen je nach philosophischer Einstellung des „Geburtstagskindes“ wohl nicht mehr immer direkt als „Ahnenbegleiter“ verstanden wurde.


    Genethliakon
    Wie sehr sich die Vorstellung des persönlichen Daimon im Verlauf des Hellenismus individualisierte, zeigen die Texte jener Gedichte, die eben diesen Geburtstag zum Gegenstand ihrer Festrede nahmen (logos genethliakos)..
    Das Genethliakon (von griechisch ????????? „die Geburt betreffend“, zu ????? „Geburt, Herkunft“) ist eine Gedichtform der Antike, die zu Beginn der hellenistischen Zeit entstand und die wichtigste Quelle antiker Geburtstagsfeiern darstellt.


    Sie feiert die Geburt eines Kindes sowie später auch den Geburtstag rwachsner Prsonn. Ein Genethliakon ist in freier Versform verfasst und nimmt unter Einsatz vieler rhetorischer Stilmittel Bezug auf die antike Mythologie. Aus der griechischen Lyrik wurde es in die römische Literatur übernommen und entwickelt. Überliefert sind Tibulls Genethliaka auf die Geburtstage des Freundes Cornutus und der Dichterin Sulpicia, Ovids Gedichte auf seinen eigenen Geburtstag und den seiner Frau, ferner Genethliaka von Statius (Silvae II,7 und IV,7 und 8 ) und Ausonius aus dem 4. Jahrhundert. Vergleichbare Motive nutzten Persius und Martial. [Quelle: Wiki-Artikel]


    Wessentlich bleibt jedoch fstzuhalten, daß der Geburtstag immer auch (oder sogar speziell) das Opferfest des
    persönlichen Daimons bildete, das Fest selbst also deutlich in der Tradition der Ahnenkulte stand, aus denen heraus es einst entstand.


    Deutlicher noch als beim griechischen Daimon, sollte sich diese Vorstellung eines mit der Geburt verbundenen Ahnenkultes allerdings auf italienischem Boden entwickeln, in Gestalt des römisch-etruskischen „GENIUS“.



    Die "Dii Familiaris" als Ausdruck des Ahnenkultes von Etrusker und Römer


    Die früheste, erstmals fassbare römische Religionsvorstellung stellt weitgehend eine Mischung aus altitalischen und etruskischen Elementen dar. Obgleich über die etruskische Religion selbst nur wenig originäre Zeugnisse überliefert sind, zeigen sich doch einige ihr zentralen Merkmale auch in der frühen römischen Religionsvorstellung – hier vor allem der stark ausgeprägte Ahnen- und Familienkult. Wie später auch im Fall der griechischen Kultureinflüsse adaptierten die Römer hier offensichtlich Teile der etruskischen Religion für ihre eigenen Bedürfnisse.


    Bei der Gründung Roms waren die Götter demnach Numina, göttliche Erscheinungen ohne Form oder auch nur „vorgstellter Gestalt“ . Die Idee von Göttern als menschliche Wesen kam erst später, mit dem Einfluss der Griechen, welche Götter in menschliche Formen hatten.


    Nach einer de facto durchaus gläubigen Periode vor allem gegen Ende der Republik, durchliefen zumindest die Götterbezogenen Elemente eine gesellschaftspolitische Systmatisierung, wurden vereinfacht, rationalisiert, formalisiert und durchaus auch „veräußerlicht“, und zwar in dem Sinne, dass das Verhältnis des Menschen zur Gottheit einen Rechtscharakter (Cicero: ius divinum) erhielt, der vor allem in der korrekten Anrufungsformel und genau festgelegten Ritualen ihren Ausdruck findet.


    Das scheint der römischen Religiosität als GANZES jedoch nie vollkommen entsprochen zu haben, denn daneben finden sich bei ihnen zahlreiche Reste von altem Glauben, die sich neben der ungebrochenen Bedeutung der Dii Familiaris auch in Gestalt von Dämonenfurcht und Totenritualen mit einem geradzu irrationalen Hang zur Magie und zum Aberglauben äußerte, und in denen sich zweifellos einige altitalisch und etruskische Reste bewahrten.
    [Quelle u.a.: Heinrich Krefeld - Res Romanae, Hirschgraben Verlag, Frankfurt am Main 1962]


    Die Vorstellung von Numen als Erscheinung des Göttlichen bestand jedoch weiter. Für die Römer war alles in der Natur in geradezu animistischer Weise von Numina bewohnt. Die Numina bildeten so gleichsam die „physische Wirkkraft der Götter, in IHNEN zeigte sich der göttliche Willen im Naturphänomen, dessen Omen und Zeichen der religiöse Römer ständig zu interpretieren versuchte.


    Kaum ein Element der römischen Religionsvorstellung erwies sich letztlich jedoch als so prägend für Staat und Gessllschaft als jene alte, aus frühesten Ahnenkulten überkommen Tradition der Haus- oder Familienkulte der Dii Familiaris.
    Regulär dekliniert müsst es eigentlich: „Dii familiae“ heißen,.die altertümliche Genitivform ist tatsächlich nur in diesem einen stehenden Begriff im klassischen Latein überhaupt erhalten, und verweist eben auf älteste Vorstellungen.eines urtümlichen Ahnenkultes.


    In diesem Kult – oder besser „Summe häuslicher Kulte“ - wurden der Lar Familiaris (Schutzgeist - Genius - der Familie), der Genius des Paterfamilias (Schutzgist des Familienvaters), die Lares Loci (Schutzgeister des Ortes wo das Haus steht), die Dii Penates (Schutzgötter der Vorräte), und etliche weitere häusliche, vegöttlichte Geistwesen, TÄGLICH von den Familienmitgliedern verehrt.
    Allein die Summe dieser täglichen, persönlichen Kulthandlungen der Diis Familiaris, übrstieg jene der Dii Consentes (der 12 Hauotgötter Roms) um ein vielfaches.


    Dieser Familienkult erwies sich dabei als so bedeutsam, dass er sowohl als Modell für verschiedene Praktiken des republikanischen Staatskultes herangezogen wurde (z.B. gab es den Lar Praestites, die Penates Publici, etc.), als auch für den späteren Kaiserkult modelhaften Charakter bewies - als der Kult des kaisrlichen Genius, im Sinn eines Paterfamilias aller Römer.
    [Quelle u.a.: Republikanische Religion und Augusteischer Prinzipat - Anke Seifert, Verlag: Grin Verlag 2013]



    Der Genius als persönlicher Begleiter des römischen Menschen

    Man könnte nun natürlich auf jeden einzelnen dieser altrömischen Familienkulte und deren Vorstellungswelt eingehen (In Anbetracht manigfacher Ähnlichkeiten mit Einzelelementen des germanischen Ahnenkultes wäre das irgendwann mal auch zwingend), ich möchte mich hier jedoch auf die Beschreibung des persönlichen „Genius“ bschränken, da er den Kern der römisch-antiken Geburtstagsfeier bildet.


    Schon die Geburt des Kindes stand im Zeichen der "Dii Familiaris".
    Wurde das Kind vom Vater angenommen, so trug dieser den häuslichen Neuzugang durchs Haus, um ihn den häuslichen Geistern (Hausahnen) vorzustellen. Der Gang durchs Haus bildet gleichsam den kultischen Akt der Aufnahme des neuen Sippenmitgliedes in die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten – Im Augenblick des kultischen Abschlusses dieses Vorgangs (mit dem die Aufnahme als Familienmitglied auch duch die Ahnengeister vollzogen ist) stellte sich aus der Ahnenschaft heraus jener Schutzgeist an die Seite des neuen Menschenlebens, das er nun als Genius bis zu dessen Tod begleiten wird.

    Der Genius (pl. Genii) verkörperte in der römischen Religion den persönlichen Schutzgeist eines Mannes als Ausdruck seiner Persönlichkeit, aber auch seiner Schicksalsbestimmung und nicht zu letzt auch seiner Zeugungskraft. Dieser Genius bestimmt sich dem Menschen bei dessen Geburt und er löste sich von ihm bei dessen Tod. Der Römer hielt Zwiesprache mit seinem Genius, opferte ihm auch vor wichtigen Entscheidungen und erhoffte sich Hilfe und Inspiration von IHM, vor allem in schwierigen Lebenssituationen.


    Im Laufe der republikanischen Jahrhunderte entwickelten sich diese Ahnenbegleiter zu vergöttlichte Schutzgeister, die jedoch immer noch als Teil der Dii Familiaris gedacht wurden.


    Den wichtigsten Genius der Familie stellte sicher der Genius des Familienoberhauptes dar – der „Genius Paterfamilias“ - da dieser die unumschränkte Herrschaft übr jegliches Leben innrhalb seiner Haushaltung ausübte.
    Diese häusliche Machtfülle nannt man „Patria Potestas“ und entstammt ohne Zweifel ältsten noch in der Bronzezeit wurzelten Vorstellungen männlicher /patrriarchaler Sippengewalt.
    Daß sich eine so außergwöhnliche häusliche Machtfülle selbst noch in den republikanischen 12-Tafelgesetzen niedrschlug, zeugt von der tiefen Verwurzelung des römischen Menschen mit dem aus dem Ahnnkult entwickelten Dii Familiaris.


    Um mal eine Vorstellung dieser „Patria Potstas“ zu bekommen siehe hier Patria Potestas – Wikipedia


    Der Genius Paterfamilias wurde TÄGLICH geehrt und erhielt tägliche Opfergaben auf einem ihm geweihten festen Hausaltar. Von besonderer Bedeutung als DAS FESTdes Genius war jedoch allgemein der Geburtstag des Trägers. Der römisch Geburtstag bildet also den persönlichen Kultus innerhalb der Dii Familiaris, und feierte den Bund zwischen dem menschlichen Individuum und seinem Genius.


    Für den Genius wurde zu diesem Anlass ein spezieller Altar aus Grassoden errichtet. Dabei opferte man ihm in festlichen, weißen Gewändern Opfergaben wie Wein, Kuchen, Getreide oder Räuchermittel, die auch als Geschenke der Gäste (Familienanghörige, Freunde aber auch Klienten) ins Haus kamen – besondere Bedeutung hatte dabei der „Opferkuchen“..


    Je höher eine Persönlichkeit gestellt war, oder je größer sein politischer und kultureller Einfluss war, desto opulenter fiel dieses Fest aus (speziell auch das mit dem Geburtstag verbundenn Festmahl der Familinangehörigen und Gäste) – der Geburtstag einer Persönlichkeit hatte als durchaus auch gesellschaftlichen Charakter.


    Bei solchen Festessen wurden (vergleichbar der griechischen Genethliakon) Gedichte vorgetragen oder ein Ständchen gesungen und Lichter entzündet. Gäste, die nicht persönlich erscheinen konnten, sendeten schriftliche Geburtstagsgrüße in Reimform. – Selbst Lehrer belohnten gute Schüler zu ihrem Geburtstag mit einem Buch.


    Da dieser Genius aus der patriarchalen Ahnenverehrung heraus nur männliche Familinmitglieder begleitete, ist fraglich, ob in frühester Zeit Geburtstage weiblicher Familienanghöriger überhaupt begangen wurden, zu republikanischer Zeit waren jedenfals auch „weiblichen „ Gburtstagsfeiern üblich, die sich dann allerdings pauschal unter dem Schutz der IUNO verstanden und IHR opferten. Hier wurde oftmals Schmuck wie Anhänger in Mondsichelform, (sogenannten „lunulae“) verschenkt, abr auch Obst- und Blumenkörbe oder Einrichtungsgegenstände für den Haushalt – hin und wieder auch Sklavinen.


    In dem die Idee der Paterfamilias zum Kern des Kaiserkultes entwicklt wurde, bildete der Geburtstag des Kaisers als Fest des Genius Augusti einen der Höchsten Staatsfeiern des Reiches.

    Werner Eisenhut - in „Der Kleine Pauly“ (KlP). Band 2, Stuttgart 1967 Artikel „Genius“



    Die Fylgja – oder der Genius der germanischen Welt


    Wenn wir nun gesehen haben, wie sehr sich in den Traditionen zweier indoeuropäischer Kulturen die Vorstellungen eins persönlichen Ahnenbegleiters als Schutzgeist des Menschen kultisch mit dessen Geburtstag verbunden hat, so wäre zunächst zu untersuchen, ob es auch in der germanischen Kultur so etwas wie einen persönlichen Ahnenbegleiter als „Schutzgeist des germanischen Menschen (Mannes) gab – und diesen Schutzgeist gab es in Gestalt der FYLGJA.


    Die Fylgja (altnordischer Plural: Fylgjur, eingedeutschter Plural: Fylgjen oder Fylgien) ist ein weiblicher Folgegeist (altnord. fylgja = folgen) in der nordischen Mythologie, also eine Art Schutzgeist, der einen Menschen begleitet. Diese Wesen sind den Elfen und Nornen vergleichbar. Die Fylgjur sind normalerweise in ihrer menschlichen Gestalt nicht sichtbar, doch sind sie schon bei der Geburt ihres Schützlings in beliebiger (Tier-)Gestalt anwesend. Wenn sie erscheinen, dann als Traumgesicht in Frauengestalt oder der Gestalt desjenigen Tieres, das der Seele des jeweiligen Menschen gleicht. So könnte ein kriegerischer Mensch einen Wolf oder Bär, Pferd oder Vogel zur Fylgja haben.


    Ihrem Schützling zeigt sie sich erst im Augenblick des Todes. An dieser Stelle ist sie wesensgleich mit der Walküre, deren schrecklicher Anblick den erwählten Krieger bannt und ihm somit den Tod bringt. In ihrer Frauengestalt tritt sie dann an sein Grab, belebt ihn durch ihre Liebe und den Lebenstrunk (ags. alu, Bier), um ihn daraufhin hoch zu Ross nach Walhall zu führen.


    Nach Else Mundal haben diese Wesen ihren Ursprung im Ahnenkult. Die Fylgjen Þorgerð und Irp verhalfen Håkon Jarl in der Schlacht bei Hjørungavåg zum Sieg über die Jomsvikinger. Sie werden als Fylgjen seines Geschlechts vorgestellt und sollten dessen Stammmutter aus dem Geschlecht der Jöten gewesen sein. Die Fylgjen eines Clans folgten besonders dem Häuptling. Ihre Aufgabe war es, ihm zu helfen und ihn zu schützen. In einigen Quellen holen sie auch den Menschen, dem sie folgten, wenn er starb, zu sich und den übrigen Ahnen. [Quelle: Wiki-Artikel]



    Ein Opfer für die Fylgja - oder der neopagane Geburtstag


    Daimon - Genius – Fylgja – Drei religiöse Vorstellungen indoeuropäischer Kulturräume, die in einer Zeit entstanden, da der Sippen- und Ahnenkult das dominierende Merkmal der menschlichen Gemeinschaft darstellte – so früh also, daß hier schwerlich ein kulturelles Wandermotiv vermutet werden kann, und ein allen diesen bronzezeitlichen Kulturräumen gemeinsames, spirituelles Weltbild unterstellt werden kann, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und variierenden Inhalten – was ja eine eigenständige Weiterentwicklung durch die jeweiligen Kulturräume in der Eisenzeit erst recht plausibel macht.


    Nichts desto trotz, gibt es aus dern germanischen Kulturräumen schlicht keine Berichte die irgeendwelche Aussagen über einen Geburtstagskult oder ein entsprechendes Braucht treffen, ebnfalls gibt es (meines Wissens) keine Berichte, in denen ein Mann seiner Fylgja je mit Opfergaben gedankt hätte. So sicher es im Germanischen Religionsverständnis einen tief verwurzelten Ahnen- und Familienkult gegeben hat – eine eigentliche Schilderung seiner Praxis, seiner Rituale oder seiner Inhalte ist uns erstaunlicher Weise kaum nennenswert überliefert – und das gilt nicht nur für die Lebenskreisfeste wie Geburt / Geburtstag, Namenstag, Initiation, Heirat oder Tod (wobei die letzteren Beiden wenigstens in Ansätzen erschließbar sind).


    Ginge es nach der vorhandenen Quellenlage, so hätte es nicht nur keinen Geburtstagsritus gegeben, sondern auch keinen Initiationsritus oder einen der Namensvergabe – ist das glaubhaft ?
    Ein Grieche spendete seinem Daimon an seinem Geburtstag ein Dankopfer, ein Rämer tat das selbe für seinen Genius – aber dem Germanen sollte seine Fylgja am A.. vorbeigehen ? – Ausgerechnet jene Schutzgeister die mehr noch als die Mediterranen in so mancher Saga selbst aktiv eingriffen, um ihren Schützlingen selbigen heraus zu hauen ?


    Natürlich ist es immer problematisch, weiße Flecken eines altgermanischen Kultturverständnisses indoeuropäisch aufzufüllen – die Bedenken hinsichtlich antiker Übertragungen sind durchaus berechtigt.
    Wenn sich aber aus einer offensichtlich gemeinsamen bronzezeitlichen Entwicklung heraus, in Einzelbereichen wie dem Familienkult so offensichtlich vergleichbare Weltbilder entfaltet haben, so darf man mit Vorsicht auch vergleichbare spirituelle Inhalte vermuten


    Da wir nun als „Neuheiden“ auf Grund der manglhaften Quellenlage in der rituellen Praxis ohndies weitgehend auf unsere Inspiration angewiesen sind – was gerade auch die spiritullen Inhalte der Familinkulte und deren rituelle Praxis betrifft, so wird es erlaubt sein, hier auf vergleichbare, ja nahzu identische Vorstellungen verwandter Kulturräume zurück zu greifen, ohne uns dabei Schuldig zu machen, die uns unbekannten Traditionen eines germanischen Ahnenkultes zu verletzen.


    Was läge also näher, das neuzeitliche Kulturverständnis unserer Geburtstagsbräuche mit dem antiken Geburtstagsbrauch zu verbinden, seinem Schutzgeist dabei mit einem Dankopfer zu ehren - sei es, daß wir damit tatsächlich an verschüttete Bräuche germanischer Ahnenverehrung anknüpfen - sei es, daß wir unter Umständen nach 2 ½ Jahrtausenden die Ersten wären, die ihrer Fylgja mit einem Geburtstagsopfer den ihr gebührenden Respekt erweisen.



    .

    Nun ich denke, jeder dessen Spiritualität sich im energtischen Strom der germanisch-heidnischen Welt befindet, sollte doch wohl sein "Totemtier" an seiner Seite wissen - Jene Gestalt nämlich in der sich ihm seine Fylgja zu Lebzeiten erweist.


    Wie so oft zeigt sich auch hier das germanische Weltbild eingebettet in eine europäische, spirituelle Kultur, die gerne mit anderen Kulturkreisen verglichen werden kann, diese jedoch nicht zum eigenen Verständnis benötigt.


    Fylgja
    Die Fylgja (altnordischer Plural: Fylgjur, eingedeutschter Plural: Fylgjen oder Fylgien) ist ein weiblicher Folgegeist (altnord. fylgja = folgen) in der nordischen Mythologie, also eine Art Schutzgeist, der einen Menschen begleitet. Diese Wesen sind den Elfen und Nornen vergleichbar. Die Fylgjur sind normalerweise in ihrer menschlichen Gestalt nicht sichtbar, doch sind sie schon bei der Geburt ihres Schützlings in beliebiger (Tier-)Gestalt anwesend. Wenn sie erscheinen, dann als Traumgesicht in Frauengestalt oder der Gestalt desjenigen Tieres, das der Seele des jeweiligen Menschen gleicht. So könnte ein kriegerischer Mensch einen Wolf oder Bär, Pferd oder Vogel zur Fylgja haben.


    [Aus Wiki-Artikel]


    ps
    ach ja - die Fylgja tritt dem Menschen im Moment seiner GEBURT an die Seite ;)

    Geburtstage gehören als Lebenskreisfeste zu den "Familien- & Sippenkulten. Diese Kulte erwuchsen aus ältsten Vorstellungen der Ahnenverehrung / des Ahnenkultes, und wurzeln in Zeiten die bis über das Neolithikum hinausgehen. Damit sind sie ÄLTER als die Götterverehrung, und berühren in ihren eigentlichen Inhalten selbst noch in der europäischen Antike diese Götterwelt daher nur am Rande.

    Da sich nun direkt aus germanischen oder keltischen Quellen ein solcher Kultus nicht oder nur sehr schwer herausarbeiten lässt, stellt sich dabei jedoch - wie so oft - die alte Frage, inwieweit die Weltbilder anderer indouropäischer Völker dazu herangezogen werden dürfen, sofern es sich dabei um ältste Kultvorstellungen handelt.


    Bevor ich hier also in die mediterrane Welt dokumentierter Familienkulte eintauche, um daraus auch für das germanische Heidentum das Bild familiärer Kultvorstellungen herauszuarbeiten, möchte die Frage an die Runde stellen, ob derlei indoeuropäische Querverweise überhaupt wünschenswert sind, denn oft hat es sich in der Vergangenheit gezeigt, das hier die Standpunkte je nach Neigung schwankten - ergab sich aus derlei indoreuopäischen Herleitungen ein wünschenswerts Bild germanischen Lebens, gab man sich ganz toll indoeuropäisch, ergab sich daraus jedoch eher ein unerwünschtes Bild, sprach man dem Germantum natürlich ein vollkommen eigenständige Entwicklung zu, die nur seeeeehr bedingt aus indoruopäischen Gemeinsamkeiten herzuleiten waren.


    Um dies ewige Diskussion hier zu vermeiden, sollte das vorher kurz geklärt werden - Bevor ich mir die Mühe mache.


    Kann / Darf die Vorstellung eines germanischen Familienkultes - hier der Geburtstag - auch aus ionischen (altgrichischen), etruskischen und altrömischen Kultvorstellungen abgeleitet werden ?

    Eben, das stinkt mir am meisten. Ich tröste dich, aber verleugne dich dafür selbst und gib dich selbst völlig auf. Nein danke.


    Jeder Christ der aus seinem Glauben Trost und Kraft gewinnt , darf und wird euch da widersprechen - das ist eben das Sinnlose, das religiöse Weltbild anderer und deren Gottesbilder zu werten, es ist einfach nicht euer Ding, und dabei sollte man es bewenden lassen - sich Woche um Woche wieder und wieder wortreich und emotional mit dem Christentum und seinen vermeintlichen, religiösen Abgründen auseinanderzusetzen bringt eure eigene pagane Spiritualität (und eure eigenen Gotteserfahrungen) ja nicht weiter - es sei denn, diese würde sich rein aus der Ablehnung des Christentums heraus begründen, als eine Art heidnisches Antichristentum.


    .... das der Christengott sehr rachsüchtig und blutrünstig ist und mitunter auch völlig willkürlich handelt. Das Buch Hiob ist ein gutes Beispiel dafür. Im Buch der Richter gibt es auch ein Menschenopfer. Die Bibel ist sehr grausam und der Christengott nicht gerecht.


    Die germanische Götter handelten bisher durchaus rachsüchtig, blutrünstig uznd mit unter völlig willkürlich. Zudem verlangten sie zumindest bisher Menschenopfer im Dutzend, und zeigten sich in den seltesten Fällen "gerecht". Für Jemand der sich Daran stört, dürften die germanischen Götter kaum die richtige Basis für das eigene religiöses Weltbild bieten.



    Nach der biblischen Mythologie übernimmt man auch die Verantwortung für Dinge, an denen man selbst keine Schuld im Sinne von Verursachen trägt.....


    Und das gilt für den Neuheidnischen Germanen Nicht ?
    Was hat der Mensch konkret mit den Ursachen des Ragnarök zu tun ? (Ragnarök - altnordisch „Schicksal der Götter“; aus regin, gen. pl. ragna „Gott“, rök „Ursache, Sinn des Ursprungs“)


    – Der germanische Weltuntergang beruht auf dem Versagen der Götter – nicht auf dem Versagen der Menschen. Da deren Schicksal jedoch an das Schicksal der Götter gebunden ist, gehen sie mit den Göttern unter – völlig gleichgükltig wie gut oder schlecht ihr Lebenswandel im einzelnen war. Göttliches Versagen oder göttliche Willkür – wo liegt da in der Wirkung auf die Menschheit der Unterschied ?



    Ich gebe Suchender Ex-Christ damit Recht, dass der christliche Gott ein Sadist ist und es nicht wert ist, angebetet zu werden. Dass dieser mich dafür in die Hölle schickt, sagt wohl mehr über ihn aus als über mich.


    Na ja – angesichts der realexistierenden menschlichen Situation auf dem Planeten, ist es allemal besser, den eigenen ethischen Anspruch nicht zu sehr an ein „waltendes Göttesbild“ zu binden – weder an ein christliches noch an ein germanisches, denn wenn das, was wir die letzten 3000 Jahre Geschichte erlebt haben und noch gegenwärtig erleben auf Grund von Handlung oder Unterlassung waltender göttlicher Kräfte zustande kam, dann wäre es wohl kein Gott wert jemals angebetet zu werden - Hölle hin oder her.


    Immerhin bietet die moderne Möglichkeit, das "Gottesbild" als "Archetyp" aufzufassen, ja eine gute Lösung für einen Neopagnen, die ethischen Probleme "göttlichen Waltens" zu meistern.


    Wer sein Heidentum zu sehr als Abkehr von einer "bösartigen§ und "verlogenen" christlichen Religion / Ethik versteht, der sollte sich zunächst mal mit den bösartigen und verlogenen Elementen der germanischen Götterwelt auseinandersetzen - sie sind in der überlieferzen Mythologie durchaus offensiv dokumentiert. Mag sein, daß man dann auch anderen Götterwelten ein wenig mit Nachsicht begegnen kann.


    c] Atheisten wie Heiden Glaubensausagen nicht für objektivierbare Realität halten, Christen aber schon (Gilt natürlich nur für solche Heiden, nicht nicht wie Monotheisten denken.)


    Der Knackpunkt ist die Objektivierbarkeit, die besagt, daß der individuelle Glaube eine Realität für alle beschreibe ... Und ist das einmal geklärt, kommen Heiden und Atheisten philosophisch besser miteinander zurecht aus als die anderen Kombinationen.


    Der Mangel an dieser Sichtweise, ist meiner Meinung nach das Denken in religiösen Systemen - sie berücksichtigt zu wenig das spirituelle Individuum - und
    sie verneint im Grunde die Möglichkeit "Spiritueller kollektive" jenseits der jeweiligen Konfession (Du reservierst die Existenz solcher überkonfessioneller Kollektive im Grunde für deine Definition von Heidentum)


    Betrachtet man die (durchaus heidnische) Möglichkeit, daß Landschaften ihre eigenen Energien erzeugen, um dabei für die darin lebenden Menschen ihre eigene Spritualität zu schaffen, so erzeugt ein spirituelles Kollektiv jenseits aller religiösen Systeme.


    Aus solch einem landschaftlich bedingten, spirituellen Kollektiv, wird JEGLICHE Spiritualität die jeweils andere als "Verwandt" betrachten. Menschen die dieser landschaftlichen Spiritualität "fern" bleiben (hier vor allem die Menschen die mit Spiritualität grundsätzlich nichts anfangen können, oder gar ihr eigenes spirituelles Süppchen jenseits dieses landschaftlichen kollektivs kochen wollen), bleiben dem Geist der Landschaft fern - sie bleiben FREMDE.


    Das alles könnte man ja nun als blankes Geschwafel abtun - wäre da nicht der Umstand, daß diese Tatsache bis Heute gesellschaftlich relevante Auswirkungen zeitigen kann.


    Ein zugegeben etwas amüsantes Beispiel.
    In einem Heimatfest unserer Region gibt es eine Festhymne, in der sich sehr anschaulich die übergreifende landschaftliche Spiritualität verdeutlicht, deren GEMEINSAMES Absingen für alle damit verbundenen Menschen einen emotionalen - ja geradezu "heiligen Akt" darstellt (Jenseits aller konfessioneller Bindungen).


    Nun entwickelte sich aus einem Zeitungsartikel, der benängelte, daß immer mehr männliche Festbesucher (auch auf der Hauptribüne) während der Hymne ihre Hüte nicht abnahmen, eine allgemeine Diskussion über den generellen Sinn und Inhalt von Heimatfesten, und die Entwicklung zu folkloristischen (Sauf-)Veranstaltungen ohne irgendwelchen spirituellen Inhalt, ja die Notwendigkeit diese geradezu von jeglicher spirituellen Inhalten zu "reinigen", da das nicht mehr Jedermans Sache sei.


    Die Sache begann auf Grund der publizistischen Überlegenheit vor allem akademischer, zugewanderter Atheisten eine für die Spiritualisten eher ungünstigen Verlauf zu nehmen, bis ein Artikel die Wende herbeiführte. In diesem Artikel schrieb ein (offensichtlich natureligiöser Bürger), daß der Vorgang insofern besorgniserregend sei, da er das kollektive spirituelle Bewusstsein der Gemeinde durchbreche, und in dem Akt durchaus ein bewusster Akt nicht nur der Missachtung der Heiligkeit des Augenblicks bedeute, sondern grundsätzliche auch eine VERachtung gegenüber den Menschen dieser Landschaft und ihren spirituellen Empfindungen.


    Das wendete die Diskussion - Vertreter der Kirchen stimmten aktiv in den Tenor ein - Jungendliche kündigten an jedem der während der Hymne noch seinen Hut auf dem Kopf behielt selbigen davon handgreiflich zu befreien - Betriebe ermahnten ihre (zugewanderte) Belegschaft während des Festes zu "respektvollem" Verhalten. Die Phalanx der konfessionsübergreifenden Spiritualisten hatte noch einmal gesiegt - und sich als Atheist zu outen galt noch für geraume Zeit als eher "unklug".


    So lange also ein so empfundener landschaftlicher (spiritrueller) Geist gesellschaftspolitische Relevanz besitzt - wird dein Denken in religiösen "Systemen" von ihm völlig ausgehebelt - und ein Atheist hat gesellschaftlich auf jedem Fall die Arschlochkarte wenn er sich zu sehr damit brüstet.

    @H?dewit


    Hede, das ist von dir alles top dargestellt, nur bei den 4000 Jahren muss ich dir eindeutig widersprechen, zumal mir das Gelegenheit gibt, hier mal wieder zu diesen ominösen 4000 Jahren Germenantum zu sagen, die überall im Netz umherschwirren.


    Germanen gibt es per Definition seit der ersten germanischen Lautverschiebung zw. 500 und 150 v. Chr. Es gibt zahlreiche Hinweise aus dem überlieferten kulturellen Selbstverständnis des Frühmittelalters, daß es gerade die so entstandenen Sprachfamilien waren, die von den germanischen Völkern als identitätsstiftend begriffen wurden.


    So muss es sehr früh ein sprachliches Gemensichaftsgefühl gegeben haben, das sich in einem Oberbegriff verdeutlichte
    "Erster Beleg für den Begriff ist eine Stelle aus der gotischen Bibelübersetzung des Wulfila um 360. Er bezeichnet die heidnischen Völker, mit dem Adjektiv thiudisko.


    Als Sprache der"Germanen Insgesdamt" wurde dann eben dieses diutisc oder theodisk um 786 in einem Brief des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostia an Papst Hadrian I. verwendet - da gab es schon keine Goten und keine Arianer mehr.


    Selbst WENN man die Jastorfkultur als Mutterkultur des Germanentums betrachtet, so enstand diese Ihrerseits ebene erst um etwa 700 v. Chr. - also im 1. Jahttausend. Daß im Verlauf der Jastorg Kultur das spirituelle Weltbild der späteren Germanen Gestalt annahm, will ja niemand bezweifeln - Tiwaz, Nerth(us) als früheste namentliche Nennungen (Die übrigens für deine Götterdarstellung ja gar keine Rolle mehr spielen) - aber das Germanentum bis in die frühbronzezeitlichen Aunjetitzer-Kultur zurück zu verlegen, ist gelinde gesagt etwas übertrieben - Ich selbst bezeichne die Aunjetitzer als Quell-Kultur, aber da gabe es in den folgenden 2.000 Jahren noch etliche, völlig andersartige Kulturquellen, bis schließlich das "Germanische" entstand.


    Hierzu habe ich widerholt Stellung bezogen
    Die URA LINDA CHRONIK


    Tatort Eulau - unter 5)


    Kelten oder Germanen in Tirol?