Beiträge von Maya

Schon gewusst…?

Die Dächer ihrer Häuser deckten die Wikinger für eine effektive Wärmedämmung mit Grassoden.
Im Inneren des Hauses brannte immer ein offenes Feuer. Rundherum bauten die Wikinger Bänke, die Schlaf- und Sitzplätze für die gesamte Familie boten.

    Vielleicht wäre es an der Zeit, mal wieder die "seriösere" Seite des AF zu stärken und mit Beiträgen zu bereichern

    :handshake:


    Wäre wirklich schön, wenn das AF sich auf das Besinnen könnte, was es einmal ausgemacht hat, zu Zeiten, als noch Respekt und Achtung vorherrschten und der sogenannte Heidenspass nicht den Hauptteil ausmachten. Aber ich fürchte, das ist nicht so einfach - es ist viel leichter, sich lustig zu machen. Wirklich schade. Das AF war meine "geistige Heimat". Heute komme ich nur noch zu Besuch und fühle mich fremd :augenwisch:

    Mir ist aufgefallen, dass eine große Anzahl von Asatruar viel wert darauf legen das historische religiöse Leben der alten Germanen möglichst genau zu rekonstruieren.

    Ehrlich? Große Anzahl? Wie viele denn im Verhältnis zu den anderen?


    Es ist noch ein großer Unterschied, ob man bestrebt ist, das historische und/oder religiöse Leben der Ahnen zu erforschen, zu verstehen oder ob man es rekonstruieren möchte. Und wenn eine Gruppe ein Blot so gestaltet, wie es denn vormals gewesen sein könnte, was spricht dagegen? Das sind ja einzelne Höhepunkte und nicht das alltägliche Leben.


    Dort, wo es um Glauben geht (ich lehne das Wort Religion hier strikt ab!), wird der persönliche Alltag durchdrungen und ich glaube kaum, dass einer dieser auf das Historische Wert legende Asatruer seinen Job in historischer Kleidung mit umgeschnallten Schwert vollbringt. Dafür hat er die Höhepunkte, die Feste. Im Alltag trägt er T-Shirt oder Anzug (je nach dem) und opfert den Göttern nicht immer reinsten Met, sondern durchaus auch mal einen Schluck Kaffee.

    Heute würden sie ihre Götter (bewusst etwas überspitzt ausgedrückt) vielleicht mit Maschinenpistolen statt Schwertern darstellen, zumindest aber ihr reales Wirken im sie umgebenden gesellschaftlichen und technischen Leben suchen und finden.

    Würden sie nicht :P
    Thor schmeißt nicht mit Atombomben um sich - die bringen nämlich keine Fruchtbarkeit. :D

    Und auch für Götter bleibt die Zeit ja nicht stehen und historische Erlebnisse gehen nicht spurlos an ihnen vorrüber.

    Welche Zeit? Diese lächerlichen letzten zweitausend Jahre? Das ist wohl keine beachtliche Zeitspanne für jemand, der die neun Welten erschuf, hm? :rolleyes:

    Wie logisch und sinnvoll ist es eurer Ansicht nach einen Kult zu praktizieren wie z.B. die "Altheiden" in der GGG und auch darüber hinaus, aber auch manche anderen es tun? Einen sehr historisierenden zum Reenactment neigenden Kult für den nur legitim ist was durch historische Quellen belegt ist?

    Ehrlich gesagt, das ist mir völlig egal. Es mag Anhänger des Alten Glaubens geben, die das brauchen und wenn dem so ist, sei es ihnen von Herzen gegönnt. Mancher kann nur in festen Grenzen frei sein. Andere können sich in ihrem Glauben nur frei fühlen, wenn sie alles Alte über Bord werfen. Auch denen sei ihr Erleben gegönnt.


    Wie gesagt: es geht um Glauben, nicht um Religion. Es geht um die persönliche Einstellung/Beziehung des einzelnen Menschen zu den Göttern, die er verehrt. Wer mag darüber urteilen oder auch nur gewichten?

    Wäre es nicht logischer zu sagen: Man erkennt Götter und Wesenheiten im hier und jetzt, arbeitet schöpferisch und kreativ mit den Überlieferungen und baut sich das Neuheidentum, was für den heidnischen Kult heute am effizientesten und zeitgemäßesten ist?

    Ich bin nicht sicher, ob Logik und Glauben wirklich so gut zueinander passen - und es ist mir sogar völlig egal. Logik macht nicht glücklich, stärkt nicht, führt nicht, lehrt nicht. Logik lebt auch nicht - sie ist oft genug die manchmal sogar hinterhältige Waffe derjenigen, die besser argumentieren können.

    Wenn Götter real sind und Glauben lebendig ist, dann sind historisierende Vergleiche doch im Grunde nur einer von ganz vielen Aspekten die berücksichtigt werden sollten und die Antworten liegen in den Erfordernissen des Hier und Jetzt auf der Hand.

    Wenn die Antworten auf der Hand liegen, wo sind die passenden Fragen dazu?
    Nicht falsch verstehen - es gibt eben keine richtige Antwort, denn es kommt auf die Frage und den Fragestellenden an. Was für den einen richtig ist, muss auf den anderen ja nicht unbedingt passen.

    Dann ist doch das authentisch was lebendig und beweglich ist und nicht das was sich buchstabengetreu an antike Überlieferungen hält wie es normalerweise der Stil von Schriftreligionen ist.

    Das stimmt zwar - aber es unterstellt zugleich, dass jeder, der antike Überlieferungen nacherleben will, deshalb gleich unlebendig, starr und unbeweglich sei.



    Naja, sind jetzt nur so ein paar spontane Gedanken dazu ....

    Ich habe freilich meine "Lieblinge" - eben jene Gottheiten, die in meinem Leben sehr präsent sind und jene, die zeitweise deutlich in Erscheinung treten. Fulla z.B. ist nicht täglich um mich. Nott nicht jede Nacht in meinem Bewußtsein.



    Und die vielen anderen, die mir nie "begegneten". Das würde ich aber nicht Vernachlässigung nennen - das wäre es ja erst, wenn sie mir schon begegnet wären. :P


    Es ist aber faszinierend, den Kreis immer wieder zu erweitern. Ich wußte bis vor Kurzem nicht, wie bereichernd Begegnungen mit Ymir und auch Thrym sein können. Oder, um in Asgard zu bleiben, welche Wohltat von Hödur ausgeht und welche Weisheit Hönir ausstrahlt.


    Allerdings lege ich auch viel Wert darauf, die Freunde meiner Lieblinge kennen zu lernen. Also vernachlässigen oder bewußtes ignorieren sehe ich da nicht; nur eben Fremdheit, die sich nicht immer von Seite des Menschen allein überwinden läßt - manchmal müssen auch die Götter einen Schritt auf uns zu tun (wir müssen das dann halt auch erkennen können).

    Ich finde es toll, wie Hedewit "das Ymir" schrieb - was auf ein Zwitterwesen ja zutreffen kann, wenngleich ich es eher so empfinde, als wenn Ymir zeugend und somit männlich sei :eek:

    Erst nach Bestlas Tod steigen sie zu Gottheiten auf!

    Ich persönlich denke nicht, dass Bestla in der Urflut ertrank. Ich traue Odin zwar so einiges zu, aber ganz gewiß nicht, dass er sich gegen die eigene Sippe richten würde oder einen Schaden hinnehmen, den sie erleiden müßte. So sind in meinem Verständnis die drei Brüder auch nicht erst nach der Urflut Götter geworden.


    Ein Gott ist doch einfach ein handelndes, verehrtes Wesen, das in seiner Grundausrichtung "gut" ist. Oder eben, wie Gylf.5 sagt:
    "Wir halten ihn (Ymir) mitnichten für einen Gott: er war böse wie alle von seinem Geschlecht, die wir Hrimthursen nennen."


    Wobei dieses böse hier mir eher wie ein Platzproblem vorkommt. Neflheim ist ja nicht gerade eine sehr lebenswerte Gegend und die Riesen vermehrten sich sehr schneller, beanspruchten Platz und ich schätze mal, vornehmlich an Nifls Südseite. Immerhin schwitze Ymir im Schlaf, was nur dort geschehen kann. Wenn in der Folge die Asen immer weiter ins Landesinnere gedrängt wurden (also noch kälter und weiter weg von Audhumlas Milch), so könnte die Erschlagung Ymirs Notwehr sein, um überleben zu können. Aber das ist natürlich reine Spekulation.


    Im Übrigens sind ja auch Riesen Götter. Einige sind es ganz selbstverständlich wie zum Beispiel Gerda. Doch ich sehe auch Grid und Jarnsaxa als Gottheit an. Und viele andere ebenso. Menschen verehren Götter - aber diese Götter sind nicht auf das Geschlecht der Asen und Wanen beschränkt. Auch Ymir hat seine Anhänger. Auch Bergelmir wird verehrt. Gott sein - das ist kein feststehendes Merkmal, sondern quasi ein verliehener Rang. Loki zum Beispiel ist für manche nur dämonisch, für andere die verehrteste Gottheit schlechthin.


    Insofern denke ich, dass Odin und seine Brüder mit der Erschlagung Ymirs keine Götter wurden, sondern eben nur erstmalig als handelnde Wesen auftraten.





    Er gehört für mich nicht hier her.

    So ist es für mich auch - er ist ein Fremdling hier. Er "kennt" meine Blumen und Bäume und Moose und Gräser nicht wirklicj. Er ist nicht mit mir verwandt. Er gehört nicht zu meiner Sippe. Fertig.


    Ich mochte ihn mal - trotz allem, was er Menschen antat, sei es Sintflut oder menschenverachtende Gesetze und Regeln etc oder auch nur das böse Spiel mit Hiob. Aber fremd blieb er mir trotzdem. Heute weiß ich, warum das so ist. Blut ist eben dicker als Wasser :P
    Daran ändert dann auch all das nicht, was mit den Neuen Testament dazu kam. Wenn ich einen Gott Vater nennen müßte, würde sogar ich da eher Odin bedenken (muss ich aber zum Glück nicht ;) )



    Gerade die Naturreligionen haben doch eine natürlich gewachsene Spiritualität. Das ist doch das Interessante.
    Warum schliest ihr den interessanten Teil aus und wollt ihn nicht Wahr haben?


    Wahrscheinlich liege ich komplett daneben, aber das schoss mir grade durch den Kopf:
    Obwohl unser 'oberster' Gott ein Gott der Ekstase ist, fürchten viele Menschen gerade diese und jede Form von Verlust rationaler Selbstkontrolle.

    Es ist die Verbindung zu Gott die von Gott ausgeht. Also quasi eine Verbindung in der unsichtbaren Welt.
    Und ich weiss das diese noch besteht, das hat mit Glauben nichts zu tun. Ich glaube schon seit Jahren nicht mehr.


    Du hast ja von der Geisttaufe gesprochen und nicht die Wassertaufe gemeint, wenn ich das richtig verstehe. Die Geisttaufe ist schon etwas völlig anderes; auch etwas, das Menschen nicht machen können, sondern - wie du sagst - von diesem Gott ausgeht. Und warum sollte diese Verbindung nicht mehr bestehen? Dieser Gott wird sie nicht kappen. Warum sollte er?


    Meine Betonung liegt hier auf "dieser", nicht auf dem Wort Gott. Es ist nur einer von vielen.
    Dieser Gott ist aber ein Fremdling in diesem Land. Er gehört nicht hierher. Er fischt quasi in fremden Gewässern.


    Ich habe ihm, als ich die alten Götter langsam nahen sah, das genau so gesagt. Ich habe ihm deutlich mitgeteilt, dass unser gemeinsamer Weg endete und ich weder seinen Himmel noch seine Ewigkeit noch sonst etwas aus seiner Wirklichkeit haben will. Ich habe ihm sogar gedankt für die Jahre der Begleitung. Wenn er heute kommt mit einem "ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein", dann verweise ich ihn an meine Götter. Soll er das mit denen aushandeln. Das geht mich nichts mehr an. Denn zur Trennung gehört auch das Loslassen. Ich ließ ihn los. Ob er mich loslassen kann, ist sein Problem. Durch die klare Ansage - durchaus in rituellem Gewand - bin ich nicht enttauft. aber ich bin frei von der Bindung. Ich denke, genau darum geht es.

    Naja, ich denke, HP ist erst mal nur ein Berufung; wenn man Glück hat, auch eine Berufung.
    Jeder Beruf ist erst einmal völlig wertneutral.
    Klar gibt es HP, auf die der Begriff Scharlatan zutrifft. Das gilt übrigens auch für approbierte Ärzte. Und Politiker. Und Lehrer. Und für jeden anderen Beruf auch. Je leichter der Kunde es dem Anbieter macht, ihn auszunehmen, desto eher wird der zur Scharlatanerie neigen - ihr aber nicht zwangsläufig erliegen.


    Es kommt, wie immer und überall, auf den Menschen an und darauf, was er aus einer Sache macht. Gute HP sind sicherlich ein Segen, gute Ärzte übrigens auch. Beides ist manchmal schwer zu finden.

    Hönir bei seelischen Erkrankungen anzurufen macht wirklich Sinn.
    Odin und vor allem Eir bei körperlichen Gebrechen passen sowieso.


    Kommt halt immer darauf an, woran der Mensch erkrankt ist. Geht es in Richtung Dunkelheit und Depression, habe ich (und andere) allerdings Helja als die beste Helferin erlebt.

    Natürlich gehören Göttererfahrungen dazu - was will ich mit einem Glauben, den ich nicht erfahren, erleben kann? ?(


    Ein Gewitter erleben, den Sturmwind spüren, einen warmen Frühlingsregen abkriegen, die vielfältigen Geräusche eines Waldes hören - überall da "sehe" ich das Wirken meiner Götter und erlebe es hautnah. Und hey, jedes Eichhörnchen, jeder Falke, jede Elster und ja, auch jeder Rabenvogel erzählen mir von ihnen. Sogar Fotografien, also einfach nur Bilder oder auch Filme von tollen Gegenden Midgards sind so ein Erleben, können es zumindest sein.


    Ich sehe und erlebe die Götter allüberall, vor allem draußen. Sie sind Alltag für mich. Das ist kein euphorisches Gefühl, sondern ein Sehen, Wissen, Ahnen und manchmal auch ein Erkennen.


    Die besonderen Momente, die dem nahe kommen, was du "fette Gotteserfahrungen" nennst, die kenne ich auch. Aber die sind kein Alltag - und der Alltag ist es, der zählt. Auf die fetten Dinger könnte ich verzichten, aber nicht auf das normale Erleben, in dem ich das Wirken der Götter sehen kann.

    Ich werde meine Raunachts-Träume hier nicht einstellen :P


    Aber ich will nur kurz anmerken, dass mein Traumtagebuch recht vollg eworden ist. Ich liebe diese Nächte; die Träume sind anders als sonst in dieser Zeit. Ist mir auch egal, ob sie was über die (mögliche) Zukunft sagen oder über mich; es sind für mich jedenfalls bedeutsame Erfahrungen, die mich im neuen Jahr begleiten und einige davon werden mich auch noch lange Zeit beschäftigen.

    Ich versuche mal, meine Antwort zu diesem schwierigen Thema zu finden.


    Ich bin alt, ich bin sehr alt. Mein Körper verändert sich, ist aufgebraucht. Viele Gebrechen. Auch das Denken nimmt neue Formen an. Ich weiß, dass meine Reise hier zu Ende geht, auch wenn ich keine Ahnung habe, wann genau das sein wird. Das ist auch gut so, denn so kann ich die Tage noch genießen und mich im Hier aufhalten. Ich habe die längste Zeit gelebt, aber darum ist jeder Tag kostbar. Der Tod wird nicht verleugnet, er ist so oft um mich. Ich fange vielleicht an, mich an ihn zu gewöhnen. Und irgendwann sterbe ich.


    Ich weiß, dass ich sterben muss. Sie haben es mir gesagt. Der Krebs frißt mich auf., Ich bin ein Opfer. Ich werde zerstört. Es ist unaufhaltsam und es wird nicht mehr lange dauern. Der Feind sitzt in mir. Und niemand kann ihn je besiegen. Und er wird Schmerzen bringen, Drogen. Und das kommt bald. Jeder Tag ist Angst, ist Furcht.


    Tja, in unserem Denken ist Krebs keine normale Alterskrankheit, sondern ein bösartiges Todesurteil, zumindest jene Krebsarten, bei denen sich nichts mehr machen läßt. Okay, ich bin nun über sechzig - die Vorboten des körperlichen Verschleißes sehe ich auch schon. Würde es mich betreffen - und letztlich geht es ja um die Oma und nicht deren Tochter und Enkelin - würde ich es wissen wollen, weil niemand da ist, der mir zur Seite steht. Da gibt es ja einiges zu regeln. Hätte ich aber eine Tochter, die alles für mich tut, dann wäre ich dankbar, wenn mein Denken nicht mit Krebs erfüllt würde. Denn gegen Gedanken kann man sich oft noch viel schwerer wehren wie gegen alles andere ....

    Och, ich denke, ich bin mehr als mein Körper, der sicherlich bald verbraucht sein wird :rolleyes:
    Wenn Helja mich später wieder gehen läßt, baue ich mir einen neuen - und werd in diesem wie im heutigen alle meine Gedanken und mein Sein auf das Hier und Heute richten, weil leben, in welcher Form auch immer, nur im Jetzt geschehen kann.

    Ich denke, Thor ist (vielleicht mehr als alle anderen Götter) ein verlässlicher Freund, auch gerade der 'kleinen' Leute; jemand, auf den mans ich felsenfest immer und überall verlassen kann - drüber hinaus sehr irdisch, weil er Midgard mehr als alle anderen auch innerlich verbunden ist (womöglich mütterliches Erbe?). Er ist direkt, unkompliziert, aufrichtig, irgendwie "unmystisch". Er sitzt auf keinem hohen Ross (reitet ja nicht einmal). Er mag Menschen, kommt gern, wenn man ihm opfert.


    Naja, eigentlich will ich nur sagen: Thor ist toll :love:


    Tja, und das sage ich als Lokitrue :D

    Nun ja, ich bin auch kein Freund der sinnlosen Böllerei - sinnlos, weil jeder für sich seine Raketen abfeuert. Ein richtiges Feuerwerk, das von Pyromeistern komponiert wird, ist natürlich etwas ganz anderes :P


    Trotzdem ist auch diese Knallerei ein heidnisches Erinnern, oder nicht? Haben unsere Ahnen nicht mit Feuern und Peitschenknallern die Geister zu vertreiben gesucht in dieser Zeit? Eine Menge zu diesen Bräuchen müßte der sogenannte Aberglauben ja noch wissen.


    Jedenfalls erschrecken die Geister bestimmt immer noch, wenn das Feuerwerk überall losgeht :D

    Jeder wie er mag, alter Wolf. :bussianim:



    Trotzdem empfinde ich jetzt fast so etwas wie Bedauern für dich, weil du anscheinend aus einem Prinzip heraus dir einen zauber entgehen läßt, wie ihn nur die Raunächte bringen können. Es ist mehr als Aberglaube, zu denken, dass die Zeit (des Jahres) still steht, die Welten durchlässiger sind und sogar die Wilde Jagd ist mehr als ein Märchen.


    Vielleicht schaffst du es ja trotz deiner persönlichen Abneigung gegen die hohen Feste, all denen, welche sich daran, darin und darüber freuen, genau die Freude von herzen zu gönnen, ohne sie zu hinterfragen oder lächerlich machen zu wollen, hm? :prost:

    Ist nicht heute Mütternacht?


    Egal, ich fange heute an ..... und freue mich unbändig auf die dann folgenden Raunächte.


    Alles ein wunderschönes Fest. Mögen die Götter euch spürbar nahe sein! :P

    Einerseits denke ich, das mir Götter die Riesen totschlagen sicher eher helfen können als jemand der sich kreuzigen lässt obwohl im alle Macht gegeben ist.
    Andererseits versprechen sie aber auch nicht wirklich etwas. Ein richtiges Heilsversprechen gibt es nicht.
    Das ist zwar einerseits die ehrlichste Antwort die es gibt, andererseits beruhigt es natürlich nicht so.
    Die nordischen Götter richten nicht über mich und kucken einem nicht in den Kopf, was ich sehr wichtig finde.
    Andererseits garantieren sie für nichts.

    Ich finde die Ehrlichkeit deiner Fragestellung sehr beeindruckend und kann deine Vorbehalte durchaus verstehen.


    Du sagst "eher helfen können" - ja, wobei sollen dir die Götter denn helfen? Sie werden deine Pflichten nicht erfüllen. Hast du Feinde, die dir nach dem Leben trachten, so dass du sie als Kampfgefährten brauchst?


    Dass die Götter nicht wirklich etwas versprechen, mag ich so nicht unterschreiben. Sie arbeiten unermüdlich für den Erhalt der Welten und es ist ihr Versprechen, das bis zum Ende der Zeiten zu tun.


    Wenn es dir gelingt, einem oder mehreren von ihnen auf sehr persönlicher Ebene zu begegnen, kann es aber durchaus sein, dass sie dir etwas 'sagen', was über diesen allgemeinen Schutz hinausgeht.


    Letztlich ist es eben einfach so: Die Götter sind.


    Sie erwarten nicht, dass du ihnen opferst oder sie verehrst. Sie fordern nichts von uns. Aber sie lassen sich oft auf den ein, der ihnen begegnen will. Das ist dann eine Sache wie Familie und/oder Freundschaft. Für Freundschaft gibt es auch keine Garantien; man muss sich auf sie einlassen, sie nähren und wert halten :P

    Was mir zu Mutter Erde grad noch einfällt:



    Eine Anrufung der Erdgöttin ist überliefert im angelsächsischen Flursegen aus dem elften Jahrhundert.:
    »eorthan ic bidde and upheofon,
    Erce, Erce, Erce, eorthan modor
    Hal wes pu, folde, fira modor«


    Übersetzt heißt das in etwa:
    »Die Erde bitte ich und den Überhimmel:
    Erce, Erce, Erce, Mutter Erde
    Heil sei dir, Erdflur, aller irdischen Mutter.«

    Achso, was mir gerade so einfällt wo ich nochmal auf den Stammbaum der Götter Blicke:
    woher wissen wir eigentlich, dass Jörd und Nerthus verschiedene Personen sind? Tacitus nennt Nerthus wenn ich mich recht erinnere auch Erdmutter.
    Wissen wir was von den Eltern von Nerthus und Jörd?

    Wissen tun wir ja leider wirklich nicht sehr viel - Nerthus wird in der Edda ja gar nicht erwähnt. Und freilich, zumindest gehe ich mal davon aus, gibt es viele Hohe, die als Erdmutter verehrt worden sind.


    Von Jörd wssen wir immerhin, dass sie, wenn ich mich recht entsinne, die Tochter der Nott und des Anarr ist.

    Aber wenn man sagt jeder hat einen elterlichen Aspekt , unabhängig davon ob man Kinder hat oder nicht, allein weil die Möglichkeit Kinder zu haben besteht, kann man doch auch sagen, jeder Weise hat auch einen Aspekt der Dummheit, weil er irgendetwas nicht wissen könnte. Jeder Ehrbare hat den Aspekt eines Betrügers, weil er Betrügen könnte.

    Es ging mir weniger um die Möglichkeit, also das "man könnte ja" - wenn eine kinderlose Frau ein weinendes Kleinkind tröstet, ist das ausgelebter mütterlicher Aspekt.
    Aber es stimmt natürlich auch, dass jeder alle Möglichkeiten in sich trägt - ob er sie auslebt, ist eine ganz andere Frage.

    Dann könnten Odin ja auch Gott der Dummheit, und Tyr Gott des Verbrechens sein

    Ahem - also, nun, das ist eine Frage des Standpunktes. Fenrir sieht Tyr vielleicht ein wenig so und Odin, nun, auch er hat sicherlich nicht nur Freunde, die seine Weisheit rühmen :rolleyes: