Beiträge von Asgrimm

Schon gewusst…?

Die Frauen der Wikinger waren ihren Männer gleichgestellt.

Schlug oder betrog ein Mann seine Frau oder konnte er nicht für Unterhalt aufkommen, durfte sie die Scheidung einreichen.



    Moin allerseits.

    Hier nun endlich die volle Rezension.


    The Viking Way - Magic and mind in late iron age Scandinavia


    Inhalt:

    asatru-forum.de/gallery/index.php?album/316/


    Über den Autor:

    Neil Price studierte Archäologie an den Universitäten von London, York und Uppsala, wo er inzwischen als Professor für Archäologie tätig ist.

    1989 veröffentlichte er mit "The Vikings in Brittany" sein erstes Buch über die Wikingerzeit.

    Seine Dissertation "The Viking Way- magick and mind in late iron age Scandinavia" wurde 2002 veröffentlicht und wurde von vielen Fachexperten als eines der wichtigsten Werke zur wikingerzeitlichen Religion bezeichnet.

    2017 wurde das Buch In überarbeiteter Fassung neu aufgelegt und die relevanten neuen Erkenntnisse die seit erscheinen der ersten Auflage gemacht wurden wurden mit aufgenommen.


    Als archäologische Studie widmet sich das Buch den verschiedenen Spuren wikingerzeitlicher Magie in sowohl den schriftlichen Quellen als auch in der materiellen Sachkultur.

    Dabei folgt der Autor einer Idee, die er selbst als "an archeology of the viking mind" beschreibt.

    Dabei versucht er nicht nur die Äußerlichkeiten der magischen Praxis zu untersuchen, sondern viel mehr durch diese Einblicke in die Denkweise und das Selbstverständnis der Menschen der Wikingerzeit zu erlangen.


    An den Anfang stellt er eine Reihe von "Bildern".

    Ein Mann, beerdigt in Frauenkleidern.

    Eine Frau, bestattet mit einem abgetrennten Pferdekopf über den Beinen.

    Ein nackter Mann der, eine Hand über dem aftersten rückwärts auf einen Scheiterhaufen zu geht.


    Die Fragen die sich für Price aus diesen und noch vielen weiteren solchen Szenen ergeben sind zu viele und oftmals zu unspezifisch um sie aus dem Gedächtnis heraus herunter zu beten.

    Das ist aber auch nicht nötig, denn so wenig spezifisch seine Fragestellung auch wirkt, so wenig spezifisch sind auch die "Antworten" die sie hervor zu bringen versuchen.

    Das meine ich aber im bestmöglichen Sinne.

    Dieses Buch zu lesen, hat sich angefühlt als würde ich einem Maler bei der Arbeit zusehen.

    Jede noch so kleine Information ist wie ein Pinselstrich.

    Jeder sorgsam und vorausschauend gesetzt und mit Bedeutung für das große Ganze.

    Und jeh weiter das Buch voran schreitet, desto klarer wird das Gesamtbild.

    Was zunächst nur schemenhaft erkennbar ist wird immer klarer bis letztlich alle Einzelmotive beginnen ineinander zu greifen und zu einem großen Gesamtbild zu verwachsen.

    All das wird von einer einzigen zentralen Frage zusammengehalten, die sich wie ein Roter Faden durch sein gesamtes Lebenswerk zieht.

    Wer waren diese Wikinger überhaupt?

    Wie haben sie getickt?

    Wie hat die Welt aus ihrer Perspektive ausgesehen?


    Das alles ist vor allem Price lebhaften und visuellen Schreibstils zu verdanken.

    Es ist trotz allem durch und durch ein wissenschaftliches Werk und es gibt einige Passagen die selbst mit reichlich Met nicht Flüssig runter zu lesen sind.


    Doch auch diese Passagen sind unerlässlich für das Gesamtbild.

    Seien es nun die Zusammenfassung des bisherigen Forschungsstandes, Auflistungen und Katalogisierungen von Namen oder Aufzählungen und Beschreibungen von Grabbeständen oder Zauberstäben.


    Mit der Prämisse und der Zusammenfassung der bisherigen Forschungen aus dem Weg, widmet sich das Buch seinem Hauptthema.

    Seiđr. Was ist Seiđr überhaupt?

    Anstatt direkt eine Antwort vorzuschlagen beginnt er dort wo nach seiner Annahme auch für die Wikinger die Geschichte des Seiđr beginnt.

    Bei den Göttern.

    Genauer bei Ođin und Freya.

    Von dort aus beginnt er systematisch damit Seiđr zu beschreiben.

    Ausgehend von den Akteuren, über die Begrifflichkeiten und Utensilien bis hin zu den Geistern und Wesenheiten und letztlich der gesellschaftlichen Rolle von Seiđr.


    Von hier aus richtet er den Blick auf die Sami, die als direkte Nachbarn der Wikinger wichtigen Kontext liefern.

    Den Sami und ihren Noaidi widmet er sich mit der gleichen Aufmerksamkeit zum Detail und ebenso vielen Quellzitaten wie den wikingerzeitlichen Zauberern.

    Besonders Augenmerk richtet er hier auf die Gemeinsamkeiten und die spezifischen Unterschiede zwischen beiden Kulturen.

    Immer wieder schlägt er die Brücke vom einem zum anderen und verweist auch immer wieder auf spätere Kapitel.


    Als nächstes widmet er sich der Frage ob Seiđr im den Kontext des Circumpolaren Schamanismus zu verstehen ist.

    In der selben Vorgehensweise, die er bereits in den ersten beiden Kapiteln verwendet hat, seziert er von hier aus das Gesamtphänomen Schamanismus.

    Wieder fasst er den Stand der Forschung zusammen, definiert seine Zielsetzung und Begrifflichkeiten und betrachtet von diesem Startpunkt aus systematisch die Kulturen die für seine Beobachtungen wichtig sind.

    Hier ist der Blick jedoch deutlich weiter gefasst als zuvor.

    Nach seinem Verständnis ist Schamanismus kein religiöses Konzept sondern ein Anthropologisches.

    Der Begriff Schamanismus dient für ihn einzig dazu eine Gruppe von Ritualpraktiken zusammen zu fassen, die sich im circumpolaren Raum mit großen Überschneidungen zueinander finden lassen.

    Auch dieses Kapitel strotzt wieder vor Quellzitaten und Querverweise.

    Immer wieder wird die Brücke geschlagen zu dem was zuvor beschrieben wurde und zu dem was in den letzten Kapiteln noch behandelt wird.


    Zum Ende hin richtet Price seine Aufmerksamkeit wieder den Wikingern zu.

    Er nimmt nun die zuvor diskutierten Argumentationen und beginnt systematisch damit sie miteinander in Verbindung zu setzen.

    Das Gesamtbild, dass er hier in den letzten Kapiteln Zusammenwebt lässt sich nicht wirklich in Worte fassen.

    Sein Roter Faden, die suche nach dem "Viking Mind" tritt hier am deutlichsten zu Tage.

    So wenig wie sich die Seele einer ganzen Kultur in einfache Worte fassen lässt, so schwer fällt es mir auch dieses Buch wirklich zusammen zu fassen.

    Was für mich bleibt, ist ein lebendiges, vielschichtiges Bild, das abseits der bekannten Interpretationen eben nicht versucht zu interpretieren sondern die Quellen für sich selbst sprechen zu lassen.

    So bleibt Price letztlich auch die Antwort auf die Frage nach dem "Viking Mind" schuldig, oder besser überlässt es dem Leser seine eigene Antwort zu finden.


    Würde ich dieses Buch also weiterempfehlen ?


    Absolut.

    Alleine schon der Quellenfülle wegen, aber auch ob des Gesamtbildes.

    Dieses Buch hat für mich viele der noch offenen Fragen die ich hatte beantwortet und etliche mehr meiner Argumentationslücken geschlossen.

    Vieles was ich zuvor nur mit einem unbestimmten Bauchgefühl begründen konnte untermauert er mit soliden Fakten und Argumentationen.

    Ás = Ase

    Grimm = Althochdeutsch - Zorn/Wut/böse Absicht/ "grimmig"

    Grimr = Altnordisch - Maske/Maskiert/"verhüllt" - hat Anklänge von Schamanismus und Formwandelung - ein Name Odins


    Ich bin seinerzeit bei lesen der Sagas über diesen Namen gestolpert und er ist hängen geblieben.

    Mir gefiel die Mehrdeutigkeit und der Name hat gut in mein damaliges Selbstverständnis gepasst.

    Inzwischen ist der Name für mich ein Teil meiner Identität geworden.

    Es gibt inzwischen einige Leute die mich nur als "Grimm" kennen gelernt haben.

    Darüber ob der Name "passt" denke ich eigentlich nicht mehr wirklich nach.

    Ich bin Asgrimm. Und dieser Name sagt genau so viel oder so wenig über mich aus wie mein bürgerlicher Name.

    Mann:

    Baum des Kampfes

    Schildbaum/Schwertbaum


    Bart:

    Wangenwald

    Des Gesichtes Begrenzung


    Frau:

    Linde des Lauchs


    Gastgeberin:

    Herrin des Herdfeuers


    Echo:

    Stimme der Zwerge


    Valkyre:

    Kriegsfessel

    Sturmbringerin


    Meer:

    Wohnung des Wals


    Schiff:

    Ross der Wellen


    Kampf:

    Sturm der Speere/Schwerter/Schilde

    Schwertlärm/Schildlärm

    18:40

    "So Loki most likeley, in an earlier account, probably from the oral tradition lost to us, must have eaten the heart of a powerful animal probably a serpent or a dragon...."

    So. Ich habe mir das Video noch mal gründlich und dieses mal etwas kritischer angeschaut.

    Wenn du die betreffende Stelle als absolutes Fazit seiner Ausführung sehen möchtest kann ich das durchaus verstehen.

    Ich habe da vermutlich die Lücken in seiner Argumentation mit Eigenen Schlussfolgerungen gefüllt.

    Für mich hatten halt (da ich mich selber gerade mit dem Thema befasse) die Argumente für eine Interpretation als ein Überbleibsel schamanischer Rituale mehr im Mittelpunkt gestanden.


    Ich weiß leider beim besten Willen nicht mehr worauf ich mit dem Seitenhieb auf den Pantheismus hinaus wollte.

    Zumindest fällt mir jetzt nichts mehr ein, was ich nicht bereits in meinem ersten Post angerissen hatte.

    @Ulfberth

    Das mit dem Pantheismus war war Absicht.

    Auch durchaus im Hinblick darauf dass du dich ja selbst als Pantheisten bezeichnest.

    Speziell aber im Hinblick auf die kleinen aber feinen Unterschiede zum Animismus der die gedankliche Grundlage des Seidr liefert und somit für diese Passage die höhere Relevanz besitzt.

    Ich habe leider gerade nicht so viel Zeit, ich führe das aber sobald ich die Zeit habe weiter aus und gehe auch auf deine anderen Punkte ein.

    Wobei ich seinen Schluss, dass es sich bei der bösen Frau wahrscheinlich ursprünglich um ein "Seelentier" gehandelt haben soll, weil Sigurd Fafnirs Herz isst, für sehr konstruiert halte. Zumal Fafnir ja eigentlich noch nicht mal wirklich ein Drache, also ein Tier, sondern ein verwandelter Zwerg ist.

    Ich glaube du missverstehst ihn an der Stelle ein bisschen.

    Seine Schlussfolgerung, so wie ich sie verstanden habe, ist dass die fragliche Frau in die selbe generelle Kategorie von "Naturgeistern" fällt wie andere schamanische Hilfsgeister.

    Er zieht hier lediglich Parallelen zu anderen Mythen/Erzählungen um selbige auf zu zeigen.

    Dies fällt insbesondere ins Gewicht wenn man bedenkt, dass in die Grenzen zwischen den verschiedenen Kategorien von Geistern in den benachbarten schamanischen Kulturen wesentlich fließender sind als z.B. in den mediterranen pantheistischen Religionen.


    Sorry für den Wortsalat, ich habe neun Stunden Spätschicht hinter mir und bin entsprechend etwas uneloquent gerade. :Mjolnir:

    Bin gerade über ein Video von Arith Härger zu dem Thema gestolpert.



    Er übergeht einige der Kritikpunkte im Bezug auf die Quellen, geht aber sehr gut auf den eigentlichen Akt und die Hintergründe und zugrunde liegenden Ideen des "Herzen essen" ein.

    Ist Loki der "Vater aller Hexen"?

    Das würde ich jetzt nicht unbedingt sagen.

    Die "Völluspá in skamma", zu der diese Textpassage gehört, ist nur fragmentarisch erhalten.

    Das Hyndluljod, in dem der größte noch erhaltene Teil mit verarbeitet wurde, wurde erst im 14. Jahrhundert aus verschiedenen (vermutlich bereits damals nur noch fragmentarisch erhaltenen) Texten zusammengeschrieben.

    Zudem gibt es trotz des vergleichsweise einfachen Versmaßes auffällig viele Unregelmäßigkeiten, was auf eine starke Editierung hindeutet.


    Selbst ungeachtet der Quellenkritik gibt es bereits zwei Gottheiten die im Gesammtkorpus der Überlieferungen eine viel dominantere Stellung als "Mutter" und "Vater" der "Zauberkundigen" einnehmen.

    Es währe allerdings durchaus denkbar das Loki in bestimmten Kontexten als Patron für bestimmte Formen von Schadensmagie angesehen wurde.

    Insbesondere sein wiederholtes schlüpfen in die Frauenrolle, inklusive dem annehmen eines weiblichen Körpers und des gebären von Kindern und das damit verbundene Ergi, sind Elemente die speziell im nordischen Seidr-Komplex, aber auch in vielen anderen circumpolaren Kulturen, eng mit der Position des Zauberers und insbesondere des Schadenswirkers verbunden sind.

    Die für mich wahrscheinlichste Interpretation währe, dass es eine bestimmte Gruppe von Zauberwirkern gegeben haben könnte, die ihre Fähigkeiten von Loki ableiten.


    Wer war die namenlose Frau...Wäre Gullveigh möglich?

    Im Anbetracht des mangelnden Kontext halte ich Spekulationen an dieser stelle nicht für Zielführend.

    Der Mythos auf den das Lied hier anspielt hat sich leider nicht erhalten. Zu versuchen die Lücke jetzt mit einer anderen obskuren Figur zu füllen halte ich für ziemlich fragwürdig.


    Die Idee mit Angrbroda ist interessant und würde zumindest thematisch dazu passen, allerdings haben wir hier eine inhaltliche Trennung durch die Strukturierung der Doppelstrophe.

    Wir haben eine Strophe mit Aufzählungen verschiedener Kinder Lokis, mit den jeweiligen Müttern und Vätern.

    In der Folgestrophe wird die Aufzählung von Lokis Kindern fortgesetzt, dieses mal aus dem sich einverleiben des Herzens einer (uns) unbekannten Frau.

    Daraufhin wird Loki schwanger mit den Kindern dieser Frau. Wieder sehen wir Loki in der so eng mit Ergi verbundenen Rolle als "Mannfrau".


    Wo in den Mythen (-können auch andere Kulturkreise sein) gibt es die Praxis des Verspeisens eines Herzens noch?


    Das Verspeisen verschiedener Organe taucht in den Initiationsvisionen der circumpolaren "Schamanen" immer wieder auf.

    Zeilweise wird der ganze Körper, bis auf das Skelett, von Geistern gefressen die daraufhin dem Schamanen einen Neuen Körper "Bauen", der über neue Fähigkeiten verfügt.

    Herz und Leber tauchen aber etwas Häufiger auf als andere. Sie werden Häufig mit Steinen oder Tannenzapfen o.Ä. ersetzt, die die andersweltliche Essenz enthalten derer sich der Zauberer bedient.

    Da sich der Ritualkomplex rund um Seidr ziemlich nahtlos in den Zusammenhang der circumpolaren Kulturen mit einfügt, würde ich persönlich meine Deutung dieser Strophe auch an diesen Kontext anlehnen.

    Ich habe aber gerade weder die Zeit, noch die Buntstifte um verständlich auszuführen was ich meine.


    Wie interpretiert ihr diese Passage?

    Für mich klingt das so, als ob hier vor allem Lokis Verbindung zu allem was "einem Manne unwürdig" galt in den Vordergrund gestellt werden sollte.

    Dieses könnte sowohl von mittelalterlichen Wertvorstellungen herrühren, als auch im Kontext der Zauberei auf ein "drittes Geschlecht", wie wir es in vielen der anderen cirkumpolaren Religionen finden hindeuten.


    Eine andere Interpretation wäre, dass ganze einfach als enzekopischen Text auf zu fassen, der vor allem eine Vielzahl von lose zusammenhängenden Informationen zusammenfassen soll.

    Für solche Texte gibt es ja mehr als genug Beispiele.


    Ich denke es ist eine Kombination aus allen Faktoren.

    Moin allerseits.


    Ich möchte euch "The Viking Way - Magic and mind in late iron age Scandinavia" von Neil Price aufs wärmste empfehlen.

    Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin mit dem Buch gerade mal zur Hälfte durch.

    Ungeachtet dessen, ist dieses wahrscheinlich das beste, aufschluss- und umfangreichste Buch über unsere Religion, dass ich bislang gelesen habe.


    Neil Price ist Professor für Archäologie an der Universität von Uppsala und leitet auch die Ausgrabungen am dortigen Tempel.

    Das Buch ist eine Studie zum Thema Magie in der Vendel- und Wikingerzeit in den Schriftquellen und der Archäologischen Sachkultur.

    Wie in solchen Werken üblich gestaltet sich der Anfang recht Zäh, mit einem Überblick über die Zielsetzung und Methoden der Studie.

    Gefolgt von einer Zusammenfassung der bisherigen Forschung zu den betroffenen Themen, stellenweise kommentiert oder ergänzt durch den Autor.

    Auch wenn dieser Teil unglaublich trocken ist, enthält er doch viele interessante Informationshäppchen, die einen für die Mühen entlohnen.


    Der Teil des Buches, den ich bis jetzt hinter mir habe, beschäftigt sich größtenteils mit dem Phänomen Seidr.

    Die anderen Magiebegriffe sowie Odin und Freya als Hauptgottheiten der Magie werden des Kontextes halber ebenfalls näher beleuchtet.

    Gerade Odin erfährt hie eine Menge Aufmerksamkeit, da ihm als Mann in der Frauendomäne Seidr eine gewisse Sonderrolle zufällt, die im größeren Kontext betrachtet Aufschluss über vieles bietet was ohne ihn im Unklaren bleiben würde.


    Was Seidr speziell angeht, gleicht Price hier die wenigen schriftlichen Beschreibungen und Erwähnungen mit den Spuren magischer Praxis in den archäologischen Funden, insbesondere aber mit den "Zauberinnengräbern" ab.

    Immer wieder schlägt er Querverweise zu verwandten Themenbereichen und versucht für alle seine Überlegungen und Schlussfolgerungen so viel Kontext wie möglich mit zu liefern.

    Er geht auch in Tiefe auf Ergi und die Geschlechterrollen im Kontext magischer Praxis ein und beleuchtet die sexuellen Aspekte von Seidr.


    Und das ist alles noch in der ersteh Hälfte des Buches.


    Meiner Meinung nach ein absolutes "must read" für jeden der sich für die historische Realität von Seidr und den anderen magischen Praktiken der Wikingerzeit interessiert.

    Moin allerseits.


    Ich packe das wegen dem fachlichen Bezug mal hier rein und nicht bei "geschichtliches".


    Ich habe hier etwas interessantes für euch.

    Eine Vortragsreihe des Archäologieproffesors Neil Price, der u.a. an den Ausgrabungen in Gamla Uppsala mitgearbeitet hat. Themen sind nordische Kosmologie, Begräbnisriten und Kulthandelungen aus Archäologischer Sicht.


    Sehr interessant und aufschlussreich.

    Hat für mich wieder ein paar neue Puzzleteile aufgedeckt und ein paar bereits vorhandene in ihrer Position bestätigt.


    Ich werde mir auf jeden Fall ein paar von seinen Büchern besorgen.





    Ich glaube die Antwort ist relativ einfach.

    Wir "Milenials" sind in einer Zeit groß geworden, in der sowohl die klassischen Rollenbilder wie auch die die alten Erziehungsmethoden in Frage gestellt und neu definiert wurden.

    Das so ein Prozess eine Kluft zwischen denen mit eher konservativer Erziehung und denen mit neueren Ansätzen schafft ist praktisch unvermeidlich.

    Bei den meisten wachsen sich die gröbsten Unterschiede mit der Zeit raus und der Mittelwert zwischen beiden Extremen wird zu "neuen" Norm in dieser Generation, während die nächste Generation den Wandel nach ihren eigenen Bedürfnissen entweder weiter voran treibt oder wieder zurück steuert.


    Was bei "uns Milenials" und GenZ neu ist, ist der Faktor Internet.

    Wo die "komischen" Leute in den vorausgehenden Generationen vergleichsweise wenige Möglichkeiten hatten sich in ihrer Andersartigkeit validieren zu lassen, da haben wir unsere endlose Auswahl an Echokammern in denen wir nur hören was wir hören wollen.


    Ich denke, dass sich lediglich das Selbstverständnis der Männer meiner Generation geändert hat.

    So ziemlich alle anderen "Milenials" die ich kenne stehen in Lohn und Brot und führen vergleichsweise "normale" Leben.

    Sie unternehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten genau so Dinge mit ihren Kindern wie ihre Eltern es mit ihnen gemacht haben.

    Viele von ihnen sogar mehr, gerade weil sie sich noch das Kind im Inneren erhalten haben.


    Auf der anderen Seite haben wir gerade in den Großstädten eine zunehmende Vereinsamung der Menschen die durch sozial media und den einhergehenden Narzissmus noch weiter verschärft wird.

    Viele Leute sind unfähig geworden eine echte und befriedigende menschliche Beziehung zu anderen Menschen auf zu bauen und suchen ihre emotionale Katharsis anderswo.

    In die selbe Kerbe schlagen dann z.b. auch diese "Reaktions" für einige ist das praktisch die McDonalds Variante von emotionalen Erlebnissen. Und wo es eine Nachfrage gibt entsteht auch ein Angebot.


    Vielleicht überdenke ich das aber auch bloß wieder und Freud hatte doch recht mit seinem Mamakomplex...:ugly:

    Es gab auch Herse Frauen als Stammesführerin.

    Nicht unbedingt alltäglich aber häufig genug als das es nichts wirklich besonderes wäre.


    Was das Thema Begräbniskultur bei den Wikingern angeht kann ich "Dead warriors in living memorie" von Anne Peddersen empfehlen.

    Das ist eine groß angelegte Metastudie zu Waffen- und Reitergräbern im Dänemark der Wikingerzeit.

    Keine der Informationen in dem Buch ist wirklich neu, da sie ausschließlich mit den Ergebnissen vorausgegangener Untersuchungen und Studien gearbeitet hat. Trotzdem ist es die erste Studie die die verfügbaren Informationen zu dem Thema an einer Stelle zusammengefasst und als Gesamtheit betrachtet hat und im Gesamtkontext ausgewertet.

    Wie können Menschen ihre Heimat so sehr hassen, dass sie jeden Bezug zu ihr verleugnen?

    Ich denke, du schließt hier zu sehr von dir auf andere.
    Nicht jeder stützt seine Identität so stark auf seine Herkunft wie du es tust.
    Die Werte mit denen wir aufwachsen und unsere Erfahrungen prägen uns mindestens ebenso, in vielen Fällen sogar noch mehr.


    Ich spiele deine Frage mal aus meinem Blickwinkel zurück.


    Wie kann man die Zugehörigkeit zu einer Gruppe dermaßen überbewerten, dass man jedes Mitgefühl und Verständnis für das Leid anderer vergisst ?


    Ich hoffe du verstehst worauf ich hinaus will.
    Beide Fragen führen ins Leere.


    Ich verschiebe diese Art von Rhetorik mal auf ein anderes Links/Rechts Argument.


    Wie sehr muss man Menschen hassen, um ihnen die Früchte ihrer Arbeit nehmen zu wollen? / Wie sehr muss man Menschen hassen, um ihnen nicht einmal das mindeste an Solidarität zu geben.


    Eine Rhetorik wie diese macht jedes zusammenkommen schwer bis unmöglich.
    Wenn ich ein Gespräch direkt damit beginne meinem gegenüber Unterstellungen zu machen ist die emotionale Eskalation vorprogrammiert.


    Wir sind als Menschen in fast allen belangen von unseren Emotionen gesteuert.
    Für wie rational wir uns auch halten.
    Wir sind eher geneigt zu glauben was uns vertraut scheint und können nur schwer annehmen, dass andere Menschen die Welt anders sehen.
    Aber alle Menschen sehen sich selbst und ihre Sichtweise als rational an...


    Was du über das Streben nach dem "besseren" Ich geschrieben hast könnte 1 zu 1 von mir stammen.
    Mein aktueller Ansatz ist, mir wieder mehr bewusst zu machen wo und wie mir mein Enthusiasmus und mein aufbrausendes Gemüt mir meine Logik und meine Rhetorik durcheinander bringen.


    Ulfberth und ich hatten da vor Jahren mal eine ziemlich "enthusiastische" Diskussion im Walhalla-thread die meinen Punkt hier ziemlich gut unterstreicht.
    Wir haben uns da über bestimmt 20 Seiten ständig im Kreis gedreht und gegenseitig hochgeschaukelt ohne zu realisieren das unsere Sichtweisen zu dem Thema eigentlich gar nicht so weit auseinander liegen.
    Ein guter Teil davon ist zwar auch das ich mich da echt nicht so besonders gut ausgedrückt habe, aber durch die Emotionen die ich dann in die Diskussion gesteckt habe ist mir nicht einmal aufgefallen, dass sich meine Aussagen teilweise von einer Seite zur nächsten widersprechen und ich immer noch an meiner eigentlichen Meinung vorbeirede.

    Ich brauch mal eure Traumdeuterhilfe...


    Das erste was mir dazu einfällt ist, dass sich das Herzchakra auf der Höhe befindet.
    Das Herzchakra wird dem Element Feuer zugeordnet und steuert Emotionen und Leidenschaft.
    Sprich leicht reizbare Menschen haben eine überaktivität, unemotionale eine unteraktivität des Herzchakras.


    Für eine wirkliche Deutung fehlen mir aber leider gerade sowohl die Zeit als auch die Konzentration.

    Ich lese aktuell:


    Mastery - von Robert Greene
    The laws of human nature - auch von Robert Greene
    Und die Meditationen von Mark Aurel.


    Danach geht es an die gesammelten Werke von Epikur.

    Ich fand das Buch jetzt auch eher sonderlich als wirklich nützlich.
    Persönlich würde ich dem Autor eher eine blühende Phantasie, als eine spirituelle Begabung unterstellen.
    Trotzdem gefällt mir der Ansatz, aus den gegebenen Umständen das beste zu machen.
    Immerhin hat nicht jeder die Wahl alles hin zu schmeißen und in die Wildness zu ziehen.