Beiträge von Asgrimm

Schon gewusst…?

Thor / Donar


Sohn des Odin und Gott des Donners. Kann gut essen, trinken und raufen. Feinde zermalmt er mit seinem Hammer Mjölnir. Kämpft öfter gegen die Midgardschlange.

    Was anderes wäre jetzt, wir hätten jetzt alle zusammengelegt, ein kleine Grundstück gekauft, einen noch kleineren Tempel darauf gebaut und jemanden als Priester/in angestellt, dann hätten wir natürlich auch Mitspracherecht, wie das da mit den Göttern zu handhaben wäre. Will ich meinen, nein?

    Naja, es ist ja auch generell ein Unterschied ob man für sich selber oder für andere Praktiziert.

    Wenn ich Zuhause alleine opfere belasse ich es oft auch bei etwas stummer Zwiesprache, ein wenig Rauch und einem Schluck in die Operschaale.

    Für Rituale in der Gruppe gebe ich mir dann doch etwas mehr Mühe.

    Auch wenn da mit Sicherheit noch Luft nach Obenist .

    Wie schafft ihr es euren "Glauben" in den modernen Alltag zu integrieren?

    Zunächst einmal indem ich die alte Sitte nicht primär als "Glaube" verstehe.

    Ich richte mich da Eher nach dem lateinischen "Religio", das eher "Ehrerbietung" oder Hochachtung" als "Glaube" heißt.

    Es geht eher darum gewissen Dingen mit der angemessenen Ehrerbietung zu begegnen und die althergebrachten Rituale mit angemessener Würde zu vollziehen.


    Für mich spielt es keine Rolle ob jemand mit dem ich ein Trankopfer teile "glaubt".

    Wenn er oder sie dem Ritual mit Respekt begegnet ist das für mich genug.

    Ich habe mit Atheisten und Christen das Horn geteilt und es gibt Asatruar denen ich es verweigern würde weil ihnen die nötige Ehrerbietung, dass nötige "Religio" fehlt.


    Zudem sehe ich die Welt um mich herrum grundsätzlich als beseelt an.

    Ein Stein, ein Baum, aber auch ein Landstrich, ein Berg, ein Fluss oder sogar eine Stadt oder eine Straße können nach meinem Verständnis ein Seele haben, der man angemessenerweise mit "Religio" begegnen sollte.


    Für mich gibt es keinen wirklichen Wiederspruch zwischen meiner Liebe und Hochachtung zur Natur und meinem "modernen" Leben.

    Ich habe als Großstadtbewohner relativ gesehen weniger Möglichkeiten meiner Waldlust zu fröhnen, (oder es ist zumindest mit erheblich mehr Aufwand verbunden) aber ich bin der Natur nicht Grundsätzlich entfremdet.


    Egal wie intensiv wir über die alte Sitte forschen, egal wie fundiert oder gut ausargumentiert unsere Rekonstruktion auch ist.

    Unterm Stich ist und bleibt es eine "educated guess", eine fundierte Mutmaßung.

    Zitat

    Wir sind ein alter Baum, dem neue Triebe sprießen

    Der Sonne stecken wir uns entgegen um vorran zu wachsen

    -Einar Selvik

    Wir nehmen uns aus der Vergangenheit das, in dem wir einen Nutzen für unser modernes Leben sehen.

    Die alten Mythen enthalten Weißheiten und ein Gefühl von Heimat und Verwurzeltheit die heute den gleichen Nutzen bieten wie zu der Zeit als sie niedergeschrieben wurden.

    Unsere Rituale schlagen die Brücke zwischen dem Gestern und dem Morgen.

    Wir teilen das Heil unserer Ahnen und jene die nach uns kommen werden unser Heil teilen.


    In diesem Sinne

    Ichh trinke dir zu, Hammmonia

    :prost:

    Den letzten Schluck Bier, kenne ich unter der Bezeichnung "Spuckschluck".

    Da wären die Hohen, wohl nicht sehr begeistert, wenn ich ihnen den anbieten/ darbringen würde! 😉

    Ich gebe oft den ersten oder zweiten Schluck während ich den Göttern im Stillen (oder unter Freunden auch mal Hörbar) zutrinke.

    Mal ein ganz andere Thema... Interessiert sich hier jemand für MMA (Mixed Martial Arts)

    Interessieren auf jedenfall.

    Ich will sobald die sache mit meinem Bauchwandbruch durch ist und ich mich wieder voll belasten kann auch damit anfangen.

    Ich habe praktischerweise ein Gym bei mir auf der Ecke.


    Anschauen tu ich es mir auch gelegentlich, bin aber generell niemand der sich viel Sport angugckt.

    Sport mache ich lieber selber.

    Prügeln die sich nicht so ein bisschen das Hirn zu Matsch? Ich mein wenn das schon bei Boxern mit Handschuhen der Fall ist. :ugly: :/ :popcorn:

    Naja, die Handschuhe sind Teil des Problems.

    Wenn man jemandem mit bloßer Hand ins Fressbrett zimmerst besteht eine ziemlich gute Chance sich dabei die Mittelhandknochen zu brechen. (bekannt als Boxerfraktur)

    Mit Handschuhen und Bandagen ist das erheblich unwarscheinlicher.

    Entsprechend kann man mit Handschuhen "ohne Rüchsicht auf Verluste" zuschlagen.

    Deswegen sind Knockouts im Bare Knuckel Boxing z.B. auch merklich seltener als im "klassischen" Boxen.

    Face woppern!

    Slap Fighting?

    :ugly:


    Wer seine Gesundheit nicht unnötig auf's Spiel setzen möchte, sollte auch im Training auf Sparring verzichten. Habe auch im Training schon gefährliche Situationen erlebt, die nicht nötig gewesen wären...

    Sollte eigentlich nicht so laufen.

    Sparring ist immer noch eine Art von Techniktraining. Da sollte nie (!!!) eine Gefahr für die Gesundheit bestehen. (zumindest nicht höher als im normalen Training)

    Hartes Sparring sollte immer zuvor abgesprochen sein.

    Ich hab hingegen gelesen, das in Russland, sogar ein alter Schuh, als beseeltes, eigenständiges Wesen betrachtet würde.

    Das muss meiner Aussage nicht zwangsläufig wiedersprechen.

    In Japan z.B. gibt es eine ganze "Familie" von Geistern die aus Alltagsgegenständen bestehen die eine Seele entwickelt haben.

    Das heißt nicht unbedingt das alle Gegenstände eine Seele haben, nur das alle das Potenzial dazu haben eine Seele zu entwickeln.


    Ps: Russland ist als ethnische Eingrenzung sehr (...) unpräziese.

    Von welcher Volksgruppe genau war denn die Rede?

    Das führt mich letztlich zu der Frage, ob die Natur bzw. Teile davon ihre (-wie immer man das bezeichnen möchte): Energie/Aura/Ausstrahlung/Seele verliert, wenn sich zu viele Menschen dort aufhalten? Oder um es mit der "niedrigen Mythologie" zu veranschaulichen: Hauen Zwerge/Elfen ab, wenn die Touris kommen ;) ?

    Soweit wie ich es verstanden habe ist in animistischen Kulturen auch nicht unbedingt alles "beseeelt".

    Geister (oder ähnliche Wesenheiten) wandern und nisten sich teils auch gegen den Wiillen der Menschen an bestimmten Orten ein.

    Dafür gibt es auch in der europäischen Folklore viele Beispiele.

    Seien es nun Hausheister die man anlocken will um Glück und Reichtum ins Haus bringen oder Korngeister die für eine gute Ernte sorgen.

    Aber eben auch Wechselbalge, Nachtalben und Uphocker oder ähnliche.

    Es gibt ja auch diverse Rituale um hilfreiche Geister anzulocken.

    Auch "große" Geister, die ganze Berge bewohnen können durchaus entscheiden auszuwandern wenn es ihnen an einem Ort nicht mehr gefällt.

    Viele "Naturvölker" haben Rituale um den Geist des nahe gelegenen Berges zu erfreuen damit er bleibt und weiter gutes für sie bewirkt.

    Heil euch!

    Viele skandinavische und angelsächsische Königshäuser, berufen sich ja auf einen göttlichen Urahn- wohl meist Woden oder Fro- Ing.

    Hat göttliches Blut eigentlich eine Rolle bei der Herrscherwahl gespielt?

    Noch als Ergänzung zu Ulfberths letztem Post.

    Die dänischen Könige sind mythologisch eng mit Odin verknüpft, eine Klare abkommenschaft wäre mir aber nicht bekannt.

    Sie berufen sich auf Sigurd und die Völsungen als Ahnen.

    Sigrdrifa wird wennich mich richtig erinnere auch als eine Tochter Odins bezeichnet, da könnte aber dichterische Poetik mit rein spielen.


    Auf den Rest gehe ich ein sobald ich etwas mehr Zeit zum Schreiben habe.

    Ich will ja nicht weiter stören, aber wo bitte ging's nochmal zum Thread über heidnische Bestattungen?

    Recht hat er.

    OT-Disskusion in die PMs verlegt.

    Es gibt in dieser Rubrik, ja bereits den Thread "Bestattung/ euer Begräbnis", aber dieser scheint grösstenteils theoretischer Natur zu sein!

    Mir geht es nun um die Frage, inwiefern eine naturreligiöse Beisetzung* heutzutage und nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland überhaupt umsetzbar ist.

    Zurück zum Thema.

    Es gibt in dieser Rubrik, ja bereits den Thread "Bestattung/ euer Begräbnis", aber dieser scheint grösstenteils theoretischer Natur zu sein!

    Mir geht es nun um die Frage, inwiefern eine naturreligiöse Beisetzung* heutzutage und nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland überhaupt umsetzbar ist.

    Zeit mal wieder was Produktives beizutragen.


    Ich denke es ist durchaus möglich mit den gegenwärtigen Mitteln eine sehr gute heidnische Bestattung zu organisiern.

    Auch eine sehr gute historisierende Bestattung.

    Die Kernpunkte sind meines Erachtens nach die Gestaltung und Organisation der Trauerfeier und die Gestaltung des eigentlichen Grabes.


    Ich fange mal mit der Grabgestaltung an.

    Fällt bei See- oder Waldbestattungen praktischerweise weg.

    Die meisten Krematorien haben kein Problem mit Beigaben im Sarg, solange sie nicht Explodieren oder beim Verbrennen giftige Stoffe freisetzen.

    Die Überbleibsel der Beigaben werden soweit ich weiß den Angehörigen wieder ausgehändigt, was z.B. bei Seebestattungen eine rituelle Proxybestattung z.B. im eigenen Garten oder im örtlichen Opfermoor ermöglichen würde. Auch können sie (so natürlich vergänglich) auch bei Waldbestattungen mit in die Grube gegeben werden.


    Auch bei einer klassischen Erdbestattung haben natürlich Grabbeigaben im Sarg platz.

    Alles weitere kann ja während der Beisetzung in Körben herunter gelassen oder hineingeworfen werden.

    Ein Element welches sich in vielen historischen Gräbern findet, ist ein Speer der über den Verstorbenen hinweg ins Grab geworfen wird.

    Dieses wird mit einem Brauch in Verbindung gebracht der in verschiedenen Beschreibungen von Schlachten auftaucht.

    Dort wird vor der Schlacht ein Speer über die feindlichen Kämpfer hinweg geworfen um die Gefallenen Odin zu weihen.

    Es gibt aber auch Gräber über die dem Anschein nach eine Axt geworfen wurde oder in die eine Axt nach verschließen des Grabes hineingetrieben wurde.


    Beim Grab selbst sind die individuellen Friedhofsregeln der warscheinlich größte einschränkende Faktor.

    Hier empfielt sich also gründliche Vorsorge wenn man eine erkennbar Heidnische Grabstätte haben möchte.

    Die meisten Friedhöfe in Deutschland verbieten ausdrücklich Hügelgräber.

    Inzwischen warscheinlich vor allem aus Gründen der Platzeffizienz.

    Wenn die Friedhofsverordnung es erlaubt, müsste aber das legen einer Schiffssetzung über dem eigenen Grab möglich sein.

    Auch ein Runen- oder Bildstein am Kopfende des Grabes sollte nicht Unangemessen sein.

    Vieleicht noch mit einem kleineren Namensstein am Fußende.


    Was die Gestaltung der Trauerfeier angeht gefällt mir Widulfs Punkerbegräbnis eigentlich sehr gut.

    Ein Zusammenkommen aller alten Freunde, Verwandten und Weggefährten.

    Je nach Geschmack kann bei dem aufgebahrten Verstorbenen inmitten seiner geschätzen Besitztümer, über dem Sarg oder der Urne oder auch einem Altar mit dem Bild des Verstorbenen oder auch direkt am Grab gefeiert werden oder auch an einem schönen Platz im Freien mit gelegenheit für ein großes Gedenkfeuer.


    Historisch haben die Feierlichkeiten vermutlich neun Nächte angedauert, mit Höhepunkt am letzten Abend.

    Neil Price stellt in seinen Beobachtungen zu den Bestattungsriten deren theatralischen Character herraus.

    Das Leben des Verstorbenen sollte gefeiert und den Lebenden in Erinnerung gerufen werden.

    Gleichwohl wird es aber auch mythologisiert.

    Der Verstorbene nimmt seinen Platz in der langen Reihe der Ahnen ein.

    Neben mythischen Helden und alten Königen wie Sigurd oder Beowulf, mit deren Mythos er symbolisch verknüpft wird.

    Die alten Lieder werden Gesungen und die alten Sagen erzählt während der Geist des Verstorbenen unter den Trauernden umgeht.


    Eine schöne Idee dieses aufzugreifen währe ein schönes Trankopfer zu Ehren des Toten.

    Jeder bringt einen Gegenstand mit persönlichem Bezug als Grabgeschenk mit.

    Jeder Trinkt aus dem Horn und erzählt eine Geschichte über gemeinsame Erlebnisse mit dem Verstorbenen.

    Bonuspunkte wenn das Grabgeschenk eine Verbindung zu der Geschichte hat.

    Dann trinkt man noch einmal auf das Heil des Toten und die Geschenke werden mit ins Grab, ins Krematorium oder aufs Totenfeuer gegeben.

    Abschließen könnte man das Ganze mit einer etwas größeren Opferzeremoniefür das Heil des Verstorbenen.

    Das finde ich als Kern einer modernen heidnischen Bestattung ziemlich gut und es lässt sich auch gut um alles Erdenkliche ergänzen.

    Vor allem ist es persönlicher und würdevoller als eine gewöhnliche Trauerrede und dann ab unter die Erde mit ihm.

    Ich hab auch nie verstanden, warum in diesem Film ein Mexikaner einen Araber spielt? Gibt es in Hollywood keine echten Araber, oder Was?

    Wahrscheinlich Starpower.

    Antonio Banderas war als der Film gemacht wurde ja einer der großen Stars.

    Für ein Studio ist das attraktiver als ein No name actor.


    Geld ist da letzten Endes der einzige Factor der wirklich zählt.

    Zitat

    Ich muss zugeben, mir erschien die ganze Sache auch ziemlich plump umgesetzt und vor allem eben darauf aus, Zwist unter den Massen zu verbreiten, was dann ja auch gelungen ist.

    Plump auf jeden Fall.

    "Zwist unter den Massen" halte ich aber für ziemlich überzogen.

    Es ist eigentlich nur eine sehr kleine Gruppe von Leuten die sich wirklich überzogen über "wokeness" in den Medien aufregen.

    Die meisten verdrehen einmal kurz die Augen und das war es.


    Das Stichwort hier ist "performative wokeness".

    Das ist reines virtue signaling.

    Wenn es den Produzenten wirklich um Sichtbarkeit und Representation gegangen wäre hätten sie machen können was du vorgeschlagen hast.

    Das hatte aber eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema erfordert.


    Das ist z.B. auch der Grund warum sie diese lächerlich schlechte "Witcher" Serie mit farbigen Gesichtern voll quetschen, aber von der komplexen und gründlichen Dekonstruktion und Kritik, mit der die Bücher dem Thema Rassismus und Xenophobie begenen nicht einmal billige Imitationen übrig lassen.


    Auch ist es wichtig dabei im Hinterkopf zu behalten, das es hier um US Produktionen geht.

    Nachdem die Gleichstellung der Rassen in den 60ern endlich auch gesetzlich verankert wurde, haben die Gesetzgeber und die öffentlichen Institutionen trotzdem bewusst und gezielt weiter gegen die schwarze Bevölkerung agiert.

    Die Akten darüber sind in den USA öffentlich zugänglich.

    Die Folgen dieses institutionalisierten Rassismus sind dort natürlich bis heute spürbar, und viele dieser rassistischen Strukturen sind auch immer noch explizit aktiv.

    Auch gerade in Hollywood.

    Da habe ich zumindest ein gewisses Verständnis für das Bedürfnis einiger Produzenten den Rassisten hier und da Mal auf die Füße zu treten.

    Was aber im Zusammenhang mit dem Schamanismus* erwähnenswert wäre, ist das es in zumindest einer Quelle heisst, das der Krieger (von mehreren Männern bewacht) wie schlafend am Boden gelegen habe, wärend sein Geist, in Gestalt eines gewaltigen Bären auf dem Schlachtfeld tobte.

    Jo.

    Ein klassischer "Zaubererwettstreit".

    Seine Gegenspielerin ist eine mächtige Seidkona, also eine "legitime" Schamanin.

    Von ihm heist es glaube ich sogar das er ein Berserker ist, oder das er früher mit Berserkern zusammen gekämpft hat.

    Die Details müsste ich aber nochmal nachschlagen.


    Schamanismus ist in der nordischen Welt eng mit der domestischen Sphäre der Frauen verbunden.

    Insbesondere mit dem (sexualisierten) Akt des Spinnens.

    Als Mann Seidr zu betreiben gilt als unmännlich und wiedernatürlich.

    Geradezu pervers.

    Diese starke Genderung ist charakteristisch für den circumpolaren Schamanismus.

    Trotzdem gibt es magische Praktiken die Männern offen stehen.

    Vor allem Galdr, aber auch das Formwandeln und die Runenkunde.

    den die skandinavischen Germanen wohl von den Sami übernommen haben.

    Nope.

    Der germanische Schamanismus ist ein ursprünglicher Teil der Religion auf den sich bereits deutliche Hinweise in den römischen Quellen finden.

    Zudem haben auch alle anderen westlichen Ableger der circumpolaren Religionsfamilie Schamanen oder vergleichbare Ritualarbeiter.

    Also, eigentlich möchte ich gerne eine Infoseite machen. Auch gerne speziell auf eine mögliche Gemeinschaft bezogen. Es geht mir auch darum den Asenglauben ein wenig vom braunen Schmutz zu befreien und wenig Wissen darüber weiter zu reichen.

    Moin Artie.

    Da mein eigenes Projekt immmer noch auf Eis liegt würde ich mich (sofern ich dir nicht zu pseudo-intelektuell bin) als Autor für den einen oder anderen Artikel anbieten.

    In den altnordischen Sagas heisst es auch oft, das die Berserkerwut vererblich wäre- vieleicht einfach nur ein Haufen Koleriker, die öfters mal komplett ausrasten?

    Sowas kommt davon, wenn man seine Kinder antiautoritär erzieht!

    Zumindest in einigen der Sagas kommt das so rüber.

    Und die nordische Kultur erhebt gewaltfreudigkeit ja auch zu einem erstrebenswerten ideal für junge Männer.

    Da beißen sich die Sagas mit den historischeren Erwähnungen.

    Also für mich klingt das nach einem würdigen Abschied.


    Die Wikingerzeitlichen Bestatungen waren vermutlich ähnlich "öffentliche" Veranstaltungen.

    Die einzige wirklich ausführliche Beschreibung ist die aus dem Reisebericht des Ibn Fadlan, und auch die beschreibt nur ein paar wenige Äußerlichkeiten.

    Eines der Details, das der Archäologe Neil Price darin herraus hebt ist die Aufteilung der Reichtümer des Verstorbenen.

    Ein drittel geht an die Erben, das zweite Drittel wird in Grabbeigaben investiert, und vom letzten drittel wird Alkohol gekauft.

    Mit der Bestattung geht ein zehn tägiges Massenbesäufnis mit rituellem Character einher.

    Angeleitet und überwacht von einer spezialisierten Priesterin deren deren Titel Ibn Fadlan mit dem Namen eines islamischen Todesengels übersetzt, dem die Funktion zukommt zu entscheiden welche Toten in den Himmel kommen.

    Hier der Link zum vollen Reisebericht


    Hier habe ich nochmal den Link zu einer Vortragsreihe die Price über die Begräbnisriten im archäologischen Kontext gehalten hat.

    Sehr zu empfehlen.

    Vortragsreihe über nordische Bestattungsriten

    Nach meinen Wissen haben sich die Berserker in einen Rausch zustand getanzt und geschrien.

    Da durch spürten sie die Schmerzen fast nicht die sie im Kampf erlitten haben und nach dem Kampf ertränkten die Schmerzen im Met oder Bier.

    Naja, die historisch belastbaren Fakten dazu sind relativ dünn.

    Aus der Praxis kann ich sagen das berauschte Kämpfer merklich schlechter kämpfen.

    Die aktuell am weitesten akzeptiere Annahme zu den Berserkern/Ulfhednar ist, dass es sich dabei um pseudoschamanische Kriegerkulte gehandelt hat.

    Also Kulte die die Ästhetik und bestimmte Elemente des kultureigenen Schamanismus verwenden oder immitiren, jedoch innerhalb der Kultur nicht als Schamanismus angesehen werden.

    Wo immer Berserker im Kampf glaubhaft beschrieben werden machen sie vor allem den Eindruck spezialisierter Berufssoldaten.

    Berserker werden fast immer mit Schilden in Verbindung gebracht während Ulfhednar ausschließlich als Speerträger beschrieben sind.

    Aufputschende Gruppenrituale und "Esprit de Corps" können nachweißlich die Hemmmschwelle senken und die Schmerztoleranz deutlich erhöhen.

    Das ist für Berufssoldaten kurz vor der Schlacht natürlich ausgesprochen nützlich, sollte aber auch nicht überbewertet werden.

    Ich würde da z.B. an den Haka der neuseeländischen Nationalmanschaft denken.

    Das dürfte Funktional vergleichbar sein.

    Ja, das stammt eher aus der Richtung Freimaurer- und Rosenkreuzertum, bzw. Order of the golden Dawn

    Moin Widulf.

    Da lag ich mit meiner Vermutung zweite Hälfte des 19 Jahrhunderts ja Goldrichtig :)


    Wicca- Begründer Gerald Gardner, hat sich ja auch stark an Crowley (Golden Dawn) orientiert.

    Jo. Das ist so ziemlich genau die Zeit als die moderne, wild zusammenerfundene Esotherik anstelle des auf "überliefertem Geheimwissen" aufbauenden Okultismus tritt.

    Crowley, Gardener, Blavatski und die Theosophen waren da ja die treibenden Kräfte hinter.

    Solange es sich nicht mit meiner Vorstellung von Asatru beisst/ widerspricht, bin ich für Anregungen eigentlich recht offen.

    Bin ich grundsätzlich auch.

    Da wir als Neuheiden zu einem gewissen Maß eine "spirituelle Archäologie" betreiben finde ich es persönlich nötig gerade für Einsteiger klar abzugrenzen was denn nun genau von wo kommt.

    Dabei geht es mir nicht um "purity testing" sondern eher um "akademische Genauigkeit" wenn ich einmal so pretentiös sein darf.

    Ich bediene mich ja z.B. auch bei der Theatralik von Shinto Ritualen, weil ich sie ästhetisch ansprechend finde.

    Ich sehe aber auch immer die Gefahr, dass das noch erhaltene Bild der "alten Sitte" mit etwas komplett anderem übermalt wird.

    Was wirklich schade wäre. Ich mag das alte Bild.

    Meme for reference:

    Sad but true

    Gestern erst drüber geredet; Wenn man so sieht was andere ungestraft schreiben, kann es nicht an der Facebook KI liegen, da scheint schon jemand sehr gezielt vorzugehen und zu melden.

    Ist leider nichts neues.

    Mein Vater z.B. wurde mehrfach für das Teilen von Zitaten von Tucholski gesperrt, währen offene Gewalt- und Morddrohungen gegen ihn und seine Frau für Facebook "Nicht gegen die Gemeinschaftsstandarts verstoßen".

    Eher Fantasy Bereich

    Mit Verlaub, aber diese Einschätzung legt einen deutlichen Mangel an Fachkenntnis offen.

    Fast alles in diesem Film ist entweder direkt verschiedenen Schriftquellen entlehnt oder zumindest auf den aktuellen Stand der historischen Forschung bezogen.

    Das gleiche gilt für die Ausstattung und das Setdesign.

    Meine einzige Kritik in die Richtung sind die Helme, die keine direkten Replikate sind sondern gewöhnliche Reenactmenthelme und die Lammelare, die eher nach Kostümverlei aussehen als nach zentralasiatischen, byzantinischen oder pseudobyzantibeschen Lammelaren.

    Insbesondere bei Helm und Lammelar der "Valkyre" krämpeln sich mir die Zähnägel um.


    Fachlich gesehen ist dieser Film näher an der nachvollziehbaren Sachkultur als irgendetwas was sonst produziert wurde.

    auf die Werbung reingefallen

    Die Werbung war tatsächllich etwas am Ziel vorbei.

    Es ist halt kein Actionfilm sondern ein Historiendrama von einem Regiseur der zuvor eher Art-House filme gemacht hat.

    Ich stimme denjenigen zu, die Vikings "viel besser" fanden, obwohl sich die Serie zum Ende hin auch etwas "verliert".

    "Vikings" ist so ziemlich komplett Fantasy.

    In der Serie gib es so wenig "historisch korrekte" Details, dass ich dir alle aus dem Kopf aufzählen kann(bis Staffel 4 oder 5 als ich es nicht mehr ertragen habe):

    • Die meisten Namen
    • bei Saxo Gramatitkus ist Ragnar unter anderem mit einer Lagertha verheiratet, in der "Ragnarssaga Lodbrooka" ist er u.a. mit Aslaug Kráka einer Tocher des Sigurd verheiratet
    • Die "Ragnarssöhne" tauchen unter diesen Namen bei Saxo und und der Ragnarssaga auf
    • Ragnars Tod in der Schlangengrube ist Teil der Sagas und verschiedener Dichtungen
    • die englischen Könige hat es unter diesen Namen gegeben
    • In Gammla Uppsala gab es nach einem Bericht aus dritter Hand einen großen Tempel mit regelmäßigen großen Opferfesten (archäologisch konnte dieses bislang nicht in dieser Form bestätigt werden)
    • die Haut der Opfertiere wurde in den Bäumen aufgehängt
    • Ein paar Strophen zeitgenössischer Dichtung
    • Der "Blutadler" tauch in verschiedenen Quellen auf und es gibt eine mögliche Abbildung
    • Es gab Wikingerüberfälle auf Paris
    • Es gab einen normannischen "König Rollo" der von den Franken die Herrschaft über die Normandie erhalten hat (gute 100 jahre nachdem die Serie spielt)
    • die Wikinger sind bis ins mittelmehr und Nordafrika gesegelt
    • Das Wikingerzeitliche Handelsnetz war mit der Seidenstraße verbunden

    Alles andere ist entweder bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder frei erfunden.

    Ich lese gerade "Überwachen und Strafen" von Michel Foucault.

    Ich habbe da gerade so ein paar halbgeformte Gedanken und hoffe das mir Foucault dabei hilft sie auszuformulieren.